Hundsrose

Rosa canina

Gehölz
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Hundsrose (Rosa canina) Alle 12 Fotos anzeigen
Blatt von Hundsrose

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Busch oder Spreizklimmer aus der Familie der Rosengewächse
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Freistehend bis zu drei Metern hoch werdend
  • Triebe mit ausgeprägten Stacheln
  • Kurzlebige rosafarbene Blüten
  • Rotglänzende Hagebutten
  • Wichtiges Vogelnährgehölz
  • Vorwiegend von Honigbienen und Wildbienen bestäubt
  • Raupenfutter für zahlreiche Schmetterlinge
  • Hagebutten reich an Vitamin C und für Marmelade oder Früchtetee geeignet
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3 m
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Schatten
Laub
Dornen ja
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rosen
ist essbar Blätter,Blüte,Frucht,Samen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Hunds-Rose?

Hunds-Rose (Rosa canina) wächst freistehend als ein bis drei Meter hoher aufrechter rundlicher Busch mit ausladenden und überhängenden Zweigen, im Verband klettert sie als Spreizklimmer an benachbartem Gebüsch hoch. Man findet den Vertreter der Rosengewächse (Rosaceae) weit verbreitet an Wald- und Wegrändern, auf Lichtungen, an Böschungen und als Pionierpflanze auf unbewirtschafteten Wiesen, Weiden und Feldern.

Die jungen Triebe wachsen schwach zickzackförmig und sind schwach bereift. Die hakig gebogenen Stacheln sitzen meist paarweise unterhalb der Blätter und helfen beim Hochranken wie auch bei der Verteidigung. Die wechselständigen Blätter der Hunds-Rose sind 8-12 Zentimeter lang, unpaarig gefiedert mit fünf oder sieben Fiederblättchen, die jeweils drei bis vier Zentimeter lang und bis zu zweieinhalb Zentimeter breit sind. Ihr Rand ist gleichmäßig gesägt, die Oberseite dunkelgrün und kahl, die Unterseite etwas heller und ebenfalls unbehaart.

Die fünfzähligen Blüten der Hunds-Rose stehen einzeln oder in kleinen Doldenrispen am Ende der beblätterten Kurztriebe. Ihre äußeren Kelchblätter sind gefiedert, die inneren ungeteilt, die blassrosa Kronblätter etwa zwei Zentimeter lang. Als Früchte bildet sie etwa zwei Zentimeter lange kahle, breit eiförmige Hagebutten von korallenroter Farbe, bei denen die Kelchblätter im Gegensatz zu vielen anderen Rosenfrüchten abfallen.

Hunds-Rose im Garten

Standort

Wie an ihren natürlichen Standorten bevorzugt die Hunds-Rose im Garten einen mäßig trockenen, basenreichen oder schwach sauren Lehmboden in voller Sonne. Staunässe mag sie überhaupt nicht.

Schnitt

Hunds-Rosen wachsen schnell und gelten als gut schnittverträglich. Ein Rückschnitt ist allerdings nur notwendig, wenn sie zu sehr wuchert und aus der Form gerät. Nur alte und abgestorbene wie auch zu dicht stehende Triebe sollte man regelmäßig entfernen.

Vermehrung

Am einfachsten gelingt die Vermehrung der Hunds-Rose mit Stecklingen, die man einfach in die Erde steckt und wurzeln lässt. Zudem bildet sie Wurzelausläufer, aus denen sich Ableger machen lassen, und auch eine Vermehrung über die Samen ist möglich.

Verwendung

Mit ihren dichten Büschen kann man die Hunds-Rose als Einzelhecke oder als Unterpflanzung von Gehölz verwenden, wo sie alsbald in die Höhe klimmt. Sie eignet sich gut als blickdichter Sichtschutz und ist mit ihren Hagebutten ein wichtiges Vogelnährgehölz. An Böschungen und Hängen gepflanzt sorgt ihr dichtes Wurzelwerk für Bodenfestigung.

Schädlinge

Ein sehr auffälliger Schädling der Hunds-Rose ist die Rosengallwespe (Diplolepis rosae). Während das nur wenige Millimeter große Insekt kaum jemand zu Gesicht bekommt, führen die in die Blattanlagen abgelegten Eier zu großen kugeligen Rosenäpfeln oder Rosenschwämmen. In ihrem Inneren bestehen sie aus mehreren Kammern, in denen jeweils eine Larve heranwächst. Sonstige Schädlinge und Krankheiten, die vielen kultivierten Rosensorten Probleme bereiten, spielen bei der robusten Hunds-Rose keine Rolle.

