Gurke

Cucumis sativus

Einjährige
Wildform
Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Gurke (Cucumis sativus) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: MIKHEIL, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Indien stammende Gemüsepflanze
  • Klettert mithilfe von Ranken
  • Lang gestielte borstige Blätter
  • Einhäusig getrenntgeschlechtlich, aber oft mit vorwiegend weiblichen Blüten
  • Blüten gelb, 2-3 Zentimeter groß
  • Gurken im botanischen Sinne Panzerbeeren
  • Zuchtsorten meist selbstbestäubend
  • Unterscheidung zwischen Schlangengurken und Gewürzgurken
  • Braucht viel Nährstoffe, Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit
  • Von zahlreichen Krankheiten und Schädlingen bedroht
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Wuchs: kletternd
Höhe: 30 - 70 cm
Breite: 40 - 60 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
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a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kürbisartige
Familie: Kürbisgewächse
Gattung: Gurken

Was ist Gurke?

Gurke (Cucumis sativus) wird häufig und in vielen Sorten als Gemüsepflanze angebaut. Ursprünglich in Vorderindien beheimatet trifft man sie nur äußerst selten verwildert in der Nähe menschlicher Siedlungen an. Sie gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).

Es handelt sich dabei um eine niederliegende und kletternde, einjährige krautige Pflanze, deren Triebe eine Länge von 4-5 Metern und eine Wuchshöhe bis zu 70 Zentimetern erreichen. Sie ist mit Ausnahme der Früchte in allen Teilen steif borstig behaart, mit lang gestielten bis zu 20 Zentimeter langen Blättern. Diese sind am Grund herzförmig auslaufend, mit drei- bis fünfkantig gespitzter oder angedeutet handförmig gelappter Spreite und einem fein gezähnten Rand. Am Grund des Blattstiels entspringt jeweils eine einzelne, unverzweigte Ranke.

Die Wildform der Gurke ist getrenntgeschlechtlich einhäusig, also mit männlichen und weiblichen Blüten an jeder Pflanze; viele Zuchtsorten sind jedoch rein weiblich und bilden Früchte auch ohne Bestäubung. Die Blüten werden 2-3 Zentimeter breit, mit schmal-lanzettlichen grünen Kelchblättern und goldgelben Kronblättern, die am Grund zu einer kurzen Röhre verwachsen sind, über der sich die Kronzipfel becherartig erheben. Weibliche Blüten stehen einzeln in den Blattachseln, die männlichen meist in kleinen Gruppen, wobei sich immer nur eine gerade öffnet.

Bei den Gurken handelt es sich im botanischen Sinne um Beerenfrüchte, die bei modernen Zuchtsorten über einen halben Meter lang werden können. Sie zeichnen sich durch eine dicke grüne glatte oder höckrige Schale aus, eine aus dem Blütenboden gebildete Fruchthülle. Diese schützt das wasserreiche, weiße oder grünliche Fruchtfleisch, in dessen Mitte die nur selten zu vollständigen Samen ausgebildeten Samenanlagen sitzen. Die Samen sind eiförmig gespitzt, flach und weiß.

Gurke im Garten

Standort

Gurkenpflanzen benötigen einen frischen und nährstoffreichen, locker-humosen Boden mit viel Wärme und Luftfeuchtigkeit. Sie ist frostempfindlich.

Schnitt

Zurückschneiden muss man die Gurken, wenn sie sich in ihrem maßlosen Ausbreitungsdrang allzu sehr breitmachen. Mit Rückschnitt und Ausgeizen von überzähligen Blüten lassen sich größere Früchte erzielen.

Vermehrung

Die Vermehrung der Gurke erfolgt mit Samen. Um sie selber zu produzieren benötigt man männliche Blüten, die man bei den meisten Zuchtsorten zugunsten der weiblichen Exemplare unterdrückt hat. Daher ist es bei den modernen Kultivaren eher üblich, den Samen jedes Jahr neu zu kaufen oder gleich auf junge vorgezogene Exemplare zurückzugreifen.

Verwendung

Als Gemüsepflanze ist die Gurke natürlich für den Nutzgarten prädestiniert.

Schädlinge

Gurken gelten als extrem empfindlich, was sich allerdings weniger im heimischen Garten als in der groß angelegten landwirtschaftlichen Produktion niederschlägt. Neben Mangelkrankheiten wie Eisenmangel spielen Bakterien, Viren und vor allem Pilze eine herausragende Rolle. Thripse, diverse Läuse, Spinnmilben und natürlich die gefräßigen Schnecken machen ihnen ebenso zu schaffen wie Mehltau, Verticillium-Welke, Grauschimmel und viele andere Erkrankungen. Daher werden die Schlangengurken mittlerweile fast nur noch im Gewächshaus angebaut, lediglich die kleineren und etwas unempfindlicheren Gewürzgurken kennen noch Freiland.

Ökologie

Die Bestäubung der Gurke übernehmen Insekten, vor allem Bienen und Grabwespen – zumindest ursprünglich. Die im Gewächshaus angebauten Sorten sind in der Regel rein weiblich und sorgen für Selbstbestäubung, sodass es auch unter Glas und ohne tierische Helfer zu reichhaltigem Fruchtansatz kommt. Autographa gamma, die Gammaeule, legt ihre Eier hier ab und überlässt die Pflanzen ihrer Nachkommenschaft als Raupenfutter.

