Gründüngung
Gartenthemen

Gründüngung

Fruchtbare Böden und gute Lebensbedingungen für Nützlinge bilden die Grundlage für den Ernteerfolg. Wer die Chancen der Gründüngung und einer angepassten Fruchtfolge nutzt, kann auf Chemie im Garten verzichten und wird mit gesundem Obst und Gemüse belohnt.

Wer die Qualität des Gartenbodens verbessern möchte, sollte ihn möglichst bedeckt halten. Der Wald macht vor, wie es geht. Waldboden, der als besonders nahrhaft gilt, ist ganzjährig mit Laub bedeckt und mit Moosen, Gräsern und Wildpflanzen bewachsen.
Neben dem Mulchen hat sich die Gründüngung als geeignete Maßnahme bewährt.

Gründüngung – Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Gründüngung ist eine wirkungsvolle Methode zur Bodenverbesserung.
  2. Sie führt vor allem in Gemüsegärten zu einem besseren Ertrag und erhöht die Vitalität der Pflanzen.
  3. Mit Gründüngung gelingt der Verzicht auf chemische Düngemittel im Garten.
  4. Nützliche Bodenlebewesen profitieren davon und halten Schädlinge und Krankheiten fern.

Was ist Gründüngung?

Genau genommen ist die Gründüngung keine Düngung, sondern eine Methode zur langfristigen Bodenverbesserung. Besonders im biologisch bewirtschafteten Selbstversorgergarten gewinnt sie heute wieder an Aufmerksamkeit.

Anleitung zur Gründüngung:

  1. Entferne nach der Ernte das Unkraut und die verbliebenen Pflanzenreste auf der gewählten Fläche.
  2. Lockere die Oberfläche auf und verteile das Gründüngungs-Saatgut gleichmäßig.
  3. Wässere die Fläche gründlich.
  4. Beobachte, ob die Saat gut aufgeht.
  5. Bevor Du die Fläche neu bestellst, mähe die Gründüngungspflanzen ab.
  6. Große Pflanzen werden zerkleinert, holzige Bestandteile entfernt. Die oberen Pflanzenteile können auf der Oberfläche liegen bleiben und welk werden.
  7. Arbeite die organischen Teile in die oberen Bodenschichten ein.
  8. Bestelle Sie die Fläche wie gewünscht.

Unterschieden werden

  1. die Vorsaat, die bereits zwischen Februar und März ausgebracht wird
  2. die Nachsaat, die nach der Ernte im Herbst auf freiwerdende Flächen gesät wird
  3. die Unter- oder Zwischensaat, die Zwischenräume zwischen Nutzpflanzen füllt

Die kleinen Pflänzchen wachsen und durchwurzeln den Boden. Vor der Samenbildung werden die Gründüngungspflanzen abgemäht. Der obere Teil verbleibt als Mulch auf der Oberfläche, die Wurzeln werden nach kurzer Zeit von den Bodenlebewesen zersetzt.
Nicht winterharte Sorten frieren über den Winter ab. Sie bleiben auf der Fläche liegen. Die Reste werden zu Beginn der Gartensaison zerkleinert und in den Boden eingearbeitet.

Vorteile der Gründüngung

Gibt es auch Nachteile?

Die Vorteile überwiegen die Nachteile der Gründüngung deutlich. Nachteilig wirken sich die zusätzlichen Kosten für das Saatgut aus. Gleichzeitig entsteht ein zusätzlicher Bearbeitungsaufwand.

Welchen Nutzen hat die Gründüngung?

1. Gründüngung zur Bodenlockerung

Tiefwurzelnde Pflanzen kommen zum Einsatz, um den Boden zu lockern und die Qualität des schweren Gartenbodens zu erhöhen.

Geeignete Sorten für die Gründüngung zur Bodenlockerung sind:

  • Phacelia
  • Sonnenblumen
  • Ölrettich
  • Ackerbohnen
  • Lupinen
  • Luzerne
  • Puffbohnen
  • Borretsch

2. Gründüngung zum Schutz vor Witterungseinflüssen

Grundsätzlich eignen sich alle Gründüngungspflanzen, um den Boden vor Witterungseinflüssen wie Starkregen oder Hitze zu schützen und Temperaturschwankungen auszugleichen.

Geeignete Pflanzen für die Gründüngung zum Schutz vor Witterungseinflüssen sind:

  • Winterroggen
  • Wintergerste
  • Luzerne
  • Spinat

3. Gründüngung zum Schutz vor Schädlingen

Mit einer sorgfältig gewählten Gründüngung als Vorkultur oder zur Füllung von Zwischenräumen zwischen Nutzpflanzen können Sie Schädlinge gezielt bekämpfen. Zum Beispiel Nematoden, die Sellerie, Kartoffeln und Möhren schädigen, werden durch Gründüngungspflanzen vertrieben.

