Kahles Ferkelkraut

Hypochaeris glabra

Einjährige
Wildform
Bienenweide
lange Blühzeit
Kahles Ferkelkraut (Hypochaeris glabra) Alle 6 Fotos anzeigen
Quelle: Copyright by user:Curtis Clark, licensed as noted, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein- oder zweijähriger Verwandter des Löwenzahns
  • Bodenständige Blattrosette und kleine gelbe Blüten
  • Lange Pfahlwurzel, kaum zu beseitigen
  • Aussaat mit Samen
  • Bestäubung durch Bienen und Schmetterlinge
  • Raupenfutter des Grauen Mönchs
  • Zeigerpflanze für trockene Sandböden
  • In Deutschland als gefährdet eingestuft, im Gegensatz zu anderen Ferkelkräutern
  • Von Schweinen geliebt, für Pferde giftig
  • In kleinen Mengen zum menschlichen Verzehr unbedenklich
Wuchs
Pflanzenart: Einjährige
Höhe: 15 - 30 cm
Wurzelsystem: Pfahlwurzel
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Asternartige
Familie: Korbblütler
Gattung: Ferkelkräuter
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Gemeines Ferkelkraut?

Kahles oder Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris glabra) ist in Europa, Nordafrika und im Mittleren Osten weit verbreitet und mittlerweile weltweit eingeschleppt. Es erinnert an Löwenzahn und Greiskraut und gehört wie diese zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Man findet das ein- oder zweijährige Kraut auf Sand- und Magerrasen, auf Brachflächen und Äckern mit kalk- und nährstoffarmen, trockenen Sandböden.

Unterirdisch ist es mit einer langen Pfahlwurzel verankert, auf der die flache bodenständige Blattrosette mit einem oder mehreren dünnen Stängeln steht. Die Blätter sind bis zu zehn Zentimeter lang, glattrandig oder Löwenzahn-ähnlich gesägt und häufig rot überlaufen. Am Ende der bis zu 15 Zentimetern hohen Stängel stehen die leuchtend gelben Korbblüten, die mit zwei Zentimetern recht klein ausfallen. Sie bestehen aus Zungenblüten, die am Ende einen gezackten Rand aufweisen. Nach der Bestäubung entwickeln sich daraus Mini-Pusteblumen mit vier Millimeter langen Achänen und einem Fallschirm.

Gemeines Ferkelkraut im Garten

Standort

Gemeines Ferkelkraut liebt Wärme und Sonne. Der Boden sollte mäßig trocken, kalkarm, sandig und nicht zu nährstoffreich sein.

Schnitt

Ein Schneiden ist bei der kleinen einjährigen Pflanze nicht notwendig.

Vermehrung

Die Vermehrung ist ausschließlich mit Samen möglich.

Verwendung

Gemeines Ferkelkraut ist für Sandböden geeignet, etwa in einem Steingarten.

Schädlinge

Junge Pflanzen werden von Blattläusen und Schnecken heimgesucht.

Ökologie

Die kleinen gelben Blüten des Gemeinen Ferkelkrautes werden von Wildbienen und Schmetterlingen besucht. Der Graue Mönch (Cucullioa umbricata) nutzt es als Raupenfutter.

Wissenswertes

In der Botanik gilt das Gemeine Ferkelkraut als Sandzeiger, der Brachflächen oft als eine der ersten Pionierpflanzen besiedelt. Den Namen hat es vom griechischen χο?ρος, Schwein, da sowohl Wildschweine als auch Hausschweine mit Vorliebe die saftigen Pfahlwurzeln ausgraben. In Deutschland ist es inzwischen selten geworden und weit weniger verbreitet als sein nächster Verwandter Hypochaeris radicata. Allerdings hat die Rarität im Gegensatz zu diesem grüne Stängel ohne Behaarung, die unterhalb der Blüten leicht verdickt erscheinen.

Fotos

Blüte Kahles Ferkelkraut
Quelle: Copyright by user:Curtis Clark, licensed as noted, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Blüte Kahles Ferkelkraut
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kahles Ferkelkraut
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kahles Ferkelkraut
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Blüte Kahles Ferkelkraut
Quelle: Copyright by Curtis Clark, licensed as noted, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Kahles Ferkelkraut
Quelle: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Was sind einjährige Pflanzen?

Einjährige Pflanzen keimen, wachsen und blühen innerhalb eines Jahres. Durch Versamen können sie sich erhalten und wieder am selben Standort erscheinen. Manche „wandern“ so durch den Garten und erfreuen uns an immer neuen Standorten.

Häufige Fragen

Wie kann ich Ferkelkraut bekämpfen?

Sollte man tatsächlich Hypochaeris glabra im Garten haben, sollte man es lieber stehenlassen – diese Art ist in Deutschland mittlerweile sehr selten geworden, im Gegensatz zum sehr ähnlichen Hypochaeris radicata. Es lässt sich mit seinen unbehaarten Blättern, grünen Stängeln und Zungenblüten unterscheiden, die genauso lang sind wie die Hülle. Den lästigen Verwandten wird man am besten mit Kalkdüngung los, denn kalkreiche Böden mag er nicht. Ausgraben ist mühsam, da die Pfahlwurzeln sehr tief hinabreichen und übersehene Stücke neu austreiben.

Ist Ferkelkraut essbar?

Ähnlich wie Löwenzahl sind auch Ferkelkräuter essbar. Ersterer ist für Wildkraut-Küche allerdings wesentlich ergiebiger und zudem schmackhafter.

Ist Ferkelkraut giftig für Pferde?

Schweine fressen alle Arten von Ferkelkraut liebend gerne, aber für Pferde können sie gefährlich werden. Sie beeinflussen Nervensystem und Muskulatur und können dauerhafte Schäden verursachen. Die Tiere leiden an Koordinationsproblemen, krampfen und ziehen die Hinterbeine ruckartig hoch (Hahnentritt). Mitunter sind auch die Nerven des Kehlkopfes betroffen, sodass das Wiehern eher an einen röhrenden Hirsch erinnert.

Ökologischer Wert

Kahles Ferkelkraut in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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