Currykraut,Italienische Strohblume

Helichrysum italicum

Staude
Wildform
bedingt winterhart
Bienenweide
essbar
wintergrün
lange Blühzeit
Currykraut (Helichrysum italicum) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vom Mittelmeer stammende Zier- und Gewürzpflanze
  • Korbblütler mit behaarten nadelartigen Blättern und Trieben
  • Kleine gelbe Körbchen in großen endständigen Schirmrispen
  • Bildet bis zu einem halben Meter hohe Halbsträucher
  • Kraut sehr aromatisch nach Curry duftend
  • Für trockene, nährstoffarme und sonnige Standorte
  • Nur wenig winterhart
  • Muss ab und zu zurückgeschnitten werden
  • Pollen- und Nektarquelle für viele Insekten
  • Vermehrung mit Samen und Stecklingen
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 20 - 50 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -17 °C (bis Klimazone 7)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
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Licht
Sonne
Laub
Blatt wintergrün ja
Blatt aromatisch ja (Curry)
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Strohblumen
ist essbar Curryersatz
Verwendung: zum Würzen von Reisgerichten, Fleisch, Fisch und Saucen
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Currykraut?

Currykraut, Italienische Immortelle oder Italienische Strohblume (Helichrysum italicum) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt, wie der Name bereits suggeriert, aus Südeuropa und dem westlichen Nordafrika, wo man sie an trockenen, mageren und sonnigen Standorten wie der italienischen Gariga wild findet. In Italien wächst es in der Mitte und im Süden des Landes wie auch auf den Inseln des Mittelmeeres. Bei uns tritt sie ausschließlich als Zierpflanze in Gärten auf und kommt in der freien Wildbahn nicht vor.

Der buschige immergrüne Halbstrauch hat reich verzweigte, wollig behaarte Triebe und weiche, nadelartig schmal-linealische, bis zu drei Zentimeter lange und nur einen Millimeter breite sitzende Blätter. Auch sie sind silbergrau bis gelblichgrau mit dichten Haaren besetzt und riechen wie die ganze Pflanze stark aromatisch, wenn man sie zerrreibt. Das liegt an den harzreichen Drüsen, die sich allenthalben auf der Oberfläche finden und die Blätter klebrig machen. Oft reicht auch ein kräftiger Regenguss oder ein heißer Sommertag aus, um den intensiven Geruch freizusetzen.

Die an Margeriten erinnernden Korbblüten erscheinen von Frühjahr bis in den Herbst hinein in bis zu acht Zentimeter großen Schirmrispen an den Enden der Triebe. Jeweils 12-15 Blüten gruppieren sich zu 20-30 Exemplaren. Die einzelnen Körbchen sind nur 2-4 Millimeter breit; außen herum sind sie von dicht dachziegelartig angeordneten Hüllblättern umgeben. Die äußersten davon sind eiförmig, und mit zunehmender Höhe werden sie zusehends schmaler. Im Inneren stehen nur gelbe Röhrenblüten, Zungenblüten fehlen bei dieser Art völlig. Wie bei Korbblütlern üblich sind sie fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und zwittrig. Die Früchte sind Achänen; sie werden drei Millimeter lang und weisen einen fedrigen weißen Pappus auf.

Currykraut im Garten

Standort

Currykraut bevorzugt eine gut drainierte Erde, die eher trocken bleibt – Staunässe erweist sich schnell als absolut tödlich. Das Substrat sollte mager bis mäßig fruchtbar ausfallen und neutral bis leicht alkalisch sein. Die Pflanzen stehen vorzugsweise in der prallen Sonne. Im Winter muss man sie gegebenenfalls vor Frösten schützen; -5 °C bis -10 °C vertragen sie notfalls. Auch starke Winde mögen die Currykräuter nicht, sodass man sie besser in einer windgeschützten Ecke unterbringt. Ebenfalls unzuträglich sind hohe Düngegaben.

Schnitt

Abgeblühte Triebe kann man im Sommer zurückschneiden, aber keinesfalls ins alte Holz. Mindestens zwei oder drei Zentimeter von dem noch grünen Anteil müssen erhalten bleiben. Ein Formschnitt ist dann unproblematisch und hält die Pflanzen buschig und blütenreich. Abgestorbene Äste kann man natürlich jederzeit beseitigen.

Vermehrung

Die Samen kann man im Frühling aussäen, oder man nimmt im Sommer halbverholzte Stecklinge. In sandiger Erde mit gleichmäßiger Feuchtigkeit und viel Wärme wurzeln sie schnell und zuverlässig.

Verwendung

Mit ihren Vorlieben ist das Currykraut ideal für den Steingarten, Geröllgärten und gemischte oder mit anderen Sträuchern bewachsenen Rabatten. Auf dem Balkon oder auf der Terrasse kann man es in großen Töpfen oder Containern anpflanzen, gegebenenfalls sogar in Ampeln. Getrocknet sind die blühenden Zweige ideal für langlebige Trockensträuße – nicht von ungefähr gilt die Strohblume als die Trockenblume schlechthin. Das französische immortelle bedeutet nichts anderes als unsterblich.

Schädlinge

An und für sich ist das Currykraut ausgesprochen robust, nur Mehltau kann ihm zu schaffen machen. Allerdings tritt er fast ausschließlich bei zu nassem Stand auf.

Ökologie

Die winzigen Blüten des Currykrautes werden von einer Vielzahl von Insekten bestäubt, die leicht an den Nektar und Pollen gelangen: Bienen, Hummeln, Fliegen und Käfer wie auch Schmetterlinge sind ständige Gäste. Die Verbreitung der Achänen übernehmen Wind und Schwerkraft, nicht zuletzt wegen des borstigen Pappus an ihrem Ende.

