Preiselbeere,Kronsbeere

Vaccinium vitis-idaea

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtige Bienenpflanze
essbar
Frühblüher
Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) Alle 2 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Preiselbeere

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mit der Heidelbeere nahe verwandte immergrüne Sträucher
  • Robust, anspruchslos und pflegeleicht
  • Für feuchte sonnige oder halbschattige Standorte
  • Guter Bodendecker
  • Wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten
  • Schnitt nicht notwendig
  • Vermehrung mit Stecklingen oder Ablegern
  • Heidelbeer-ähnliche rote Früchte
  • Frucht reich an Gerbstoffen, Vitaminen und Antioxidantien
  • Wegen des hohen Säuregehaltes meistens in gekochter Form verwendet
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 10 - 30 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
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j
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a
s
o
n
d
Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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a
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d
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler bis nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Heidekrautgewächse
Gattung: Heidelbeeren
ist essbar Frucht
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Preiselbeere?

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist ein imergrüner, niedrig wachsender Strauch, der eine Höhe von bis zu 30 Zentimetern erreicht. Wie die nahe verwandte Heidelbeere gehört sie zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie findet sich vor allem in feuchten Fichten- und Kiefernwäldern sowie Hochmooren. Die wechselständigen Blätter sind eiförmig, immergrün, mit einer dunkleren und glänzenden Oberseite, die am Rand leicht nach unten gerollt erscheint.

In unseren Breiten blühen die Preiselbeeren von Mai bis Juni und ein weiteres Mal im Juli und August. Die weißen bis rosafarben Glockenblüten stehen in kleinen Trauben und erinnern nicht von ungefähr an die der Glockenheide. Die Früchte der Preiselbeere sind zunächst weiß und sehen reif aus aus wie rot glänzende Heidelbeeren; die Farbe beschränkt sich allerdings nur auf die Schale, im Inneren ist das Fruchtfleisch gelblich-weiß.

Preiselbeere im Garten

Standort

Preiselbeeren bevorzugen einen nährstoffreichen, humos-feuchten und sauren Boden und Sonne bis Halbschatten. Kalk verträgt sie nicht.

Schnitt

Ein Rückschnitt ist bei Preiselbeeren nur notwendig, wenn sie sich zu weit auszubreiten drohen.

Vermehrung

Üblicherweise pflanzt man im Garten kleine Sträucher aus dem Gartenfachhandel, da die Aufzucht aus Samen langwierig ist. Sie brauchen Kälte und mindestens drei Monate Zeit zum Keimen. Hat man bereits einen Bestand an Preiselbeeren im Garten lassen sich auch Ableger ausgraben und an anderer Stelle neu einsetzen. Auch Stecklinge sind möglich.

Verwendung

Die niedrigen Sträucher der Preiselbeere sind ausgezeichnete Bodendecker und harmonieren gut mit den ähnlichen Heidelbeeren. Sie lassen sich gut unter Bäumen und Gehölz an schattigen und halbschattigen Stellen im Garten anpflanzen, wenn diese nur ausreichend feucht sind.

Schädlinge

Vermutlich sind die Preiselbeeren auch den meisten Schädlingen viel zu sauer, denn sie werden nur selten von Parasiten und Krankheiten heimgesucht. Zu den seltenen Parasiten gehört ein Brandpilz, die Preiselbeer-Nacktbasidie (Exobasidium vaccinii), die rosafarbene blütenähnliche Schwellungen hervorruft, aber die Pflanzen nicht nachhaltig schadet.

Ökologie

Bei der Bestäubung ist die Preiselbeere auf Honigbienen und zehn Arten von Wildbienen angewiesen. Dazu gehören Sandbienen (Andrena spec.), Furchenbienen (Lasioglossum spec.) und Mauerbienen (Osmia spec.). für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich acht Schmetterlinge, darunter der seltene Hochmoor-Bläuling (Plebeius optilete) und das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia).

Wissenswertes

Heidelbeeren und Preiselbeeren unterscheiden sich in ihrer Farbe, aber beide sind reich an Antioxidanzien, Gerbstoffen, Fruchtsäuren und Vitaminen, vor allem Vitamin C. Das macht beide zu einheimischen Superfoods, die sich hinter Exoten nicht zu verstecken brauchen. Roh sind sie allerdings so sauer und herb, dass man sie kaum genießen kann. Daher kocht man sie meistens mit einer Portion Zucker zu Kompott, Marmelade oder Gelee.

Die bei uns als Preiselbeeren im Glas erhältlichen Früchte stammen aus Wildsammlungen oder von Kulturformen, die wesentlich mehr und deutlich größere Früchte ansetzen als die Wildform. Der angenehm süß-säuerliche Geschmack harmoniert hervorragend mit Wild, Gans oder Ente und anderen Fleischgerichten wie auch gebackenem Camembert. Natürlich enthaltene Benzoesäure und Salicylsäure sorgen dafür, dass Konserven mit Preiselbeeren gut haltbar sind.

