Tomate

Solanum lycopersicum

Einjährige
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
giftig
Tomate (Solanum lycopersicum) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Daniel VILLAFRUELA, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Süd- und Mittelamerika stammende Gemüsepflanze
  • Früher als Zierpflanze, heute eine der beliebtesten Gemüsesorten
  • Gehört zur Familie der Nachtschattengewächse
  • Starker Geruch der Pflanzen durch aromatische Drüsenhaare
  • Je nach Sorte bis zu vier Metern lang/hoch werdend
  • Goldgelbe Blüten in rispenähnlichen Blütenständen
  • Früchte kugelige, ovale oder birnförmige Beeren
  • Farben von Rot über Orange und Gelb bis zu tiefem Schwarzviolett
  • Einjährig, Vermehrung mit Samen
  • Benötigt meist eine Stütze und ist nicht frosthart
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 40 - 200 cm
Breite: 40 - 50 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Nachtschattenartige
Familie: Nachtschattengewächse
Gattung: Nachtschatten
ist giftig unreife Beeren, Blüten
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Tomate?

Tomate (Solanum lycopersicum) gehört zu der Vielzahl an Nachtschattengewächsen (Solanaceae), die erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gelangten. Wie viele andere wurde sie zunächst als exotische Zierpflanze gehalten, bevor sie sich zu einer der beliebtesten Gemüsepflanzen entwickelte. Sie wird in vielen Sorten angebaut und findet sich selten verwildert auf Schuttplätzen, in Unkrautfluren und an Ufern.

Auch wenn sie zwei- und mehrjährig zu wachsen vermag hält man die Tomate bei uns in der Regel als einjährige Pflanze. Sie ist von oben bis unten drüsig-borstig behaart mit Ausnahme der Früchte und erreicht eine Länge von bis zu vier Metern. Anfangs wachsen die Triebe aufrecht, später liegend, sodass man sie im Anbau an Stöcken oder ähnlichem hochbindet. Die Drüsen sorgen für einen typischen strengen Geruch.

An den Verzweigungen der Hauptachsen sitzen drei jeweils 20-35 Zentimeter lange unpaarig gefiederte und gestielte Blätter. Die Fiederblätter haben einen eiförmigen oder elliptischen Umriss mit abgeschnittenem oder herzförmigem Grund, einer kleinen Spitze und einem vor allem im unteren Bereich gezähnten oder gekerbten Rand.

Die Blütenstände sind meist bis zu 10 Zentimeter lange, teilweise verzweigte „Rispen“, botanisch korrekter Wickel mit bis zu 15 Einzelblüten. Die einzelnen Blüten stehen an abgeknickten zentimeterlangen Stielen und entwickeln sich aus konischen Knospen. Sie sind fünfzählig, radiärsymmetrisch und zwittrig mit halbverwachsenen Kelchblättern mit zurückgeschlagenen Zipfeln und ebenfalls am Grunde verwachsenen Kronblättern. Insgesamt sind die Blüten 1-2 Zentimeter breit; die Kronblätter sind ebenso wie die zu einer Röhre verwachsenen Staubblätter leuchtend gelb gefärbt. Sie werden von den Narben des Griffels nur wenig überragt.

Bei den Früchten handelt es sich botanisch um kugelige Beeren, die normalerweise nur 2-3 Zentimeter, bei einigen Kultursorten aber auch über 10 Zentimeter groß werden. Je nach Sorten sind sie rund, oval oder birnförmig und haben eine rote, bisweilen gelbe, orange oder gemusterte Farbe. Die nach hinten gebogenen Kelchblätter bleiben zunächst erhalten, bis die Frucht abfällt oder ohne Stiel gepflückt wird. Im Inneren der Beeren befinden sich zahlreiche eiförmige, gelbbraune Samen mit borstiger Oberfläche.

