Feldahorn,Maßholder

Acer campestre

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
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Gesamte Pflanze von Feldahorn

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Baum oder Strauch aus der Familie der Ahorngewächse
  • Kleinster der einheimischen Ahornarten
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Trockenheitsverträglich und für sonnige Standorte geeignet
  • Vor allem Hecken regelmäßig schneiden, gut schnittverträglich
  • Wichtige Bienenweide, Blätter als Raupenfutter vieler Schmetterlinge
  • Wertvolles Vogelschutz- und Nistgehölz
  • In der Naturheilkunde selten verwendet
  • Blätter essbar und früher wie Sauerkraut eingemacht
  • Im Gegensatz zu anderen Ahornsorten für Pferde und andere Nutztiere ungiftig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 15 m
Breite: 5 - 10 m
Zuwachs: 30 - 45 cm/Jahr
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Herzwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
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n
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer bis normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Seifenbaumartige
Familie: Seifenbaumgewächse
Gattung: Ahorne
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Feld-Ahorn?

Feld-Ahorn (Acer campestre) oder Maßholder ist ein einheimischer Baum aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Er ist in Laubwäldern, an Feldrändern und Waldrändern Europas weit verbreitet und wird häufig als Zierbaum angepflanzt. Als einzel- oder mehrstämmiger Baum oder verzweigter Strauch erreicht er eine Höhe von bis zu 15 Metern und wird bis zu 200 Jahre alt. Damit ist er der kleinste der einheimischen Ahornsorten.

Seine Rinde ist graubraun, anfangs glatt mit vielen Lentizellen, später borkig und längs- und querrissig. Die gestielten Blätter enthalten wie die Triebe Milchsaft und sind drei- bis fünflappig stumpf gelappt. Im Herbst färben sie sich goldgelb, seltener orange oder rot. Seine unauffälligen grün-gelben Blüten stehen in aufrechten Trauben oder verweigten Rispen. Später werden daraus die Ahorn-typischen Propellerfrüchte, zweiteilige groß geflügelte Nüsschen, anfangs leuchtend rot gefärbt und mit dichtem grauen Filz bedeckt, der mit der Zeit verschwindet und in der Reife die hellbraune Farbe freigibt.

Feld-Ahorn im Garten

Standort

Feld-Ahorn bevorzugt wie an seinen natürlichen Standorten einen nährstoffreichen, leicht feuchten Boden mit Sonne oder Halbschatten. Pralle Sonne oder länger anhaltende Trockenheit schaden ihm nicht.

Schnitt

Bei strauchartig wachsendem Feld-Ahorn muss man regelmäßig mit der Heckenschere für den richtigen Schnitt sorgen, nicht anders als bei einer Hecke aus Liguster oder Hainbuche. Er gilt als gut schnittverträglich.

Vermehrung

Die Vermehrung von Feld-Ahorn erfolgt mit Samen an Ort und Stelle oder in Töpfen vorgezogen. Viele der im Handel erhältlichen Zuchtsorten sind veredelt. Erfahrene Gärtner können im Winter pfropfen und im Spätsommer okulieren.

Verwendung

Je nach Wuchsform gibt der Feld-Ahorn im heimischen Garten einen schönen Solitär oder lässt sich als blickdichte Hecke pflanzen. Sträucher geben auch einen guten Bodenfestiger an Hängen und Böschungen.

Schädlinge

Blattläuse und Milben machen sich bevorzugt über das junge Grün her, wohingegen Schildläuse etwas ältere Triebe bevorzugen. Zu Verfärbungen führen die Welke-Krankheit (Verticillium spec.) und der Ahorn-Runzelschorf (Rhytisma acerinum). Mehltau kann bei feuchtem Wetter zum Problem werden.

Ökologie

Die nektarreichen Blüten bestäuben Fliegen, Honigbienen und Wildbienen, darunter 14 Sandbienen (Andrena spec.), Acker-Schmalbiene (Lasioglossum pauxillum) und die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis). Die Honigbienen interessieren sich abgesehen vom Nektar auch für den von den zahlreichen Blattläusen produzierten Honigtau. Aus Nektar und Honigtau lässt sich bei großen Ahornbeständen dank der blütensteten Sammlerinnen ein sortenreiner Ahornhonig gewinnen. Er ist bernsteinfarben, cremig und hat einen mild malzigen Geschmack.

