Gemeiner Schneeball

Viburnum opulus

Gehölz
Wildform
Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
giftig
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) Alle 4 Fotos anzeigen
Blüte von Gemeiner Schneeball

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Strauch aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
  • Pflegeleicht, robust und anspruchslos
  • Schnellwüchsig und schnittverträglich
  • Bis zu dreieinhalb Meter hoch und breit
  • Ahornähnliche Blätter
  • Weiße Blüten in Schirmrispen mit auffällig vergrößerten Randblüten
  • Glasige rote Früchte mit Steinkern
  • Beliebtes Vogelnährgehölz
  • In allen Teilen giftig
  • In der Naturheilkunde als krampflösendes Mittel angewandt
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2,5 - 3,5 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kardenartige
Familie: Moschuskrautgewächse
Gattung: Schneeball
ist giftig Teile
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gemeiner Schneeball?

Gemeiner Schneeball, Gewöhnlicher Schneeball oder Wasser-Schneeball (Viburnum opulus) ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Man trifft ihn häufig in Auwäldern, Hecken, an Wald- und Bachrändern auf sickerfeuchten Böden, bisweilen auch aus Gärten ausgewildert. Er wird zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hoch und breit und hat ein ausgeprägtes flaches Wurzelwerk.

Die kantigen, später runden Triebe haben eine korkige grünbraune oder rotbraune Rinde, die zahlreiche einzelstehende Lentizellen aufweist und oftmals vor allem in der Jugend flaumig behaart ist. Seine Blätter sind ahornartig drei-, selten fünflappig, eiförmig mit gestutztem oder herzförmigem Grund und gezähntem Rand sowie einem langen Stiel. Die Unterseite ist ebenso gefärbt wie die Oberseite, aber vor allem an den Blattnerven behaart.

Die wohlriechenden weißen Blüten stehen in Trugdolden von 5-12 Zentimeter Durchmesser. Auffällig bei dieser Art sind die vergrößerten Schaublüten am Rand, die wesentlich größer als die weiter innen liegenden sind, aber steril. Sie sind fünfzählig mit kahlen und verwachsenen Kelchblättern und verwachsenen Kronblättern. Als Früchte dienen kahle, kugelige Steinfrüchte, die einen einzelnen Steinkern als Samen enthalten. Er herzförmig und etwa einen Zentimeter groß. Die Früchte verfärben sich von grün über gelb zu einem kräftigen Rot und sind dann glasig durchscheinend.

Gemeiner Schneeball im Garten

Standort

Der Gemeine Schneeball bevorzugt einen feuchten nährstoff- und basenreichen, mäßig sauren und humosen Lehm- und Tonboden ohne allzu viel Sonne. Halbschatten ist am besten für ihn geeignet.

Schnitt

Der Gemeine Schneeball gilt als gut schnittverträglich und kann bei übermäßigem Wachstum nach der Blüte zurechtgestutzt werden. Nach einigen Jahren empfiehlt sich ein Verjüngungsschnitt, damit er neue und blühstarke Triebe bildet.

Vermehrung

Gemeiner Schneeball verbreitet sich selbst mithilfe von Wurzelausläufern und Samen. Man kann ebenso gut Stecklinge von noch nicht vollständig verholzten Trieben abnehmen und bewurzeln.

Verwendung

Der Gemeine Schneeball hat ein hohes Ausschlagvermögen und ist eine beliebte Heckenpflanze, die blickdichte Büsche bildet. Er ist darüber hinaus ein wichtiges Vogelnährgehölz.

Schädlinge

Der Gemeine Schneeball ist recht robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Trotzdem sind Blattläuse an den jungen Trieben und Blättern ständige Begleiter, und der Schneeball-Blattkäfer (Pyrrhalta virburni) hat sich auf die beiden einheimischen Schneeballarten spezialisiert.

Ökologie

Die Bestäubung des Gemeinen Schneeballs erfolgt vor allem durch Fliegen, da der Nektar in den inneren fertilen Blüten offen dargeboten wird und keinen langen Rüssel erfordert. Ebenso werden andere Insekten wie Bienen von dem großen Schaublüten und dem intensiven Blütenduft angezogen. Eine Selbstbestäubung ist bei Ausbleiben tierischer Helfer ebenfalls möglich.

Bei den Schmetterlingen dient der Gemeine Schneeball als Nektarlieferant und Raupenfutter für den Eschen-Scheckenfalter (Euphydryas maturna), als Nektarpflanze für die Zackeneule (Scoliopteryx libatrix) und als Raupenfutter für Purpurglanzeule (Euplexia lucipara) und Bogenlinien-Spannereule (Herminia grisealis).

Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Vögel, die sich im Winter mit Vorliebe über die stehengebliebenen roten Beeren hermachen. Amseln und andere Drosseln meiden das intensiv nach Schweiß riechende Fruchtfleisch. Dessen ungeachtet ist der Gemeine Schneeball wichtiges Vogelnährgehölz.

Wissenswertes

Der Gemeine Schneeball ist nicht nur ein hübsches Ziergehölz, sondern auch eine alte Heilpflanze, die man heutzutage nur noch selten verwendet. Im Mittelalter nutzte man die Rinde als krampfösendes Mittel bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft und bei Menstruationsproblemen, die Beeren gegen asthmatische Beschwerden.

Die Beeren des Gemeinen Schneeballs kalina sind ein wesentlicher Teil der ukrainischen und russischen Folklore. Sie symbolisieren die erotische Schönheit einer jungen Frau, Liebe und Glück und spielen eine wichtige Rolle beim ostslawischen Schöpfungsmythos. Bestens bekannt geworden ist bei uns die Verkleinerungsform der roten Glasbeere, Kalinka, im gleichnamigen russischen Volkslied. In Rumänien dient die Bezeichnung der Beere C?lin sowohl als Vor- als auch Familienname.

Im Gartenfachhandel gibt es zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlich geformten Blüten und Blättern.

Fotos

Blüte Gemeiner Schneeball
Quelle: NaturaDB
Blatt Gemeiner Schneeball
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gemeiner Schneeball
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gemeiner Schneeball
Quelle: NaturaDB

Sorten Gemeiner Schneeball

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Gemeiner Schneeball (Wildform) 2.5 - 3.5 m
Zwergschneeball 'Compactum' 1 - 1.5 m 1 - 1.5 m Ja
Gefüllter Schneeball 'Roseum' 2.5 - 3.5 m 2.5 - 3.5 m
Gelbfruchtiger Schneeball 'Xanthocarpum' 2 - 3 m

Häufige Fragen

Ist der Gemeine Schneeball giftig?

Die Angaben zur Toxizität des Gemeinen Schneeballs sind widersprüchlich; man stuft als schwach giftig bis giftig ein. Besonders appetitlich sind die hübschen roten Beeren allerdings nicht, sie riechen unangenehm nach Schweiß und schmecken bitter und sauer. In größeren Mengen genossen führt das darin enthaltene Alkaloid Lycorin zu Erbrechen und Durchfall. Trotzdem verwendet man vor allem in Osteuropa die mit heißem Wasser und Honig zerdrückten Früchte gegen Erkältungskrankheiten. oder isst sie roh. Man kann sie nach dem ersten Frost auch zu Marmelade und Gelee verarbeiten. In Anatolien bereitet man daraus das Getränk Gilaboru.

Wie verbreitet sich der Schneeball?

Die Verbreitung des Gemeinen Schneeballs erfolgt mit den Samen. Vögel fressen die glasig-roten Früchte, die im Winter an der Hecke stehenbleiben und nach dem ersten Frost viel von ihrem bitteren und sauren Geschmack verlieren. Die herzförmigen Steine überstehen die Verdauung unbeschadet und bekommen zum Start eine Portion vogeleigenen Dünger mit auf den Weg.

Ökologischer Wert

Gemeiner Schneeball in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Nektarwert:
2
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
4
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
2

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
22
Anzahl fressende Säugetierarten:
11

Themen

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