Rote Lichtnelke

Silene dioica

Zweijährige
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
wintergrün
lange Blühzeit
Rote Lichtnelke (Silene dioica) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Kraut aus der Familie der Nelkengewächse
  • Zweijährig oder mehrjährig wachsend
  • In Europa auf feuchten Wiesen und in Wäldern häufig vorkommend
  • Zahlreiche geruchlose rote Blüten von April bis September
  • Verbreitung mit Samen
  • Für feuchte und kalkarme Stellen in Naturgärten oder am Teichrand
  • Bestäubung durch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge, Hummeln und Schwebfliegen
  • Blüten in kleinen Mengen essbar
  • Wurzel enthält Saponine und wurde früher zum Waschen benutzt
  • Traditionelle Heilpflanze gegen Schlangenbisse
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 30 - 50 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Zweitblühte nach Sommerschnitt ja
Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Nelkenartige
Familie: Nelkengewächse
Gattung: Leimkräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Rote Lichtnelke?

Rote Lichtnelke, Rotes Leimkraut oder Rote Waldnelke (Silene dioica) ist ein einheimisches Nelkengewächs (Caryophyllaceae), das in Europa weit verbreitet vorkommt. Man findet die sommergrünen zweijährigen oder ausdauernden Kräuter auf feuchten Wiesen, Auen und in Wäldern.

Die Rote Lichtnelke entspringt einem kräftigen bis zu einem halben Meter langen Rhizom und erreicht mit ihren blühenden Stängeln eine Höhe von 30-90 Zentimetern. Ihre einförmigen bis lanzettlichen dunkelgrünen Blätter stehen gegenständig und haben einen glatten Rand.

Auffällig sind die roten, selten weißen und geruchlosen Blüten. Diese sind radiärsymmetrisch, fünfzählig mit einem roten und behaarten deutlich genervten Kelch und tief zweilappigen Kronblättern mit abgerundetem Ende. Aus den weiblichen Blüten entwickelt sich eine längliche braune Kapselfrucht mit braunschwarzen Samen. Die Blüten sind eingeschlechtlich, die Pflanzen zweihäusig getrenntgeschlechtlich.

Rote Lichtnelke im Garten

Standort

Wie an ihren natürlichen Standorten bevorzugt die Rote Lichtnelke im Garten einen feuchten, nährstoff- und basenreichen, leicht sauren und humosen Boden mit Lehm oder Sand. Sie mag weder Kalk noch Staunässe.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Roten Lichtnelke nur erforderlich, wenn man die alten verwelkten Teile im Herbst und Winter entfernen will.

Vermehrung

Die Vermehrung der Roten Lichtnelke erfolgt mit den Samen.

Verwendung

Mit ihrer langanhaltenden Blütenpracht ist die Rote Lichtnelke eine Zier für Staudenbeete, Naturgärten und Rabatten. Man kann sie auch gut an feuchten Stellen ausbringen, etwa in der Nähe eines Teiches oder Bachläufen.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten machen der robusten Roten Lichtnelke eher selten zu schaffen. Blattläuse an den jungen Blüten und Blättern sind nicht ungewöhnlich. Selten aber ernsthaft ist der Befall mit Antherenbrand, der von Microbotryum silenes-dioicae hervorgerufen wird. Dabei werden die Pollen der männlichen Blüten durch Pilzsporen ersetzt und von den Bestäubern effektiv auf weitere Pflanzen übertragen. Der Pilz ist auf die Rote Lichtnelke spezialisiert. Bisher spielt die Krankheit in Deutschland noch keine große Rolle.

Ökologie

Die Blüten der Roten Lichtnelke werden von Schmetterlingen, Schwebfliegen, Hummeln und Honigbienen angeflogen. Sie dienen zwei Wildbienen als Pollenquelle für ihre Brut, nämlich der Sandbiene Andrena labiata und der Schmalbiene Lasioglossum morio.

Neun Schmetterlinge nutzen die Blüten als Nektarquelle oder die Blätter als Raupenfutter. Ersteres gilt für den Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und den Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), letzteres für Kapseleulen (Hadena spec.) und Kapselspanner (Perizoma spec.).

Die Verbreitung der Samen aus den Kapseln erfolgt vor allem mit dem Wind, der die Stängel bewegt, sowie mit dem Wasser.

Wissenswertes

Die Rote Lichtnelke enthält Saponine – daher hat man ihre Wurzeln früher zum Waschen verwendet. Ihre gelben Samen verwendete die Volksheilkunde traditionell gegen Schlangenbisse.

Neben der Roten Lichtnelke gibt es noch die Weiße Lichtnelke Silene alba. Hybriden der beiden kommen des Öfteren vor und zeichnen sich durch rosafarbene Blüten aus.

Neben der weit verbreiteten Wildform gibt es Zuchtsorten mit gefüllten und weißen oder rosafarbenen Blüten.

Fotos

Gesamte Pflanze Rote Lichtnelke
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Lichtnelke
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Rote Lichtnelke
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Wann blüht die Rote Lichtnelke?

Die Rote Lichtnelke ist ein Dauerblüher – ihre auffälligen roten Blüten erscheinen von April bis September und oft bis in den Oktober hinein.

Ist die Rote Lichtnelke giftig?

Die Rote Lichtnelke gilt als nur schwach giftig, was vor allem auf die darin enthaltenen Saponine zurückzuführen ist. Sie können in größeren Mengen Magenbeschwerden auslösen. Kein Wunder, denn sie wirken ähnlich wie Seife – früher hat man die Wurzeln der Roten Lichtnelke auch zum Waschen verwendet. Einige Blüten kann man aber unbeschadet als Dekoration im Essen verwenden, und die Blätter eignen sich in kleinen Mengen als Zutat von Wildkräutersalaten oder Kräuterquark. In Italien füllt man Pasta mit den zerkleinerten Blättern und Frischkäse.

Wo wächst die Rote Lichtnelke?

Die Rote Lichtnelke ist eine typische und weit verbreitete Pflanze feuchter Wiesen, Auen und Wälder, wo sie reichhaltige Bestände bildet und im Sommer mit ihren weithin sichtbaren Blüten auf sich aufmerksam macht.

Wie verbreitet sich die Lichtnelke?

Die Lichtnelke verbreitet sich vor allem, indem der Wind die reifen Kapseln mit den Samen ausschüttelt. Diese sind aber auch schwimmfähig, sodass sie sich mit Bächen und Flüssen fortbewegen. Daher findet man die Rote Lichtnelke häufig gewässerbegleitend in Bach- und Stromtälern.

Ökologischer Wert

Rote Lichtnelke ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
9
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
3

Rote Lichtnelke passt gut zu

Pflanzen für Nachtfalter

Themen

Quelle: Photo by Cédric VT on Unsplash
Pflanzen für Tiere
Themenwelt
Quelle: Foto von Carsten Ruthemann von Pexels
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Alex Waldbrand on Unsplash
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere