Gemeine Birke,Hänge-Birke

Betula pendula

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Frühblüher
Gemeine Birke (Betula pendula) Alle 13 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Gemeine Birke

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Baum aus der Familie der Birkengewächse
  • Bis zu 20 Meter hoch und 150 Jahre alt werdend
  • Typische schwarz-weiße Stämme und überhängende Zweige
  • Robust und pflegeleicht
  • Verbreitung mit Samen
  • Wichtige Futterpflanze für viele einheimische Tiere
  • Raupenfutter für 38 Schmetterlinge
  • Pioniergehölz auf Heide, Moor und Brachlandschaften
  • Diverse Zuchtsorten
  • Vorsicht bei Allergien
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 10 - 20 m
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Buchenartige
Familie: Birkengewächse
Gattung: Birken
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Hänge-Birke?

Hänge-Birke oder Sandbirke (Betula pendula) ist ein sommergrüner, 10-20 Meter hoher Baum mit charakteristisch überhängenden Ästen und schwarzweiß gemusterten Stämmen. Man findet den Vertreter der Birkengewächse (Betulaceae) häufig in Wäldern und als Pioniergehölz auf Heiden, Mooren und Brachflächen. Sie wird bis zu 150 Jahren alt und erreicht einen Stammdurchmesser von bis zu einem Meter.

Die Rinde ist weiß, mit ausgeprägten Bändern von Lentizellen und einer tief gefurchten, längsrissigen schwarzen Borke. Junge Zweige sind dicht mit Harzdrüsen besetzt, später werden sie braun und sind von kleinen Korkwarzen überzogen. Die rautenförmigen gestielten Laubblätter sind jung durch Harze klebrig. Sie stehen wechselständig und sind 4-7 Zentimeter lang mit doppelt gesägtem Rand.

Die Blüten der Hänge-Birke erscheinen in eingeschlechtlichen Ständen; die Pflanze selbst ist einhäusig. Männliche Kätzchen stehen einzeln, zu zweit oder zu dritt am Ende der Triebe des Vorjahres und überwintern als 2-3 Zentimeter lange grüne Schwänzchen. In der Blüte verlängern sie sich auf bis zu zehn Zentimeter und hängen schlaff herunter. Die weiblichen Kätzchen erscheinen unterhalb der Männchen an den Kurztrieben und überdauern den Winter als Knospen. Bei der Blüte stehen sie aufrecht; Hüllblätter fehlen vollständig. Bei der Reife hängen sie herab und bilden jeweils 400-500 geflügelte einsamige Nüsschen, die der Wind davonträgt.

Hänge-Birke im Garten

Standort

Die Hänge-Birke hat geringe Ansprüche an den Boden. Vorzugsweise wächst sie auf einem frischen bis trockenen, mäßig nährstoffreichen und steinigen bis sandigen Boden in voller Sonne. Wer sie in der Nähe des Hauses anpflanzt, sollte an die unzähligen geflügelten Samen denken, die im Herbst bei offenem Fenster schnell in allen Ecken zu finden sind. Bei einer Allergie gegen Birkenpollen sollte man sich die Pollenschleuder möglichst nicht in den heimischen Garten holen.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der Hänge-Birke in der Regel kaum notwendig, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten. Totes Holz kann man jederzeit entfernen. Einen Rückschnitt sollte man nur im Sommer bei voller Belaubung durchführen, da sie leicht bluten und viel Wasser verlieren.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist langwierig, sodass man vorzugsweise auf kleine Bäumchen aus Baumschule oder Gartenfachhandel zurückgreift. Abkürzen lässt sich das, indem man ein kleines wildgewachsenes Birkenbäumchen ausgräbt – als Pionierpflanzen findet man die Hänge-Birke recht häufig auf brachliegendem Gelände und sogar im eigenen Garten. Eine vegetative Vermehrung mit Stecklingen ist nicht möglich.

Verwendung

Dekorativ ist die Hänge-Birke vor allem mit ihrer schwarz-weiß gezeichneten Rinde und den überhängenden Zweigen. Sie macht sich gut als Solitär oder in kleinen Gruppen. Das flache Wurzelwerk ist sehr konkurrenzstark, sodass unter einer Birke nur sehr hartnäckige Nachbarn gedeihen.

