Vogel-Wicke

Vicia cracca

Staude
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
lange Blühzeit
Vogel-Wicke (Vicia cracca) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: El Grafo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Einheimischer Hülsenfrüchtler
  • Bis zu einem Meter hoch klimmend
  • Gefiederte Blätter mit Ranke
  • Reichhaltige Trauben mit blauen Blüten
  • Hülsenfrucht mit braunen Samen
  • Anspruchslos und schnellwüchsig
  • Von 14 Schmetterlingen besucht
  • Pollenquelle für 12 Wildbienen
  • Schwach giftig, in kleinen Mengen essbar
  • Stickstoffbindend, zur Gründüngung geeignet
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: kletternd, Ranker
Höhe: 30 - 100 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Wicken
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Vogel-Wicke?

Die Vogel-Wicke (Vicia cracca) ist ein einheimischer Vertreter aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Man findet sie in Eurasien weit verbreitet auf fetten wie mageren Wiesen und Weiden, in Wald- und Buschsäumen, an Flussufern und auf Schuttflächen.

Bei dem Tiefwurzler handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze mit weich behaarten gerillten Stängeln, die bis zu einem Meter hoch wird. Die Blätter bilden in Bodennähe eine Halbrosette; sie sind gefiedert, mit 8-12 schmal-lanzettlichen bis eiförmigen stachelspitzigen Fiederblättchen und einer endständigen verzweigten Ranke, mit deren Hilfe die Pflanze an benachbarten Pflanzen hochklettert.

Die in einseitswendigen Trauben stehenden zwittrigen Blüten sind 8-11 Millimeter lang, blauviolett, mit einer Platte der Fahne, die ungefähr so lang ist wie der Nagel. Sie sind wie bei allen Hülsenfrüchtlern asymmetrisch fünfzählig. Aus ihnen entwickeln sich bis 2,5 Zentimeter lange kahle Hülsen mit drei Millimeter großen runden braunen Samen.

Vogel-Wicke im Garten

Standort

Die Vogel-Wicke bevorzugt einen frischen bis mäßig trockenen, mild-sauren Lehm- und Tonboden mit Sonne oder Halbschatten.

Schnitt

Ein Schnitt ist nur zum Entfernen verwelkter Pflanzenteile erforderlich.

Vermehrung

Die Vermehrung der Vogel-Wicke erfolgt mit Ausläufern und Samen.

Verwendung

Die Vogel-Wicke ist eine dekorative Pflanze für Wildkräuterbeete und Staudenbeete. Man kann sie im Garten auch zur Gründüngung einsetzen, da sie mit ihren Wurzelknöllchen Stickstoff bindet und den Boden anreichert.

Schädlinge

Vogel-Wicken sind robust und werden nur selten von Krankheiten und Schädlingen bedroht.

Ökologie

Die Blüten der Vogel-Wicke sind vor allem auf die langen Rüssel von Schmetterlingen ausgelegt, die hier ihren Nektar sammeln. Einige nutzen zudem die Blätter als Raupenfutter. Insgesamt finden sich hier 14 Schmetterlingsarten ein, darunter viele Bläulinge (Polyomnatus spec. und Glaucopsyche spec.).

Nicht minder beliebt ist der Pollen – 12 Wildbienen besorgen sich hier die Nahrung für ihre Brut, vor allem Langhornbienen (Eucera spec.) wie auch Mauerbienen (Osmia spec.) und einige andere Arten.

Kurzrüsslige Hummeln und Honigbienen beißen oft kurzerhand die Blüten seitlich an der Basis auf, um an den Nektar zu gelangen.

Wissenswertes

Die Vogel-Wicke hat ihren Namen von der Beliebtheit der Samen bei Vögeln. Sie gehört zu den wenigen einheimischen Pflanzen, die in Volksheilkunde und Naturheilkunde keinerlei Rolle spielen. Sie enthält geringe Mengen blausäurebildender Glykoside und Lektine; daher gilt sie als schwach giftig. Kleine Mengen von den Blüten und Blättern kann man bedenkenlos verzehren oder zur Dekoration verwenden.

Fotos

Gesamte Pflanze Vogel-Wicke
Quelle: El Grafo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Vogel-Wicke
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Vogel-Wicke
Quelle: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Vogel-Wicke
Quelle: MurielBendel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist die Vogel-Wicke gut?

Die Vogel-Wicke ist nur schwach giftig und in kleinen Mengen essbar – man kann ihre Blüten und Blätter als Gemüse zubereiten oder sie in einem Wildkräutersalat und zur Dekoration verwenden. Sie bindet wie alle Hülsenfrüchtler mithilfe der symbiontischen Bakterien in den Wurzelknöllchen Stickstoff und ist daher als Gründüngung geeignet.

Ist die Vogel-Wicke giftig?

Beim Menschen gilt sie mit ihren Lektinen und cyanogenen Glykosiden als schwach giftig, bei Rindern hingegen kann sie gesundheitliche Probleme verursachen. Vögel fressen die Samen hingegen mit besonderer Vorliebe, was der Pflanze auch ihren Namen eingebracht hat.

Ökologischer Wert

Vogel-Wicke ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
12
Anzahl Schmetterlingsarten:
14
Nektarwert:
3
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
11
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
10

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