Echter Salbei

Salvia officinalis

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
essbar
wintergrün
lange Blühzeit
Echter Salbei (Salvia officinalis) Alle 9 Fotos anzeigen
Blatt von Echter Salbei

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebte Heil- und Gewürzpflanze
  • Wärmebedürftig und pflegeleicht
  • Alljährlicher Schnitt im Frühjahr fördert buschiges Wachstum und Blüte
  • Bienenfreundlich und ausgezeichnetes Insektenfutter mit reichlich Nektar
  • Braucht im Winter Schutz vor Frost
  • Vermehrung mit Samen, Ablegern und Stecklingen
  • Blätter lassen sich gut trocknen oder einfrieren
  • Zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in der Küche
  • In der Naturheilkunde gegen Erkältungen und Entzündungen wirksam
  • In der Schwangerschaft zu vermeiden
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 100 cm
Breite: 20 - 70 cm
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Blüte
Blütenfarbe: violett
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: scheinährenförmig
Laub
Blattfarbe grün, silbergrau
Blattphase wintergrün
Blattform elliptisch
Blatt aromatisch ja (herb, aromatisch)
Schneckenunempfindlich Ja
Sonstiges
ist essbar Blätter
Verwendung: Gewürz oder Tee
Aussaat:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Pflanzen je ㎡: 9
Klassifizierung
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Lippenblütler
Gattung: Salbei
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Echter Salbei ?

Echter Salbei ist eine alte Heil- und Gewürzpflanze, die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört. Der immergrüne Halbstrauch hat einen derben, tiefreichenden Wurzelstock und erreicht eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern. Ursprünglich mediterraner Herkunft ist er inzwischen dank seiner menschlichen Nutzung in ganz Europa verbreitet. Typisch ist sein bereits aus der Ferne wahrnehmbarer Geruch. Mit den Jahren verholzen die Sträucher in Bodennähe. Die Stängel sind vierkantig, später rund und holzig, reich verzweigt und steigen bogenförmig auf.

An ihnen stehen die langgestielten Blätter paarweise und gegenständig. Meistens sind die Stiele mit bis zu neun Zentimetern genauso lang wie die lanzettlichen bis länglich-eiförmigen Blattspreiten. Auf der Unterseite treten die Blattnerven deutlich hervor. Alle Blätter sind von einem dichten weißen Filz bedeckt. Die kurz gestielten Blüten stehen in lockeren ährigen Quirlen und haben die für Lippenblütler typische Form mit Ober- und Unterlippe. Ihre Blütenkronen sind meist violett und bis zu drei Zentimeter lang, mit gerader Oberlippe. Als Samen dienen je vier rundliche, schwarze Klausenfrüchte.

Echter Salbei  im Garten

Standort

Der Echte Salbei stammt aus der Mittelmeerregion und braucht dementsprechend deutlich mehr Wärme als seine einheimischen Verwandten. Er bevorzugt einen kalkreichen, steinigen und trockenen Boden mit reichlich Sonne und muss im Winter geschützt vor Frost geschützt werden.

Schnitt

Am besten schneidet man den Salbei regelmäßig im Frühjahr zurück. Regelmäßiges Stutzen sorgt dafür, dass er schön buschig wächst, viele neue Triebe bekommt und reichhaltig blüht.

Vermehrung

Vermehren lässt sich der Echte Salbei durch Aussaat, Teilung alter Pflanzen oder mithilfe von Stecklingen.

Verwendung

Kein Bauerngarten oder Kräutergarten ohne die stattlichen Exemplare des Echten Salbeis. Die reichhaltige Bienenweide lässt sich aber ebenso gut in Kübeln, Kästen oder Blumentöpfen anpflanzen. Auf diese Weise hilft man den Insekten auf Terrasse und Balkon bei der Nahrungssuche.

Schädlinge

Die aromatischen Öle hat sich die Evolution nicht als menschliches Gewürz einfallen lassen – sie schützen den Salbei vor Schädlingen. Blattläuse und andere Schadinsekten machen einen großen Bogen um die Pflanzen. Ebenso schützen Sie vor Bakterien, Viren und Pilzen.

Ökologie

Salbeiblüten bilden Unmengen von Nektar und sind bei Wild- und Honigbienen extrem beliebt. Als Bienenweide übertrifft er beim Anbau sogar den bienenfreundlichen Raps und sorgt für hocharomatischen Salbeihonig. Aber auch andere Insekten wie Schmetterlinge und Schwebfliegen umschwirren die Blütenstände.

