Ausdauernder Baumspinat

Fagopyrum cymosum

Staude
Wildform

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Ostasien stammender Verwandter des Buchweizens
  • Bis zu zwei Metern hohes Gemüse mit kräftigem überwinterndem Rhizom
  • Aufrechte, verzweigte Triebe mit dreieckigen Blättern
  • Weiße oder rosa Blüten in kleinen Schirmtrauben
  • Gute Bienenweide
  • Braunschwarze kantige Nüsschen
  • Vermehrung durch Aussaat oder Teilung
  • Braucht reichlich Wasser, Nährstoffe und Sonne
  • Blätter essbar, Blüten sollte man vermeiden, Samen nur geschält verzehren
  • Alte Heilpflanze der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 1,5 - 2 m
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Nelkenartige
Familie: Knöterichgewächse
Gattung: Buchweizen
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Ausdauernder Baumspinat?

Ausdauernder Baumspinat, Wilder Buchweizen oder Ewiger Spinat (Fagopyrum cymosum) ist ein naher Verwandter des besser bekannten Buchweizens und gehört wie dieser zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Ursprünglich in weiten Teilen Chinas, in Bhutan, Nepal, Indien, Burma und Vietnam beheimatet erobert er gerade die europäischen Gärten als Gemüsepflanze. Daheim wächst er in feuchten Tälern und auf grasbewachsenen Hängen, bei uns findet man ausgewilderte Pflanzen nur höchst selten.

Die bis zu zwei Meter hohe ausdauernde krautige Pflanze verfügt über ein kräftiges schwarzbraunes holziges Rhizom. Die aufrechten und stark verzweigten Stängel sind grün oder bräunlich-rötlich, gestreift und kahl und tragen wechselständige Blätter. Diese sind 2-10 Zentimeter lang gestielt oder unterhalb der Blütenstände sitzend, dreieckig und 4-12 Zentimeter lang und 3-11 Zentimeter breit, mit tief herzförmigem Grund, ganzem Rand und zugespitzt. Die Blattscheide am Grund des Stiels ist braun, häutig und ohne Wimpern.

Die kleinen weißen oder rosa Blüten erscheinen mit 4-6 Exemplaren büschelig gehäuft in konisch-eiförmigen Schirmtrauben am Ende der Triebe und in den oberen Blattachseln. Darunter stehen eiförmig-lanzettliche, drei Millimeter lange Hochblätter mit Spitze und häutigem Rand., Die Blüten selbst sind fünfzählig, zwittrig und sternförmig, mit 2-3 Millimeter langen elliptischen Hüllblättern. Im Inneren fallen die acht langen roten Staubbeutel und die kopfigen gelben Narben des oberständigen Fruchtknotens auf. Aus ihnen bildet sich ein braunschwarzes, dreikantiges und spitzes breit eiförmiges Nüsschen von 6-8 Millimetern Länge, das oft am Rand leicht geflügelt ist.

Ausdauernder Baumspinat im Garten

Standort

Der Baumspinat hat auch bei seinen Standortvorlieben ähnliche Wünsche wie unser Spinat – er steht gerne auf einem feuchten und nähstoffhaltigen Grund mit Sonne oder Halbschatten. Bei trockenem Wetter muss man ihn ausgiebig gießen, sonst lässt er schnell die Blätter hängen. Im Gegensatz zum einjährigen Buchweizen ist er winterhart bis -20 °C.

Schnitt

Schneiden heißt beim Baumspinat ernten, sofern man ihn nicht als reine Zierpflanze halten möchte. Zum Essen verwendet werden lediglich die Blätter und jungen Triebe, die Blüten sollte man wegen der darin enthaltenen phototoxischen Substanzen nicht verzehren. Sie können so etwas ähnliches wie einen Sonnenbrand auslösen, selbst wenn die Sonne nicht besonders intensiv scheint. Ansonsten sterben im Winter die oberirdischen Teile ab, und erst im Frühjahr treibt das Rhizom neu aus.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Teilung oder mithilfe von Ausläufern. Die Pflanzen wachsen bei guter Pflege flott heran und werden schnell erntereif.

Verwendung

Als Gemüse hat der Ausdauernde Baumspinat natürlich seinen festen Platz im Nutzgarten. Wer ihn auf Balkon oder Terrasse kultivieren möchte – auch das ist möglich. Er wächst auch wunderbar in Kübeln oder Kästen. Achtung: Mit zwei Metern wird das tatsächlich ein kleiner Baum…

Schädlinge

Bei Schnecken ist der Baumspinat ähnlich beliebt wie sein Verwandter. Das gilt vor allem für die jungen Pflänzchen. Ansonsten ist er recht robust und leidet eher selten an Mehltau und anderen Krankheiten.

Ökologie

Die Blüten des Baumspinates bieten leicht zugänglichen Nektar und Pollen und werden von Honigbienen und anderen Insekten gerne besucht – einer der seltenen Fälle, wo ein Exot gerne als Nahrungsquelle akzeptiert wird. Der von der Asiatischen Honigbiene gesammelte Honig soll allerdings ähnlich gewöhnungsbedürftig wie unser Buchweizenhonig schmecken und hat einen wenig süßen, aber eigentümlich teerigen Geschmack.

