Hainbuche,Weißbuche

Carpinus betulus

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Vogelschutznährgehölz
Frühblüher
Hainbuche (Carpinus betulus) Alle 13 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Hainbuche
  • Im Wald als Baum, im Garten zumeist als Hecke oder in Säulenform
  • Typischer einheimischer Laubbaum in Wäldern
  • Schöne Solitäre oder Gruppen
  • Als schnittverträgliche Hecke wegen des schnellen Wachstums beliebt
  • Hecken blickdicht und mit buntem Herbstlaub, das lange stehenbleibt
  • Robust, anspruchslos und pflegeleicht
  • Übersteht sommerliche Trockenphasen, winterhart
  • Vermehrung vorzugsweise mit neuen Pflanzen
  • Wichtige Nistgelegenheit für Vögel und Versteck für Kleinsäuger
  • Kaum von Schädlingen und Krankheiten betroffen
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 20 m
Breite: 60 - 750 cm
Zuwachs: 30 - 35 cm/Jahr
schnittverträglich ja
Wurzelsystem: Herzwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: normal
Wasser: feucht bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Nein
Sonstiges
Ordnung: Buchenartige
Familie: Birkengewächse
Gattung: Hainbuchen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Hainbuche?

Die Hainbuche oder Weißbuche (Carpinus betulus) ist ein bis zu zwanzig Metern hoher Baum und eine der wichtigsten Charakterpflanzen mitteleuropäischer Laub- und Mischwälder. Sie gehört zu den Birkengewächsen (Betulaceae). Schon aus weiter Ferne lassen sich die Stämme an ihrer glatten silbergrauen Rinde erkennen. Die Blätter sind eiförmig-elliptisch, bis zu acht Zentimeter lang, mit gesägtem Rand. Ihre Farbe ist sattgrün und auf der Unterseite behaart und etwas heller als oben. Sie färben sich im Herbst bunt und verbleiben zum Teil über Winter an der Pflanze.

Bis zur ersten Blüte benötigen Hainbuchen um die 20 Jahre. Die getrenntgeschlechtlichen Blütenstände sind wie für ein Birkengewächs typisch kleine hängende Kätzchen, die ausgesprochen unscheinbar ihren Dienst leisten. Die männlichen werden bis zu sieben, die weiblichen nur rund drei Zentimeter lang. Letztere bilden die frischgrünen hängenden Samenstände, die aus einer Vielzahl bis zu 1,5 Zentimeter langer Nussfrüchte bestehen, welche der Wind mithilfe ihres großen dreilappigen Flügelblattes verbreitet.

Hainbuche im Garten

Standort

Hainbuchen haben sich als einheimische Bäume über Jahrtausende an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst. Sie sind unkompliziert und benötigen praktisch keine Pflege – höchstens ab und zu einen Schnitt, und nur mit Staunässe lässt sie sich zuverlässig umbringen. Dagegen machen ihnen längere Trockenphasen im Sommer nichts aus.

Der Boden sollte mäßig trocken bis feucht sein, sandig oder lehmig, der Stand sonnig bis halbschattig. Je mehr Sonne, desto schneller das Wachstum – das ist auch der Grund, warum in Wäldern junge Hainbuchen unter dichtem Laubdach jahrzehntelang in den Startlöchern stehen und explosionsartig wachsen, sobald ein Baum umfällt.

Schnitt

Ein Schnitt ist vor allem bei einer Hainbuchenhecke erforderlich. Die robusten Hecken verzeihen auch eine Radikalkur und wachsen umso buschiger wieder nach. Die meisten Gärtner schneiden ihren Hainbuchen zweimal im Jahr, einmal im zeitigen Frühjahr vor dem ersten großen Austrieb und noch einmal im August oder September – nach der Brutsaison. Denn viele Vögel nutzen die dichten Hainbuchenhecken für ihre Nester. Auf diese sollte man beim Hantieren mit der Heckenschere unbedingt achten. Wer seinen Garten ständig im Auge hat, wird ständig anfliegende Vogeleltern sicherlich rechtzeitig bemerken.

