Weißer Senf

Sinapis alba

Einjährige
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Weißer Senf (Sinapis alba) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateter Kreuzblütler
  • Vielfach als Nutzpflanze angebaut
  • 30-60 Zentimeter hohes einjähriges Kraut
  • Gelbe Blütenstände
  • Charakteristische Früchte mit langem Schnabel und gelben Samen
  • Samen liefern Senfkörner für die Küche und technisches Öl
  • Als Gründüngung, Zwischenfrucht und zur Bodenverbesserung geeignet
  • Vertreibt zuverlässig Nematoden
  • Wichtiger Pollenlieferant für 26 Wildbienen
  • Außerordentlich schnellwachsend – Früchte binnen eines Monats nach Aussaat möglich
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 30 - 120 cm
Breite: 10 - 30 cm
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer bis normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Kreuzblütlerartige
Familie: Kreuzblütler
Gattung: Senfe
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Was ist Weißer Senf?

Weißer Senf oder Gelber Senf (Sinapis alba) ist ein einheimischer Vertreter aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), den man bei uns selten und unbeständig in Unkrautfluren, an Wegen und Schuttplätzen oder auf Äckern antrifft. Er ist ursprünglich am Mittelmeer beheimatet und wurde als Nutzpflanze zur Senfherstellung nach Mitteleuropa importiert.

Es handelt sich dabei um eine einjährige, 30-60 Zentimeter hohe Pflanze mit aufrechten und verzweigten, steifen kantigen Stängeln. Die Blätter sind vielgestaltig leierförmig bis fiederspaltig, rau behaart und gestielt. Alle Pflanzenteile riechen aromatisch scharf nach den charakteristischen Senfölglykosiden.

Als Blütenstände bildet der Weiße Senf endständige, bis zu 30 Zentimeter lange Schirmtrauben mit den typischen radiärsymmetrischen vierzähligen Kreuzblüten, die etwa einen Zentimeter groß sind. Die Kelchblätter sind fünf Millimeter lang und einen Millimeter breit, schmal-lanzettlich und grün, die rundlichen und leicht ausgerandeten gelben Kronblätter sind 7-12 Millimeter lang und 3,5-5 Millimeter breit; sie stehen frei und sind nicht miteinander verwachsen.

Bei den lang gestielten Früchten handelt es sich um waagerecht abstehende rundlich lanzettliche Schoten, die einen Durchmesser von vier Millimetern aufweisen und dicht behaart sind. Sie münden in einen samenlosen, schnabelförmig zusammengedrückten Teil, der die Hälfe der Schote in Anspruch nimmt und säbelförmig gebogen ist. Die 4-8 ölreichen Samen sind rundlich, millimetergroß und hellgelb bis hellbraun.

Weißer Senf im Garten

Standort

Gelber Senf ist recht anspruchslos und gedeiht auf so ziemlich jedem Substrat. Er bevorzugt aber einen frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen, am besten kalkhaltigen sandigen oder reinen Lehmboden, möglichst mit viel Wärme und Sonne.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Gelben Senf nur zur Ernte oder zum Entfernen vertrockneter Triebe nötig. Man kann sie auch an Ort und Stelle untergraben und als Gründüngung verwenden.

Vermehrung

Die Vermehrung nimmt man beim Gelben Senf mit der Senfsaat vor, die schnell auskeimt und unter guten Bedingungen bereits einen Monat nach der Aussaat die ersten Früchte zeigt.

Verwendung

Der Gelbe Senf ist in der Landwirtschaft üblicher als im heimischen Garten, aber er ist eine hübsche Zierpflanze und bietet vor allem Wildbienen reichlich Pollen. Mit einigen Exemplaren in Blumenbeet und Rabatten oder auf Balkon und Terrasse erweist man den nahrungssuchenden Damen einen großen Gefallen.

Schädlinge

Hauptschädlinge beim landwirtschaftlichen Anbau von Senf sind die Weiße Fliege und Erdflöhe. Ansonsten ist der Gelbe Senf recht widerstandsfähig und wird nur selten von Krankheiten oder Pilzen heimgesucht.

Ökologie

Die Bestäubung des Gelben Senfs übernehmen vor allem Fliegen und Honigbienen. Die blütensteten Honigsammlerinnen können bei großen Beständen sogar einen sortenreinen Senfblütenhonig sammeln. Man bekommt ihn nur äußerst selten; er schmeckt aromatisch-würzig, ist hell gelblichbraun und cremig – keineswegs so scharf wie Haushaltssenf.

Die scharf schmeckenden Blätter können den Raps-Weißling (Pieris napi) nicht abschrecken, der hier seine Eier ablegt und die Pflanze als Raupenfutter verwendet. Den reichlich gebildeten Pollen sammeln 26 einheimische Wildbienen, vor allem Sandbienen (Andrena spec.), aber auch Furchenbienen (Halictus spec. und Lasioglossum spec.).

Wissenswertes

Die Bezeichnungen Weißer Senf und Gelber Senf beziehen sich zum einen auf die weißen Samen und zum anderen auf die gelbe Farbe der Blüten. Er ist eine alte Heil- und Gewürzpflanze, die man bereits in der Antike kannte und die die alten Römer in Europa verbreiteten. Man nutzt vor allem die Senfkörner als Gewürz und zur Herstellung von Haushaltssenf.

Fotos

Gesamte Pflanze Weißer Senf
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Weißer Senf
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Weißer Senf
Quelle: Leo Michels, Public domain, via Wikimedia Commons
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Kann man Weißen Senf essen?

Blätter wie Samen sind essbar und haben einen charakteristisch scharfen Geschmack. Dieser ist auf die darin enthaltenen Senfölglykoside wie Sinalbin zurückzuführen. Weißer Senf ist eine alte Heilpflanze, die man bereits in der Antike verwendete und die in den mittelalterlichen Kräuterbüchern ausführlich behandelt wurde. Seine Samen dienen zudem als Einlegegewürz sowie der Herstellung Senf oder Mostrich, bei dem man sich den scharfen Geschmack als Würze zunutze macht. Darüber hinaus gewinnt man aus den Samen ein technisches Öl.

Wofür ist Weißer Senf gut?

Gelber Senf wächst schnell – er blüht im Sommer innerhalb eines Monats nach der Aussaat - und zehrt nur wenig am Boden, sodass man ihn landwirtschaftlich als Zwischenfrucht oder zur Gründüngung einsetzt. Resistente Arten können zudem zuverlässig Nematoden vertreiben, und die kräftigen Wurzeln lockern selbst kompakten Tonboden auf. Daher eignet er sich auch zur Bodenverbesserung. Der Gebrauch wurde bereits im Mittelalter propagiert, wo ihn die Landgüterverordnung Capitulare de villis Karls des Großen zum Anbau ausdrücklich empfahl.

Ökologischer Wert

Weißer Senf nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
26
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
2

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Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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