Geeignete Pflanzen für die Gründüngung zum Schutz vor Schädlingen sind:

  • Studentenblumen
  • Ringelblumen
  • Kokardenblumen
  • Mädchenauge
  • Sonnenblumen

4. Gründüngung zur Stickstoffanreicherung

Wer die Gründüngung zur Stickstoffanreicherung des Bodens nutzt, kann auf chemische Düngemittel verzichten. Die Luft enthält Stickstoff, jedoch die meisten Nutzpflanzen können ihn nur aus dem Boden aufnehmen. Eine Ausnahme stellen die Hülsenfrüchte dar. Sie können den Stickstoff aus der Luft mithilfe der sogenannten Knöllchenbakterien umwandeln und geben diesen an den Boden ab. Die nachfolgende Kultur profitiert von dem stickstoffreichen Substrat.

Geeignete Pflanzen für die Gründüngung zur Stickstoffanreicherung sind:

  • Erbsen
  • Bohnen
  • Wicken
  • Klee
  • Lupinen

5. Gründüngung als Bienenweide

Bestimmte Blühpflanzen eignen sich ausgezeichnet, um den Boden einer brach liegenden Fläche zu verbessern und sie in eine Bienenweide zu verwandeln. Erfreue dich an den Blüten und den summenden Besuchern und verwöhne die nützlichen Insekten mit einem zusätzlichen Nahrungsangebot.

Als Bienenweide geeignete Gründüngungspflanzen sind

  • Ringelblumen
  • Sonnenblumen
  • Lupinen
  • Phacelia
  • Borretsch
  • Buchweizen

Fruchtfolge und Mischkultur

Achtung, nicht alle Pflanzen, die den Boden verbessern können, eignen sich für den Gemüsegarten! Niemals dürfen Pflanzen der gleichen Familie nacheinander an der gleichen Stelle angebaut werden.

Die wichtigsten Pflanzenfamilien im Überblick:

Fruchtfolgeneutrale Gründüngungs-Sorten sind

Nicht vor Kreuzblütlern gesät werden darf

Nicht vor Hülsenfrüchtlern gesät werden dürfen

Nicht vor Korbblütlern gesät werden dürfen

Die Idee der vier Beete

Wer den Boden in seinem Garten optimal nutzen und dabei nicht zu stark beanspruchen will, sollte die Vier-Beete-Fruchtfolge kennenlernen. Die vorhandene Anbaufläche wird dabei ganz einfach in vier Beete geteilt und unterschiedlich bepflanzt.

Schema: Fruchtfolge

Schema: Fruchtfolge

1. Beet
Starkzehrer

Kartoffeln, Zucchini, Tomaten, Kohl, Paprika

2. Beet
Mittelzehrer

Möhren, Zwiebeln, Kohlrabi, Spinat

3. Beet
Schwachzehrer

Erbsen, Radieschen, Bohnen, Kräuter

4. Beet
Gründüngung

In jedem Jahr erfolgt der Wechsel ein Beet weiter. Auf diese Weise wird der Boden optimal genutzt und rechtzeitig wieder aufgearbeitet.

Tipp: Wenn Du die Gründüngungsfläche ganzjährig mit Bienenfutterpflanzen belegst, ist die Bestäubung deiner Nutzflanzen gesichert und einer guten Ernte steht nichts mehr im Weg.

Eignet sich die Gründüngung auch für das Hochbeet?

Hochbeet im Garten
Quelle: Jeanette Dietl/shutterstock.com

Vor allem wenn im Hochbeet Starkzehrer wie Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Kohl oder Zucchini angebaut werden, sinkt der Nährstoffgehalt des Bodens schnell. Auch im Hochbeet kann eine Gründüngung zur Bodenverbesserung beitragen.
Säe nach der Ernte drei bis vier verschiedene Pflanzen, die zur Gründüngung geeignet sind, auf das Hochbeet. Durch die unterschiedlichen Wurzellängen wird der Boden perfekt gelockert. Die nicht winterharten Sorten erfrieren im Winter und bleiben als Schutzschicht auf der Oberfläche liegen. Im Frühjahr werden die Pflanzenreste dann eingearbeitet. Eine Schicht frischer Pflanzerde wird darüber gegeben und das Hochbeet ist fertig für die neue Saison. Für Schwachzehrer reicht der Nährstoffgehalt nach der Gründüngung aus. Wenn Du Starkzehrer pflanzen willst, gib etwas Kompost dazu.

