Wiesenklee (Trifolium pratense)
Wiesenklee: Blüte

Wiesenklee,Rotklee

Trifolium pratense

Einjährige
heimisch
Wildform
Super Insektenpflanze
essbar
lange Blühzeit
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Kleeart, gehört zu den Hülsenfrüchtlern
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Meist ein- oder zweijährig
  • Saftige Kleeblätter und rote ährige Blütenstände
  • Wichtige Nektarpflanze, vor allem von Hummeln bestäubt
  • Pollenquelle für Honigbienen
  • Raupenfutter zahlreicher Schmetterlinge
  • Alte Heilpflanze
  • In der Landwirtschaft als Gründüngung und als Futterpflanze angebaut
  • Stickstoffbindende Wurzelknöllchen

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Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 20 - 30 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: köpfchenförmig, kugelig
Laub
Blattfarbe grün
Blattform dreiteilig gefingert, eiförmig bis elliptisch, Nebenblätter: eiförmig bis lanzettlich
Ökologie
Bienen: Bienenweide (28 Arten)
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (26 Arten)
Raupenfutterpflanze: 6 Arten
Sonstiges
ist essbar Verwendung: Heilpflanze
Pflanzen je ㎡: 7
Gründünger: Als Gründünger verwendbar
Leguminose
Vor-, Nach- und Untersaat
Klassifizierung
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Klee
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!



Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Wiesenklee?

Wiesenklee oder Rotklee (Trifolium pratense) ist eine einheimische Kleeart und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es handelt sich dabei um ein ein- bis zweijähriges, seltener grün überwinterndes Kraut, das eine Höhe von 20-30 Zentimetern erreicht. Man findet ihn in Europa weit verbreitet und häufig auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden, Nass- und Moorwiesen sowie auf lichten Staudenfluren und häufig als Futterpflanze landwirtschaftlich angebaut.

Die aufrechten oder bogig aufsteigenden Stängel entspringen einem kräftigen und tiefreichenden Rhizom und sind kahl oder anliegend behaart. An 1,8-8,6 Zentimeter langen Blattstielen stehen die kleetypischen dreifingerigen Fiederblättchen, die eiförmig bis elliptisch und bis zu sechs Zentimeter lang werden. Ihr Rand ist glatt, in der Mittel findet sich eine hellere Zeichnung. Am Blattgrund stehen eiförmige bis lanzettliche Nebenblätter mit einer langen Granne.

Die fünfzähligen Blüten des Rotklees bilden kugelige bis eiförmige Ähren, die einen Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern erreichen. Sie sind fünfzählig und zygomorph, mit verwachsenen Kelchblättern und teilweise verwachsenen roten Kronblättern, die eine typische Schmetterlingsblüte bilden. In den Hülsenfrüchten liegen ein oder zwei Samen.

Wiesenklee im Garten

Standort

Der Wiesenklee nimmt mit so ziemlich jedem Gartenboden vorlieb, wächst aber am besten auf einem frischen nährstoff- und basenreichen humosen und tiefgründigen Ton- oder Lehmboden in voller Sonne oder im Halbschatten. Staunässe verträgt er nicht.

Schnitt

Ein Schnitt des Wiesenklees ist nur zur Ernte notwendig oder um alte und verwelkte Triebe zu entfernen.

Vermehrung

Der Wiesenklee verbreitet sich selbst vor allem mit seinen unterirdischen Ausläufern und darüber hinaus mit den Samen.

Verwendung

Wiesenklee ist typischer Bestandteil von naturnahen Wiesen und lässt sich auch in Beeten anpflanzen, wo er Hummeln, Bienen und Schmetterlingen reichlich Futter bietet. Die gute Bienenweide kann man auch in Töpfen und Kästen auf Balkon und Terrasse bringen und den Insekten insbesondere in der Stadt einen großen Gefallen erweisen.

Schädlinge

Der Rotklee ist recht robust und wird nur selten von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Als Raupenfutter ist er sehr wichtig, und normalerweise sind die angehenden Schmetterlinge nicht bestandsgefährdend.

Ökologie

Der ökologische Wert des einheimischen Wiesenklees ist unschätzbar und wird nur noch vom Weißklee übertroffen; er ist eine wichtige Bienenweide, eine gute Pollenquelle für Wildbienen und Nektarpflanze und Futter für Schmetterlinge und ihre Raupen. Hauptbestäuber sind Hummeln (Bombus spec.), die einen besonders langen Rüssel haben und den Nektar gut erreichen. Kurzrüsselige Hummeln und Bienen knabbern bisweilen die Schmetterlingsblüten unten an und bedienen sich am Nektar, ohne dafür im Gegenzug Pollen weiterzutragen.

Ansonsten beschränken sich Honigbienen oft nur auf den Pollen, der zu Bienenbrot (Perga) verarbeitet die wichtigste Futterquelle für die Arbeiterinnen und Larven darstellt. Spezielle Zuchtsorten haben eine kurze Kronröhre, bei denen auch Honigbienen ohne Umwege Nektar sammeln können; er ist wichtiger Bestandteil des beliebten Kleehonigs, eines reinen Sortenhonigs von goldgelber Farbe und cremiger Konsistenz und eine wichtige Beitracht vieler Blütenhonige.

Unter den 28 Wildbienen, die den Wiesenklee besuchen, finden sich vor allem Sandbienen (Andrena spec.), Pelzbienen (Anthophora spec.), Blattschneiderbienen (Megachile spec.) und Mauerbienen (Osmia spec.).

26 Schmetterlingsarten nutzen den Nektar des Wiesenklees oder seine Blätter als Raupenfutter, darunter viele Bläulinge (Polyomnatus spec.) und bekannte Arten wie der Kleine Fuchs (Aglais urticae) oder der Schachbrettfalter (Melanargia galathea).

