Zitter-Pappel

Populus tremula

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Frühblüher
Zitter-Pappel (Populus tremula) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Laubbaum aus der Familie der Weidengewächse
  • Bis zu 25 Meter hoch mit lockerer Krone
  • Maximal 100 Jahre alt werdend
  • Typische runde Blätter mit langem Stiel, „Espenlaub“
  • Eine der wichtigsten Nahrungspflanzen für Insekten in Mitteleuropa
  • Bestäubung und Verbreitung der Samen mit dem Wind
  • Vermehrung mit Schösslingen oder Stecklingen
  • Pappelholz sehr leicht und weich, für Spanplatten geeignet
  • Geringe Bodenansprüche und pflegeleicht
  • Vollkommen frosthart und schnellwüchsig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 15 - 25 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Malpighienartige
Familie: Weidengewächse
Gattung: Pappeln
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Zitter-Pappel?

Zitter-Pappel oder Espe (Populus tremula) ist ein sommergrüner, 15-25 Meter hoher Laubbaum aus der Familie der Weidengewächse (Salicaeae) mit lockerer Krone, der von Europa bis Sibirien, in Nordafrika und Kleinasien weit verbreitet ist. Man findet sie häufig als Pionierpflanze in Gebüschen, sauren Eichenwäldern und auf Lichtungen, Waldrändern und Brachen, meist vergesellschaftet mit Eichen, Weiden und Birken oder Besenginster. Mit ihrer umfangreichen Wurzelbrut bildet sie häufig große Herden. Die Pflanzen sind mit maximal 100 Jahren recht kurzlebig; ihr Stammdurchmesser liegt im Alter bei 50-100 Zentimetern.

Die Rinde der Bäume bleibt lange glatt und gelblich-grau mit Bändern von Korkwarzen; erst im Alter bildet sich eine dicke schwarzgraue, längsrissige Borke. Die jüngeren Äste, Knospen und Blätter sind meist schwach kurzhaarig, später kahl. Ihre 6-7 Millimeter langen Winterknospen sind zugespitzt, fast kahl und oft klebrig; eine Endknospe ist vorhanden.

Die oberseits glänzenden und unterseits matten Blätter der Zitter-Pappel stehen an dünnen Stielen, die so groß sind wie die Spreiten selbst; diese sind fast kreisrund, breiter als lang, ausgeschweift, am Rand stumpf gezähnt und im Alter völlig kahl.

Die Pflanzen sind zweihäusig und bilden männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen. Ihre Kätzchen werden 4-10 Zentimeter lang und hängen schlaff herab. Eine Blütenhülle fehlt vollständig; die Kätzchenschuppen sind zottig bewimpert, die Tragblätter dunkelbraun und handförmig eingeschnitten. Männliche Blüten weisen 4-12 Staubblätter mit anfangs purpurnen Staubbeuteln auf, die weiblichen Blüten einen kurz gestielten Fruchtknoten mit purpurfarbenen Narben. Aus diesem geht eine vielsamige Kapsel mit Samen hervor.

Zitter-Pappel im Garten

Standort

An ihren natürlichen Standorten bevorzugt die Zitter-Pappel einen grundfrischen nährstoff- und basenreichen, milden bis mäßig sauren humosen oder rohen, lockeren Stein-, Sand-, Lehm- oder Lössboden. Sie benötigt viel Sonne und Wärme und gilt als eine der am schnellsten wachsenden Bäume Mitteleuropas. Ansonsten kommt sie mit allen nicht staunassen Böden zurecht und ist vollkommen frosthart.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der Zitter-Pappel in der Regel nicht erforderlich; bestenfalls kann man jederzeit vertrocknete und abgestorbene Äste entfernen oder die Pflanzen in Form bringen, wenn man das möchte. Sie ist gut schnittverträglich, und mit den Resten lassen sich neue Bäumchen ziehen.

Vermehrung

Im Alleingang vermehrt sich die Zitter-Pappel mithilfe ihrer zahlreich gebildeten Wurzelausläufer, sodass sie schnell ganze Bestände bildet. Mitunter tauchen Wurzelschösslinge bis zu 40 Meter weit entfernt von der Mutterpflanze auf. Im Winter kann man Steckreiser schneiden, im Herbst Schösslinge versetzen.

Verwendung

Die Zitter-Pappel ist ein schnellwüchsiger Baum, der im Garten einen schönen Solitär abgibt oder in kleinen Gruppen auch eher strauchförmig wachsen kann. Sie gibt einen guten Windschutz und gehört zu den wichtigsten einheimischen Nahrungspflanzen von Schmetterlingen und anderen Insekten.

Schädlinge

Wie die meisten Pappelarten ist auch die Zitter-Pappel empfindlich für Baumkrebs, Rostpilze und Hallimasch. Hirsch und Reh verbeißen sie so gut wie nie, da die jungen Triebe und Blätter einen unangenehmen Geschmack haben.