Mit seinen nahrhaften Blättern dient der Feld-Ahorn 23 Schmetterlingsarten als Raupenfutter, vor allem nachtaktiven Eulen, Spannern und Spinnerartigen. Dazu gehören auch gefährdete Arten wie der Braune Gebüsch-Lappenspanner (Trichopteryx polycommata), die Bleich-Gelbeule (Xanthia sulphurago) und der Gelbe Ringelfleck-Gürtelpuppenspanner (Cyclophora albiocellaria).

Vögeln dienen die dichten Kronen und Hecken des Feld-Ahorn als willkommenes Vogelschutz- und Nistgehölz.

Die recht häufigen Ahorngallen auf den Blättern des Feld-Ahorns sind auf die Tätigkeit von Gallmilben der namensgebenden Gattung Aceria wie der Ahorn-Gallmilbe (Aceria macrorhynchus) zurückzuführen.

Wissenswertes

Der Feld-Ahorn wurde zum Baum des Jahres 2015 gekürt.

Die Blätter des Feld-Ahorns sind essbar. Dabei sollte man sich auf die jungen Blätter beschränken, denn mit zunehmendem Alter werden sie derb und bitterlich. Früher hat Feld-Ahornblätter genau wie Sauerkraut eingemacht, indem man sie lagenweise mit Salz und Wasser in einem Behälter gestampft und einer natürlichen Milchsäuregärung unterzogen hat.

In der Naturheilkunde verwendet man die getrocknete Rinde des Feld-Ahorns in Wasser gekocht entzündungshemmend gegen Hautrötungen und als Tee gegen Magen-Darm-Beschwerden. Ansonsten ist er deutlich seltener in Gebrauch als seine größeren Verwandten.

Im Gegensatz zu anderen Ahornarten gilt der Feld-Ahorn als nicht giftig für Pferde und Kühe. Früher hat man die Blätter häufig als Viehfutter verwendet.

Im Gartenfachhandel bekommt eine Vielzahl verschiedener Zuchtsorten des Feld-Ahorns. Sie unterscheiden sich in Höhe, Wuchsform, Herbstfarbe und anderen Eigenschaften.

Fotos

Gesamte Pflanze Feldahorn
Quelle: NaturaDB
Blatt Feldahorn
Quelle: Willow, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Feldahorn
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Feldahorn
Quelle: Willow, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Feldahorn
Quelle: Willow, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Rinde Feldahorn
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Feldahorn
Quelle: NaturaDB
 Feldahorn
Quelle: NaturaDB
 Feldahorn
Quelle: NaturaDB
Blatt Feldahorn
Quelle: NaturaDB
Rinde Feldahorn
Quelle: NaturaDB

Sorten Feldahorn

Sorte Höhe Breite
Feldahorn (Wildform) 5 - 15 m 5 - 10 m
Kugelahorn 'Nanum' 40 - 120 cm 2 - 3 m
Kegel-Feldahorn 6 - 12 m 4 - 6 m
Feldahorn 'Huibers Elegant' 6 - 10 m 3 - 4 m
Feldahorn 'Royal Ruby' 5 - 10 m 4 - 6 m

Häufige Fragen

Wie groß wird ein Feld-Ahorn?

Der Feld-Ahorn ist der kleinste unter den einheimischen Vertretern der Ahorne. Er wächst als Baum oder Hecke und wird maximal 15 Meter hoch, bei einer Lebensdauer von bis zu 200 Jahren.

Ist Feld-Ahorn giftig?

Im Gegensatz zu anderen Ahornarten ist der Feld-Ahorn ungiftig. Seine Blätter hat man früher als Viehfutter verwendet und für den menschlichen Verzehr wie Sauerkraut sauer eingemacht. Blätter und Samen sind für Pferde im Gegensatz zu denen des Berg-Ahorns nicht gefährlich.

Wann schneidet man Feld-Ahorn?

Die beste Zeit für ein kräftiges Schneiden von Feld-Ahorn ist das zeitige Frühjahr nach dem ersten Austrieb von Blättern oder im Spätsommer. Das ist wichtig, damit der Saftdruck nicht mehr so hoch ist und die Bäume beim Schneiden nicht lange nachbluten. Hecken kann man im Sommer und Herbst einen geringfügigen Schnitt gönnen, damit sie besser in Form bleiben. Altes und abgestorbenes Holz kann man jederzeit entfernen.

Ökologischer Wert

Feldahorn ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
16
Anzahl Schmetterlingsarten:
23
Nektarwert:
3
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
23

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird sehr häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
15

Feldahorn passt gut zu

Wildbienenpflanzen

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