Tomate im Garten

Standort

Die Tomate bevorzugt einen frischen, nährstoffreichen und humosen lockeren Sand- und Lehmboden mit viel Wärme und Feuchtigkeit. Sie ist frostempfindlich. Die anfänglich aufrechten und später niederliegenden Triebe vor allem der der größer werdenden Sorten bindet man am besten an einem Pflanzstab fest, damit sie in die Höhe wachsen können und die Äste nicht abknicken und die Früchte in Bodennähe landen. Sie benötigen relativ viele Nährstoffe, sodass hinlängliches Düngen kein Fehler ist. Auch wässern muss man sie im Sommer regelmäßig, allerspätestens wenn die Blätter schlaff herabzuhängen beginnen.

Schnitt

Wichtig für einen reichhaltigen Fruchtansatz ist vor allem das Ausgeizen, das Abkneifen der in den Blattachseln erscheinenden neuen Triebe. So hält man die Pflanzen buschiger und sorgt für mehr Blüten und Früchte. Im Spätsommer kann man die Triebe auch an der Spitze abschneiden, da die dann noch erscheinenden Blüten ohnehin nicht mehr ausreifen.

Vermehrung

Eine Vermehrung mit Samen ist ohne weiteres möglich; die Tomate ist ein Wärmekeimer, den man am besten im zeitigen Frühjahr in der häuslichen Wärme anzieht, bevor man die jungen Pflänzchen in den Garten aussetzt. Bei selbst geernteten Samen kann man sich nicht sicher sein, ob die Nachfolgegeneration alle Eigenschaften der Eltern mitbekommt. Daher greift man meistens auf das F1-Saatgut aus dem Gartenfachhandel zurück. Ansonsten spricht aber nichts gegen einen Versuch und sich überraschen zu lassen, was die aktuelle Tomatenaussaat an Ergebnissen bringt. In den Garten setzen sollte man die Setzlinge sicherheitshalber erst nach den Eisheiligen, da die Pflanzen keinen Frost vertragen.

Verwendung

Tomaten eignen sich sowohl für die Auspflanzung im Nutzgarten wie auch für die Kultur in Kübeln, Containern oder Blumentöpfen. Gerade die kleineren Sorten sind auch gut für den Balkon oder die Terrasse geeignet. Noch besser gedeihen sie im Gewächshaus, wo sie viel Wärme und Luftfeuchtigkeit abbekommen. Die meisten im Handel erhältlichen Früchte stammen nicht mehr aus dem Freiland, sondern werden unter Glas gezogen.

Schädlinge

Tomaten werden von einer Vielzahl von Schädlingen befallen, darunter Blattläusen, Spinnmilben, Thripsen und Weißen Fliegen. Auch Pilzkrankheiten sind nicht selten, wie Fusarium- und Verticillium-Welke, Phytophthora-Kraut- und Braunfäule, Grauschimmel und Mehltau. Schnecken machen vor allem den jungen Setzlingen schnell und gründlich den Garaus.

Ökologie

Die Bestäubung der Tomaten erfolgt recht speziell – es handelt sich dabei um Vibrationsbestäuber. Das bedeutet, dass Bienen und vor allem Hummeln durch vibrierende Bewegungen den Pollen aus den Pollensäcken herausbugsieren und sich damit einstäuben. Im Tomatenanbau unter Glas führte das anfangs zu Problemen, da man die Blüten mühsam von Hand bestäuben musste. Erst in den 1980er Jahren fand man heraus, dass die Bestäubung mit der in Europa häufigsten Hummelart, der Dunklen Erdhummel (Bombus sylvestris) wesentlich effektiver erfolgt. Auf anderen Kontinenten entwickelt sich das importierte Nutztier inzwischen häufig als gefährlich für die einheimischen Hummelarten.

Die gesamte Pflanze und vor allem die unreifen grünen Früchte enthalten Alkaldoide wie α-Tomatidin und Solanin, das auch in der Kartoffelpflanze und vielen weiteren Nachtschattengewächsen vorkommt. Sie sollen Fressfeinde abschrecken und verschwinden erst mit der Reife – danach ist der Verzehr durch Vögel und Säugetiere durchaus erwünscht, da er zur Verbreitung der Samen beiträgt.