Ökologie

Die Zitter-Pappel ist anemophil und amenophor – sowohl die Bestäubung als auch die Verbreitung der Samen übernimmt der Wind. Mit außerfloralen Nektarien am Blattgrund liefert sie zuckerreichen Saft, den Bienen als Honigtau verarbeiten und an dem sich Blattläuse und sie begleitende Ameisen einfinden.

Ihre Blätter sind eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen der einheimischen Schmetterlingsflora – sage und schreibe 86 Schmetterlinge nutzen sie als Raupenfutter, vom Tagfalter bis zu nachtaktiven Eulen, Spannern und Spinnerartigen. Zu den Nahrungsspezialisten gehören der Pappelspinner (Leucoma salicis), Pappelschwärmer (Laothoe populi), Espen-Zahnspinner (Notodonta tritophus) und der Espen-Schillerfalter (Apatura ilia). Nicht minder beliebt ist das Grün bei zahlreichen Käfern.

Wissenswertes

Die lang gestielten und mehr oder weniger runden Blättern bewegen sich beim geringsten Luftzug – sie zittern wortwörtlich wie Espenlaub. Das liegt vor allem an der Konstruktion: Anders als bei anderen Laubgehölzen ist er nicht in der Ebene der Blattspreite, sondern im rechten Winkel dazu abgeflacht.

Der Name Espe leitet sich vom althochdeutschen aspa ab, mit dem der Baum bereits im Frühmittelalter bezeichnet wurde. Ein Relikt ist das altgriechische aspís für Schild, genauer einen Schild aus Eschenholz – umso bemerkenswerter, als der Baum in Griechenland praktisch nicht vorkommt und im Neugriechischen verschwunden ist. Das Epitheton tremula bedeutet wie im Deutschen zitternd.

Auf trockenen, nährstoffarmen und vollsonnigen Lichtungen, Industriebrachen und Bahngleisen ist die Espe ein häufiges Pioniergehölz, das an diesen Standorten oftmals nur große Sträucher bildet und zumeist in Herden auftritt. Auch nach Waldbränden wächst sie oft als eine der ersten Neuankömmlinge.

Kein anderes einheimisches Holz ist so leicht und so weich wie das der Zitterpappel. Espenholz ist geruchlos, elastisch und durchgehend fast weiß ohne einen andersfarbigen Kern und splittert bei der Bearbeitung kaum. Daher ist es für die Herstellung von Spankörben, Spanplatten, Sperrholz und Zellstoff beliebt. Aus ihm werden auch Streichhölzer und Zahnstocher hergestellt. In der Forstwirtschaft ist der Baum vor allem wegen seines schnellen Wachstums beliebt.

Fotos

Gesamte Pflanze Zitter-Pappel
Quelle: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Zitter-Pappel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Zitter-Pappel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Zitter-Pappel
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie sieht eine Zitter-Pappel aus?

Die Zitter-Pappel wächst als 15-25 Meter hoher Laubbaum mit geradem Stamm oder buschiger Strauch mit schwarzgrauer längsrissiger Borke. Ihre Krone ist locker und ungleichmäßig; typisch sind die fast kreisrunden Blätter, die am Rand schwach gekerbt sind und einen Blattstiel aufweisen, der ebenso lang ist wie die gesamte Spreite. Oberseits sind sie dunkelgrün, unterseits deutlich heller; sie bewegen sich bereits beim kleinsten Luftzug „wie Espenlaub“. Im Frühjahr erscheinen die 4-10 Zentimeter langen Kätzchen; die Bäume sind zweihäusig und bilden nur eingeschlechtliche Blüten auf rein männlichen und rein weiblichen Exemplaren.

Warum zittert die Zitterpappel?

Die Blätter der Zitterpappel sind besonders konstruiert: Erstens ist der Blattstiel genauso lang wie die gesamte Blattspreite. Zudem ist er anders als bei anderen Laubbäumen nicht in der Ebene der Spreite abgeplattet, sondern vertikal dazu. Dadurch gerät das Blatt bereits beim geringsten Windzug in Bewegung und zittert wie Espenlaub.

Was kann man aus Pappelholz machen?

Die Zitter-Pappel ist einer der am schnellsten wachsenden Bäume, der ein weiches und elastisches Holz liefert. Espenholz ist besonders leicht und splittert bei der Bearbeitung so gut wie überhaupt nicht. Daher ist es sehr beliebt bei der Herstellung von Zahnstochern, Zündhölzern und Spankörben. Als nachwachsender Rohstoff kommt das Pappelholz vor allem bei der Herstellung von Zellstoff und verleimt bei Span- und Faserplatten zum Einsatz.

Ökologischer Wert

Zitter-Pappel ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
86
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
97
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
3

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