Wissenswertes

Der Echte Salbei ist eine uralte Heilpflanze, die bereits die antiken Ärzte wie Hippokrates ausgiebig nutzten. Daher auch der Name: salvus bedeutet sinngemäß heil, gesund und officinalis so viel wie in Apotheken gebräuchlich. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern widmen sich die Autoren seitenweise seiner heilenden Eigenschaften, wie auch Paracelsus und Hildegard von Bingen, die ihn bei einer ganzen Reihe von Krankheiten empfehlen. Räuchern mit getrocknetem Salbei oder das Einreiben mit einem Abguss sollte sogar vor der Pest schützen.

Er wirkt antibakteriell, antiviral, fungizid und entzündungshemmend. Bei Erkältungskrankheiten kommt seine adstringierende Wirkung zum Einsatz – Salbeitee beruhigt den Hals, mindert bei Fieber das Schwitzen und erleichtert das Abhusten. Husten lässt sich durch Gurgeln mit einem Salbeisud beseitigen, ebenso wie Zahnfleischentzündungen und kleinere Schleimhautwunden in Mund und Rachen.

Die Hauptwirkstoffe sind im aromatischen Salbeiöl enthalten, das man durch Wasserdampfdestillation gewinnt. Es enthält unter anderem Kampfer, Eucalyptol und Thujon. In den Blättern finden sich darüber hinaus Gerbstoffe, Flavonoide und Rosmarinsäure. Am aromatischsten sind seine Blätter unmittelbar vor der Blütezeit. Man sollte beachten, dass Thujon giftig ist. Bis in die Neuzeit war Salbeitee, in großen Mengen verabreicht, den „Engelmacherinnen“ ein wichtiges Hilfsmittel zur Abtreibung. In der Schwangerschaft sollte man Salbei daher nur sparsam dosieren oder völlig darauf verzichten. In der Stillzeit vermindert Salbei die Milchproduktion und hilft beim Abstillen.

In der Küche dient Salbei als Gewürz für Fleischgerichte, Fisch und Geflügel, Suppen und Gemüse. Bekannt sind Saltimbocca mit Kalbfleisch und ganzem Salbeiblatt, Salbeibutter zur Pasta oder Salbeiblätter in Ausbackteig frittiert. Man kann die Salbeiblätter auch trocknen oder einfrieren. Bei der Verwendung sollte man beachten, dass Salbei sehr intensiv ist – bereits eine kleine Menge genügt, um einem Gericht das typische Aroma zu verleihen.

Im Gartenfachhandel bekommt man zahlreiche Zuchtsorten mit bunten Blättern und verschiedenfarbigen Blüten.

Fotos

Blatt Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Blatt Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Blüte Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Blatt Echter Salbei
Quelle: NaturaDB
Blatt Echter Salbei
Quelle: NaturaDB

Sorten Echter Salbei

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Echter Salbei (Wildform)
violett
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Salbei 'Berggarten' -
Salbei 'Crispa' -
Salbei 'Extrakta' -
Salbei 'Purpurascens' -
Salbei 'Tricolor' -
Salbei 'Variegatus' -
Weißblühender Salber -
Buntblättriger Salbei 'Icterina' -
Bayerischer Gewürz-Salbei -
Weißer Zwerg-Gewürz-Salbei
weiß
-
Rosa Gewürz-Salbei
rosa
-
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wann sollte man Salbei zurückschneiden?

Der Rückschnitt sollte im zeitigen Frühjahr erfolgen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind.

Wie weit kann man Salbei zurückschneiden?

Der Echte Salbei verträgt einen kräftigen Rückschnitt. Danach wächst er aus seinen verholzten Teilen umso kräftiger nach und wird schön buschig. Dabei sollte man aber nicht allzu viel von dem alten Holz abschneiden.

Welchen Standort braucht Salbei?

Echten Salbei pflanzt man am besten an einen wärmereichen, sonnigen Standort mit trockenem und kalkreichem Boden. Dabei muss man beachten, dass er nur bedingt winterhart ist: Man sollte ihn bei drohendem Frost gut abdecken.

Ökologischer Wert

Echter Salbei ist in Mitteleuropa eingebürgert, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
1
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

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