Vogelbeere,Eberesche

Sorbus aucuparia

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Vogelbeere (Sorbus aucuparia) Alle 8 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Vogelbeere
  • Sommergrüner, bis 15 Meter hoher Laubbaum
  • Oft mehrstämmig
  • In Europa weit verbreitet
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • Buntes Herbstlaub und reichhaltiger Fruchtansatz
  • Wichtiges Winterfutter für Vögel und andere Tiere
  • Rohe Beeren für den Menschen schwach giftig
  • Gekochte Beeren reich an Vitamin C, Provitamin A und Flavonoiden
  • Selten von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht
  • Unempfindlich gegen Luftverschmutzung
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 8 - 15 m
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Frostverträglich: bis -45,5 °C (bis Klimazone 2)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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Boden
Boden: normal
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Mehlbeeren
ist essbar Früchte
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Vogelbeere?

Vogelbeere (Sorbus aucuparia), auch Vogelbeerbaum oder Eberesche genannt, ist ein einheimischer sommergrüner Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie wird bis zu 15 Metern hoch und erreicht ein Alter von bis zu 100 Jahren. In Mittel- und Nordeuropa ist sie in Wäldern, Gehölzen und im Gebirge weit verbreitet. Oft wächst sie mehrstämmig; die Krone ist rundlich bis konisch und hat eine glatte, graubraune Rinde mit Lentizellen, die erst im Alter borkig und längsrissig wird.

Die Blätter sind länglich-lanzettlich bis elliptisch, bis zu 20 Zentimetern lang, einfach gefiedert mit gesägten Rändern und verfärben sich im Herbst bunt. Als Blüten erscheinen im späten Frühjahr zwölf Zentimeter breite Schirmrispen. Die acht Millimeter breiten orangeroten Früchte, die Vogelbeeren, sind botanisch im strengen Sinn keine Beeren, sondern kleine Apfelfrüchte, die wie Äpfel im Miniaturformat gestaltet sind.

Vogelbeere im Garten

Standort

Vogelbeeren gedeihen am besten in Einzelstellung; je mehr Sonne sie abbekommen, desto reichhaltiger wird der Fruchtansatz. Sie benötigt einen durchlässigen, humusreichen und mäßig nährstoffhaltigen Boden.

Schnitt

Vogelbeeren kann man im Frühsommer sofort nach der Blüte schneiden. Am besten beseitigt man nur Totholz und alte Äste direkt am Stamm, ansonsten ist ein Rückschnitt nur bei zu starkem Wachstum notwendig.

Vermehrung

Eine Vermehrung über Samen kann man im Herbst vornehmen. Dazu isoliert man die eiförmigen glatten Samen aus den ausgereiften, überwinterten Früchtchen. Sämlinge blühen bereits nach fünf oder sechs Jahren. Grüne, noch nicht verholzte Stecklinge wachsen im Frühsommer am besten an. Bei einigen Zuchtsorten gelingt das nicht, sie werden am besten von einem Fachmann auf eine wüchsige Unterlage okuliert.

Verwendung

Vogelbeeren machen sich als Solitäre gut, aber auch in Hecken und zur Bodenbefestigung von Hängen und Böschungen. Im Gebirge verwendet man sie sogar als Lawinenschutz. Im Winter geben sie mit ihren roten Früchten ein ausgezeichneten Vogelnährgehölz ab.

Schädlinge

Die Eberesche ist nicht nur bei Vögeln beliebt, sondern auch bei Schadinsekten. Neben Blattläusen und Spinnmilben gehören Schildläuse und Spezialisten wie Blattwespen und die Ebereschen-Pockengallmilbe (Eriosyphes sorbi) dazu. Mehltau und Grauschimmel treten nur an zu feuchten Standorten auf.

Ökologie

Alle Sorbus-Arten bilden an ihren Wurzeln Mycorrhiza mit Pilzen aus. Diese versorgen die Pflanzen mit Stickstoff und erhalten im Gegenzug Zucker aus der Photosynthese.

Menschen finden den fischigen, durch Methylamin hervorgerufenen Geruch der Blüten weniger attraktiv als viele Insekten. Hauptbestäuber sind Fliegen, Käfer und Honigbienen. Von Wildbienen finden sich nur die bodenbrütende Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularis) an den Blüten ein, die man sonst häufig auf Weiden antrifft.

Die Eberesche ist eine ökologisch bedeutsame Futterquelle für Säuger, Vögel und Insekten. An den Blättern finden sich laut Wikipedia 31 Säuger und 72 Arten von Insekten ein, darunter 41 Kleinschmetterlinge und 12 Rüsselkäfer.

Die roten Früchte sind bei 20 Säugetieren und 63 Vogelarten ein beliebtes Herbst- und Winterfutter und helfen mit ihren reichen Beständen über die kalte Jahreszeit hinweg. Amsel, Singdrossel und Misteldrossel lieben sie ebenso wie Mönchsgrasmücke, Kleiber, Dompfaff und Rotkehlchen. Siebenschläfer, Haselmaus und andere Mausarten legen sich davon einen Wintervorrat an und sorgen mit vergessenen Exemplaren für die Verbreitung der Eberesche.

