Roter Holunder,Traubenholunder

Sambucus racemosa

Gehölz
Wildform
winterhart
Schmetterlingspflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
bedingt essbar
Frühblüher
Roter Holunder (Sambucus racemosa) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
  • Einheimische Holunderart
  • Vom Schwarzen Holunder durch traubige Blütenstände und rote Blätter unterscheidbar
  • Unangenehm riechend
  • Rohe Früchte giftig
  • Abgekocht und ohne Samen für Holundersirup und Holundergelee verwendbar
  • Vertreibt zuverlässig Mäuse
  • Bestäubung vor allem durch Bienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Wichtiges Vogelnährgehölz
  • Beeren im Winter lange an den Sträuchern verbleibend
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 4 m
Breite: 2 - 4 m
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Kardenartige
Familie: Moschuskrautgewächse
Gattung: Holunder
ist essbar Frucht
ist giftig rohe Beeren, Blätter, Triebe, Rinde
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Roter Holunder?

Roter Holunder, Berg-Holunder, Trauben-Holunder oder Hirsch-Holunder (Sambucus racemosa) ist ein zwei bis drei Meter hoher Strauch, seltener ein kleiner Baum aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Man findet ihn recht häufig auf Waldlichtungen und Schotterhalden, in Nadel- und Erlenwäldern; auf der Nordhalbkugel ist er weit verbreitet.

Der sommergrüne, stark verzweigte Strauch hat runde graubraune, mit zahlreichen Lentizellen überzogene Triebe mit gelbbraunem Mark, die in der Jugend eine glatte und im Alter eine schuppige Rinde aufweisen. Sie sind leicht zerbrechlich. Seine Blätter sind unpaarig fiedrig geteilt, mit eiförmigen oder länglich-lanzettlichen Fiedern und gesägtem Rand und unterscheiden sich von denen des Schwarzen Holunders durch ihre anfangs dunkelrote bis violette Farbe.

Der aufrechtstehende Blütenstand erscheint zusammen mit dem Laub, er ist kugelig oder eiförmig, die Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig mit grünlichgelben Kronblättern. Sie riechen ähnlich wie die des Schwarzen Holunders unangenehm fischig. Die Frucht ist eine fünf Millimeter große runde rote Steinfrucht mit 3-5 hellgelben Samen.

Roter Holunder im Garten

Standort

Der Rote Holunder wächst am liebsten auf einem nährstoffreichen, vorzugsweise kalkarmen, gerne aber steinigen oder schottrigen Lehmboden mit Halbschatten. Beim Anpflanzen in der Nähe des Hauses sollte man beachten, dass die penetrant riechenden Blüten nicht jedermanns Geschmack sind.

Schnitt

Regelmäßiges Zurückschneiden fördert den Blütenansatz und buschiges Wachstum. Dabei sollte man beachten, dass die Blüten nur an den zweijährigen Trieben erscheinen. Ältere darf man daher gerne stutzen, die einjährigen Langtriebe sollte man hingegen schonen.

Vermehrung

Die Vermehrung des Roten Holunders gelingt am einfachsten mithilfe von Stecklingen, die man von den noch nicht vollständig verholzten Trieben abschneidet und einfach in die Erde steckt. Die Aussaat dauert wesentlich länger.

Verwendung

Mit seinem breit buschigen Wuchs ist der Rote Holunder ein schöner Solitär und kann auch als Hecke gepflanzt werden. Die roten Beeren sind auch im Winter noch dekorativ, wenn das Laub bereits abgefallen ist. Zudem werden sie von hungrigen Vögeln gerne gefressen.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten sind relativ selten, und der Rote Holunder gilt als recht robust. Vor allem die streng riechenden Blüten ziehen allerdings allerlei Getier an und sind häufig von Blattläusen überzogen. Pilzerkrankungen wie Mehltau und Rostpilze sind weniger häufig.

Ökologie

Bienen und Schmetterlinge machen sich über den Nektar des Roten Holunders her. In Nordamerika und Asien werden die Blüten vielerorts von Kolibris bestäubt. In Europa ist der süße Saft bisweilen eher rar, sodass sich die Honigbienen auf das Sammeln der nahrhaften Pollen beschränken. Der fische Geruch zieht Fliegen an.