Filter


Pflanzenart:

Lichtverhältnisse:

Boden:

Höhe (in cm)

Breite (in cm)

Sonstiges:

  • heimisch
  • essbar
  • kübelgeeignet
  • kletternd
  • insektenfreundlich
  • duftend
  • wintergrün

Blühzeit:

Blütenfarbe:

Alle Pflanzen zum Thema: Gründüngung

Vicia faba
Quelle:Orest lyzhechka/shutterstock.com
Vicia fabaAckerbohne
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 30 - 200 cm
  • 20 - 40 cm
  • 1 1
Fagopyrum cymosum
Quelle:Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Fagopyrum cymosumAusdauernder Baumspinat
  • Staude, nicht heimisch
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  • 1,5 - 2 m
Lolium perenne
Quelle:Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Lolium perenneAusdauernder Lolch
  • Gras, heimisch
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  • 20 - 60 cm
  • 9 9 9
Borago officinalis
Borago officinalisBorretsch
  • Einjährige, eingebürgert
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  • 50 - 70 cm
  • 1 4 4
Fagopyrum esculentum
Quelle:Przemyslaw Muszynski/shutterstock.com
Fagopyrum esculentumEchter Buchweizen
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 20 - 60 cm
  • 4 3
Melilotus officinalis
Quelle:Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Melilotus officinalisEchter Steinklee
  • Zweijährige, heimisch
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  • 40 - 120 cm
  • 30 - 40 cm
  • 6 5 5
Valerianella locusta
Quelle:Landrausch/shutterstock.com
Valerianella locustaFeldsalat
  • Einjährige, heimisch
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  • 10 - 25 cm
  • 10 - 15 cm
Vicia sativa
Vicia sativaFutterwicke
  • Einjährige, eingebürgert
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  • 30 - 80 cm
  • 20 - 40 cm
  • 1
Agrostemma githago
Quelle:tamu1500/shutterstock.com
Agrostemma githagoGewöhnliche Kornrade
  • Einjährige, heimisch
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  • 30 - 100 cm
  • 1 1
Helianthus annuus
Quelle:Artyart/shutterstock.com
Helianthus annuusGewöhnliche Sonnenblume
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 1 - 2 m
  • 20 - 40 cm
  • 3 3 1
Trifolium incarnatum
Quelle:I, KENPEI, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Trifolium incarnatumInkarnat-Klee
  • Einjährige, eingebürgert
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  • 20 - 35 cm
  • 10 - 15 cm
  • 1
Galinsoga parviflora
Quelle:Orest lyzhechka/shutterstock.com
Galinsoga parvifloraKleinblütiges Knopfkraut
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 20 - 60 cm
Medicago sativa
Medicago sativaLuzerne
  • Staude, heimisch
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  • 20 - 30 cm
  • 29 29 20 20
Raphanus sativus var. oleiformis
Quelle:Ksenia Lada/shutterstock.com
Raphanus sativus var. oleiformisÖlrettich
  • Einjährige, eingebürgert
  • 50 - 100 cm
Phacelia tanacetifolia
Quelle:Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Phacelia tanacetifoliaRainfarn-Phazelie
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 20 - 120 cm
  • 40 - 60 cm
  • 4 4
Brassica napus
Quelle:M9K/shutterstock.com
Brassica napusRaps
  • Einjährige, eingebürgert
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  • 30 - 150 cm
  • 64 4 4 1 1
Calendula officinalis
Calendula officinalisRingelblume
  • Einjährige, eingebürgert
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  • 20 - 50 cm
  • 15 - 25 cm
  • 3 2 2
Brassica rapa
Quelle:TeunSpaans, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Brassica rapaRübsen
  • Zweijährige, eingebürgert
  • j
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  • 40 - 100 cm
  • 30 - 40 cm
  • 15 2 2 1
Tagetes tenuifolia
Quelle:Edita Medeina/shutterstock.com
Tagetes tenuifoliaSchmalblättrige Studentenblume
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 30 - 40 cm
  • 30 - 50 cm
Spinacia oleracea
Quelle:Peter Turner Photography/shutterstock.com
Spinacia oleraceaSpinat
  • Einjährige, eingebürgert
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  • 50 - 100 cm
  • 20 - 40 cm
  • 2
Tagetes lucida
Quelle:Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Tagetes lucidaSüßer Estragon
  • Staude, nicht heimisch
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  • 80 - 100 cm
Sinapis alba
Quelle:Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Sinapis albaWeißer Senf
  • Einjährige, nicht heimisch
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  • 30 - 120 cm
  • 10 - 30 cm
  • 26 1
Melilotus albus
Melilotus albusWeißer Steinklee
  • Zweijährige, heimisch
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  • 30 - 120 cm
  • 23 1 1 1
Trifolium pratense
Trifolium pratenseWiesenklee
  • Einjährige, heimisch
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  • 20 - 30 cm
  • 28 26 6 6