Efeu

Hedera helix

Gehölz
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
giftig
wintergrün
lange Blühzeit
Efeu (Hedera helix) Alle 8 Fotos anzeigen
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0 US, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Immergrüne Rankpflanze
  • Robust, anspruchslos und pflegeleicht
  • Dekoratives Blattwerk
  • Guter Bodendecker
  • Schnittverträglich
  • Für die Berankung von Mauern und Fassaden
  • Vermehrung mit Stecklingen
  • Giftig, vor allem die Beeren
  • Keine Schädigung der berankten Bäume
  • In kleinen Dosen als Heilpflanze eingesetzt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: kletternd, Selbstklimmer
Höhe: 4 - 20 m
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Herzwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Laub
Blatt wintergrün ja
Boden
Boden: normal
Wasser: frisch bis trocken
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Doldenblütlerartige
Familie: Araliengewächse
Gattung: Efeu
ist giftig Beeren, Blätter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Efeu?

Efeu (Hedera helix) ist ein Wurzelkletterer und der einzige bei uns heimische Vertreter der Araliengewächse (Araliaceae). Man findet die immergrünen rankenden Pflanzen häufig in krautreichen Laub- und Mischwäldern, Auwäldern, auf Felsen und Mauern. Sie wurzeln in der Erde und holen sich dort ihre Nährstoffe, mit speziellen Haftwurzeln erklimmen sie Bäume, Mauern oder Hauswände. Die Äste sind jung grün, werden dann braun und im Alter grau. Sie erreichen Höhen von bis zu 20 Metern und erinnern im Alter an eine Liane. Exemplare mit einem Stammdurchmesser von bis zu 30 Zentimetern sind über 400 Jahre alt.

Die gestielten, glänzenden Blätter der nicht blühenden Triebe stehen zweizeilig, sind drei- bis fünfteilig gelappt und weisen auf der Unterseite ausgeprägte Nerven auf. Dagegen sind die Blätter der Blütentriebe ei- bis rautenförmig und lang gespitzt. Die unscheinbaren gelblich-grünen Blüten stehen in kleinen kugeligen Rispen oder Dolden. Die kugeligen Früchte sind anfangs grün und später blauschwarz.

Efeu im Garten

Standort

Efeu bevorzugt einen nicht zu trockenen und nicht übermäßig feuchten Standort mit nährstoffreichem, lockerem und sauer-humosen Boden. Im Schatten und Halbschatten fühlt er sich am wohlsten, pralle Sonne verträgt er notfalls ebenso. Bei Hauswänden sollte man bedenken, dass sich die Haftwurzeln festgraben und beim Abreißen hängenbleiben. Einmal angepflanzt kann er hier schnell zur Plage werden. Auch im übrigen Garten ist er sehr konkurrenzstark und überwuchert seine Umgebung, wenn man ihn nicht ständig im Auge hat.

Schnitt

Ein kräftiger Schnitt ist immer angebracht, wenn der Efeu mit seinem Wachstum auszuufern droht. Beim Hantieren mit der Heckenschere sollte man sicherheitshalber Gartenhandschuhe tragen – der Saft ist giftig und kann bei Berührung unangenehme Hautreizungen hervorrufen.

Vermehrung

Die Vermehrung von Efeu erfolgt mit Stecklingen. Schneidet man die vorjährigen, noch nicht verholzten Triebe ab und steckt sie in die Erde, bewurzeln sie sich schnell.

Verwendung

Efeu ist ein ausgezeichneter Bodendecker und zur Bodenfestigung an Hängen und Böschungen gut geeignet. An Mauern und Fassaden rankt er zügig empor. Bunte Sorten sind häufig weniger winterhart und als Zimmerefeu beliebt.

Schädlinge

Auffällige Blattflecken rufen verschiedene Rostpilze hervor.

Ökologie

Mit seinen späten Blüten ist der Efeu für Wildbienen uninteressant, mit Ausnahme der Efeu-Sandbiene (Colletes hederae), die ihn mit besonderer Vorliebe anfliegt. Dagegen ist er für Honigbienen im Herbst eine wichtige Futterquelle, und auch andere Insekten bedienen sich an dem reichlich gebildeten Nektar. Unter den Schmetterlingen finden sich hier C-Falter (Polygonia c-album) ein, ebenso wie zahlreiche Wespen und Schwebfliegen.

Für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich bei uns sieben Schmetterlingsarten, darunter der Nachtschwalbenschwanz (Ourapteryx sambucaria), Blütenspanner (Gymnoscelis spec.) und Baumspanner (Peribatodes spec.).

Dichter Bewuchs mit Efeu ist ein idealer Nistplatz für Vögel und wird von zahlreichen Insekten bewohnt. Die Beeren reifen erst im nachfolgenden Jahr aus und sind für zahlreiche gefiederte Interessenten eine willkommene Delikatesse. Damit sorgt er für seine Ausbreitung mit Samen, die so gleich eine Portion Dünger mit auf den Weg bekommen.

