Bibernellrose

Rosa spinosissima

Gehölz
Wildform
Bienenweide
Bibernellrose (Rosa spinosissima) Alle 5 Fotos anzeigen
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Rosenart
  • Typische fiederteilige Blätter und große weiße Blüten
  • Dichter Blumenschmuck
  • Rote bis schwarze kugelige oder flaschenförmige Hagebutten
  • Bestäubung durch Honigbienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Wichtig für Vögel als Unterschlupf, Nistgelegenheit und Winterfutter
  • Winterfutter auch für zahlreiche Kleinsäuger im Garten
  • Vermehrung mit Ablegern und Samen
  • Ausgangsart für zahlreiche Gartenrosen
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1 - 1,5 m
Breite: 1 - 2 m
Zuwachs: 20 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Wurzelausläufer: Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: radiärsymmetrisch
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform kreisrund bis elliptisch, wechselständig, unpaarig gefiedert
Dornen ja
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rosen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Bibernell-Rose?

Die Bibernell-Rose, Dünenrose, Felsenrose oder Haferrose (Rosa spinoissima) ist ein recht seltener Vertreter aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man findet sie in sonnigen Gebüsch- und Waldsäumen, auf Kalk-Magerrasen und an den Küsten in den Dünen.

Es handelt sich dabei um 100-150 Zentimeter hohe Sträucher, deren Triebe reichlich mit meist geraden Stacheln bewehrt sind. Unterirdisch bildet sie zahlreiche Ausläufer, mit denen sie sich rasch in der Umgebung ausbreitet. Die Zweige sind aufrecht oder aufsteigend, reichlich verzeigt und haben eine braune Rinde. Daran stehen die unpaarig gefiederten Blätter wechselständig. Die jeweils fünf bis elf Fiederblättchen sind rund bis elliptisch, mit kaum sichtbaren Nerven und einem doppelt gesägten Rand. Am Blattgrund stehen spitz geöhrte Nebenblätter.

Die duftenden vier Zentimeter breiten Blüten erscheinen einzeln, aber in großen Gruppen. Sie haben einen kurzen Stiel und sind fünfzählig, radiärsymmetrisch, mit fünf ganzrandigen und zusehends zurückgeschlagenen Kelchblättern und ausgerandeten weißen oder rötlich überlaufenen Kronblättern. Als Früchte bildet sie breitkugelige bis flaschenförmige schwarzrote Hagebutten, bei denen der Stiel deutlich länger ist als die Frucht selbst und die Kelchblätter am Ende stehenbleiben.

Bibernell-Rose im Garten

Standort

Die Bibernell-Rose bevorzugt einen sommerwarmen, trockenen und basenreichen flachgründigen steinig-sandigen Lehmboden mit viel Sonne oder zumindest Halbschatten.

Schnitt

Ab und zu sollte man die Bibernell-Rose zurückschneiden, damit sie buschiger wächst und nicht vergreist. Sie dankt es mit reichhaltiger Blüte.

Vermehrung

Die Vermehrung der Bibernell-Rose erfolgt am einfachsten mit den zahlreichen Ausläufern, die sie unterirdisch bildet. Man kann die neu hervorschauenden Sprösslinge abtrennen und umpflanzen. Eine Vermehrung mit Samen aus den großen Hagebutten ist ebenso möglich.

Verwendung

Die Bibernell-Rose erfreut sich wegen ihrer Anspruchslosigkeit und reichhaltigem Blütenschmuck großer Beliebtheit bei der Bepflanzung von Böschungen, die sie mit ihrem dichten Wurzelsystem festigt. Sie ist blickdicht und bietet Vögeln nicht nur Unterschlupf und Nistmöglichkeiten, sondern auch jede Menge Winterfutter in Form der dunklen Hagebutten.

Schädlinge

Im Vergleich zu vielen anderen Rosensorten ist die Bibernell-Rose ausgesprochen hart im Nehmen – Krankheiten und Schädlinge können ihr nur selten etwas anhaben. Selbst von Pilzen bleibt sie in der Regel verschont.

Ökologie

Vor allem Honigbienen sorgen für die Bestäubung der zahlreichen Blüten. Die Blätter der Bibernell-Rose nutzt der Alpen-Ringelspinner (Malacosoma alpicola) als Raupenfutter. Die winterstehenden Hagebutten sind in der kalten Jahreszeit eine wichtige Futterquelle für Vögel und Kleinsäuger. Vögel wissen die dichten und stachelbewehrten Sträucher auch als Unterschlupf und beim Nestbau zu schätzen.

Wissenswertes

Den Namen Bibernell-Rose hat die Pflanze wegen der Ähnlichkeit der Blätter mit der Bibernelle oder Pimpernelle Pimpinella spec., die ebenfalls zahlreiche Fiederblättchen mit gesägtem Rand aufweisen. Der Artname bedeutet ziemlich treffend die Stachelreiche.

Mit ihrem Blütenreichtum diente sie als Ausgangsart für viele Gartenrosen. Dementsprechend gibt es auch eine ganze Reihe von Zuchtsorten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Blüten im Gartenfachhandel.

Fotos

Blüte Bibernellrose
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Bibernellrose
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Bibernellrose
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Bibernellrose
Quelle: ???????, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Bibernellrose
Quelle: Andrea Moro, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sorten Bibernellrose

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Bibernellrose 'Double Yellow' 1 - 1.5 m
Bibernellrose 'Frühlingsgold' 1.5 - 2 m
Bibernellrose 'Glory of Edzell' 1.2 - 1.5 m
Bibernellrose 'Golden Wings' 1.5 - 2 m
Bibernellrose 'Johannisröschen' 1.2 - 1.5 m
Bibernellrose 'Lutea' 50 - 100 cm
Bibernellrose 'Maigold' 1.5 - 2 m
Bibernellrose 'Old Yellow' 1 - 1.5 m
Kriechende Bibernell-Rose 20 - 50 cm
Bibernellrose 'Single Red' 1.2 - 1.5 m
Bibernellrose 'Spinosa' 40 - 80 cm
Bibernellrose 'Stanwell Perpetual' 1.2 - 1.5 m
Bibernellrose 'Subspinosa' 1.5 - 1.8 m
Bibernellrose 'William III' 80 - 100 cm
Bibernellrose (Wildform) 1 - 1.5 m 1 - 2 m Ja
Bibernellrose 'Double White' 1.5 - 2 m
Dunwich-Rose
Kriechende Bibernell-Rose

Häufige Fragen

Kann man Bibernell-Rose essen?

Die Hagebutten der Bibernell-Rose oder Dünenrose sind ohne weiteres essbar, sie enthalten allerdings deutlich weniger Fruchtfleisch als viele andere Wild- und Gartenrosen. Vögeln ist das gleich, sie machen sich mit Begeisterung über die willkommene Winternahrung her.

Ökologischer Wert

Bibernellrose ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

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