Schwarz-Erle,Rot-Erle

Alnus glutinosa

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
Vogelschutznährgehölz
Frühblüher
Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) Alle 11 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Schwarz-Erle

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Baum aus der Familie der Birkengewächse
  • An dauerfeuchten Standorten oftmals bestandbildend
  • Typischer Baum der Bruchwälder
  • Wurzeln vor allem vertikal ausgerichtet
  • Pionierpflanze, reichert mit Wurzelknöllchen Stickstoff an
  • Hängende männliche und zapfenförmige weibliche Blüten
  • Blätter wichtiges Raupenfutter für viele Schmetterlinge
  • Pollenpflanze für Wildbienen und andere Insekten
  • Wurzelwerk als Lebensraum für Amphibien und Fische
  • Holz extrem faulbeständig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 10 - 30 m
Breite: 8 - 12 m
Zuwachs: 25 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
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a
s
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Buchenartige
Familie: Birkengewächse
Gattung: Erlen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Schwarz-Erle?

Die Schwarz-Erle, Rot-Erle oder Else (Alnus glutinosa) ist ein bis zu drei Metern hoher, oft mehrstämmiger Baum und ein einheimischer Vertreter der Birkengewächse (Betulaceae). Sie ist in Europa weit verbreitet und Charakterbaum der Bruchwälder: dauerfeuchter, sumpfiger und selbst dauerhaft überfluteter Standorte, an denen andere Bäume keine Chance haben und an denen sie häufig den kompletten Baumbestand bildet. Ihre Lebenszeit ist mit rund 120 Jahren begrenzt, und selten erreicht sie Höhen über 20 Metern.

Das Wurzelsystem ist herzförmig und besteht überwiegend aus Vertikalwurzeln. Der Stamm hat eine furchige, graue Rinde, die Krone ist kegelförmig und offen. Junge Zweige sind dunkel-violett bis grau, die gestielten Blätter verkehrt eiförmig, mit grob gesägtem Rand, dunkelgrün und bis zu zehn Zentimeter lang. Die Blattrippen sind gegenständig und treten auf der Unterseite weit hervor.

Die unscheinbaren Blüten stehen in Kätzchen, wobei es männliche und weibliche Exemplare gibt. Aus letzteren entwickeln sich die zapfenförmigen, ein bis zwei Zentimeter langen Früchte, die mit der Reife verholzen und die kleinen Nüsschen freigeben. Die Männchen stehen in kleinen Gruppen an den Enden langer Stiele und sind gelb-grün gefärbt.

Schwarz-Erle im Garten

Standort

Die Schwarz-Erle lässt sich im Garten auch an den feuchtesten Orten anpflanzen. An trockeneren Stellen muss man darauf achten, dass sie nicht von konkurrenzstärkerem Gehölz überwachsen wird. Sie mag Wärme und Sonne und ist anspruchslos.

Schnitt

Ein Schnitt ist in der Regel nicht nötig.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist durch Samen möglich. Dazu gewinnt man die kleinen Samen aus den holzigen Fruchtständen und pflanzt sie in Erde, die gleichmäßig feucht gehalten werden muss.

Verwendung

Die Schwarz-Erle ist ein Pioniergehölz, das sich für sehr feuchte Standorte eignet und ein wichtiges Nährgehölz für die Raupen von Schmetterlingen darstellt.

Schädlinge

Der schlimmste Schädling der Schwarz-Erle ist der Oomyzet Phytophthora alni, der Stamm und Wurzeln zum Faulen bringt. Dagegen führt der Erlenwipfelpilz Valsa oxystoma zum Absterben ausgehend von der Krone.

Ökologie

Mit ihren saftigen dunkelgrünen Blättern ist die Schwarz-Erle ein wichtiges Raupenfutter. In Deutschland finden 34 Schmetterlingsarten hier Nahrung, darunter zahlreiche Spanner, Spinner und Eulenfalter. Über den Pollen der Blüten machen sich auch Wildbienen her – Nektar ist bei der Erle nicht zu holen, denn sie ist eine reine Pollenpflanze. Zudem ist sie mit ihrer lockeren Krone ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten.