Wissenswertes

Die dreieckigen Blätter des Baumspinats erinnern in der Tat an die unseres bekannten Gemüses mit dem Blubb. Man kann sie in der Küche ebenso wie die jungen Triebe dünsten und wie Spinat verwenden oder zu Salat verarbeiten.

Andere botanische Bezeichnungen sind - unter vielen anderen - Fagopyrum dibotrys und Polygonum cymosum, und im Deutschen bezeichnet man ihn auch liebevoll als Ewiger Spinat. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das getrocknete Rhizom als Heilpflanze ??, jin qiao verwendet. Sie dient der Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen von Lungenkrankheiten über Durchfälle, Entzündungen, Verletzungen und Rheuma bis zu Schlangenbissen.

Die Blüten vom Baumspinat enthalten große Mengen Fagopyrin, ein Anthrachinon-Derivat, das ähnlich wie das verwandte Hypericin des Johanniskrautes photosensibilisierend wirkt. Als problematisch wurde das allerdings bisher nur von Schweinen und Schafen berichtet, bei denen die nicht pigmentierten Hautstellen bei Sonneneinstrahlung ähnlich wie auf einen Sonnenbrand reagieren – mit Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Bläschen, die später offene verkrustende Wunden bilden. Die Intoxikation wird als Fagopyrismus bezeichnet.

Dagegen sind die Blätter unbedenklich. Die Samen werden ähnlich wie unser Buchweizen vor dem Verzehr geschält, da auch die Schalen Fagopyrin enthalten. Die Hüllen machen rund ein Drittel des Gewichtes aus. Man kann den stärkereichen Inhalt trocknen und zu Mehl vermahlen genauso wie Buchweizenmehl verwenden oder ungemahlen wie Reis kochen.

Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wie schmeckt Baumspinat?

So groß ist der geschmackliche Unterschied zu unserem heimischen Spinat nicht – allerdings ist der Baumspinat noch etwas würziger. Man kann die Blätter und jungen Triebe als Salat oder als Gemüse in der Küche verwenden. Sogar die Samen kann man essen – allerdings besser geschält, denn die Hülle enthält photosensibilisierende Substanzen, die ähnlich wie Johanniskraut einen Sonnenbrand auf der Haut auslösen können. Gleiches gilt für die Blüten – auf sie sollte man unbedingt verzichten. In seiner asiatischen Heimat kommt es des Öfteren zu sogenanntem Fagopyrismus, wenn Schafe und Schweine davon gefressen haben. Die lichtexponierten Körperstellen ohne Fell und Pigmente können dabei langwierige geschwürige Schäden davontragen.

Ist Baumspinat mehrjährig?

Ja, allerdings. Er ist mehrjährig und überwintert mit Hilfe seines ausdauernden Rhizoms. Oberirdisch sterben die grünen Teile beim ersten Frost ab, aber im Frühjahr treiben die Pflanzen zeitig wieder aus und wachsen rasch heran. Fröste übersteht er bis zu -20 °C; wird es noch kälter, so muss man ihn abdecken. Allerdings ist er anscheinend hart im Nehmen – im alpinen Tirol gibt es inzwischen kleine wilde Bestände an Stellen, wo die meiste Zeit des Jahres Schnee liegt.

Ist Baumspinat gesund?

Sagt man – was an den teils vollmundigen Behauptungen im Internet dran ist lässt sich bezweifeln, denn die gesundheitlichen Wirkungen von Baumspinat wurden bisher nur bei seinem in der Küche nicht genutzten Rhizom untersucht. Baumspinatwurzel ist ein altes Heilmittel der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird gegen Schlangenbisse, Atemwegserkrankungen und vieles andere verwendet. Sie enthält Phenole, Terpenoide und Flavonoide wie Rutin, Quercetin und Kaempferol. In der modernen medizinischen Literatur gibt es sogar eine ganze Menge von Veröffentlichungen, die sich unter anderem mit dem Einsatz bei Krebs, Colitis ulcerosa, Arthritis und anderen Erkrankungen beschäftigen. Die Extrakte mit den flüchtigen Ölen wirken auf jeden Fall antimikrobiell und antioxidativ – ob sie auch in vivo das Tumorwachstum hemmen und ob Baumspinat gegen Krebs hilft muss sich erst noch herausstellen.

Wie lange kann man Baumspinat ernten?

So lange wie er austreibt. Üblicherweise kommt „Ewiger Spinat“ im Frühjahr schnell wieder zum Vorschein, wenn er erst einmal seine Winterruhe hinter sich hat. Dann kann man die jungen Triebe und die Blätter vom Baumspinat jederzeit ernten. Dabei sollte man die Wurzeln natürlich nicht mit herausrupfen, denn die bleiben einem viele Jahre treu und liefern jede Menge Gemüse. Auch deswegen praktisch, weil der Baumspinat mit seinem hohen Wuchs deutlich weniger Fläche im Garten in Anspruch nimmt als unser Spinat, der zudem nur einjährig wächst.

Ökologischer Wert

Ausdauernder Baumspinat nicht heimisch und hat nach unseren Informationen keinen (großen) Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co.

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Quelle: Foto von Kampus Production von Pexels
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