Schädlinge

An die Hänge-Birken haben sich um die 500 wirbellose Tiere angepasst, vor allem Käfer und Schmetterlinge. Darüber hinaus finden sich bisweilen Rostpilze und Mehltau. Insgesamt ist die Birke aber recht robust und wenig anfällig für Krankheiten.

Ökologie

Viel Nektar gibt es bei der Birke nicht zu holen, aber den Pollen nehmen Honigbienen und drei Sandbienen (Andrena fulvata, A. limata und A. varians) gerne im Empfang. An den Blättern als Raupenfutter bedienen sich insgesamt 38 Schmetterlingsarten, vor allem Eulen, Spanner und Spinnerartige. Zu den Tagfaltern gehören der Trauermantel (Nymphalis antiopa) und der Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae).

Wissenswertes

Die Birke wird schon seit langem vom Menschen genutzt. In den steinzeitlichen Pfahlbauten fanden sich Reste von Kaugummi aus Birkenpech, das man bis in die Neuzeit auch zum Abdichten oder als Brennmaterial für Fackeln verwendete. Birkensaft ist unter der Bezeichnung Birkenwasser ein altes Hausmittel gegen Haarausfall. Birkenrinde wirkt entzündungshemmend, blutreinigend und harntreibend. Die Bäume selbst verwendet man noch heute vielerorts als Maibaum.

Die reichlich gebildeten Birkenpollen sind für viele Menschen mit Heuschnupfen eine wahre Plage. Sie sind hochgradig allergen, und häufig kommt es zu Kreuzallergien mit Steinobstsorten, Nüssen und Beifuß.

Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel eine Reihe von Zuchtsorten, die sich in Wuchs und Blättern unterscheiden – etwa Trauerbirke mit senkrecht herabhängenden Ästen oder Säulenbirke mit schlanker Krone.

Fotos

Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB
Blüte Gemeine Birke
Quelle: DimiTalen, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gemeine Birke
Quelle: Rudolphous, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: Abc10, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Gemeine Birke
Quelle: No machine-readable author provided. PJ assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: Silverije, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB
Blatt Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB
Blatt Gemeine Birke
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Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB
Blatt Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gemeine Birke
Quelle: NaturaDB

Sorten Gemeine Birke

Sorte Höhe Breite
Gemeine Birke (Wildform) 10 - 20 m
Trauerbirke 4 - 7 m 4 - 6 m
Birke 'Magical Globe' 60 - 120 cm 60 - 120 cm
Blutbirke / Purpurbirke 'Purpurea' 10 - 15 m 4 - 6 m

Häufige Fragen

Welche Baumart ist die Birke?

Birken sind sommergrüne Bäume mit charakteristischer schwarz-weiß gezeichneter Rinde und hängenden Zweigen. Man findet vor allem die Hänge-Birke häufig als Pioniergehölz auf Heiden, Wiesen und Brachflächen, wo sie schnell an Höhe gewinnt und bis zu 20 Metern hoch wird.

Wo wachsen Birken am besten?

In der freien Natur findet man die Hänge-Birke in lichten Laub-, Misch- und Nadelwäldern, Mooren, Heideflächen und Magerwiesen. Sie bevorzugt einen mäßig nährstoffhaltigen, sauren und sandigen Lehm-, Sand- oder Steinboden, der auch trocken sein darf. Mit ihrem flachen Wurzelwerk findet man sie häufig als Pioniergehölz auf Lichtungen, Industriebrachen, trockengelegten Sümpfen oder verbuschenden Heidelandschaften.

Wie hoch wird eine Hänge-Birke?

Hänge-Birken werden 10-20, selten bis zu 30 Metern hoch. Dagegen ist das Wurzelwerk nur flach ausgebildet. Sie werden bis zu 150 Jahre alt und erreichen einen Stammdurchmesser von knapp einem Meter.

Kann man eine Birke schneiden?

Prinzipiell kann man Hänge-Birke und verwandte Birken schneiden, aber notwendig ist das im Gegensatz zu vielen anderen Baumarten nicht. Lediglich altes und totes Holz sollte man regelmäßig entfernen.

Ökologischer Wert

Gemeine Birke ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
3
Anzahl Schmetterlingsarten:
38
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
40

Pflanzen für Nachtfalter

Themen

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