Vermehrung

Eine Vermehrung aus den Samen ist möglich, aber extrem aufwändig und zeitintensiv. Wesentlich besser fährt man mit Jungpflanzen, bei denen man zwischen Bäumen, Säulen und Hecken auswählen kann. An Ort und Stelle ausgebracht wachsen sie schnell und zuverlässig an. Das Einpflanzen ist ab Frühjahr möglich, sobald keine Nachtfröste mehr drohen. Pflanzen mit Ballen sind wurzelnackten Exemplaren vorzuziehen – erstere bringen bereits eine Portion Mykorrhiza mit, in der symbiotische Pilze Stickstoff aus dem Boden verfügbar machen und gegen Zucker aus der Photosynthese tauschen.

Verwendung

Eine einzelne Hainbuche im Garten gibt einen schönen Solitär, bei dem man allerdings die künftige Größe im Hinterkopf behalten sollte: Gut dreißig Zentimeter legen sie jährlich zu, und 150 Jahre gelten als Höchstalter. Schön ist vor allem die glatte graue Rinde, die sie von anderen Bäumen unterscheidet. Kleinere Formen lassen sich zu einem dekorativen Wäldchen anordnen. Die beliebten Hainbuchenhecken sind typische Grundstücksbegrenzer und lassen sich als Einzelstücke im Vorgarten oder als Herrscher über große Beete in beliebige Formen schneiden. Zudem geben sie einen guten Bodenfestiger ab.

Schädlinge

Hainbuchen gelten als ausgesprochen robust. Pilzerkrankungen treten fast ausschließlich bei zu nassem Boden und übermäßig dunklem Standort auf. Aber selbst Mehltau oder die gefräßigen Raupen des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) oder Eichenwicklers (Tortrix viridana) können ihr nur vorübergehend etwas anhaben. Für die selten gewordenen Maikäfer sind die Blätter eine wichtige Futterpflanze – sehen Sie über den kleinen Verlust hinweg und freuen Sie sich, wenn sie die Tiere noch zu Gesicht bekommen. Ein Befall der Blätter mit Gallwespen erkennt man an den typischen länglichen, oft bunt gefärbten Blattgallen. Sie fallen kaum auf und schaden der Hainbuche wenig.

Ökologie

Für Vögel ist eine Hainbuchenhecke ein Segen – sie lieben das dichte Gesträuch, in dem sie ihre Nester gut vor Feinden geschützt wissen. Aber auch Kleinsäuger wie Igel suchen unter ihnen Schutz. Darüber hinaus fliegen Bienen im Frühjahr die kleinen Blüten an, die aber vorwiegend vom Wind bestäubt werden.

Wissenswertes

In deutschen Gärten finden sich eher selten die typischen riesigen Bäume, wie wir sie von Waldspaziergängen können. Meistens bevorzugt man kleinere Exemplare in Form einer Säulen-Hainbuche oder noch wesentlich häufiger Hainbuchenhecken. Ihr Ursprung liegt in der Landwirtschaft, wo man sie früher gerne als Randbepflanzung für Viehweiden und Feldflächen verwendete. Sie sind für Kühe undurchdringlich und bieten zudem einen guten Windschutz.

Das zähe und dichte Holz beider Bäume ist bis heute ein wichtiger Werkstoff geblieben und ein beliebtes Brennmaterial für den heimischen Kamin.

Fotos

Gesamte Pflanze Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Blatt Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Blatt Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Rinde Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Frucht Hainbuche
Quelle: I, ArtMechanic, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Hainbuche
Quelle: Liné1, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Hainbuche
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Hainbuche
Quelle: Nefronus, CC0, via Wikimedia Commons
Rinde Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Hainbuche
Quelle: NaturaDB
Rinde Hainbuche
Quelle: NaturaDB

Sorten Hainbuche

Sorte Höhe Breite
Hainbuche (Wildform) 5 - 20 m 60 - 750 cm
Eichenblättrige Hainbuche 3 - 12 m 60 - 600 cm
Säulen-Hainbuche 4 - 6 m 1 - 1.5 m
Säulen-Hainbuche 'Frans Fontaine' 6 - 10 m 2.5 - 4 m
Hainbuche 'Lucas' 6 - 10 m 1.5 - 2 m

Häufige Fragen

Wie groß kann eine Hainbuche werden?

