Gemeine Akelei

Aquilegia vulgaris

Staude
Wildform
winterhart
Gute Bienenweide
lange Blühzeit
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Gesamte Pflanze von Gemeine Akelei

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beliebte einheimische Blühpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse
  • Giftpflanze
  • Pflegeleicht und anspruchslos
  • Für nährstoffarme, kalkreiche Standorte
  • Typische nickende Blüten mit großem Sporn
  • Mehrjährig, verschwindet nach der Blüte bis auf die unterirdischen Teile
  • Winterhart
  • Selbstaussaat und leicht mit Samen zu vermehren
  • Bestäubung durch Hummeln und Schmetterlinge
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit roten, rosafarbenen und weißen Blüten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs Konkurrenz: stark
Höhe: 30 - 80 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Laub
Schneckenunempfindlich Ja
Boden
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja , Kübelgröße mittel
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Akeleien
Aussaat:
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Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer, Kaltkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Akelei?

Die Akelei oder Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) ist ein Staudengewächs aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und in Europa weit verbreitet. Genetisch ist sie ausgesprochen variabel, sodass es eine unüberschaubare von wildwachsenden Varietäten gibt. Das mehrjährige Kraut erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 Zentimetern und ist mit einem kräftigen braunen Rhizom fest verankert. Daraus entspringt eine Rosette mit doppelt dreizähligen, gekerbten Blättern, die auf der Oberseite blaugrün und kahl, auf der Unterseite graugrün und behaart sind. Während die Rosettenblätter einen langen Stiel aufweisen, sind die Stängelblätter ungestielt und wesentlich kleiner.

Aus der Blattrosette entspringen reich verzweigte Stängel, an deren Enden die nickenden, meist blauen Blüten sitzen. Sie haben einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern und bestehen aus fünf langen Perigonblättern. Die typischen Sporne der Blüten haben der Akelei zu ihrem Namen verholfen: Er leitet sich vom lateinischen aquila für Adler ab und bezeichnet die Krallen des Raubvogels.

Unmittelbar nach der Blüte vergeht das Kraut und zieht sich bis auf das unterirdische Rhizom zurück. Die aufrecht stehenden Fruchtstände mit ihren zylindrischen Balgfrüchten bleiben eine Weile erhalten und sorgen für die Ausbreitung der 2,5 Millimeter langen, schwarzglänzenden Samen.

Akelei im Garten

Standort

Die Akelei bevorzugt wie an ihren natürlichen Standorten einen eher nährstoffarmen, kalkreichen und durchlässigen Boden mit Halbschatten und gleichmäßiger Feuchtigkeit. Staunässe ist absolut tödlich.

Schnitt

Blühende Exemplare sind schöne Schnittblumen und bereichern jeden Strauß. Wer die Selbstaussaat zügeln möchte, sollte die ausgeblühten Exemplare regelmäßig vor dem Heranreifen der Samen abschneiden. Dadurch bilden die Pflanzen zudem mehr Blüten.

Vermehrung

Die Früchte der Akelei trocknen in luftiger Höhe und werden vom Wind wie aus einem Salzstreuer oder von vorüberstreifenden Tieren weitergetragen. Will man sich nicht auf die Selbstaussaat verlassen, kann man die ausgereiften Früchte ernten und die Samen im nächsten Jahr aussäen. Das Teilen der Stauden ist wegen der ausgeprägten Pfahlwurzeln heikel und sollte nur bei großen Horsten vorgenommen werden.

Verwendung

Mit ihren wunderhübschen Blüten bereichert die Akelei Staudenbeete, Rabatten und Bauerngärten, in denen sie sich mit anderen bunt blühenden Kollegen gut kombinieren lässt. Gleiches gilt für die Bepflanzung von Kübeln und Balkonkästen, mit denen sie man sie auch auf Terrasse und Balkon bringen kann.

Schädlinge

Die in der Akelei enthaltenen Giftstoffe halten viele Fressfeinde fern, sogar hungrige Schnecken. Nur Mehltau und Rostpilze bereiten zeitweise Probleme.

