Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Acker-Kratzdistel

Cirsium arvense

Staude
heimisch
Wildform
Super Insektenpflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Distel, gehört zu den Korbblütlern
  • Robust und anspruchslos, mehrjährig
  • Dornenbewehrte Blätter
  • Intensiv nach Honig duftende rosa-violette Blüten
  • Achänen mit großem Pappus zur Verbreitung
  • Schnelle Ausbreitung mit Wurzelausläufern
  • Wichtige Nektarpflanze und Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Gute Bienenweide, wichtiger Pollenlieferant für Wildbienen
  • Essbar
  • Heilpflanze gegen Lebererkrankungen

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Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Salzverträglich: ja
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 50 - 100 cm
Breite: 1 - 1,5 m
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: körchenförmig, röhrenblütig
Laub
Blattfarbe grün
Blattform buchtig gezähnt, stachlig bewimpert
Ökologie
Bienen: Bienenweide (10 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (32 Arten)
Raupenfutterpflanze: 6 Arten
Nektarwert: 3/4
Pollenwert: 2/4
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Heilpflanze, Streckmehl
Pflanzen je ㎡: 7
Klassifizierung
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Kratzdisteln
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Acker-Kratzdistel?

Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) ist eine einheimische Distel aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die ausdauernde krautige und bis zu einem Meter hohe Pflanze findet sich in Mitteleuropa häufig in Unkrautgesellschaften, auf Äckern, Wegen, Schuttplätzen, Waldlichtungen und Ufern.

Die bis zu drei Metern tief hinabreichende Pfahlwurzel bildet zahlreiche kriechende Ausläufer, mit denen sich die Pflanze schnell in der Umgebung ausbreitet. Ihre reich verzweigten frischgrünen Stängel sind rund und kräftig und trägt wechselständig angeordnete Blätter. Diese sind buchtig gezähnt mit zahlreichen spitzen Dornen, die nach oben hin weicher werden und schließlich völlig fehlen.

Die Acker-Kratzdistel ist gynodiözisch, es gibt sowohl zwittrige als auch rein weibliche Exemplare. Ihre intensiv nach Honig duftenden Blütenkörbchen erreichen einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern; sie enthalten bis zu 100 zwittrige oder rein weibliche Blüten, bei denen die Körbchen wenig kleiner ausfallen. Die Korbblüten bestehen wie für die Gattung typisch allein aus Röhrenblüten, Zungenblüten fehlen völlig. Ihre Kronblätter sind rosarot bis hellviolett. Als Früchte bildet sie 4-5 Millimeter lange längliche Achänen mit borstigem weißem Pappus.

Acker-Kratzdistel im Garten

Standort

Die Acker-Kratzdistel keimt nur an Standorten, die ihr zusagen. Sie bevorzugt einen frischen bis mäßig trockenen nährstoffreichen und kalkarmen, steinigen, sandigen oder reinen Lehmboden. Der Stand sollte sonnig sein.

Schnitt

Einmal im Garten angelangt wird man der Acker-Kratzdistel nicht mehr so schnell Herr, wenn man sie nicht von Anfang an regelmäßig in ihrem ausufernden Wachstum einschränkt. Die bis zu drei Meter langen Wurzeln lassen sich mit keinem Wurzelstecher zuverlässig komplett entferne, und selbst kleine Reste treiben zu neuen Pflanzen aus. Daher sollte man stets ein waches Auge auf die Bestände haben und auch die Fruchtbildung beschränken.

Vermehrung

Die Vermehrung der Acker-Kratzdistel erfolgt vor allem mit den Wurzelsprossen, die die tiefreichende Pfahlwurzel horizontal knapp unter der Erde treibt. Darüber hinaus sorgen die Achänen für Selbstaussaat.

Verwendung

Auch wenn die Acker-Kratzdistel insbesondere bei Landwirten ungern gesehen ist, spielt sie doch ökologisch als Futterpflanze für Insekten eine wichtige Rolle in der einheimischen Flora. Daher sollte man ruhig einige Exemplare im Garten belassen, etwa in naturnahen Wiesen, in Blumenbeeten oder an Mauern und Böschungen.

Schädlinge

An den Blättern der Acker-Kratzdistel finden sich zahlreiche Schmetterlingsraupen, für die die Pflanze eine wichtige Futterquelle darstellt. Ähnliches gilt für die Larven von Bohrfliegen und mehrerer Rüsselkäfer. Aus Nordamerika eingeschleppt ist der Rostpilz Puccinia punctiformis, der erhebliche Schäden hervorruft und bisweilen gezielt zur Unkrautbekämpfung eingesetzt wird. Ähnliches gilt für die Distelmilbe Aceria anthocoptes.

Ökologie

Die Acker-Kratzdistel gehört zu mit rund 2,6 Gramm Nektar pro Blüte zu den fleißigsten einheimischen Nektarproduzenten und ist eine wichtige Futterquelle für 32 Schmetterlinge; Distelfalter (Vanessa cardui), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Kaisermantel (Argynnis paphia) und viele weitere Arten nutzen sie als Nektarpflanze und/oder als Raupenfutter.

10 Wildbienen sammeln Pollen, vor allem Furchenbienen (Lasioglossum spec.), Mauerbienen (Osmia spec.) und Furchenbienen (Halictus spec.). Darüber hinaus finden sich Hummeln und Honigbienen in großer Zahl an den duftenden Blüten ein, wobei die Honigbienen die meisten Besuche abstatten.

Der fedrige Pappus macht die Achänen zu Schirmchenfliegern, die der Wind unter guten Bedingungen mehrere Kilometer weit fortträgt. Eine einzelne Acker-Kratzdistel produziert 5.000-40.000 Samen, die bis zu 20 Jahren keimfähig bleiben.