Hainbuchen können als Bäume eine Höhe von bis zu zwanzig Metern erreichen. Dann sind sie in der Regel bereits über 100 Jahre alt. Bei Hainbuchenhecken kommt es auf die Sorte an – daher sollte man sich vorsichtshalber vor dem Kauf erkundigen, wie hoch die angebotenen Pflanzen werden. Meistens sind wenigstens zwei oder drei Meter Wuchshöhe drin, sofern man ihnen nicht mit der Heckenschere zu Leibe rückt.

Wie schnell wächst die Hainbuche?

Hainbuchen sind flott – stehen sie an einem günstigen Standort mit ausreichend Feuchtigkeit und Licht legen sie jedes Jahr um die dreißig Zentimeter zu. Nur unmittelbar nach dem Einpflanzen geht es etwas langsamer zu, da sich die Pflanzen erst mit den richtigen Bodenpilzen anfreunden und Mykorrhiza ausbilden muss. Diese erhöhen die Verfügbarkeit von Stickstoff und sorgen für das nachfolgende schnelle Wachstum.

Kann man die Hainbuche im Topf pflanzen?

Eine Hainbuche lässt sich problemlos in einem Topf heranziehen – den sie allerdings bald sprengen könnte. Als Bonsai sind sie wunderschön, benötigen aber auch reichlich Pflege und einen Standort im Freien. Hainbuchenhecken sind für Kübel besser geeignet als für kleine Blumentöpfe. So lassen sie sich auch jederzeit an eine andere Stelle im Garten transportieren oder auf Terrasse und Balkon aufstellen. Eine Überwinterung im Freien ist kein Problem.

Wie lange dauert es, bis die Hainbuchenhecke dicht ist?

Das hängt vor allem vom Standort und den Startbedingungen ab – unter optimalen Bedingungen mit genug Wasser, Nährstoffen und Sonne legt eine frisch angepflanzte Hecke gut dreißig Zentimeter pro Jahr zu. Je nachdem was für eine Wuchshöhe und Stelldichte man gewählt hat, sind die Lücken nach zwei oder drei Jahren geschlossen.

Was sind die Unterschiede zwischen Hainbuche und Rotbuche?

Buche ist nicht gleich Buche: Als Birkengewächs ist die Weißbuche mit der Rotbuche (Fagus sylvatica) nur sehr weitläufig verwandt. Deren Bucheckern erinnern nicht von ungefähr an eine Mischung aus Kastanie und Eichel verraten sie als Mitglied der Buchengewächse (Fagaceae). Für die namentliche Verwandtschaft sind die sehr ähnlichen Blätter verantwortlich. Die Unterschiede von Hainbuche und Rotbuche:

  • Rinde: Hainbuche mit glatter silbergrauer Rinde, Rotbuche furchig und dunkler.
  • Holz: bei Hainbuche/Weißbuche hellbraun bis grauweiß, bei Rotbuche rötlich.
  • Knospen bei Hainbuche gedrungener und dicht anliegend, bei der Rotbuche länger, spitz zulaufend und abstehend.
  • Blätter der Hainbuche weicher, länglicher, gesägt, mit vielen Seitenrippen, anfangs auf der Unterseite leicht behaart, bei Rotbuche derb, rundlicher, glattrandig mit nur wenigen Blattnerven und stets kahl.
  • Früchte bei der Hainbuche geflügelt, bei der Rotbuche Bucheckern.

Ökologischer Wert

Hainbuche ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
51
Dient als Futterplanze für Raupen:
54
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
1

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird sehr häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird sehr häufig aufgesucht

Schmetterlingspflanzen

Themen

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