Von der gefiederten Fangemeinde leiten sich Namen wie Vogelbeere oder Drosselbeere ab. Das dichte Geäst ist zudem ein gutes Vogelschutzgehölz, in dem die Grünspechte und Drosseln ihre Nester gleich in Reichweite der im Herbst zu erwartenden Mini-Bar anlegen.

Wissenswertes

Der Name Eberesche kommt vom keltischen Wort für rot und steht für die Früchte des Baumes, dessen Blätter entfernt denen der Esche (Fraxinus excelsior) ähneln. Diese gehört aber zu den Ölbaumgewächsen und ist mit der Vogelbeere nur sehr weitläufig verwandt. Der Artname aucuparia als Verballhornung von lateinisch aves capere, Vögel fangen rührt von der Verwendung als Lockmittel beim Vogelfang mit Netzen.

Oftmals werden die hübschen roten Früchte der Vogelbeere für giftig gehalten – das trifft aber nur für die rohen Früchte zu. Die darin enthaltene Parasorbinsäure zersetzt sich beim Kochen, und Kompott, Gelee oder Marmelade aus Vogelbeeren sind reich an Vitamin C, Provitamin A und Antioxidantien. Früher galten die haltbar gemachten Früchte als wichtiges Mittel gegen die Mangelerkrankung Skorbut, und die Blätter und Blüten setzt man in der Naturheilkunde ein.

Der in der Lebensmittelindustrie häufig verwendete Zuckeraustauschstoff Sorbit hat seinen Namen von Sorbus, denn der Zuckeralkohol kommt in Form seines Zuckers Sorbose in Vogelbeeren in großen Mengen vor.

1997 war die Vogelbeere Baum des Jahres. Die Bäume gelten als resistent gegen Luftverschmutzung und Feinstaubbelastung. Im Gartenfachhandel gibt es eine Unzahl von Zuchtsorten, die sich in Größe, Habitus, Blattschmuck und Beeren unterscheiden.

Fotos

Gesamte Pflanze Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Rinde Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Blatt Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Rinde Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Blatt Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Vogelbeere
Quelle: NaturaDB
Frucht Vogelbeere
Quelle: NaturaDB

Sorten Vogelbeere

Sorte Höhe Breite Fruchtreife Besonderheiten
Vogelbeere (Wildform) 8 - 15 m Aug - Sep
Vogelbeere 'Autumn Spire' 3 - 4 m 1 - 2 m Gelbe Früchte
Essbare Vogelbeere 8 - 10 m 4 - 6 m
Säuleneberesche 5 - 8 m 2 - 3 m
Eberesche 'Rosina' 6 - 12 m 4 - 5 m

Häufige Fragen

Wie schnell wächst die Vogelbeere?

Ebereschen werden bis zu fünfzehn Metern hoch und gelten als rasch wüschig; insbesondere die mittelalten Exemplare legen gut einen halben Meter pro Jahr zu, mit zunehmendem Alter wird es deutlich langsamer. Im Schnitt werden Vogelbeeren nur etwa 100 Jahre alt.

Kann man Vogelbeeren essen?

Roh sollte man die roten Früchte lieber nicht genießen, denn sie schmecken bitter und sind durch Parasorbinsäure schleimhautreizend und leicht giftig. Vögeln macht das nichts aus, aber Menschen reagieren darauf mit Bauchschmerzen, in größeren Mengen mit Übelkeit und Erbrechen. Verführerisch sind die Beeren vor allem für Kinder, bei denen bereits wenige Beeren für das Auslösen von Beschwerden reichen.

Durch Kochen entsteht die ungiftige Sorbinsäure und die Früchte werden genießbar. Sie enthalten große Mengen Vitamin C und Provitamin A und ergeben ein herb-süßliches Kompott, Marmelade oder Gelee. Tipp: Der erste Frost oder einmal einfrieren macht sie geschmacklich milder.

Wer sie ernten will, muss sich im Herbst beeilen, denn die hungrigen Piepmätze wissen das mit dem Frost ebenfalls und sind oftmals schneller. Hat man etwas von der Ernte übrig, nehmen die Tiere gerne auch die getrockneten Beeren als Winterfutter.

Wie blüht die Eberesche?

Die blütenreichen weißen Schirmrispen der Eberesche erscheinen ab Mai und werden bereits im Hochsommer zu feuerroten kugeligen Beeren.

Für was sind Vogelbeeren gut?

In der Naturheilkunde verwendet man die Blüten und Blätter der Eberesche als Tee zubereitet gegen Erkältungen und Verdauungsbeschwerden. Durch Kochen verlieren die Beeren ihre schleimhautreizenden Bitterstoffe, sodass man sie zu einem schmackhaften Kompott, zu Marmelade oder Gelee verarbeiten kann. Kleine Mengen Vogelbeeren werden noch heute zeitweise beim Keltern von Apfelwein zugesetzt, und regional verarbeitet man sie zu Likören oder Schnäpsen.

Ökologischer Wert

Vogelbeere ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
28
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
27
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
2

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird sehr häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
63

Schmetterlingspflanzen

Themen

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