Vogelkirsche,Süßkirsche

Prunus avium

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
Vogelkirsche (Prunus avium) Alle 9 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Vogelkirsche
  • Wildform der Süßkirsche mit bis zu 30 Meter hohen Bäumen
  • Rosengewächs, wild häufig in Laubwäldern und als Pioniergehölz anzutreffen
  • Vorzugsweise sonniger Standort
  • Frosthart
  • im Frühjahr von zahlreichen weißen Blüten überzogen
  • Blüten erscheinen vor dem Laub
  • Rote Kirschen, bei Vögeln sehr beliebt
  • Bestäubung vor allem durch Honigbienen und einige Wildbienen
  • Blätter begehrtes Raupenfutter für viele Schmetterlingsarten
  • Gelbe bis scharlachrote Herbstfärbung
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 15 - 20 m
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Vogelkirsche?

Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist ein laubabwerfender langschäftiger 15-20 Meter, selten bis zu 30 Metern hoher Baum mit kegelförmiger Krone aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). In Europa findet man sie häufig in Laubmischwäldern vergesellschaftet mit Buchen, Hainbuchen und Eichen oder Ahorn, niemals in artreinen Beständen; an Waldrändern und als Pioniergehölz auf unbewirtschafteten Wiesen und Weiden. Sie werden 80-90 Jahre alt und erreichen einen Stammdurchmesser zwischen 30 und 80 Zentimetern.

Die Äste stehen vorwiegend aufrecht, die Rinde ist glatt und glänzend und mit bandartigen Lentizellen besetzt. Im Alter wird sie grauschwarz und löst sich als Ringelborke in großen Streifen ab. In der Jugend sind die Zweige der Vogelkirsche schwach gerieft, kahl, braun und deutlich in Langtriebe und Kurztriebe unterscheidbar. Ihre Blätter stehen wechselständig, mit 2-4 Zentimeter langen Stielen und einer länglich-eiförmigen bis elliptischen Spreite. An den Stielen fallen 2-4 asymmetrisch angeordnete Nektarien auf. Die Blätter sind auf der Oberseite kahl, unterseits an den Adern dicht behaart. Im Herbst verfärben sie sich in zahlreichen Farben von gelb bis scharlachrot.

Die fünfzähligen zwei Zentimeter breiten Blüten der Vogelkirsche erscheinen kurz vor der Belaubung an den Kurztrieben in zwei- bis dreiblütigen Ständen, mit deutlichem Stiel, zurückgeschlagenen Kelchblättern und 10-15 Millimeter langen weißen Kronblättern. Ihre ungleich langen Staubblätter überragen die Blütenkrone. Die kugeligen, etwa einen Zentimeter messenden Steinfrüchte sind in der Reife rot glänzend, mit einem langen glatten Steinkern.

Vogelkirsche im Garten

Standort

Die Vogelkirsche bevorzugt eine tiefgründige lockere, humose und nährstoffreiche Erde mit hohem Kalkanteil. Der Stand sollte halbschattig oder noch besser vollsonnig sein. Beim Pflanzen sollten man berücksichtigen, dass die Krone der Vogelkirsche kegelförmig in die Breite geht und viel Platz braucht.

Schnitt

Altes und abgestorbenes Holz sollte regelmäßig entfernt werden. Davon abgesehen ist ein regelmäßiger Schnitt vonnöten, damit der Baum in der gewünschten Form bleibt.

Vermehrung

Meistens vermehrt man die Vogelkirsche durch Veredlung, was im Vergleich zur Anzucht aus Samen wesentlich schneller möglich ist.

Verwendung

Die Bäume machen sich gut als Solitäre oder in kleinen Gruppen im Obst- und Naturgarten. Darüber hinaus ist die Vogelkirsche ein wichtiges Vogelnährgehölz und eine hervorragende Bienenweide.

Schädlinge

Wie bei vielen anderen nahe verwandten Kirschartigen plagt der Gummifluss die Vogelkirsche und äußert sich mit einem gallertig-klebrigen Ausfluss, der sich an der Luft zu einer bernsteinähnlichen Masse verhärtet. Teils erhebliche Fruchtschäden verursacht die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi), die ihre Eier auf den Kirschen ablegt. Ihre Maden sind die unerwünschte Fleischbeilage, die man außer in der Vogelkirsche auch in der kultivierten Süßkirsche und in Sauerkirschen vorfindet.

Die Schwarze Kirschenlaus (Myzus cerasi) befällt auch andere Kirschen und führt zu eingerollten und gekräuselten Blättern. Sie benötigt in ihrem Generationszyklus einen Wirtswechsel zu Labkräutern oder Ehrenpreis.

