Echtes Mädesüß

Filipendula ulmaria

Staude
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Einheimische Wildstaude aus der Familie der Rosengewächse
  • Bis zu eineinhalb Meter hoch
  • Reichliches Grün und aromatisch duftende Blütenstände
  • Robust, winterhart und pflegeleicht
  • Laubabwerfend und mehrjährig
  • Schnitt im Herbst
  • Für dauerfeuchte und schattige bis halbschattige Standorte
  • Pollenpflanze für Bienen, Fliegen und Käfer
  • Raupenfutter für zahlreiche Schmetterlinge
  • Alte Heilpflanze und Namensgeber von Aspirin
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 50 - 150 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: normal
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Mädesüß
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Mädesüß?

Mädesüß (Filipendula ulmaria) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) ist eine eineinhalb Meter Höhe erreichende einheimische Staude, die in Nord- und Mitteleuropa auf feuchten Wiesen, Auwäldern und Bachufern häufig vorkommt. Unterirdisch breitet es sich mit knollig verdickten, spindelförmigen Rhizomen aus. In der unteren Hälfte stehen an kantigen Stängeln die Blätter, deren Fiedern mit ihren ausgeprägten Blattadern, der Form und ihrem doppelt gesägten Rand an die der Ulme erinnern und zum botanischen Artnamen ulmaria, Ulmen-ähnlich geführt haben. Auch das volkstümliche Rüsterstaude leitet sich von Rüster für Ulme ab.

Oberhalb des Blattwerkes verzweigt sich der Stängel und endet mit vielstrahligen Trugdolden, in denen die kleinen weißen Blüten dicht an dicht stehen. Sie verströmen einen zarten Duft von Honig, Mandel und Orange, der weithin wahrnehmbar ist. Aus ihnen entwickeln sich kleine gebogene Nüsschen mit millimetergroßen Samen. Sie bleiben teilweise bis ins darauffolgende Frühjahr an den vertrockneten Blütenständen stehen und sorgen für weitere Verbreitung.

Mädesüß im Garten

Standort

Im Garten bevorzugt das Mädesüß ebenso wie in der freien Natur feuchte, durchlässige und nährstoffreiche Böden mit Sonne oder Halbschatten. Es ist absolut frostunempfindlich und übersteht auch kräftige Winter unbeschadet.

Schnitt

Im Herbst schneidet man das Mädesüß bis dicht über dem Boden ab. Im folgenden Jahr treibt es umso reichhaltiger neu aus.

Vermehrung

Die Vermehrung gelingt am einfachsten durch Ableger, indem man den Wurzelstock alter Pflanzen teilt. Darüber hinaus sät sich das Mädesüß auch selbst aus.

Verwendung

Das Mädesüß macht sich in Gruppen am besten. Für die Ufer von Gartenteichen oder feuchte Wiesen ist es gut geeignet.

Schädlinge

Mädesüß wird selten von Krankheiten und Parasiten heimgesucht. Zu den Schädlingen gehört der artspezifische Rostpilz Triphragmium ulmariae, der auf der Unterseite der Blätter auffällige längliche und orangerote Schwellungen hervorruft. Mehltau tritt selten auf.

Ökologie

Mädesüß liefert wenig Nektar, aber sichert sich als besonders reichhaltige Pollenpflanze zahlreiche Besucher. Als Bestäuber finden sich Bienen, Fliegen, Schwebfliegen und Käfer ein. In Deutschland sind etwa 14 Arten von Schmetterlingen weniger an den Blüten als am Grün als Raupenfutter interessiert. Dazu gehören das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) und der Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus).

Wissenswertes

Der alte botanische Name des Mädesüß ist uns durch ein Medikament vertraut: Spiraea findet sich im Namen von Aspirin wieder, das den Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthält. Das A- steht für Acetyl-, -spirin für Spiersäure, ein Synonym für Salicylsäure, deren Namen sich von der Weide (Salix spec.) herleitet. Früher verwendete man beide Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen. Acetylsalicylsäure ist in der chemischen Industrie leichter herzustellen als die natürliche Salicylsäure oder das Salicylaldehyd, das in den Blüten des Mädesüß oder in Weidenrinde vorkommt.

