Gemeiner Liguster

Ligustrum vulgare

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
giftig
Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare) Alle 8 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Gemeiner Liguster
  • Strauch mit dicht stehenden Ästen, gut für Hecken geeignet
  • Wird bis zu fünf Metern hoch und breit
  • Schnittverträglich und fast beliebig formbar
  • Beim Schneiden Handschuhe tragen, da hautreizend
  • Schnellwachsend und bodenbefestigend
  • Vermehrung durch Stecklinge
  • Im Winter laubabwerfend
  • Frosthart, anspruchslos und pflegeleicht
  • Blüten ausgezeichnete Futterquelle für Bienen und Nachtfalter
  • Beeren schwach giftig, wichtige Winternahrung für Vögel und Kleinsäuger
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2.5 - 4.5 m
Breite: 2 - 3 m
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Ölbaumgewächse
Gattung: Liguster
ist giftig Beeren schwach giftig
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Liguster?

Der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) ist der einzige in Europa heimische Art des Ligusters, der zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gewhört. Man findet ihn verbreitet vom nordwestlichen Afrika über ganz Europa bis zum Kaukasus. Ligustersträucher sind Flachwurzler und erreichen eine Höhe und Breite von bis zu fünf Metern. Vor allem frisch gepflanzte Exemplare wachsen zügig und bilden schnell eine dichte Hecke. Mit zunehmendem Alter verholzen die anfangs biegsamen Zweige, werden härter und weisen Lentizellen auf. Sie sind anfangs olivgrün und färben sich später graubaun. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich das Wachstum.

Der Liguster verliert im Winter sein Laub, sobald die ersten Fröste auftreten. Seine bis sechs Zentimeter langen, gegenständigen Blätter sind breit-lanzettlich, haarlos mit glattem Rand und dunkelgrün glänzender Oberseite. In Juni und Juli überziehen zahlreiche weiße Rispen mit intensiv duftenden Blüten den Strauch. Die kleinen schwarzblauen Beeren sind reich an färbenden Anthozyanen und haben dem Liguster die volkstümliche Bezeichnung Tintenbeerstrauch eingebracht.

Liguster im Garten

Standort

Liguster ist anspruchslos und gedeiht auf fast jedem Boden, und das in Sonne wie Halbschatten gleichermaßen. Trockenheit verträgt er ohne weiteres, vorübergehend auch starke Nässe. Kalk- und humusreichen Boden schätzt er besonders.

Schnitt

Vor allem junger Liguster wächst mit beachtlichem Tempo, sodass man des Öfteren zur Heckenschere greifen muss. Der Schnitt erfolgt am besten Ende Juni und nochmals Ende August. Dabei verträgt er es auch ohne Probleme, wenn man ihn radikal zurechtstutzt. Der austretende Saft kann bei empfindlichen Menschen Hautreizungen hervorrufen – daher sollte man beim Heckenschneiden sicherheitshalber immer Gartenhandschuhe tragen und Arme wie Beine bedeckt halten.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt am einfachsten durch Stecklinge. Dazu schneidet man in Herbst oder Winter etwa 20 Zentimeter lange Triebe ab und steckt sie einfach in den Boden. Die Bewurzelung dauert eine Weile, funktioniert aber recht zuverlässig.

Verwendung

Der Gewöhnliche Liguster gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen. Er wächst schnell, ist pflegeleicht und schnittverträglich, sodass er sich beliebigen Formen zurechtstutzen lässt. Vor allem für hohe, blickdichte Hecken ist er bestens geeignet. Daher bezeichnet man ihn vielerorts als Zaunriegel. Nicht zu unterschätzen ist seine windabweisende Wirkung. Man findet ihn häufig als Grundstücksbegrenzung oder als Bodenfestiger bei einer Erstbepflanzung. Im Schatten größerer Bäume und Sträucher wächst er deutlich langsamer als freistehend.

Schädlinge

Blattläuse und andere saugende Insekten suchen im Liguster gerne Unterschlupf und Nahrung. Der ausgeschiedene Honigtau ist eine willkommene Zuckerquelle für Ameisen und Bienen. Geschwächte Exemplare werden bisweilen von Mehltau heimgesucht.

Ökologie

In seiner Blütezeit zieht der Gewöhnliche Liguster zahlreiche Insekten an. Insbesondere Honig- und Wildbienen, Fliegen, Schmetterlinge und Nachtfalter profitieren von dem reichhaltigen Pollen- und Nektarangebot. Kohlweißling und Kleiner Fuchs sitzen im Sommer oft in Scharen auf den Blüten. Die Blätter stehen auf der Speisekarte von Raupen des Holunderspanners (Ourapteryx sambucaria), Fliederspanners (Apeira syringaria) und Ligusterschwärmers (Sphinx ligustri).

Im Herbst und Winter dienen die Früchte vor allem Nagetieren und Vögeln als willkommenes Futter. Letztere bauen mit Vorliebe ihre gut geschützten Nester in dichten Ligusterhecken. Auch Insekten finden in seinem dichten Gestrüpp sichere Unterkunft, ebenso Igel und Nagetiere.

Die kleinen Früchte enthalten das Alkaloid Syringin und gelten als schwach giftig. Für den menschlichen Verzehr sind sie nicht geeignet, denn sie führen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wissenswertes

Die Verbreitung des Ligusters erfolgt vor allem über die Früchte, die hungrige Vögel in Herbst und Winter vertilgen. Der angedaute Samen bekommt damit gleich eine Fuhre Dünger und keimt nach einem Frost besonders gut. Früher nutzte man die „Tintenbeeren“ als Tinte, Färbemittel für Textilien und machte damit Bier und Wein haltbarer.

Züchter bieten eine Vielfalt verschiedener Sorten mit panaschierten Blättern und anderen Varianten an.

Fotos

Gesamte Pflanze Gemeiner Liguster
Quelle: NaturaDB
Blüte Gemeiner Liguster
Quelle: MurielBendel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Gemeiner Liguster
Quelle: Andrew Lih, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeiner Liguster
Quelle: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gemeiner Liguster
Quelle: NaturaDB
Blüte Gemeiner Liguster
Quelle: NaturaDB
Blüte Gemeiner Liguster
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gemeiner Liguster
Quelle: NaturaDB

Sorten Gemeiner Liguster

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Gemeiner Liguster (Wildform) 2.5 - 4.5 m 2 - 3 m
Schwarzgrüner Liguster 'Atrovirens' 2.5 - 3.5 m
Gewöhnlicher Zwerg-Liguster 80 - 120 cm Ja
Liguster 'Glaucum' 3 - 4 m 1 - 1.5 m
Wintergrüner Liguster 'Liga' 3 - 4 m
Zwergliguster 'Lodense' 80 - 160 cm
Wintergrüner Liguster 'Compact' 1.5 - 2 m 1 - 1.5 m

Häufige Fragen

Ist Liguster wintergrün?

Ist Liguster winterhart?

Ist Liguster giftig?

Ökologischer Wert

Gemeiner Liguster ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
5
Anzahl Schmetterlingsarten:
31
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
22
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
16

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
21
Anzahl fressende Säugetierarten:
10

Schmetterlingspflanzen

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