Wissenswertes

Für die Jahre 2019/2020 wählte man die Gurke zum Gemüse des Jahres. Es gibt inzwischen eine Unzahl von Sorten mit unterschiedlich gestalteten Früchten, aber die beiden wichtigsten sind nach wie vor die Salat- oder Schlangengurke mit relativ großen und langen Früchten für Salate und die wesentlich kleineren Einlege- oder Gewürzgurken, die man traditionell mit Essig und Gewürzen einkocht oder milchsauer fermentiert mit Salz haltbar macht.

Anhand der Blätter lassen sich Gurke (Cucumis sativus) und die nahe verwandte Melone (Cucumis melo) leicht unterscheiden, auch wenn sie noch keine Blüten oder Früchte tragen: Bei der Gurke haben sie spitze Ecken, bei der Melone sind sie abgerundet.

Fotos

Gesamte Pflanze Gurke
Quelle: MIKHEIL, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Gurke
Quelle: apple2000, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Gurke
Quelle: DenesFeri, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Gurke

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Gurke (Wildform) gelb
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Zitronengurke gelb
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Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Wie wächst die Gurke?

Gurken gehören zu den Kürbisgewächsen, denen der rankende Lebensstil zu eigen ist: Die Triebe werden bis zu vier Metern lang und klimmen dank der in den Blattachseln gebildeten unverzweigten Ranken bis zu etwa 70 Zentimeter in die Höhe. Salatgurken kultiviert man meistens nur noch im Gewächshaus, wo sie an Rankhilfen hängend gedeihen, oft sogar in einer Nährlösung und ohne festes Substrat. Diese Methode sorgt für mehr schnurgerade Früchte und erleichtert die Ernte. Dagegen kommen die Gewürzgurken häufig im Freiland in den Genuss von Bodenhaltung und klettern bestenfalls aneinander in höhere Regionen.

Warum ist die Gurke krumm?

Züchtungen haben die Salatgurke einfacher in der Handhabung gemacht: Noch vor einigen Jahrzehnten beherrschten krumme Gurken die Märkte, die mit etwas Pech bitter und ungenießbar ausfielen und in denen sich zudem wesentlich festere Samen fanden. Abweichler werden anderweitig verarbeitet, sodass in den Supermarktregalen die genormte EU-Einheitsgurke regiert. Das Kontrollieren auf Samen und Bitterkeit ist heute obsolet, und dank ihrer schnurgeraden Form sind sie auch besser zu verpacken. Aromatischer Geschmack gehörte leider nicht zu den Zuchtzielen.

Die EU-Verordnung 1677/88/EWG zur Festsetzung von Qualitätsnormen für Gurken von 1988 wurde als Gurkenkrümmungsverordnung zum Gespött: Die Handelsklassen I und „Extra“ dürfen maximal zehn Millimeter Krümmung auf zehn Zentimeter Länge aufweisen. PS: Salatgurken kommen nicht mehr aus Bodenhaltung, sondern werden meistens hängend kultiviert.

Was ist eine Gurke, Obst oder Gemüse?

Im botanischen Sinne wäre die Gurke eigentlich ein Obst, denn bei den Früchten handelt es sich um eine Panzerbeere, die außenherum von einer kräftigen Schale geschützt wird und in ihrem Inneren die Samen birgt. In der Küche entspricht sie allerdings der Definition von Gemüse: Als Gemüse bezeichnet man ein- oder zweijährige Pflanzen, von denen man Teile roh oder gekocht zum menschlichen Verzehr verwendet.

Wie gesund ist die Gurke?

Gurken gelten als ungemein gesundes Gemüse, das in erster Linie aus Wasser besteht. Damit füllt es nicht nur den Magen, es sorgt auch für Ballaststoffe und enthält viele B-Vitamine, aber auch Vitamin C und Vitamin E, Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium und Spurenelemente wie Eisen und Zink. Die sitzen allerdings zum größten Teil in der Schale – daher sollte man Gurken nicht schälen, sondern die Schale mitessen. Leider ist diese schwerer verdaulich als das saftige Fruchtfleisch.

Wie macht man Gurke leichter verdaulich?

Schwer verdaulich ist lediglich die grüne Schale – ausgerechnet hier sitzen aber auch die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe. Beim Schälen gehen sie leider verloren. Wer es der Verdauung mitsamt Schale leichter machen möchte, sollte die Gurke raspeln statt in Scheiben zu schneiden. So haben die Enzyme in Magen und Darm eine größere Angriffsfläche. Noch besser verdaulich wird der Gurkensalat, wenn man ihn mit etwas Kümmel würzt. Wer die Samen zwischen den Zähnen nicht mag, kann ihn auch mörsern oder gleich als Kümmelpulver kaufen. Damit lassen sich zudem Blähungen vermeiden.

Ganz besonders empfindliche Menschen können die Salatgurke vor der Zubereitung kurz blanchieren: einfach beide Enden nacheinander ein paar Sekunden in kochendes Wasser tauchen und mit kaltem Wasser abspülen - natürlich ohne sich dabei die Pfoten zu verbrennen. So beschränkt sich die Prozedur auf die harte Schale und sorgt für deren bessere Verdaulichkeit.

Ökologischer Wert

Gurke in Mitteleuropa eingebürgert und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Themen

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Pflanzen für Tiere
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