Das flache Wurzelwerk schützt am Rande von Gewässern vor der Erosion und bietet Amphibien, Insekten und Fischen Rückzugsmöglichkeiten. Zudem bilden die Wurzeln Wurzelknöllchen, in denen die Schwarz-Erle eine Symbiose mit dem Bakterium Frankia alni eingeht. Sie dient der Bereitstellung von Stickstoff im Gegenzug für Zucker aus der Photosynthese. Daher reichert sich im Wurzelbereich der Schwarz-Erle Nitrat an.

Wissenswertes

Mit ihrem speziellen luftleitenden Wurzelwerk überdauert die Schwarz-Erle auch längere Überflutungsphasen. In Auenwäldern wie dem Spreewald bildet sie sogar Reinbestände. Dagegen hat sie an trockeneren Standorten gegenüber anderen Baumarten kaum eine Chance und ist außerhalb ihrer feuchten Lieblingsstellen so gut wie nie anzutreffen.

Der Artname glutinosa, klebrig bezieht sich auf die jungen Blattknospen. Früher hing man die jungen Zweige mit ihren klebrigen Knospen als Leimfallen gegen Ungeziefer auf. Dagegen rührt der Name Schwarz-Erle von der Verwendung in der Färberei. Die Rinde nutzte man zum Färben von Leder, aus den Früchten stelle man schwarze Tinte her.

Hildegard von Bingen empfahl die frischen Blätter gegen Hautgeschwüre, und in der Naturheilkunde nutzt man einen Tee aus der gerbstoffreichen Rinde der Schwarz-Erle zum Gurgeln, bei wunden Stellen im Mund und bei Zahnfleischentzündungen.

Der vielerorts wegen des nach dem Schlagen rotgefärbten Holzes gebräuchliche Name Rot-Erle bezeichnet im strengen botanischen Sinne die nordamerikanische Alnus rubra. Die rote Farbe bringt der Aberglaube mit Hexen und Teufelswerk in Verbindung, was gut zu den sumpfigen und unwirtlichen Standorten des Baumes passt.

Seine Fäulnisbeständigkeit hat dafür gesorgt, dass man die Erle neben der Eiche für Pfahlwerke verwendete. Bereits die neolithischen Pfahlbauer am Bodensee verwendeten sie für ihre Hütten, und Venedig erhebt sich dank des Erlenholzes im Untergrund aus dem Morast.

Fotos

Gesamte Pflanze Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB
Frucht Schwarz-Erle
Quelle: Bartosz Cuber, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Schwarz-Erle
Quelle: Giovanni Caudullo, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Rinde Schwarz-Erle
Quelle: Robertito1965, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Schwarz-Erle
Quelle: Nikanos, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blatt Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB
Rinde Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB
Blatt Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB
Rinde Schwarz-Erle
Quelle: NaturaDB

Sorten Schwarz-Erle

Sorte Höhe Breite
Schwarz-Erle (Wildform) 10 - 30 m 8 - 12 m
Kaisererle 'Imperialis'

Häufige Fragen

Wo wächst die Schwarz-Erle?

Die Schwarz-Erle wächst bevorzugt da, wo es allen anderen Baumarten zu feucht ist. Sie ist typisch für Sumpfgebiete, Auwälder und andere zeitweise oder dauerhaft überschwemmte Standorte.

Ist die Schwarz-Erle giftig?

Die Schwarz-Erle ist in allen Teilen ungiftig. Größere gesundheitliche Probleme bereiten die Pollen, zumal es Kreuzallergien mit Birke, Eiche und Hainbuche gibt und Nahrungsmittelallergien wie Nüsse, Kernobst und Apfel hinzukommen können.

Ökologischer Wert

Schwarz-Erle in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
34
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
35

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja

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Pflanzen für Tiere
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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