Wissenswertes

Efeu benötigt ein Mindestmaß an Luftfeuchtigkeit. Daher wächst es am feuchten Boden recht gut, weigert sich aber bisweilen an Bäumen hochzuklettern. In diesem Fall ist es ihm weiter oben zu trocken. Am Efeubewuchs von Stämmen erkennt man dauerhaft luftfeuchte Stellen. Hat er seine endgültige Höhe erreicht und will definitiv nicht mehr höher, fängt er auch mit dem Blühen und Bilden der dunkelblauen Beeren an.

Die unschuldig aussehenden Beeren des Efeus sind hochgiftig. Sie enthalten das Saponin α-Hederin und den ungesättigten Alkohol Falcarinol, die Haut und Schleimhäute reizen und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Die ebenfalls reichlich vorhandenen Bitterstoffe machen es unwahrscheinlich, dass man freiwillig größere Mengen davon isst, aber bereits zwei oder drei Beeren rufen ein brennendes Gefühl im Rachen hervor, dem Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit und Erbrechen sowie Krämpfe folgen.

Auch die Blätter des Efeu sind giftig, wenn auch in geringerem Maße. Sie können beim Hantieren Hautreaktionen hervorrufen, insbesondere bei Kindern und empfindlichen Personen. Draußen kann Efeu Tieren gefährlich werden: Hunde und Katzen sind weniger gefährdet, aber Nutztiere wie Schafe, Ziegen oder Pferde können sich beim Weiden an Efeublättern vergiften und zeigen dann ähnliche Symptome wie der Mensch.

Neben der reinen grünen Wildform gibt es unzählige Varietäten mit gemusterten Blättern und abweichenden Blattformen. Efeu ist übrigens bei uns die einzige immergrüne Kletterpflanze und der einzige Wurzelkletterer. Die Haftwurzeln dienen nur dem Klettern und entziehen Bäumen und Sträuchern keine Nährstoffe – Efeu ist kein Parasit und nimmt seinem Wirt nur bei extremem Bewuchs bis in die Äste hinein Licht weg.

Fotos

Gesamte Pflanze Efeu
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0 US, via Wikimedia Commons
Frucht Efeu
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Efeu
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Efeu
Quelle: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Efeu
Quelle: NaturaDB
Frucht Efeu
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Efeu
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Efeu
Quelle: NaturaDB

Sorten Efeu

Sorte Höhe Breite Besonderheiten
Efeu (Wildform) 4 - 20 m Haftwurzeln
Strauch-Efeu 'Arborescens' 1.5 - 2 m 1.5 - 2 m
Efeu 'Aureovariegata' Gelbbuntes Laut
Efeu 'Ovata' 6 - 8 m
Efeu 'Variegata' 4.5 - 6 m Weißbuntes Laub

Häufige Fragen

Ist Efeu giftig?

Efeu ist in allen Teilen giftig und enthält die Giftstoffe α-Hederin und Falcarinol. Bereits der Saft der Stängel und Blätter ruft Hautreaktionen hervor, und weidende Pferde oder Ziegen können sich damit vergiften. Besonders hoch ist die Konzentration der toxischen Bestandteile in den dunkelblau-schwarzen Beeren, die im Herbst in kleinen Dolden erscheinen. Die sind zwar abgrundtief bitter, aber bereits zwei oder drei Beeren führen zu einem Brennen im Hals, Übelkeit und Erbrechen, schnellem Puls und Kopfschmerzen. Kinder sind besonders gefährdet, wie die regelmäßigen Anrufe bei den Giftnotrufzentralen belegen.

Was ist Hedera helix?

Hedera helix ist die botanische Bezeichnung von Efeu, einer in Europa weit verbreiteten Kletterpflanze, die zur Familie der Arialiengewächse (Araliaceae) gehört. Efeu ist der einzige immergrüne Wurzelranker in Europa und kann über 400 Jahre alt werden.

Wo wächst Efeu am besten?

Den rankenden Efeu verwendet man häufig zur Begrünung von Mauern, Fassaden und Zäunen oder als Bodendecker unter Bäumen und Gehölz. Er wächst auch im Schatten, Sonne hingegen mag er weniger.

Für was ist Efeu gut?

Efeu ist giftig, aber in kleinen Mengen helfen seine Inhaltsstoffe bei Erkältungskrankheiten, da sie das Abhusten erleichtern. Dabei sollte man wegen der schwankenden Konzentrationen der Inhaltsstoffe je nach Standort und Jahreszeit auf fertige Präparate aus Apotheke oder Drogeriemarkt zurückgreifen und keine Experimente mit dem Efeu aus dem Garten machen. 2010 wurde Efeu zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Die Pflanzen gelten als guter Luftreiniger, denn sie nehmen Kohlenwasserstoffe auf und machen sie so unschädlich, und dienen im Garten der Begrünung von Fassaden und Mauern oder als Bodendecker.

Ökologischer Wert

Efeu ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
2

Efeu passt gut zu

Nahrungsquellen für Vögel

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