Wissenswertes

Ein Synonym für Currykraut ist Helichrysum angustifolium. Die Pflanzen sind recht vielgestaltig und bilden zahlreiche Unterarten, die teilweise je nach Lesart auch als eigene Arten geführt werden. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Worten für Sonne und Gold ab – wegen der kleinen goldgelben Korbblütchen. In seiner mediterranen Heimat steht es vielerorts unter Naturschutz, da die Bestände in den vergangenen Jahren stark abgenommen haben, nicht zuletzt durch die starke Düngegaben der Landwirtschaft, die es nicht lange erträgt.

Der deutsche Name bezieht sich auf den strengen Kreuzkümmelgeruch. Anders als bei uns kommt das Kraut in der mediterranen Küche auch als Gewürz in den Kochtopf. Die Verwendung ist ähnlich wie beim Curry – man kann damit Reis, Fleisch, Fisch und viele andere Gerichte würzen, allerdings ohne die typische gelbe Farbe der indischen Gewürzmischung. Wohl eine der ältesten Anwendungen ist die zum Abflämmen der Borsten beim Schlachten von Schweinen. Dadurch bekommt das italienische Schweineschmalz ein ganz besonderes Aroma.

Das etherische Öl enthält vor allem Nerylacetat, α-Pinen, Geraniol und Nerodiol, die für das Aroma verantwortlich zeichnen. Man nutzt es auch zur Herstellung von Parfüm. Im antiken Griechenland und Rom wurde das Currykraut als Heilpflanze verwendet. Man gebrauchte es noch im Mittelalter bis in die Neuzeit bei Erkrankungen der Atemwege, Rheumatismus und anderen Gebrechen. Vereinzelt findet es noch heute Anwendungen in der lokalen Naturheilkunde. Die Inhaltsstoffe haben eine antioxidative, antibakterielle und fungizide Wirkung. In der Aromatherapie verwendet man das Currykrautöl bei Schmerzen, Kreislaufstörungen und Blutergüssen. Letzteres hat dem aromatischen Öl auch die scherzhafte Bezeichnung Boxeröl eingebracht.

Eine weitere Anwendung der streng riechenden Italienischen Immortelle: Man kann damit Motten vertreiben und aus dem Kleiderschrank fernhalten. Einfach einige getrocknete Triebe ähnlich wie Lavendel in Säckchen packen und zwischen den Wäschestücken deponieren. Motten hassen intensive Gerüche, und das natürliche Öl des Currykrautes ist allemal besser als Mottenkugeln mit Naphthalin oder Paradichlorbenzol. Vor allem gesünder und geruchlich angenehmer.

Fotos

Gesamte Pflanze Currykraut
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Currykraut
Quelle: Aeroceanaute, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Currykraut
Quelle: Syrio, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Currykraut

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Currykraut (Wildform) gelb
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Currykraut 'Dwarf Curry' gelb
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist Currykraut mehrjährig?

Ja, Currykraut ist ausdauernd und bildet mit der Zeit bis zu einem halben Meter hohe und gut einen Meter breite, vom Grund her reichlich verzweigte Büsche. Im unteren Anteil verholzen diese und werden kahl. Nur muss man es im Winter vor Frösten schützen. Die Pflanzen stammen vom Mittelmeer und kommen mit allzu niedrigen Temperaturen nicht klar, sodass Winterschutz angesagt ist. Ansonsten werden sie schneller einjährig als es dem Gärtner lieb ist.

Kann man Currykraut zurückschneiden?

Currykraut kann man problemlos zurückschneiden, nur vom alten Holz sollte man die Finger lassen – schneidet man hier, so treiben die Pflanzen an dieser Stelle meist nicht mehr aus. Daher sollte man bei einem Rückschnitt zwei oder drei Zentimeter vom Grün übriglassen. Wenn man das berücksichtigt ist ein Formschnitt der kleinen Büsche unproblematisch. Tote Zweige kann man ohne Bedenken abschneiden.

Kann man Currykraut teilen?

Das sollte man lieber lassen – die verholzten Teile der Büsche mögen es nicht, wenn man an ihnen herumschnippelt. Stattdessen kann man aber ohne Probleme Stecklinge abnehmen und bewurzeln. Dazu verwendet man noch nicht vollständig verholzte Anteile und steckt sie in sandige Erde.

Ist das Currykraut winterhart?

Currykraut ist winterhart bis zu minus fünf oder zehn Grad – je nachdem wie feucht der Boden ist.

Wie schmeckt Currykraut?

Geruch und Geschmack von Helichrysum italicum erinnern tatsächlich an das indische Gewürz. Allerdings ist der Korbblütler weder mit dem Currybaum (Murraya koenigii) verwandt noch ist es Bestandteil des indischen Masalas. Das Currykraut schmeckt leicht harzig und bitter und erinnert ein wenig an Salbei oder Wermut. In der mediterranen Küche verwendet man es vorzugsweise frisch und vor der Blütezeit gesammelt.

Man kocht es bei den Saucen, Fleisch- und Fischgerichten oder im Gemüse nur kurz mit, bis es sein Aroma entfaltet hat, am besten erst gegen Ende der Garzeit. Vor dem Servieren werden die Zweige entfernt, ähnlich wie man es bei uns mit Rosmarin macht. Die Blätter gelten als schlecht verdaulich, und man sollte auch auf größere Mengen verzichten, zumal sie beim darauf beißen unangenehm bitter schmecken. Der bittere Geschmack tritt auch beim längeren Kochen zutage.

Ökologischer Wert

Currykraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Currykraut passt gut zu

Themen

Balkon und Terrasse
Quelle: Foto von Markus Spiske auf Unsplash
Nutzgarten
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