Schriftlich wird die heilende Wirkung von Mädesüß in den Kräuterbüchern des späten Mittelalters erstmalig erwähnt. Blüten und Blätter enthalten neben Flavonoiden und Gerbstoffen etherische Öle, aus denen beim Trocknen die Salicylverbindungen entstehen. Die Naturheilkunde verwendet einen daraus zubereiteten Tee bei Erkältungen, Rheuma sowie als harntreibendes und fiebersenkendes Mittel.

Darüber hinaus nutzte man früher das aromatische Mädesüß für die Herstellung von Getränken, etwa für Honigwein (Met) und Bier, das man bis ins hohe Mittelalter mit heute abenteuerlich anmutenden Kräutern versetzte.

Fotos

Gesamte Pflanze Echtes Mädesüß
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Echtes Mädesüß
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Echtes Mädesüß
Quelle: AfroBrazilian, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Echtes Mädesüß
Quelle: Rillke, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Echtes Mädesüß

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Echtes Mädesüß (Wildform) weiß
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n
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Echtes Mädesüß 'Aurrea' -
Echtes Mädesüß 'Variegata' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Mädesüß Verwechslungsgefahr?

Mädesüß ist ziemlich unverwechselbar dank seiner typischen Blüten und ihrem ausgeprägten Geruch irgendwo zwischen Mandel, Orange und Vanille. Etwas Ähnlichkeit besteht mit den Giftpflanzen Zwergholunder (Sambucus ebulus), Gefleckter Schierling (Conium maculatum) und Wasserschierling (Cicuta virosa). Man sollte beachten, dass auch das Mädesüß als schwach giftig gilt und man keine größeren Mengen davon verwenden sollte, vor allem nicht in der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder bei asthmatischen Beschwerden.

Wie schmeckt Mädesüß?

Der Name lässt es bereits erahnen: Die nektarreichen Blüten des Mädesüß schmecken süßlich. Darüber hinaus hat das gesamte Kraut ein leichtes Vanille- und Mandelaroma. In kleinen Mengen kann man es für Sorbets, Wildkräutersalate oder in Gemüsegerichten verwenden. Größere Mengen sollte man vermeiden, denn das Mädesüß gilt als leicht giftig und ist bei Asthma sowie bei Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Ist Mädesüß giftig?

Mädesüß ist eine alte Heilpflanze, die man bei Kopfschmerzen, Erkältungen, Gicht und Rheuma einsetzte. Es gilt trotzdem als schwach giftig, denn in größeren Mengen kann der daraus zubereitete Tee ganz gegenteilig Kopfschmerzen hervorrufen. Wegen der je nach Standort und Wachstumsbedingungen stark schwankenden Zusammensetzung sollte man für den Tee die getrocknete Droge aus der Apotheke verwenden, bei der die Menge der Inhaltsstoffe bestimmt wurden. Man bekommt das Kraut unter der Bezeichnung Filipendulae ulmariae herba, die Blüten als flos. Bei Asthma bronchiale und in Schwangerschaft und Stillzeit sollte man Mädesüß nicht verwenden.

Was kann man mit Mädesüß machen?

Mädesüß verwendet die Naturheilkunde wegen seiner entzündungshemmenden, fiebersenkenden und adstringierenden Wirkung. Man nutzt es bei Erkältungen, Kopfschmerzen, rheumatischen Beschwerden und Gicht sowie bei Blasenentzündungen und Durchfall. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Asthma sollte man auf die Anwendung verzichten, da es auch das Blut verdünnt.

Ökologischer Wert

Echtes Mädesüß ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
14
Dient als Futterplanze für Raupen:
16

Raupen-Futterpflanzen

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