Ökologie

Der Pollen der Vogelkirsche ist für 15 Arten von Wildbienen wichtig, darunter zwölf Sandbienen (Andrena spec.), die Gemeine Pelzbiene (Anthophora plumipes), Dickkopf-Furchenbiene (Halictus maculatus) und die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor). Hauptbestäuber sind aber Honigbienen. Die ungewöhnlichen Nektarien an den Blattstielen außerhalb der Blüten locken Ameisen herbei, die der Vogelkirsche viele Schädlinge vom Leib halten. Auch hier sammeln die Honigbienen Honigtau, ebenso wie an den häufig anzutreffenden Blattläusen. Bei entsprechend großen Beständen wird der Nektar der Vogelkirsche zu einer wichtigen Beitracht von Blütenhonigen.

20 Schmetterlingsarten verwenden die Blätter der Vogelkirsche als Raupenfutter, allesamt Eulenfalter, Spanner oder Spinnerartige. Darunter zählen bedrohte Arten wie die Kupferglucke (Gastropacha quercifolia), der Obsthain-Blütenspanner (Eupithecia insigniata) und das Gelbe Ordensband (Catocala fulminea).

Die Verbreitung der Vogelkirsche erfolgt dank ihrer weithin sichtbaren schmackhaften Früchte vor allem durch Vögel, insbesondere Drosseln, Amseln, Staren und Krähenvögel. Sie haben dem Baum zu seinem Namen verholfen – übrigens auch zum lateinischen, denn nichts anderes als Vogelkirsche bedeutet Prunus avium. Ebenso tragen Eichhörnchen und Mäuse zur Ausbreitung bei, indem sie die Kirschkerne als Wintervorrat verstecken.

Wissenswertes

Die Früchte der Vogelkirsche sind sehr aromatisch und süß mit einem leicht bitteren Beigeschmack. Ihre Kerne fand man in Siedlungen der Spätsteinzeit und Bronzezeit, und die Züchtung der Süßkirsche begann bereits in der Antike. Die Kulturform haben die Römer nach Deutschland gebracht, mit den hier wild wachsenden Vogelkirschen hat die Süßkirsche sonst keine Verbindung. Süßkirschen reifen vor den ebenfalls beliebten Sauerkirschen (Prunus cerasus). Ihre Früchte enthalten deutlich weniger Säure als die Wildart und die Sauerkirschen.

Barbarazweige schneidet man traditionell am Namenstag der Heiligen am 4. Dezember und stellt sie in eine Vase. In der Wärme des Zimmers erblühen sie sehr zuverlässig um die Weihnachtszeit.

Das Holz der Vogelkirsche gilt als begehrtes Edelholz und wird mit seinem warmen Rotton in der Schreinerei für Furniere, Intarsien und hochwertige Möbel verwendet.

Fotos

Gesamte Pflanze Vogelkirsche
Quelle: NaturaDB
Blatt Vogelkirsche
Quelle: NaturaDB
Blatt Vogelkirsche
Quelle: AfroBrazilian, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Vogelkirsche
Quelle: SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Vogelkirsche
Quelle: NaturaDB
Blüte Vogelkirsche
Quelle: Joan Simon from Barcelona, España, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Frucht Vogelkirsche
Quelle: MPF, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Vogelkirsche
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Vogelkirsche
Quelle: Kor!An (?????? ??????), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Vogelkirsche

Sorte Höhe Breite
Vogelkirsche (Wildform) 15 - 20 m
Vogel-Kirsche 'Plena' 7 - 10 m 3 - 6 m

Häufige Fragen

Wann haben Kirschen Würmer?

Die Würmer in den Kirschen von Vogelkirsche, Süßkirsche und Sauerkirsche sind die Larven der Kirschfruchtfliege, einer 3-5 Millimeter großen Bohrfliege, die die sich gerade rot verfärbenden und weich werdenden Früchte anbohrt und ein Ei hineinlegt. Die Made frisst sich durch das Fruchtfleisch und sorgt dafür, dass die Kirsche weich, glanzlos und letztlich faul wird und abfällt.

Ist die Vogelkirsche giftig?

Vieles was unsere gefiederten Freunde vertilgen wäre für den Menschen absolut unbekömmlich. Bei der Vogelkirsche, die ihren Namen ihren größten Verehrern verdankt, ist das nicht der Fall. Die kleinen roten Steinfrüchte sind die Wildform unserer kultivierten Süßkirschen und genau wie diese essbar. Sie sind äußerst aromatisch, aber etwas weniger süß und etwas bitterer als die gezüchtete Verwandtschaft.

Wie groß wird die Vogelkirsche?

Vogelkirschen werden meist 15-20 Meter, selten bis zu 30 Metern hoch. Sie erreichen ein Alter von 80-90 Jahren und haben dann einen Stammdurchmesser von 30 bis 80 Zentimetern.

Ökologischer Wert

Vogelkirsche ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
15
Anzahl Schmetterlingsarten:
20
Nektarwert:
4
Pollenwert:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
22

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
48

Raupen-Futterpflanzen

Themen

Quelle: Foto von daniyal ghanavati von Pexels
Pflanzen für Tiere
Quelle: Foto von Carsten Ruthemann von Pexels
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Alex Waldbrand on Unsplash
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere