Pflaume,Zwetschge

Prunus domestica

Gehölz
Wildform
winterhart
Super Insektenpflanze
essbar
Pflaume (Prunus domestica) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Christian Ferrer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Sommergrüner Baum aus der Familie der Rosengewächse
  • Robust, pflegeleicht und frosthart
  • Als Baum, Strauch, Spalier, Kübelobst
  • Viele Zuchtsorten mit unterschiedlichen Fruchtformen
  • Benötigt feuchten Boden, Wärme und viel Sonne
  • Meistens Selbstbefruchter
  • Blüten wichtige Insektenweide
  • Steinobst als Frucht in der Küche beliebt
  • Ernte je nach Sorte von Juni bis Oktober
  • Zum Direktverzehr als Obst oder für Kompott, Pflaumenkuchen oder Pflaumenmus
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 4.5 m
Breite: 2 - 3 m
Zuwachs: 30 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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d
Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Prunus
ist essbar Früchte/Pflaumen

Was ist Pflaume?

Pflaume oder Zwetschge (Prunus domestica) ist ein einheimischer Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Bisweilen wächst er mit mehreren Stämmen oder als Strauch und wird meist bis zu sechs Metern hoch. Von vielen anderen Obstbäumen lässt er sich an seiner graubraunen glatten Rinde erkennen. Die jungen Triebe und Knospen sind behaart und verkahlen später. Seine gestielten länglich-elliptischen Blätter werden bis zu fünf Zentimeter lang und haben einen fein gesägten Rand. Ihre Oberseite ist dunkler als die Unterseite. Im Frühjahr erscheinen sie meist zusammen mit den ersten weißen Blüten, die zu zweit oder zu dritt in Dolden stehen.

Bei der Wildform sind die Steinfrüchte länglich, bis zu sechs Zentimetern lang, blaurot, mit blauem Reif bedeckt und mit einer deutlichen Fruchtnaht an der Seite. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Größen, Farben und Formen, von länglich-eiförmig bis kugelrund und blau, rot, grün oder gelb. Der Kern ist abgeflacht, mit einem deutlichen Rand und braun. In seinem Inneren steckt ein bitterlich schmeckender Samen ähnlich wie bei der nahe verwandten Mandel.

Pflaume im Garten

Standort

Der Pflaumenbaum bevorzugt einen dauerhaft feuchten, durchlässigen und mäßig fruchtbaren Boden mit viel Wärme und in voller Sonne. Das Wurzelwerk bleibt eher flach.

Schnitt

Sollte eine Pflaume zu viele Früchte angesetzt haben und drohen die Äste zu brechen sollte man dem zuvorkommen und einiges davon zurückschneiden. Abgestorbene und abgebrochene Triebe lassen sich jederzeit entfernen. Ansonsten richten sich die Schnittmaßnahmen danach, ob es sich um einen Baum oder einen Strauch handelt. Früchte tragen vor allem die dreijährigen Triebe; die älteren kann man also getrost entfernen.

Vermehrung

Eine Aussaat im Freiland ist im Herbst möglich. Im Frühsommer kann man von noch grünem Holz Stecklinge schneiden und bewurzeln. Dabei ist zu beachten, dass viele Zuchtsorten veredelt sind, also mit einer wüchsigen Unterlage versehen. Etliche davon wachsen als wurzelechte Ableger deutlich schlechter. Okulieren und Pfropfen sollte man am besten einem Fachmann überlassen.

Verwendung

Die Pflaume macht sich im heimischen Garten gut als Solitär oder als Obstbaum in kleinen Beständen. Diese sichern bei nicht selbstbestäubenden Sorten den reichhaltigen Ertrag. Kleinere strauchartige Sorten lassen sich als Spalierobst ziehen, und einige sehr kleine Zuchtsorten sind sogar für die Kübel und Container auf Terrasse und Balkon geeignet.

Schädlinge

Blattläuse machen sich besonders über die jungen Triebe und Blätter her, Spinnmilben treten bei längeren Trockenphasen auf.

Ökologie

Die Blüten der Pflaume werden von Honigbienen und sechs Wildbienen besucht, die zur Gattung der Sandbienen (Andrena spec.) gehören. Daneben sind viele weitere Insekten an den nektarreichen, dicht an dicht stehenden Blüten zu finden. Ökologisch wichtig ist die frühe Blütezeit der Zwetschge, die den jungen Bienenvölkern das erste umfängliche Nahrungsangebot im Frühjahr sichert.

Schmetterlinge interessieren sich eher für die Blätter als Raupenfutter. 28 einheimische Arten gehören dazu, darunter der namensgebende Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni) und die Pflaumenglucke (Odonestris pruni).

Eher ungern sieht der Gärtner das Schaffen des Pflaumenwicklers (Grapholita funebrana). Er legt seine Eier auf die jungen Früchte, die den jungen Raupen als Nahrung dienen. Sie sind die Maden, die man bisweilen in den Zwetschgen als unerwünschte Fleischbeilage findet.

Wissenswertes

Angeblich hat Alexander der Große die Zwetschge von seinen Kriegszügen mit nach Europa gebracht. Das Wort Zwetschge soll sich von griechisch damáskenon ableiten, Damaszener, aus Damaskus stammend. Der Zischlaut mit nachfolgendem g oder k deutet auf den slawischen Ursprung – die ersten Zwetschgen brachten die Römer aus Pontien mit, der heutigen türkischen Schwarzmeerküste.

Aus der deutschen Küche sind Pflaumen nicht wegzudenken. Während man die runden Pflaumen als Steinobst vorzugsweise roh verzehrt, sind die länglicheren, durch blaue Bereifung und Fruchtnaht gekennzeichneten Zwetschgen vor allem fürs Kochen geeignet. Mit ihrem festen Fleisch geben sie einen fantastischen Belag für Zwetschgenkuchen. Entsteint und gekocht macht man daraus Kompott, Pflaumenmus oder Zwetschgensaft. Nicht minder beliebt sind Zwetschgenknödel und Zwetschgenschnaps, den man aus den vergorenen Früchten destilliert.

In vielen Dörfern war es früher üblich, gemeinsam die Pflaumenernte mit ein paar Birnen in einem riesigen Kessel stundenlang zu rühren und einzukochen. Echte ermüdende Handarbeit, bei der regelmäßige Ablösung dringend erforderlich war. Als Lohn winkte ein hocharomatisches, leicht karamelliges Latwerge oder Laqueerisch, das in Steintöpfe abgefüllt und abgedeckt monatelang als Brotbelag haltbar war.

Im Gartenfachhandel bekommt man eine Vielzahl von Zuchtsorten, die sich in Wuchshöhe, Ertrag, Reifezeit sowie Farbe und Geschmack der Früchte unterscheiden. Man nimmt mittlerweile an, dass auch die Echte Zwetschge (Prunus domestica ssp. domestica) in Wirklichkeit bereits eine zufällige Hybride ist. Andere Unterarten sind die kleine gelbe Früchte ausbildende Mirabelle (Prunus domestica ssp. syriaca) und die Reineclaude/Reneklode (Prunus domestica ssp. claudiana) mit grünen Früchten.

Fotos

Gesamte Pflanze Pflaume
Quelle: Christian Ferrer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Pflaume
Quelle: PROPOLI87, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Pflaume
Quelle: SABENCIA Guillermo César Ruiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Pflaume
Quelle: Donald Hobern from Copenhagen, Denmark, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Was ist Prunus domestica?

Prunus domestica lautet die botanische Bezeichnung der Pflaume oder Zwetschge. Sie wurde bereits in der Antike von Alexander dem Großen in Europa eingeführt und von den Römern weiter verbreitet. Heute ist sie in unzähligen Zuchtsorten zu finden, darunter Edel-Pflaume, Mirabelle oder Reineclaude. Man nimmt heute an, dass die heute etablierte Art ursprünglich als Hybride aus Schlehe (Prunus spinosa) und Kirschpflaume (Prunus cerasus) entstand.

Sind Zwetschgen selbstbefruchtend?

Die meisten Zwetschgensorten sind selbstbefruchtend. Sollte das nicht der Fall sein, empfiehlt es sich einen weiteren Baum in der Nähe zu haben, damit die Ernte reichhaltiger ausfällt.

Wie gesund sind Pflaumen?

Pflaumen sind nicht nur nahrhaft und lecker, sondern auch gesund. Sie enthalten viel Vitamin C, Vitamin E und Provitamin A wie auch die verschiedenen Varianten von Vitamin B. Darüber hinaus finden sich in den Früchten wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Calcium sowie Eisen und die Spurenelemente Zink und Magnesium.

Sind Pflaumen und Zwetschgen das gleiche?

Im normalen Sprachgebrauch gehen Pflaumen und Zwetschgen häufig durcheinander, aber streng genommen handelt es sich um zwei nahe verwandte Bäume mit unterschiedlichen Früchten. Die Urform ist die längliche, blau bereifte Zwetschge (Prunus domestica ssp. domestica) mit festem gelbem Fruchtfleisch, oft von roten Äderchen durchsetzt und mit einem großen, leicht entfernbaren Kern und einer deutlichen Fruchtnaht an der Seite.

Die Pflaume oder korrekt Rund-Pflaume (Prunus domestica ssp. institia) ist hingegen kugelrund bis auf die Delle mit dem Stielansatz, deutlich größer, gelb oder rötlich-blau mit ebensolchem Fruchtfleisch. Ihr Kern ist kleiner und oftmals schwerer zu entfernen und das Fruchtfleisch weicher, saftiger und süßer als das der oft eher säuerlichen Zwetschge. Zum direkten Verzehr bevorzugt man daher oft die Pflaume, wohingegen die festere und aromatischere Zwetschge zum Backen oder für Marmelade und Pflaumenmus zu bevorzugen ist.

Sind Pflaumen schwer verdaulich?

Im rohen Zustand sind Pflaumen wesentlich schwerer verdaulich als nach dem Backen oder Kochen, das sie zudem aromatischer macht. Vor allem bei großen Mengen ist bei empfindlichen Personen Bauchweh nicht ausgeschlossen. Andererseits sind getrocknete Pflaumen mit viel Flüssigkeit gegessen oder Pflaumensaft ein probates Mittel gegen Verstopfungen.

Was ist besser zum Backen: Zwetschgen oder Pflaumen

Eindeutige Antwort: Zwetschgen. Sie haben ein wesentlich festeres Fruchtfleisch als die großen runden Pflaumen, das zudem beim Backen noch wesentlich aromatischer wird. Pflaumen sind so saftig und weich, dass sie bei hohen Temperaturen zu Mus zerfallen.

Ökologischer Wert

Pflaume ist nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
6
Anzahl Schmetterlingsarten:
28
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
29

Schmetterlingspflanzen

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