Erbse (Pisum sativum)
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Erbse,Gartenerbse

Pisum sativum

Einjährige
heimisch
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einjährige krautige Gemüsepflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler
  • Mit dünnen Stielen rankend
  • Für sonnige Standorte
  • Nicht winterhart
  • Niemals an der gleichen Stelle wie im Vorjahr aussäen
  • Schotenförmige Früchte mit Samen
  • In der Küche vielfältig in Gebrauch
  • Ökologischer Nutzwert in Deutschland gering
  • Verschiedene Sorten für unterschiedliche Verwendungszwecke
  • Futtererbse als kohlenhydrat- und proteinreiches Kraftfutter für Nutztiere
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: lehmig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 50 - 200 cm
Breite: 40 - 60 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: zygomorph, zwittrig
Laub
Blattfarbe grün
Blattform eiförmig bis breit-elliptisch, abgerundet, ganzrandig
Ökologie
Bienen: Bienenweide (1 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (5 Arten)
Raupenfutterpflanze: 5 Arten
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Naschfrüchte, Erbsentriebe
Aussaat:
j
f
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a
s
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n
d
Klassifizierung
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Erbsen

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

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Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Erbse?

Erbse (Pisum sativum), auch Gartenerbse, Saaterbse oder Speiseerbse genannt, ist eine alte Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Das einjährige oder winterannuelle Kraut rankt mit bis zu zwei Metern langen Stängeln, die vierkantig, innen hohl und ebenso wie die Blätter von blaugrüner Farbe sind. Dabei sorgen die verzweigten dünnen Ranken am Ende der gefiederten Blätter für feste Verankerung. Die Laubblätter sind ein- bis dreifach gefiedert, mit eiförmigen bis breit-elliptischen Fiederblättchen mit ganzem oder schwach gesägtem Rand. Am Grund ihrer Stiele stehen zwei verwachsene, bis zu zehn Zentimeter lange halbherzförmige Nebenblätter.

Die zwittrigen Schmetterlingsblüten der Gartenerbse stehen zu zweit oder zu dritt in einer kleinen Traube, mit einem zentimeterlangen Stiel und fünf grünen lanzettlichen Kelchblättern. Die Kronblätter sind weiß und bei einigen Unterarten unterschiedlich weiß und lila gefärbt. Als Hülsenfrüchte erscheinen nach der Bestäubung die typischen grünen Schoten, die bis zu zwölf Zentimetern lang und bis zu zweieinhalb Zentimeter dick werden und bis zu zehn Samen enthalten. Mit zunehmender Reife verfärben sich die Hülsen braun, gelb oder schwarz und geben die maximal knapp zentimetergroßen Erbsen frei. Diese sind rund, abgeflacht bis fast quadratisch, glatt oder runzelig, in der Reife grün, gelb oder braun.

Erbse im Garten

Standort

Erbsen benötigen einen durchlässigen, leicht feuchten Boden und viel Sonne. Sie gelten als Schwachzehrer, die dem Boden nur wenige Nährstoffe entziehen – im Gegenteil, sie sorgen sogar mit ihren Wurzeln für die Anreicherung von Stickstoff. Die Nährstoffkombination ist allerdings so spezifisch, dass eine zweite Erbsengeneration kaum noch etwas vorfindet. Daher sollte man Erbsen an der gleichen Stelle im Gemüsebeet nur mit einigen Jahren Abstand aussäen.

Im Sommer muss man gegebenenfalls auf ausreichendes Gießen achten, spätestens wenn die Blätter alle Viere von sich zu strecken beginnen.

Schnitt

Ein Schneiden der Erbsenpflanzen ist nicht nötig, bestenfalls kann man sie beim Klimmen mit Rankhilfen unterstützen. Die reifen, prall gefüllten Schoten müssen regelmäßig eingesammelt werden, bevor sie ausreifen – es sei denn, man will sie später trocknen, etwa für Erbeneintopf oder als Saatgut fürs darauffolgende Jahr.

Vermehrung

Die Vermehrung der Erbse erfolgt durch Samen, die man im Herbst in Oktober und November oder im Frühjahr von März bis Juni aussät.

Verwendung

Erbsen werden im Gemüsebeet angepflanzt.

Schädlinge

Insbesondere die jungen Triebe werden von Blattläusen heimgesucht. Erdraupen, die Larven einiger Eulenfalter, machen sich über die unterirdischen Teile der Erbse her. Spezialisiert haben sich Erbsenkäfer (Bruchus pisorum), Erbsenwickler (Cydia nigricana) und Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum).

Ökologie

Das meisten an Nährstoffen holt sich die Erbse durch eine Symbiose mit Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium. Sie binden Stickstoff aus der Luft, verbessern die Versorgung mit Phosphaten und bekommen dafür im Gegenzug Zucker aus der Photosynthese. Dadurch steigt der Stickstoffgehalt im Boden im Wurzelbereich der Erbsenpflanzen.

Erbsen sind Selbstbefruchter, die nicht auf die Hilfe von Insekten bei der Bestäubung angewiesen sind. Trotzdem locken sie mit ihrem leichten Honigduft und reichhaltigem Nektar. Die langen Röhren der Blüten und ihr Schließmechanismus machen Letzteren nur kräftigen Bestäubern mit langem Rüssel zugänglich. Dazu gehört bei uns in Deutschland die Platterbsen-Mörtelbiene (Megachile ericetorum), während Honigbienen leer ausgehen.

Für die Blätter als Raupenfutter interessieren fünf nachtaktive Schmetterlinge wie die Erbseneule (Melanchra pisi) und die Gammaeule (Autographa gamma), die vielen Gärtnern bei ausgiebigem Befall eher als Schädlinge gelten.

Die geringe Zahl an Besuchern zeigt, dass die aus Kleinasien stammende Erbse in Mitteleuropa immer noch ein Fremdling ist.

Wissenswertes

Die Verwendung der Erbse durch den Menschen reicht weit zurück, wie Funde aus der Jungsteinzeit beweisen. Von Kleinasien ausgehend verbreitete sich ihr Anbau mit zunehmendem Ackerbau und Viehzucht über Europa und inzwischen weltweit aus. Beliebt waren sie vor allem, weil sich die Samen trocknen und über Jahre aufbewahren lassen. Zerstoßen und zu Brei verarbeitet waren sie eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel vergangener Zeiten.

Die Samen der Erbse sind reich an Kohlenhydraten und Eiweißen und daher auch als Tierfutter beliebt. Roh sind sie aufgrund der darin enthaltenen Lektine nur schwer verdaulich. Diese finden sich hier allerdings nicht in so reichhaltigen Mengen wie in Bohnen und anderen Hülsenfrüchten.

Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Erbse
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blüte Erbse
Quelle: Smartbyte, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Erbse
Quelle: Reaperman, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Was sind Futtererbsen?

Futtererbsen sind ein kohlenhydrat- und proteinreiches Kraftfutter für Kühe und Geflügel. Die Samen werden zum Verfüttern geschrotet. Ebenso lassen sich die frischen Pflanzen als Grünfutter einsetzen.

Was für Erbsensorten gibt es?

  • Palerbsen kann man in der Küche grün und unreif als Gemüse zubereiten oder ausgereift und getrocknet als Erbseneintopf kochen. Reif sind sie grün oder gelb und geschält oder ungeschält erhältlich.
  • Markerbsen sind kohlenhydratreich und süß werden in der Lebensmittelindustrie für Konserven und Tiefkühlkost verwendet.
  • Zuckererbsen oder Kaiserschoten werden auch im Alter nicht zäh, sodass man die jungen Schoten mitsamt den kleinen Samen gekocht als Gemüsebeilage verwenden kann. Besonders im Wok zubereitet sind sie beliebt. Sie lassen sich sogar roh verzehren, da sie weder Blausäure noch Lektine enthalten.
  • Futtererbsen hat man früher zu Mehl verarbeitet, heute findet man sie fast nur noch in Form der Erbswurst – dem ersten Schnellgericht der Welt. Sie dienen vorwiegend als Viehfutter, entweder als Grünfutter (Erbsenstroh und Erbsenkleie) für Kühe oder die geschroteten Früchte als Kraftfutter für Rind, Schwein und Geflügel.

Wie hoch wird die Erbse?

Erbsen erreichen mit einer entsprechenden Rankhilfe eine Höhe von bis zu zwei Metern.

Wert für Insekten und Vögel

Erbse ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
5
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

Schmetterlingsarten

Foto Saateule
Quelle: alslutsky/shutterstock.com
Agrotis segetum
Saateule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Autographa gamma
Gammaeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Lacanobia oleracea
Gemüseeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Melanchra pisi
Erbseneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Xylena exsoleta
Graue Moderholzeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • stark gefährdet

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