Echter Steinklee

Melilotus officinalis

Zweijährige
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Echter Steinklee (Melilotus officinalis) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Einheimische Steinkleeart, gehört zu den Schmetterlingsblütlern
  • Verbreitet als Pionierpflanze auf Brachflächen, Weiden und Bahndämmen
  • Bevorzugt einen kalkreichen und stickstoffarmen Boden mit viel Sonne
  • Vermehrung mit Samen
  • Robust und pflegeleicht
  • Stickstoffbindende Wurzelknöllchen, daher als Gründüngung verwendbar
  • Eine der wichtigsten einheimischen Bienenweiden
  • Wichtige Futterpflanze für Schwebfliegen und Schmetterlinge
  • In der Landwirtschaft als Grünfutter genutzt
  • Alte Heilpflanze
Wuchs
Pflanzenart: Zweijährige
Höhe: 40 - 120 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Steinklee
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Echter Steinklee?

Echter Steinklee, Gewöhnlicher Steinklee, Gelber Steinklee oder Honigklee (Melilotus officinalis) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und wird 40-120 Zentimeter hoch. Man findet die zwei- bis mehrjährige Pflanze verbreitet auf sonnigen Schuttflächen, Brachen, Weiden und an Bahndämmen und Böschungen. Einer bis zu einem Meter tiefen Pfahlwurzel entspringen die vierkantigen aufrechten und reich verzweigten Stängel. Die wechselständigen Blätter sind wie für Klee typisch dreizählig gefingert und weisen am Blattgrund ihres Stiels ganzrandige Nebenblätter auf.

Die Blüten des Echten Steinklees stehen in 4-10 Zentimeter langen schmalen Trauben. Seine typischen Schmetterlingsblüten sind gelb oder seltener hellgelb bis weiß, mit zwei das Schiffchen überragenden Flügeln. Aus ihnen bilden sich unbehaarte Hülsen mit einem oder zwei Samen.

Echter Steinklee im Garten

Standort

Der Echte Steinklee benötigt im Garten einen möglichst kalk- und basenreichen, eher stickstoffarmen Boden, möglichst mit Lehmanteil, sommerwarm und mäßig trocken. Er bevorzugt einen vollsonnigen Stand.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der mehrjährigen Pflanze nur zur Ernte nötig. Gegen Motten oder für die Zubereitung von Tee verwendet man die oberen Pflanzenanteile mitsamt den Blüten.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist mithilfe der Samen möglich, die man im Herbst sammelt und im folgenden Frühjahr an Ort und Stelle einpflanzt.

Verwendung

Im heimischen Garten ist der Echte Steinklee nicht unbedingt üblich. Er ist aber mit seinen wohlduftenden Blüten eine hübsche Bereicherung für Staudenbeete oder Apothekergarten und eine wichtige Bienenweide, die zudem von vielen anderen Insekten wie Schmetterlingen und Schwebfliegen besucht wird. Man kann ihn bei stickstoffarmen Böden auch als Gründüngung verwenden.

Schädlinge

Der Echte Steinklee ist robust und widerstandfähig und wird nur selten von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht.

Ökologie

Die nektarreichen Blüten sind eine wichtige Bienenweide für Honigbienen und Bestandteil von Kleehonig und häufige Beitracht vieler Blütenhonige. Sein Pollen ist eine wichtige Nahrungsgrundlage für die fleißigen Honigsammlerinnen. Mit seiner nur zwei Millimeter langen Röhre steht der Nektar auch vielen kurzrüssligen Insekten zur Verfügung, die sonst bei Schmetterlingsblütlern häufig leer ausgehen. Dementsprechend finden sich hier auch zahlreiche Schwebfliegen und andere Kerbtiere ein.

Pollen und Nektar des Steinklees sammeln auch sechs einheimische Wildbienenarten: die Dünen-Seidenbiene (Coletes marginatus), Luzerne-Sägehornbiene (Melitta leporina), Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum), die Sandbiene Andrena ovulata sowie Gelbspornige Stängel-Mauerbiene (Osmia clavicentris) und Schwarzspornige Stängel-Mauerbiene (Osmia leucomelana).

Die Blätter des Steinklees nutzen fünf Schmetterlinge als Raupenfutter: Scheck-Tageule (Callistege mi), Purpurglanzeule (Euplexia lucipara), Hauhechel-Garteneule (Polia bombycine), Weißer Magerrasen-Kleinspanner (Scopula subpunctaria) und unter den Tagfaltern der Gemeine Bläuling (Polyommatus icarus).

Wissenswertes

Beim Trocknen riecht der Echte Steinklee angenehm nach Waldmeister. Beide enthalten das aromatische Cumarin.

Der Gelbe Steinklee ist wie andere Steinkleearten eine wichtige Weidepflanze, die Landwirte zudem wegen ihrer stickstoffbindenden Eigenschaften zur Gründüngung einsetzen.

Fotos

Gesamte Pflanze Echter Steinklee
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Echter Steinklee
Quelle: NaturaDB
Blatt Echter Steinklee
Quelle: NaturaDB
Blüte Echter Steinklee
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Echter Steinklee
Quelle: Matt Lavin from Bozeman, Montana, USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Was sind zweijährige Pflanzen?

Zweijähre Pflanzen bilden im ersten Jahr meist nur eine flache Rosette. Im nächsten Jahr wächst die Pflanze in die Höhe, blüht und versamt sich. Die Pflanze stirbt und aus dem Samen entsteht die nächste Generation.

Häufige Fragen

Wofür ist Echter Steinklee gut?

Der Echte Steinklee ist eine ausgezeichnete Bienenweide und hält getrocknet mit seinem intensiven Waldmeistergeruch Motten aus dem Kleiderschrank fern. In der Naturheilkunde verwendet man die alte Heilpflanze als Diuretikum und Spasmolytikum.

Was bewirkt Echter Steinklee?

Der Echte Steinklee ist eine alte Heilpflanze, von der man die getrockneten oberen Teile des blühenden Krautes verwendet. Melilotus herba enthält Curamine, Schleimstoffe, Allantoin und Flavonoide. Man verwendet ihn als harntreibendes, krampflösendes und Blähungen beseitigendes Mittel. Cumarin beeinflusst zudem die Blutgerinnung und die Gefäßspannung. Man sollte ihn nur in kleinen Mengen als Tee zubereiten, da höhere Dosen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen können.

Wie sieht Steinklee aus?

Der Echte Steinklee wird 40-120 Zentimeter hoch und wächst mit aufrechten, reich verzweigten grünen vierkantigen Stängeln. Die Blätter sind wie für Klee typisch dreizählig gefingert, mit verkehrt eiförmigen Fiederblättchen, die einen gesägten Rand aufweisen. Die weißen bis gelben Blüten stehen in langgezogenen schmalen Trauben und duften intensiv nach Honig. Ebenso charakteristisch ist der Heu- oder Waldmeister-ähnliche Geruch des getrockneten Krautes.

Wann blüht Steinklee?

Die Blütezeit des Echten Steinklees reicht von Juni bis September. In dieser Zeit liefern die intensiv duftenden gelben Blüten Pollen und reichlich Nektar, den Bienen mit Vorliebe sammeln und zu Kleehonig und als Beitracht zu Blütenhonig verarbeiten.

Ökologischer Wert

Echter Steinklee ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
6
Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

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