Wissenswertes

In ihrer europäischen Frühzeit bezeichnete man die Tomate häufig als Paradiesapfel, eine Bezeichnung, die sich in Österreich bis heute in Form von Paradeiser gehalten hat. Das italienische pomodoro besagt goldener Apfel. Dagegen leitet sich die deutsche Bezeichnung vom aztekischen x?tomatl ab. Was zunächst als Zierpflanze botanische Gärten und Orangerien beherrschte, breitete sich erst gegen Ende des 18. Jahrhundert als Gemüse aus und erfreut sich heute größter Beliebtheit. Heute ist China weltweit führend im Tomatenanbau, mit einer Jahresproduktion von über 60 Millionen Tonnen. Insbesondere viele verarbeitete Tomatenprodukte wie Dosentomaten und Tomatenmark werden in China hergestellt.

Fotos

Gesamte Pflanze Tomate
Quelle: Daniel VILLAFRUELA, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Tomate
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Tomate
Quelle: Niepokój Zbigniew, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte man eine Tomate wachsen lassen?

Das kommt vor allem auf die Sorte an. Cocktailtomaten und Buschtomaten bleiben meist deutlich unter einem Meter und sind von Natur aus kleiner als Fleischtomaten und Stabtomaten, die bis zu zwei Metern in die Höhe sprießen können. Am besten geizt man die in den Blattachseln erscheinenden Triebe regelmäßig aus, sodass die Pflanzen sich nicht verausgaben. Zudem kann man die Triebspitzen ab August kappen. Die Blüten, die danach noch gebildet werden, bilden vor dem Winter ohnehin keine reifen Früchte mehr. Wer im Herbst noch nicht völlig ausgereifte Tomaten vor dem Frost ernten möchte, bewahrt sie am besten dunkel und bei niedriger Raumtemperatur auf – nur nicht im Kühlschrank, denn hier verlieren sie endgültig ihren Geschmack.

Was ist an Tomaten gesund

Tomaten enthalten nicht nur Wasser – über 90 Prozent - sondern auch viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide. Das bezeichnende Lycopin ist für die rote, Lutein für gelbe Färbung verantwortlich; beides sind starke Antioxidantien, welche die Körperzellen vor freien Radikalen schützen. Hinzu kommen Vitamine A, B1, B2, B12Vitamin C und E sowie Mineralien und Spurenelemente. Grüne unreife Früchte wie auch das Kraut sollte man nicht verzehren, denn sie enthalten gesundheitsschädliche Alkaloide, vor allem α-Tomatidin und Solanin. Was Tomaten allerdings kaum haben sind Kalorien – ein sattes Kilo schlägt mit gerade mal 120 kcal zu Buche.

Ist eine Tomate eine Frucht oder ein Gemüse?

Aus botanischer Sicht ist die Tomate ganz klar eine Frucht, genauer eine Beere. Was sie gewiss nicht ist, ist ein Obst. Als Frucht einer einjährigen angebauten Pflanze, von der man Teile roh oder gekocht zum Essen verwendet erfüllt sie die Kriterien für ein Gemüse.

Was ist in einer Tomate enthalten?

Tomaten sind vor allem deswegen so beliebt, weil sie mit einer gekonnten Mischung aus süß, sauer und salzig die Geschmacksknospen der Zunge und mit flüchtigen Aromastoffen wie Geranial die Nase in Verzückung versetzen. Trotzdem ist der Hauptbestanteil Wasser – bis zu 95 Prozent, wie man mit Erschrecken beim Trocknen von Tomaten feststellen wird. Hinzu kommen Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Magnesium, Spurenelemente wie Eisen und Chrom, die Vitamine A, B1, B2, B12, C und E sowie Carotinoide, die für die Farbe verantwortlich sind, insbesondere das rote Lycopin und gelbes Lutein. Der Fettgehalt ist verschwindend gering, und auch der Kohlenhydratanteil bleibt mit etwa vier Prozent niedrig, zumal es sich dabei um viele Ballaststoffe handelt. Hundert Gramm Tomaten haben gerade mal 12 kcal.

Ökologischer Wert

Tomate nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Dient als Futterplanze für Raupen:
7

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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