Die Tannine, Flavonoide und Anthocyane der Preiselbeeren wirken bakterizid, entzündungshemmend und harntreibend. Daher gelten sie als Mittel gegen Harnwegsinfekte und werden in der Naturheilkunde gegen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Mit seinen zahlreichen Antioxidanzien gilt Preiselbeersaft als Jungbrunnen, der die Zellregeneration beschleunigen soll.

Neben der Wildform gibt es zahlreiche Kultursorten, die sich in ihrer Wuchsform und Höhe sowie in Größe und Geschmack der Früchte unterscheiden.

Fotos

Gesamte Pflanze Preiselbeere
Quelle: NaturaDB
Frucht Preiselbeere
Quelle: NaturaDB

Häufige Fragen

Sind Preiselbeeren und Cranberries das gleiche?

Cranberries nennt man die Früchte der Großfrüchtigen Moosbeere oder Kranichbeere (Vaccinium macrocarpon). Sie unterscheidet sich von der Preiselbeere im Geschmack, die Hecken nicht minder deutlich in ihrer Wuchsform. Preiselbeeren sind kleiner und saurer, Cranberries größer und milder. Beide sind im rohen Zustand sauer, sodass man sie vorzugsweise mit Zucker zu Gelee und Konfitüre einkocht. Als Beilage zu Wild, Gans oder Ente sind beide ähnlich gut geeignet. Während man Preiselbeeren häufig noch wild sammelt, werden Cranberries insbesondere in Nordamerika im industriellen Maßstab angebaut.

Für was sind Preiselbeeren gesund?

Preiselbeeren enthalten Bitterstoffe, Tannine, Provitamin A, Vitamin C und Antioxidanzien in Form der färbenden Anthocyane und Flavonoide sowie Mineralien und Spurenelemente. Sie wirken antibakteriell, entzündungshemmend und adstringierend. Daher verwendet man sie bei Harnwegsinfekten, Erkältungskrankheiten sowie bei rheumatischen Beschwerden und Gicht. Die harntreibende und desinfizierende Wirkung gilt auch für die Preiselbeerblätter, die man als Tee zubereitet ähnlich wie die der Echten Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) gegen Blasenentzündungen einsetzt.

Kann man Preiselbeeren roh essen?

Kann man, wird man aber ganz schnell bleiben lassen. Die rohen Früchte sind bitter und enthalten so viele Fruchtsäuren, dass man dankend auf größere Mengen verzichten dürfte. Sie werden erst durch Kochen mit Zucker richtig schmackhaft und sind dann perfekte Begleiter für gebackenen Camembert, Wildgerichte und die Weihnachtsgans. In kleinen Mengen verwendet man getrocknete Preiselbeeren beispielsweise als Zutat im Müsli.

Was ist der Unterschied zwischen Heidelbeeren und Preiselbeeren?

Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea) und Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) gehören zur gleichen Gattung innerhalb der Erikagewächse (Ericaceae), sind aber zwei unterschiedliche Arten. Beide bilden nicht vollständig verholzende, niedrige Sträucher und glockenförmige Blüten. Spätestens bei der Fruchtreife kann man sie leicht voneinander unterscheiden: Heidelbeeren sind blau und bereift, Preiselbeeren glänzend rot. Während die Heidelbeere im Inneren durchgängig blauviolett gefärbt erscheinen, sind bei der Preiselbeere nur die Schalen rot, das Fruchtfleisch hingegen weiß.

Auch der Geschmack ist sehr unterschiedlich: Während die Heidelbeeren roh süß und aromatisch schmecken, sind die frischen Preiselbeeren fast ungenießbar sauer und bitter. Daher verwendet man sie in der Küche nur mit Zucker zu Kompott oder Gelee gekocht, insbesondere als Beilage zu Fleisch- und Wildgerichten.

Woher kommen Preiselbeeren?

Preiselbeeren sind auf der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet und bevorzugen feuchte Kiefern- und Fichtenwälder oder Hochmoore. Die im Handel erhältlichen Gläser mit Preiselbeeren entstammen häufig aus Wildsammlungen (Wildpreiselbeeren), in Skandinavien und Russland werden sie auch angebaut.

Wie sieht eine Preiselbeere aus?

Preiselbeeren bilden bis zu 30 Zentimeter hohe, nur unvollständig verholzende Sträucher, die an Heidelbeersträucher erinnern. Sie sind allerdings flaumig behaart und die Blattoberseiten glänzend grün. Die Früchte sehen aus wie zu groß geratene Heidelbeeren, stehen wesentlich dichter als bei dieser und sind außen rotglänzend, innen weiß mit zahlreichen kleinen schwarzen Samen.

Ökologischer Wert

Preiselbeere in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
10
Anzahl Schmetterlingsarten:
8
Nektarwert:
3
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
8

Themen

Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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