Ökologie

Um eine Selbstbefruchtung zu verhindern reifen die Staubblätter vor den Fruchtknoten. Der Nektar findet sich tief unten in den Spornen der Blüte, sodass nur Nektarsammler mit langem Rüssel bis dorthin gelangen. Neben Schmetterlingen gehören dazu vor allem Hummeln, während Bienen und Schwebfliegen hier leer ausgehen. Kurzrüsselige Hummeln machen oft kurzen Prozess und knabbern einfach die nektarreichen Honigblätter auf. Den verkürzten Weg zum Büffet machen sich danach Wild- und Honigbienen zunutze, ebenfalls ohne dass die Räuber etwas zur Bestäubung beizutragen.

Wissenswertes

Die Akelei ist eine uralte Heilpflanze, die sich im Mittelalter besonderer Beliebtheit erfreute. Die erste schriftliche Erwähnung des Namens findet sich in der Physica der Hildegard von Bingen, die die Pflanze gegen Fieber und Hautausschläge empfahl. Als pflanzliches Heilmittel hat sie sich in der Homöopathie erhalten, wo man Tinkturen und Globuli bei PMS, Hauterkrankungen, nervöse Zustände und körperliche Schwäche verwendet. Ansonsten spielt sie in der modernen Phytotherapie keine Rolle mehr. Das Glykosid Triglochinin gilt als cyanogen, bildet also Blausäure und ist giftig.

Die unverwechselbaren Blüten haben in der Ikonographie der Kunst vielfältige Bedeutung, sowohl als Zeichen der Demut und Melancholie als auch der Manneskraft und Sinnesfreude. Ihre blaue Farbe verleiht ihnen das Anthocyanidin Delphinidin. Bei einigen wilden Mutationen und Zuchtsorten fehlt es, sodass die Blüten Rottöne aufweisen oder komplett weiß erscheinen.

Fotos

Gesamte Pflanze Gemeine Akelei
Quelle: NaturaDB
Blüte Gemeine Akelei
Quelle: Dr. Harald Stephan
Blüte Gemeine Akelei
Quelle: Speakers, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gemeine Akelei
Quelle: Matvei Kiselev, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeine Akelei
Quelle: Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Gemeine Akelei
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Gemeine Akelei
Quelle: NaturaDB
Blüte Gemeine Akelei
Quelle: NaturaDB
Blatt Gemeine Akelei
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Gemeine Akelei
Quelle: NaturaDB

Sorten Gemeine Akelei

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Gemeine Akelei (Wildform) blau
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Kurzspornige Akelei 'Alba' weiß
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Kurzspornige Akelei 'William Guiness' -
Kurzspornige Akelei 'Black Barlow' -
Kurzspornige Akelei 'Clementine Blue' -
Kurzspornige Akelei 'Clementine Salmon' -
Kurzspornige Akelei 'Ruby Port' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist die Akelei winterhart?

Akelei ist frostverträglich und überdauert mit ihrem unterirdischen Rhizom auch strenge Winter.

Wie lange blüht die Akelei?

Akelei blüht von Ende April bis Mitte Juni. Man kann die Blütezeit verlängern, indem man die abgeblühten Teile regelmäßig entfernt. Bald nachdem die Samen reif geworden sind zieht sie die oberirdischen Teile ein und überdauert mit ihrem Wurzelstock. Derweil bleiben die Fruchtstände noch lange stehen und verstreuen mithilfe des Windes die großen schwarzen Samen in der Umgebung.

Ist Akelei giftig?

Die Akelei enthält in allen Teilen das Glykosid Triglochinin. Es ist cyanogen und bildet Blausäureverbindungen, die die Pflanze vor Fressfeinden schützen sollen. Daher wird die alte Heilpflanze, die vor allem durch Hildegard von Bingen berühmt geworden ist, in der modernen Naturheilkunde nicht mehr verwendet.

Wann kann man Akelei säen?

Die Samen der Akelei brauchen Wärme zum Keimen. Man kann sie daher im zeitigen Frühjahr im Haus vorziehen und später auspflanzen. Will man sie an Ort und Stelle aussäen, sollte man das ab April erledigen. Dazu lässt sich der gesammelte vorjährige Samen oder Samen aus dem Gartenfachhandel nutzen.

Ökologischer Wert

Gemeine Akelei ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Insekten

Nektarwert:
3
Pollenwert:
2

Gemeine Akelei passt gut zu

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten