Busch-Windröschen

Anemone nemorosa

Staude
Wildform
winterhart
Bienenweide
Frühblüher

Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) Alle 3 Fotos anzeigen
Blüte von Busch-Windröschen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In eurasischen Wäldern weit verbreitetes, frühblühendes Hahnenfußgewächs
  • Wächst teppichartig unter Bäumen, Hecken und Sträuchern
  • Weiße Blüten blühen nur kurz
  • Blätter verschwinden im Frühsommer
  • Überwinterung und Verbreitung über Rhizome
  • Im Frühjahr wichtige Futterlieferanten für Insekten
  • Bevorzugt lockeren, humosen Boden
  • Standort schattig bis halbschattig
  • Genügsam, bedarf kaum der Pflege
  • In allen Teilen giftig
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 10 - 20 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
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a
s
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n
d
Blütenform: sternförmig, radiärsymmetrisch
Laub
Blattfarbe tiefgrün
Blattphase sommergrün
Blattform rund bis rundlich
Schneckenunempfindlich Ja
Sonstiges
Pflanzen je ㎡: 11
Klassifizierung
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Windröschen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist ein Buschwindröschen?

In vielen Wäldern Europas prägt das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) mit seinem Grün und den typischen kleinen Blüten den Unterwuchs des Frühjahrs. Außer in Laub- und Mischwäldern weiß es sich selbst am Boden der für viele Pflanzen unwirtlichen Nadelwälder zu behaupten. Der lateinische wie auch der deutsche Name beziehen sich auf seine Blütezeit – kurz wie ein Windhauch (griechisch anemos). Der Artname nemorosa bedeutet hainbewohnend, entsprechend dem bevorzugten Habitat. Im Englischen heißt es nicht minder bezeichnend windflower.

Das Buschwindröschen gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) und gilt als schier unverwüstlich. Mit seinen Wurzelstöcken bildet es grüne Teppiche, die im Frühjahr die weithin sichtbaren Blüten zieren, bevor die Bäume mit ihrem Laub Schatten spenden.

Der kleine Frühlingsbote wird bis zu 25 Zentimeter hoch. Die meist einzeln stehenden, sternförmigen Blüten entspringen einem Quirl aus drei Hochblättern. Sie haben einen Durchmesser von 1,5-4 Zentimetern, sind von weißer Farbe und vor allem außen häufig rot-violett überlaufen. Im Inneren steht ein Büschel weißer Staubfäden mit leuchtend gelben Staubbeuteln. Bei der Frucht handelt es sich um eine Sammel-Nussfrucht, deren zahlreiche einsamige Nüsschen für schnelle Verbreitung sorgen. Dazu tragen die kurzen Borsten bei, die im Fell vorüberstreifender Tiere hängenbleiben. Hauptverbreiter sind aber Ameisen, die sie mit einem nahrhaften Stielchen am Samen anlocken.

Dem gelben bis dunkelbraunen Wurzelstock (Rhizom) entspringt erst nach der Blüte ein handförmig geteiltes, grundständiges Blatt. Die Blattfieder sind 2- bis 3-spaltig, mit ungleich großen Zipfeln. Noch bevor die ersten Hitzeperioden des Sommers einsetzen zieht sich die Pflanze zurück und wartet mit ihrem dauerhaften Rhizom dicht unter der Oberfläche auf das nächste Frühjahr.

Buschwindröschen im Garten

Standort

Wie in Wald und Hain bevorzugt das Buschwindröschen einen halbschattigen bis schattigen Standort. Allzuviel Sonne mag es nicht. Der Boden sollte locker, humusreich und gleichmäßig feucht sein, wie es das Pflänzchen von seinem natürlichen Standort mit im Frühjahr verrottendem Laub kennt.

Schnitt

Ein Schnitt ist nicht nötig, da sich das Buschwindröschen im Frühsommer zurückzieht und nur die Wurzelstöcke verbleiben.

Vermehrung

Das Buschwindröschen sorgt selbst für seine Verbreitung. Es bildet nicht nur zahlreiche Ausläufer, sondern vermehrt sich mit reichlich verteilten Samen. Für eine Neubepflanzung setzt man am besten gleich mehrere Exemplare zusammen.

Verwendung

Das Buschwindröschen fühlt sich außer in Wäldern in der Nähe von Gebüschen und Hecken wohl. Im heimischen Garten bildet es mit den Jahren große Gruppen, die im Frühjahr zum ersten Blumenschmuck beitragen. Dabei ist der anspruchslose Bodendecker ausgesprochen pflegeleicht. Für die Begrünung großer Flächen ist er bestens geeignet, und er lässt sich optisch gut mit anderen Frühblühern wie Krokus, Traubenhyazinthe oder Winterling kombinieren.

Schädlinge

Buschwindröschen sind hart im Nehmen. Rostpilze und der Anemonen-Becherling Dumontinia tuberosa führen zu Blattflecken, die alsbald mit dem Laub verschwinden. Schnecken machen einen Bogen um die Giftpflanze.

Ökologie

Buschwindröschen werden gerne von Insekten besucht, zumal sie in vielen Wäldern von März bis April den ersten Nektar liefern. Das macht sie ökologisch extrem wichtig. Hummeln und andere Wildbienen freuen sich auch im heimischen Garten über das reichhaltige Nahrungsangebot.

Wissenswertes

Klein, hübsch, giftig: Das Buschwindröschen enthält in allen Pflanzenteilen die Gifte Anemonin und Protoanemonin. In kleinen Mengen nutzte man es früher in der Volksheilkunde gegen Kopfschmerzen – daher auch der Volksname „Kopfschmerzblume“. Allerdings ist damit nicht zu spaßen, denn bei Überdosierung drohen Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle bis hin zu Nierenversagen und Nervenschäden. Bei empfindlichen Personen kann der Saft Hautreizungen hervorrufen, sodass man auch auf das Hausmittel gegen Warzen verzichten sollte.

Ähnliches gilt für den in den Alpen verbreiteten Brauch, getrocknetes „Hexenkraut“ in der Pfeife zu rauchen. Es ruft Wahnvorstellungen und andere psychotische Zustände hervor, wie es sich für einen wilden Ritt auf dem Besen gehört.

Fotos

Blüte Busch-Windröschen
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Busch-Windröschen
Quelle: NaturaDB
Blatt Busch-Windröschen
Quelle: NaturaDB

Sorten Busch-Windröschen

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Busch-Windröschen (Wildform)
weiß
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Busch-Windröschen 'Robinsoniana'
violett
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Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Ist das Buschwindröschen giftig?

Ja, wie die meisten Hahnenfußgewächse enthält es das giftige Protoanemonin, das im Körper in Anemonin umgewandelt wird. Beim Verzehr größerer Mengen führt Buschwindröschen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, im Extremfall kann es zu Nierenversagen und Nervenschäden kommen. Aber auch bereits beim Hantieren, etwa beim Buschwindröschen pflücken oder bei Gartenarbeiten ist mit dem zierlichen Kräutlein nicht immer zu spaßen – bereits der bei Verletzungen austretende Saft kann Hautirritationen hervorrufen. Früher hat man ihn extra dafür auf die Haut aufgetragen, um damit Warzen verschwinden zu lassen. Aus Sicherheitsgründen sollte man heutzutage lieber auf dieses alte Hausmittel verzichten und lieber in der Apotheke nach einem geeigneten Präparat fragen.

Wie nennt man das Buschwindröschen noch?

Mit am bekanntesten ist die Bezeichnung Hexenkraut oder Hexenblume für das Buschwindröschen (botanisch korrekt eigentlich Busch-Windröschen), da das getrocknete und gerauchte Kraut Wahnvorstellungen und Halluzinationen hervorruft. Ansonsten gibt es in Deutschland für den weit verbreiteten Frühblüher eine Unmenge von volkstümlichen Bezeichnungen, wie Augenblume, Augenwurz, Geißblume, Geißglöckchen, Hahnefüssel, Käsblümchen, Katzenblume, Ostblume und Osterblume, weiße Waldviole, Waldglöckchen oder Waldhähnchen und viele andere.

Wann ist die Blütezeit des Buschwindröschen?

Die kurze aber unübersehbare Blütezeit liegt beim Buschwindröschen im März und April. Hier überziehen große Blütenteppiche des kleinen Frühblühers den Boden vieler Wälder, noch bevor die meisten Bäume überhaupt ihre ersten Blätter austreiben.

Wie viel Licht braucht das Buschwindröschen?

Zu viel Sonne verträgt das Buschwindröschen nicht – es steht auch im Wald unten am beschatteten Boden und nie im prallen Sonnenschein. Am liebsten sind ihm Schatten oder Halbschatten, hier wächst und blüht es am zuverlässigsten.

Wo steht das Buschwindröschen?

Die natürlichen Standorte von Buschwindröschen sind Wälder – sie stehen vor allem am Boden von Laubwäldern und Mischwäldern, schrecken aber selbst vor den wegen reichlich Schatten und ihren sauer verrottenden Nadeln nur wenige Unterpflanzen zulassenden Nadelwäldern nicht zurück. Der Boden muss vor allem immer leicht feucht und locker mit reichlich Humus sein, dann bildet es in wenigen Jahren dichte Teppiche.

Wo kommt das Buschwindröschen vor?

Das Buschwindröschen ist ein typischer Bewohner von Wäldern, deren Boden es im März und April mit seinen dichten Blütenteppichen überzieht. Die Pracht ist allerdings bald vorbei, und der fleißige Frühblüher zieht sich bereits im Frühsommer bis auf sein unterirdisches Rhizom zurück, um dann im nächsten Jahr wieder in voller Pracht neu auszutreiben.

Warum Buschwindröschen nicht pflücken?

Das Buschwindröschen ist bisher in seinem Bestand nicht gefährdet und bildet immer noch dichte blühende Teppiche am Boden feuchter und humusreicher Wälder. Allerdings sollte man die kleinen Pflänzchen nicht unterschätzen – dass man sie besser nicht pflücken sollte hat weniger mit Naturschutz zu tun als mit der Tatsache, dass sie giftig sind. Buschwindröschen enthalten in allen Teilen einen hautreizenden Saft, der durch Protoanemonin Hautirritationen hervorrufen kann. Essen sollte man es schon mal gar nicht, denn dann kann es Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen hervorrufen, schlimmstenfalls sogar Nerven und Nieren schädigen.

Warum ist das Buschwindröschen ein Frühblüher?

Buschwindröschen stehen am Boden von Wäldern – da ist es besser zeitig im Frühjahr alle Energie in die Bildung von Blüten und Blättern zu stecken, bevor die Bäume rundherum das Blätterdach dicht machen und nur noch wenig Licht durchlassen. Einige Insekten, auch Wildbienen, freuen sich über das frühe Angebot von Pollen und Nektar. Bereits im Frühsommer ist das Buschwindröschen verschwunden – zumindest seine oberirdischen Teile. Stattdessen wartet sein unterirdischer Wurzelstock frisch gestärkt auf das nächste Frühjahr.

Was ist das giftige Buschwindröschen?

Das giftige Buschwindröschen – botanisch korrekt müsste es eigentlich Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) heißen - gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae), ebenso wie Hahnenfuß und Sumpf-Dotterblume. Es handelt sich dabei um einen Frühblüher, das in vielen Laub- und Mischwäldern, sogar in den unwirtlichen Nadelwäldern, einen dichten Blütenteppich bildet. Die weißen Blütensterne erscheinen bereits vor dem Blattwerk und stehen dicht an dicht, bis sie verblühen. Im Frühsommer verschwinden auch die erst kurz nach der Blüte erscheinenden Blätter, und die Pflänzchen überdauern den Rest des Jahres mittels ihres Wurzelstocks.

Wie sehen die Blätter von Buschwindröschen aus?

Die Blätter kommen beim Buschwindröschen erst nach der Blüte zum Vorschein. Sie sind handförmig geteilt, mit einer zwei- bis dreispaltigen Blattfieder mit ungleich großen Blattzipfeln.

Warum wachsen Buschwindröschen im Wald dicht an dicht?

Buschwindröschen haben eine kurze Generationszeit – sie blühen kurz aber heftig im März und April, rechtzeitig bevor die umstehenden Bäume das Blätterdach schließen und kaum noch Licht bis unten an den Boden kommt. Da ist es umso wichtiger, dass die kleinen Blüten effektiv befruchtet werden. Die hier hilfreich zur Seite stehenden Insekten haben so nur kurze Wege zurückzulegen, und es können trotz der schnell vergänglichen Blütenpracht reichlich Samen für die Selbstaussaat und damit für die Arterhaltung bilden.

Wie vermehren sich Buschwindröschen?

Buschwindröschen bildet reichlich Ausläufer an seinen Wurzelstöcken und über der Erde viele Samen, die für eine reichhaltige Selbstaussaat sorgen.

Ist das Buschwindröschen eine Heilpflanze?

Noch im Mittelalter findet man das Buschwindröschen in jedem der bekannten Kräuterbücher. Heute spielt es in der modernen Naturheilkunde und Phytotherapie keine Rolle mehr. Die in der Volksheilkunde früher übliche Verwendung als „Kopfschmerzblume“ gegen Kopfschmerzen ist auch nicht mehr üblich, da man sicherheitshalber auf die heilkundliche Anwendung des Protoanemonin-haltigen Krautes verzichtet.

Ökologischer Wert

Busch-Windröschen ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
1
Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

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