Ökologie

Die weithin sichtbaren rosafarbenen Blüten der Hunds-Rose erzeugen kaum Nektar, aber umso mehr Pollen, der bei Honigbienen und Wildbienen sehr begehrt ist. Zu den pollensammelnden Wildbienen gehören sieben Sandbienen (Andrena spec.), die Zottige Blattschneiderbiene (Megachile circumcincta), die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor) und die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis).

Für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich elf unserer einheimischen Schmetterlinge, die zu den Eulen und Spinnerartigen zählen. Dazu gehören der bekannte Eichenspinner (Lasiocampa quercus) und der Schwarzbindige Rosen-Blattspanner (Anticlea derivata). Mangels Nektar sind sie abgesehen von der Eiablage für die ausgewachsenen Falter uninteressant.

Mit zunehmender Reife werden die Hagebutten weich und aromatisch und bleiben über Winter am Strauch. Sie stehen bei Vögeln hoch im Kurs: Die Hunds-Rose ist eines der wichtigsten einheimischen Vogelnährgehölze und bietet auch Kleinsäugern Proviant. Für die Verbreitung sind vor allem die großen Krähenvögel wie Elstern, Dohlen und Krähen verantwortlich, die die Hagebutten am Stück herunterschlingen und die Samen mit einer Portion Dünger wieder herausrücken. Kleinere Vögel wie Meisen oder Rotkehlchen picken nur am Fleisch der Hagebutten und tragen nur wenig zur Verbreitung bei.

Wissenswertes

Der Name der Hunds-Rose leitet sich vom Althochdeutschen ab und ist eine abwertende Bezeichnung, ähnlich wie bei der Hunds-Petersilie oder dem Hunds-Veilchen. Ebenso stammt das Wort Hagebutte von hag, Hecke und butte, Klumpen.

Die knallrote Farbe der Hagebutten der Hunds-Rose ist auf Carotinoide zurückzuführen, vor allem Lycopin, das sich auch in Tomaten und Paprika findet. Sie sind zudem außerordentlich reich an Vitamin C – ein Kilogramm Fruchtfleisch enthält 2,5-29 Gramm Ascorbinsäure.

Fotos

Blatt Hundsrose
Quelle: NaturaDB
Blüte Hundsrose
Quelle: Gabriele Stephan
Blatt Hundsrose
Quelle: NaturaDB
Blatt Hundsrose
Quelle: NaturaDB
Frucht Hundsrose
Quelle: NaturaDB
Blatt Hundsrose
Quelle: Stranger, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Hundsrose
Quelle: Uoaei1, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Hundsrose
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Hundsrose
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Hundsrose
Quelle: Moinats, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Hundsrose
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Hundsrose
Quelle: NaturaDB

Sorten Hundsrose

Sorte Höhe Breite
Hundsrose (Wildform) 2 - 3 m
Hundsrose 'Kiese' 2 - 3 m 2 - 2.5 m

Häufige Fragen

Ist die Hunds-Rose giftig?

Hunds-Rose ist ungiftig, und die Hagebutten sind vor allem für Vögel ein willkommenes Leckerchen. Aber auch der Mensch weiß die glänzenden roten Früchte zu würdigen: Sie enthalten große Mengen an Vitamin C und Carotinoide wie Lycipin und lassen sich zu Hagebuttentee oder Hagebuttenmarmelade verarbeiten. In getrockneter Form sind sie in praktisch jedem Früchtetee zu finden. Die Kerne entfernt man in der Regel vor dem Gebrauch in der Küche. Kinder treiben damit gerne Schabernack und streuen sie anderen in den Nacken: Dort rufen sie kräftigen Juckreiz hervor.

Wie sieht eine Hunds-Rose aus?

Das Aussehen der Hunds-Rose hängt von ihrem Standort ab: Als Einzelpflanze bildet sie einen ein bis drei Meter hohen, breit ausladenden Busch mit überhängenden Zweigen. Steht sie nahe an anderen Hecken oder Bäumen, bildet sie lange unverzweigte Triebe und klettert mit Hilfe ihrer Stacheln an der Nachbarschaft als Spreizklimmer in die Höhe.

Wie alt wird Hunds-Rose?

Die Hunds-Rose kann wie viele andere Rosenarten erstaunlich alt werden. Das Exemplar am Dom zu Hildesheim schätzt man beispielsweise auf 300 Jahre.

Ökologischer Wert

Hundsrose ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10
Anzahl Schmetterlingsarten:
11
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
10
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Dornen bieten Vögeln Schutz
Anzahl fressende Vogelarten:
27
Anzahl fressende Säugetierarten:
27

Hundsrose passt gut zu

Pflanzen für Nachtfalter

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