Als Raupenfutter verwenden vier Schmetterlinge die Blätter, die Bogenlinien-Spannereule (Herminia grisealis), der Bergwald-Blattspanner (Xanthorrhoe montana) sowie zwei Gelbbären (Spilosoma spec.).

Willkommen sind die roten Beeren des Traubenholunders als Winternahrung für Vögel, denn sie bleiben lange am Strauch und stehen den Tieren auch bei Eis und Schnee noch zur Verfügung. Sie sorgen auch für die Verbreitung der unverdaulichen Samen. Die Giftstoffe der rohen Früchte machen ihnen im Gegensatz zum Menschen nichts aus.

Wissenswertes

Vor allem die rohen und nicht völlig ausgereiften Beeren des Roten Holunders setzte die Volksheilkunde früher als Brech- und Abführmittel ein. Entsprechende Wirkungen der Früchte werden bereits in den Kräuterbüchern des Mittelalters wie denen des Tabernaemontanus, Matthiolus und Lonicerus aufgeführt und waren bereits in der Antike bekannt. In der Volksmedizin verwendete man die Früchte bei Erkältungen, Asthma und Entzündungen von Mund und Rachen.

Der strenge Geruch des Roten Holunders hält Mäuse fern. Mancherorts verwenden Imker Blätter in den Bienenstöcken, um plündernde Nager fernzuhalten, und auch Vorräte im Keller lassen sich damit schützen. Im Garten vertreibt er lästige Wühlmäuse.

Die frischen Früchte sind ein altbewährtes, aber mittlerweile kaum noch bekanntes Mittel zum Putzen von Kupfergeschirr.

Neben der Wildform gibt es im Gartenfachhandel diverse Zuchtsorten mit unterschiedlich gefärbten Blättern und Wuchshöhen.

Fotos

Frucht Roter Holunder
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Roter Holunder
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Roter Holunder
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Roter Holunder
Quelle: Dendrofil, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Roter Holunder

Sorte Höhe Breite
Roter Holunder (Wildform) 2 - 4 m 2 - 4 m
Farnblättriger Goldholunder 'Plumosa Aurea' 3 - 5 m 2 - 4 m
Farnblättriger Goldholunder 'Sutherland Gold' 2 - 3 m 1.5 - 2.5 m

Häufige Fragen

Ist Roter Holunder genießbar?

Wie die des Schwarzen Holunders sind auch die Früchte des Roten Holunders roh giftig. Erst durch Kochen werden sie genießbar und lassen sich ebenso wie die „Fliederbeeren“ ihres nahen Verwandten verwenden, etwa für Holundersaft und Holundergelee. Auch hier sollte man die giftigen Samen sicherheitshalber entfernen, denn ihr Gift bleibt beim Kochen erhalten. Allerdings sollte man vorher probieren – der Geschmack ist deutlich anders als beim Schwarzen Holunder und sicher nicht jedermanns Fall. Zudem ist das Gelee in größeren Mengen genossen ein äußerst probates Abführmittel.

Wie sieht Roter Holunder aus?

Roter Holunder unterscheidet sich vom Schwarzen Holunder durch die namensgebenden Beeren. Sie stehen zudem nicht in breiten Schirmtrauben, hier sind sie kegelförmig, was ihm auch den Namen Traubenholunder eingebracht hat. Ebenso unterschiedlich sind die Blätter, die durch Anthozyane zunächst dunkelrot bis fast violett sind und erst allmählich grün werden. Das Mark ist gelbbraun und nicht fast weiß wie beim schwarzen Verwandten.

Wann sind die roten Holunderbeeren reif?

Die Beeren des Roten Holunders reifen etwa ab Ende Juli. Sie bleiben noch lange am Strauch – sofern sich keine gefiederten Interessenten einfinden. Man sollte mit der Reife trotzdem lieber etwas abwarten, denn je unreifer die Beeren sind, desto giftiger sind sie. Die Samen muss man ohnehin entfernen, denn anders als beim Fruchtfleisch bleiben hier die Giftstoffe auch nach dem Kochen erhalten.

Ökologischer Wert

Roter Holunder ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird sehr häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
47
Anzahl fressende Säugetierarten:
5

Nahrungsquellen für Vögel

Themen

Quelle: Foto von daniyal ghanavati von Pexels
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Cédric VT on Unsplash
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Alex Waldbrand on Unsplash
Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere