Brombeere,Wilde Brombeere

Rubus fruticosus

Gehölz
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
lange Blühzeit
Brombeere (Rubus fruticosus) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: KENPEI, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische stachelbewehrte Sträucher aus der Familie der Rosengewächse
  • Vor allem wegen der schwarzen Beerenfrüchte angebaut
  • Wichtige Nahrungspflanze mit reichlich Pollen und Beeren
  • Beeren als Winterfutter für Vögel und Kleinsäuger
  • Pflegeleicht, robust und anspruchslos
  • Leicht mit Absenkern zu vermehren
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit großen Früchten und weniger Stacheln
  • Für Nutzgarten, Hecken und Kübel
  • Früchte in der Küche vielfältig verwendbar
  • Blätter altes Hausmittel bei Durchfällen und Entzündungen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1 - 2 m
Breite: 1 - 3 m
Zuwachs: 50 - 250 cm/Jahr
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: Äusläufer
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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Laub
Dornen ja
Boden
Boden: humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rubus
ist essbar Frucht
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Brombeere?

Die Brombeere (Rubus fruticosus) ist ein bis zu zwei Meter hoher Spreizklimmer, der sich an Büschen und Sträuchern hochrankt und dichte Hecken bildet. Sie ist an vielen Standorten zu finden, von der Küstenregion bis in die Alpen, in Wäldern, an Wegrändern und Schuttgesellschaften. Der Name leitet sich vom althochdeutschen br?ma, Dornenstrauch ab. Botanisch korrekt handelt es sich um Stacheln, keine Dornen.

Die Blätter fallen im Winter ab oder überdauern, die Triebe sind zweijährig und blühen erst im zweiten Jahr. Die verholzenden Ruten hängen über oder senken sich bis auf den Boden, wo sie wurzeln. Unterirdisch vermehren sich die Brombeere mit Ausläufern, die für eine schnelle Ausbreitung sorgen. Ihre wechselständigen Blätter sind drei- bis fünfzählig gefiedert, mit gezähntem Rand und kleinem Stiel. In einfachen Trauben oder verzweigten Rispen stehen die weißen bis zartrosa gefärbten geruchlosen Blüten mit fünf Kronblättern und über 20 Staub- und Fruchtblättern. Aus letzteren entwickeln sich nach der Bestäubung zahlreiche kleine Steinfrüchte, die dicht kelchartig zusammenstehen und somit eine Sammelsteinfrucht bilden. In jeder Einzelfrucht sitzt einer der kleinen, schwarzen Samen. Reif sind die Früchte der Brombeere tiefschwarz.

Brombeere im Garten

Standort

Brombeeren wachsen sowohl im Halbschatten als auch in voller Sonne und haben keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Abgesehen von regelmäßigem Schneiden braucht die Brombeere wenig Pflege. Im Sommer brauchen sie bei längeren Trockenphasen etwas Bewässerung. Im Winter muss man beachten, dass sie nur begrenzt frosthart sind. Bei tiefen Minusgraden sollte man die gestutzten Ruten vorsichtshalber mit Vlies, Matten oder Reisig abdecken.

Schnitt

Brombeerhecken legen im Sommer rasant zu, sodass man ihrem Ausbreitungsdrang Grenzen setzen muss. Der Schnitt erfolgt einmal im Frühsommer, wo man die kräftigsten Ruten stehenlässt und die alten entfernt. Im Herbst stutzt man noch einmal alles bis auf eine Länge von etwa zehn Zentimetern. Will man auch die unterirdischen Ausläufer in Schranken weisen, geschieht das am besten mit einer Rhizomsperre oder durch gründliches Ausgraben. Im letzteren Falle muss man auf neue Triebe achten, denn selten erwischt man wirklich alles restlos.

Vermehrung

Die Brombeere lässt sich mit Stecklingen oder Absenkern vermehren. Für Absenker bringt man lange Triebe mit einem Stein in Bodenkontakt und wartet auf die Bewurzelung. Alternativ dazu schneidet man Stücke der Ruten ab und steckt sie einfach in den Boden. Die im Gartenfachhandel erhältliche Containerware kann man praktisch ganzjährig pflanzen, vorzugsweise aber im Frühjahr. Brombeeren mit Samen aussäen ist möglich, aber sehr langwierig.

Verwendung

Mit Brombeerhecken lassen sich Mauern und Gesträuch begrünen. Für Balkon und Terrasse sind Kübelpflanzen geeignet. Im Nutzgarten zieht man sie auf Spalieren. Die Hecken sind blickdicht und bieten vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf.

Schädlinge

Pilzerkrankungen treten bei der Brombeere nur bei hoher Feuchtigkeit auf. Dazu gehören Grauschimmel, Mehltau und Brombeerrost.

Ökologie

Mit ihren zahlreichen Staubblättern erzeugen die Brombeerblüten große Mengen Pollen, der bei Wildbienen und Hummeln äußerst begehrt ist. Andere Insekten wie Schwebfliegen und Schmetterlinge nehmen mit dem Nektar vorlieb. Die dichten Hecken bieten Vögeln und Kleinsäugern Unterschlupf und Nestschutz. Sie machen sich auch über die reifen Früchte her und sorgen für die Verbreitung der Samen.

Wissenswertes

Brombeeren sind wegen ihrer Früchte beliebt. Der Spruch Brombeeren heißen Schwarzbeeren, weil sie rot sind, solange sie grün sind gibt das Farbspektrum wieder: erst sind die Sammelnussfrüchte grün, dann rot und in der Reife schwarz. Die schwarzblaue Farbe ist auf Anthocyane zurückzuführen, der Geschmack auf Traubenzucker, Gerbstoffe und Fruchtsäuren.

Den optimalen Reifegrad haben Brombeeren erreicht, wenn sie sich leicht vom Blütenboden ablösen. Kühl aufbewahrt reifen sie noch eine Weile nach. Man bereitet aus den aromatischen, säuerlich-süßen Früchten Marmelade, Gelée, Fruchtsäfte oder Liköre zu oder verwendet die frischen Früchte für Quark, Obstböden und andere Süßspeisen. Sie lassen sich auch prima einfrieren.

Im süddeutschen Raum nennt man die Brombeere auch Kratzbeere. Botanisch handelt es sich dabei aber nur um eine bestimmte Unterart (Rubus fruticosus ssp. caesius).

Wilde Brombeeren haben im Vergleich zu Zuchtsorten kleine Früchte. Im Gartenfachhandel bekommt man zahlreiche Züchtungen, die sich in ihrer Wüchsigkeit, Stachligkeit und Größe der Früchte unterscheiden.

Fotos

Gesamte Pflanze Brombeere
Quelle: KENPEI, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Brombeere
Quelle: Rosser1954, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Brombeere
Quelle: Maurice Flesier, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Brombeere

Sorte Höhe Breite Fruchtreife
Brombeere (Wildform) 1 - 2 m 1 - 3 m Jun - Aug
Brombeere 'Black Satin' 1.2 - 1.5 m 1 - 1.5 m
Brombeere 'Dorman Red' 1.5 - 2 m
Brombeere 'Oregon Thornless' 1.8 - 2.4 m
Brombeere 'Theodor Reimers' 1.8 - 2.4 m

Häufige Fragen

Wie gesund ist die Brombeere?

Die Brombeere ist eine alte Heilpflanze, die man bereits in der Antike nutzte. Brombeerfrüchte sind reich an Vitaminen, Fruchtsäuren, Gerbstoffen, Mineralien und Spurenelementen. Die Blätter und Wurzeln verwendet die Naturheilkunde wegen ihrer Gerbstoffe. Brombeerblättertee wirkt mit seinen Gerbstoffen adstringierend und ist ein altes Hausmittel bei Durchfall, das auch gegen Entzündungen von Haut und Schleimhäuten hilft. Getrocknete Früchte und Blätter findet man oft als Zutat von Früchtetees, denen sie ein besonderes Aroma geben.

Wie groß werden Brombeeren?

Brombeerhecken werden mit geeigneten Rankhilfen bis zu zwei Metern hoch und verzweigen sich unterirdisch dank zahlreicher Ausläufer. Ohne Leiter erreichen die Büsche nur etwa einen halben Meter Höhe.

Wie schneidet man Brombeeren richtig?

Brombeerhecken benötigen öfters einen Rückschnitt, sonst breiten sie sich schnell im Garten aus. Am besten fängt man damit im Frühsommer an, indem man bodennah alles bis auf die fünf, maximal zehn kräftigsten Triebe einkürzt. Beim Verwenden einer Rankhilfe oder eines Spaliers sollte man die Ruten in unterschiedliche Richtungen lenken, damit sie später genug Licht bekommen und sich nicht selbst beschatten. Verschattete Zweige bekommen kaum Blüten und Früchte.

Der zweite Schnitt erfolgt im Herbst. Man muss beachten, dass die Brombeere am zweijährigen Holz tragen und man daher die alten Ruten abschneiden kann. Für die Überwinterung reicht es, wenn man die neuen Triebe auf etwa zehn Zentimeter kürzt. Wichtig: Die Knospen der überwinternden Ruten bilden ausschließlich Blüten und sterben nach dem Fruchtansatz ab.

Wo pflanze ich Brombeeren?

Brombeeren sind anspruchslos und wachsen im Gegensatz zu den empfindlicheren Himbeeren auf fast jedem Boden. Vorzugsweise sollte er durchlässig, nährstoffreich und gleichmäßig feucht sein und sich in sonniger bis halbschattiger Lage befinden. Je mehr Sonne, desto mehr Blüten, desto mehr bestäubende Insekten und umso mehr Früchte. Sie eignen sich für die Bepflanzung von Mauern, unter Gehölz oder für die Reihenpflanzung als Obstlieferanten. Geschützt vor Wind und Frost wachsen sie umso besser. Alternativ kann sie in Kübeln auf Terrasse und Balkon unterbringen.

Kann man Brombeeren einfrieren?

Brombeeren einfrieren ist die beste Konservierungsmethode. Am besten legt man die trockenen Früchte mit nur einer Lage in einer Schale in den Gefrierschrank, bis sie durchgefrostet sind. Danach kann man sie in einen Gefrierbeutel umfüllen. Beim Auftauen sollte man sie ausbreiten, damit sie schnell tauen und nicht matschig werden.

Ökologischer Wert

Brombeere ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
27
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird sehr häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Dornen bieten Vögeln Schutz
Anzahl fressende Vogelarten:
32
Anzahl fressende Säugetierarten:
7

Themen

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