Rote Heckenkirsche

Lonicera xylosteum

Gehölz
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
Vogelschutznährgehölz
giftig
Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In europäischen Wäldern weit verbreiteter Strauch
  • Anspruchslos, pflegeleicht und selten von Schädlingen oder Krankheiten betroffen
  • Für sonnige bis halbschattige Standorte
  • Guter Bodenbefestiger
  • Charakteristische, wohlduftende Blütenpaare in weißgelb
  • Im Herbst kleine, paarweise stehende rote Früchte
  • Nektarreiche Blüten wichtige Nahrungsquelle für Hummeln und Schmetterlinge
  • Früchte dienen Vögeln als Winterfutter
  • Gute Vogelschutzhecke mit Nistmöglichkeiten
  • Für Menschen sind die Früchte ungenießbar und schwach giftig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3 m
Breite: 2 - 3 m
Zuwachs: 20 - 40 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenduft ja
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Kardenartige
Familie: Geißblattgewächse
Gattung: Heckenkirschen
ist giftig Früchte
Aussaat:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Keimer: Dunkelkeimer, Warmkeimer
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist die Rote Heckenkirsche?

Die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) hat ihren Namen von ihren harten, innen hohlen Stängeln bekommen: xylosteum bedeutet im Griechischen sinngemäß Knochenholz – entsprechend der regionaler Bezeichnung Beinholz. Der sommergrüne Strauch gehört zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) und ist in Europa und Vorderasien vor allem im Unterholz von Laub- und Mischwäldern weit verbreitet. Er wird ein bis zwei Meter hoch und ist reich verzweigt. Die mattgrünen Laubblätter sind breit-elliptisch, ganzrandig, bis zu sechs Zentimetern lang und weich behaart. Unverkennbar sind die charakteristischen weißgelben Blüten, die zu zweit an einem gemeinsamen langen Stiel erscheinen. Sie duften unverkennbar süßlich-aromatisch. Im Herbst entwickeln sich daraus weithin sichtbare rote Beeren, die wie die Blüten paarweise stehen und erbsengroß werden.

Die Rote Heckenkirsche im Garten

Standort

Die Rote Heckenkirsche ist ein Flachwurzler, der sich in sandig-humosem, mäßig feuchtem Boden am wohlsten fühlt. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Sie ist winterhart, anspruchslos und pflegeleicht.

Schnitt

Vorzugsweise sollte man die Heckenkirsche erst nach der Blüte schneiden, da man sonst auf die Blütenpracht verzichten muss. Ansonsten ist sie gut schnittverträglich.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist mit Stecklingen leicht zu bewerkstelligen. Dazu schneidet man bereits verholzte Triebe ab und hält sie in humusreicher Erde gleichmäßig feucht, bis sie Wurzeln gezogen haben.

Verwendung

Mit ihrem dichten flachgründigen Wurzelwerk ist die Rote Heckenkirsche gut zur Bodenbefestigung geeignet. Man nutzt sie zur Straßenbegrünung und in Hecken, die im Herbst mit ihrem dekorativ verfärbten Laub und den roten Früchten auffallen.

Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge spielen bei der Roten Heckenkirsche keine große Rolle – sie wird bestenfalls von Blattläusen geplagt. Ansonsten gilt sie als ausgesprochen widerstandsfähig.

Ökologie

Die wichtigsten Bestäuber der Roten Heckenkirsche sind Hummeln und andere Wildbienen. 40 Insektenarten haben sich auf sie spezialisiert, die Hälfte davon Schmetterlinge. Mit Unmengen von Nektar ist der Tisch reich gedeckt. In Herbst und Winter bieten sie Vögeln mit ihren saftigen Beeren reichlich Nahrung. Zudem nutzen Vögel ihre dichten Büsche gerne zum Nisten.

Wissenswertes

Das robuste, innen hohle „Beinholz“ der Heckenkirsche benutzte man früher zur Herstellung von Holznägeln und Pfeifen.

Die knallroten Beeren sind dekorativ, aber giftig – zumindest für den Menschen. Alkaloide, der Bitterstoff Xylostein und andere Saponine machen sie für uns ungenießbar, wohingegen Vögel damit keinerlei Probleme haben. Die Inhaltsstoffe des Roten Geißblattes schützen ihre Wildbestände vor Wildverbiss. Nur einige wenige Kleinsäuger vertragen die Blätter und Früchte.

Die Darmpassage ist für die Keimfähigkeit der Samen ebenso wichtig wie Frost.

Bemerkenswert ist die Widerstandsfähigkeit gegen Streusalz. Selbst in Vorgärten, vor denen im Winter reichlich gestreut wird, überdauert die Rote Heckenkirsche klaglos.

Fotos

Gesamte Pflanze Rote Heckenkirsche
Quelle: Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Heckenkirsche
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Rote Heckenkirsche
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Rote Heckenkirsche

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Rote Heckenkirsche (Wildform) 2 - 3 m 2 - 3 m Ja
Heckenkirsche 'Clavey's Dwarf' 1.5 - 2.5 m 1.5 - 2 m
Zwerg-Heckenkirsche 90 - 150 cm 90 - 150 cm Ja

Ökologischer Wert

Rote Heckenkirsche in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
24
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
25

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Säugetierarten:
12

Themen

Balkon und Terrasse
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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