Wissenswertes

Die Acker-Kratzdistel ist ausgesprochen formenreich, und Botaniker unterscheiden eine ganze Reihe von Unterarten. Mittlerweile ist sie weltweit verschleppt und gilt als durchsetzungsstarker Neophyt vielerorts als Unkraut in der Landwirtschaft.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Acker-Kratzdistel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Acker-Kratzdistel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Acker-Kratzdistel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wofür ist die Acker-Kratzdistel gut?

Die Acker-Kratzdistel ist vor allem eine wichtige Insektenweide, die zahlreichen Bienen und Schmetterlingen reichlich Nektar, Pollen und Futter für Raupen bietet. Ihre Blüten gehören zu den fleißigsten Nektarproduzenten der einheimischen Flora. In der Naturheilkunde verwendet man sie wie viele andere Distelgewächse zur Leberstärkung.

Ist die Acker-Kratzdistel giftig?

Keineswegs – früher machte man aus der Not mit dem Unkraut eine Tugend und verwendete die jungen Triebe und Wurzeln in Eintöpfen. Die getrockneten Wurzeln liefern darüber hinaus ein Mehl, das man zum Strecken von Getreide benutzte.

Wert für Insekten und Vögel

Acker-Kratzdistel ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10
Anzahl Schmetterlingsarten:
32
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
26

Schmetterlingsarten

Foto Buschheiden-Rindeneule
Quelle: P_vaida/shutterstock.com
Acronicta auricoma
Buschheiden-Rindeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Kleiner Fuchs
Quelle: HWall/shutterstock.com
Aglais urticae
Kleiner Fuchs
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Landkärtchen
Quelle: Wirestock Creators/shutterstock.com
Araschnia levana
Landkärtchen
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Bergmatten-Perlmuttfalter
Quelle: v_kurashev/shutterstock.com
Argynnis niobe
Bergmatten-Perlmuttfalter
  • Nektarpflanze
  • stark gefährdet
Foto Kaisermantel
Quelle: P_vaida/shutterstock.com
Argynnis paphia
Kaisermantel
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Zweibrütiger Sonnenröschen-Bläuling
Quelle: Nenad Nedomacki/shutterstock.com
Aricia agestis
Zweibrütiger Sonnenröschen-Bläuling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Autographa gamma
Gammaeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Blepharita satura
Geißblatt-Brauneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Mädesüß-Perlmuttfalter
Quelle: venars.original/shutterstock.com
Brenthis ino
Mädesüß-Perlmuttfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Weißer Waldportier
Quelle: aaltair/shutterstock.com
Brintesia circe
Weißer Waldportier
  • Nektarpflanze
  • gefährdet
Foto Graubindiger Mohrenfalter
Quelle: Erebia aethiops/shutterstock.com
Erebia aethiops
Graubindiger Mohrenfalter
  • Nektarpflanze
  • polyphag
  • gefährdet
Foto Weißbindiger Mohrenfalter
Quelle: Agami Photo Agency/shutterstock.com
Erebia ligea
Weißbindiger Mohrenfalter
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Eublemma purpurina
Purpur-Zwergeulchen
  • Raupen-Futterpflanze
Euxoa aquilina
Graubunte Erdeule
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Zitronenfalter
Quelle: Ihor Hvozdetskyi/shutterstock.com
Gonepteryx rhamni
Zitronenfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Tagpfauenauge
Quelle: Nataliia Melnychuk/shutterstock.com
Inachis io
Tagpfauenauge
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Großer Feuerfalter
Quelle: Marci Pan/shutterstock.com
Lycaena dispar
Großer Feuerfalter
  • Nektarpflanze
  • gefährdet
Lycaena virgaureae
Dukatenfalter
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Foto Großes Ochsenauge
Quelle: kristof lauwers/shutterstock.com
Maniola jurtina
Großes Ochsenauge
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Früher Kommafalter
Quelle: thatmacroguy/shutterstock.com
Ochlodes venata
Früher Kommafalter
  • Nektarpflanze
Phragmatobia fuliginosa
Zimtbär
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Raps-Weißling
Quelle: Ivan Marjanovic/shutterstock.com
Pieris napi
Raps-Weißling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto C-Falter
Quelle: Tanya_Terekhina/shutterstock.com
Polygonia c-album
C-Falter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Zahnflügel-Bläuling
Quelle: ibrahim kavus/shutterstock.com
Polyommatus daphnis
Zahnflügel-Bläuling
  • Nektarpflanze
  • gefährdet
Foto Rotbraunes Ochsenauge
Quelle: Sandra Standbridge/shutterstock.com
Pyronia tithonus
Rotbraunes Ochsenauge
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Synanthedon andrenaeformis
Schneeball-Glasflügler
  • Nektarpflanze
  • polyphag
Foto Nierenfleck-Zipfelfalter
Quelle: Gertjan Hooijer/shutterstock.com
Thecla betulae
Nierenfleck-Zipfelfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Schwarzkolbiger Braundickkopf
Quelle: Hector Ruiz Villar/shutterstock.com
Thymelicus lineola
Schwarzkolbiger Braundickkopf
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Thyris fenestrella
Waldreben-Fensterfleckchen
  • Nektarpflanze
Foto Distelfalter
Quelle: Dajra/shutterstock.com
Vanessa cardui
Distelfalter
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Bergkronwicken-Widderchen
Quelle: Carlos Pereira M/shutterstock.com
Zygaena fausta
Bergkronwicken-Widderchen
  • Nektarpflanze
Foto Hufeisenklee-Widderchen
Quelle: Matej Ondov/shutterstock.com
Zygaena transalpina
Hufeisenklee-Widderchen
  • Nektarpflanze

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