Die Verbreitung der Samen erfolgt vor allem durch Ameisen sowie durch Säugetiere, in deren Fell sie hängenbleiben.

Wissenswertes

Wiesenklee ist essbar – Blätter und Blüten schmecken süßlich beziehungsweise ähnlich wie Feldsalat und lassen sich gut in Salaten oder in Quark verarbeiten. Er ist eine alte Heilpflanze, und in der Landwirtschaft dient er als wichtige Futterpflanze. Wegen seiner stickstoffbindenden Knöllchenbakterien gilt er als Bodenverbesserer, den man zur Gründüngung verwendet.

Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

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Fotos (4)

Blüte Wiesenklee
Wiesenklee: Blüte
Blüte Wiesenklee
Wiesenklee: Blüte
Blatt Wiesenklee
Wiesenklee: Blatt
Gesamte Pflanze Wiesenklee
Wiesenklee: Gesamte Pflanze

Häufige Fragen

Für was ist Wiesenklee gut?

Wiesenklee ist nicht nur eine ausgezeichnete Futterpflanze fürs liebe Vieh, sondern auch eine alte Heilpflanze. Die Naturheilkunde verwendet ihn wegen seiner beruhigenden, krampflösenden, entzündungshemmenden und hustenlösenden Eigenschaften. Insbesondere die Blüten sind reich an Phytoöstrogenen wie Coumestrol, speziellen Isoflavonen, die an den Estrogenrezeptor binden und eine hormonähnliche Wirkung hervorrufen. Tee aus den Blüten hilft Frauen mit Wechseljahresbeschwerden. Wegen dieser Beeinflussung von Rezeptoren ist er bei Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs, Endometriose, Eierstock- oder Gebärmutterhalskrebs streng kontraindiziert.

Kann man Wiesenklee essen?

Nicht nur Kaninchen oder Nutztiere fressen den eiweißreichen Wiesenklee mit Vorliebe, auch der Mensch kann ihn essen. Die Blüten schmecken angenehm süßlich und sind eine hübsche Dekoration; die Blätter kann man in einem Wildkräutersalat oder in Kräuterquark verarbeiten.

Wert für Insekten und Vögel

Wiesenklee ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
28
Anzahl Schmetterlingsarten:
26
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
20

Schmetterlingsarten

Adscita heuseri
Feuchtwiesen-Grünwidderchen
  • Nektarpflanze
Foto Kleiner Fuchs
Quelle: HWall/shutterstock.com
Aglais urticae
Kleiner Fuchs
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Baum-Weißling
Quelle: Javier Ramil/shutterstock.com
Aporia crataegi
Baum-Weißling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Autographa gamma
Gammaeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Sumpfwiesen-Perlmuttfalter
Quelle: Martin Fowler/shutterstock.com
Boloria selene
Sumpfwiesen-Perlmuttfalter
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Foto Scheck-Tageule
Quelle: Eileen Kumpf/shutterstock.com
Callistege mi
Scheck-Tageule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Wander-Gelbling
Quelle: Predrague/shutterstock.com
Colias croceus
Wander-Gelbling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Goldene Acht
Quelle: Roberto Dani/shutterstock.com
Colias hyale
Goldene Acht
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Kurzschwänziger Bläuling
Quelle: protopsalt/shutterstock.com
Cupido argiades
Kurzschwänziger Bläuling
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Vorwarnliste
Euclidia glyphica
Braune Tageule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Zitronenfalter
Quelle: Ihor Hvozdetskyi/shutterstock.com
Gonepteryx rhamni
Zitronenfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Heliothis viriplaca
Karden-Sonneneule
  • Nektarpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Kleiner Perlmuttfalter
Quelle: Kenan TALAS/shutterstock.com
Issoria lathonia
Kleiner Perlmuttfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Lasiommata maera
Braunauge
  • Nektarpflanze
  • Vorwarnliste
Foto Schafgarben-Silbereule
Quelle: nounours/shutterstock.com
Macdunnoughia confusa
Schafgarben-Silbereule
  • Nektarpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Taubenschwänzchen
Quelle: aaltair/shutterstock.com
Macroglossum stellatarum
Taubenschwänzchen
  • Nektarpflanze
  • polyphag
Foto Brombeerspinner
Quelle: DeRebus/shutterstock.com
Macrothylacia rubi
Brombeerspinner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Großes Ochsenauge
Quelle: kristof lauwers/shutterstock.com
Maniola jurtina
Großes Ochsenauge
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Schachbrettfalter
Quelle: Andi111/shutterstock.com
Melanargia galathea
Schachbrettfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Zweibrütiger Scheckenfalter
Quelle: Rudmer Zwerver/shutterstock.com
Melitaea parthenoides
Zweibrütiger Scheckenfalter
  • Nektarpflanze
  • stark gefährdet
Foto Großer Kohlweißling
Quelle: AbuMazna/shutterstock.com
Pieris brassicae
Großer Kohlweißling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Gemeiner Bläuling
Quelle: SanderMeertinsPhotography/shutterstock.com
Polyommatus icarus
Gemeiner Bläuling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Polyommatus semiargus
Violetter Wald-Bläuling
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Spilosoma lubricipeda
Gelber Fleckleibbär
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Schwarzkolbiger Braundickkopf
Quelle: Hector Ruiz Villar/shutterstock.com
Thymelicus lineola
Schwarzkolbiger Braundickkopf
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet
Foto Distelfalter
Quelle: Dajra/shutterstock.com
Vanessa cardui
Distelfalter
  • Nektarpflanze
  • ungefährdet

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Quelle: Onelia Pena/ shutterstock.com