Mahonie

Mahonia aquifolium

Gehölz
Wildform
Gute Bienenweide
Vogelschutznährgehölz
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Gesamte Pflanze von Mahonie

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Nordamerika stammendes Berberitzengewächs und beliebte Zierpflanze
  • Dunkelgrün glänzende Blätter und goldgelbe Blütenrispen
  • Produziert bereifte blaue Beeren
  • Gute Bienenweide
  • Beliebtes Winterfutter für Amseln und andere Vögel
  • Robust und pflegeleicht, bestenfalls Formschnitt notwendig
  • Gut geeignet als Unterwuchs von Bäumen, als Hecke oder als Kulisse vor Stauden
  • Beeren sehr sauer, sollten nicht gegessen werden wegen der krebserregenden Inhaltsstoffe
  • In der Naturheilkunde und Homöopathie gegen Hauterkrankungen eingesetzt
  • Zahlreiche kleinbleibende Sorten mit bunter Herbstfärbung im Handel
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 75 - 125 cm
Breite: 75 - 100 cm
Zuwachs: 5 - 15 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
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j
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a
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n
d
Licht
Sonne bis Schatten
Boden
Boden: normal bis humos
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Berberitzengewächse
Gattung: Mahonien
Mahonie gefährdet möglicherweise die Artenvielfalt in Deutschland

Mahonie eine potenziell invasive gebietsfremde Art. Es liegt die begründete Annahme vor, dass sie heimische Arten verdrängt und die Biodiversität gefährdet (siehe BfN-Skripten 352).

Pflanze im Zweifelsfall lieber einheimische Gewächse, über die sich auch die Tierwelt in deinem Garten freut.

Was ist Mahonie?

Die Gewöhnliche Mahonie, Stechdornblättrige Mahonie oder meist nur kurz Mahonie (Mahonia aquifolium) ist ein beliebter Zierstrauch und tritt vielerorts verwildert auf. Das Mitglied aus der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) stammt ursprünglich aus dem Westen Nordamerikas, wo sie im Unterwuchs der Douglasienwälder der Rocky Mountains zwischen Alaska und dem nördlichen Kalifornien gedeiht.

Es handelt sich dabei um einen immergrünen, aufrechten buschigen Strauch, der eine Höhe von über einem Meter erreicht. Er breitet sich mithilfe von Schösslingen seines kräftigen Rhizoms in der näheren Umgebung aus. Die Äste sind korkig und verdickt.

Die wechselständig stehenden Blätter der Mahonie sind etwa 30 Zentimeter lang und unpaarig gefiedert, die 5-13 Fiederblättchen dunkelgrün glänzend, am Rand buchtig-dornig gezähnt und leicht gewellt. Mit ihrer Form und Farbe erinnern sie an Lorbeerblätter. Im Austrieb wie auch im Winter nach kaltem frostigem Wetter sind sie oftmals kupfern bis rot verfärbt.

Im Frühjahr erscheinen die vielblütigen Blütenstände, die mit ihrer goldgelben Farbe vor dem dunkelgrünen Blattwerk besonders auffallen. Die aufrecht stehenden dichten Trauben sind etwa acht Zentimeter lang und duften intensiv, die zwittrigen Blüten doppelt dreizählig mit sechs gelben Kelchblättern und ebenso vielen Kronblättern, becherförmig und 0,8-1,5 Zentimeter breit. Unterhalb der Blüten stehen drei grünlich-gelbe Hochblätter, die nur halb so lang wie die Kelchblätter ausfallen.

Bei den im Herbst gebildeten Früchten handelt es sich um zentimetergroße kugelige blauschwarze Beeren, die außen hell bereift sind und in ihrem dunkelroten Fruchtfleisch 2-5 glänzend rotbraune Samen enthalten.

Mahonie im Garten

Standort

Die Mahonie ist extrem robust und anspruchslos; trotzdem bevorzugt sie einen frischen und mäßig nährstoffreichen, vorzugsweise kalkarmen und lockeren Mullboden. Sie wächst gerne im Schatten oder Halbschatten und verträgt im Sommer Trockenheit ausgesprochen gut.

Mit Frost ist das bei der an sich winterharten Pflanze eher so eine Sache, daher sollte sie im Garten geschützt und in einer warmen Umgebung ohne direkte Sonne stehen. Keine unmittelbare Sonneneinstrahlung ist vor allem im Winter wichtig, denn die trocknet den Boden in der Kälte schnell aus und die Blätter leiden unter dem starken Temperaturwechsel. Bei ausreichender Bodenfeuchte ist volle Sonne im Winter bei dieser Art unproblematisch.

Schnitt

Ein Formschnitt ist jederzeit problemlos möglich, denn die Mahonie ist gut schnittverträglich und treibt in Windeseile neu aus. Du kannst sie nach der Blüte zurechtstutzen und, wenn Du keine Samen ernten möchtest, die abgeblühten Blütenstände abschneiden. Als Hecke gepflanzt ist ein Formschnitt angebracht.

Vermehrung

Stecklinge sind bei der Mahonie möglich; zudem treibt sie reichlich Ausläufer, die sich versetzen lassen. Auch eine Aussaat ist unproblematisch, oder Du besorgst Dir einen jungen Busch aus dem Gartenhandel.

Verwendung

In Parks, Grünanlagen und im Garten ist die Mahonie weit verbreitet. Ihre lackartig glänzend dunkelgrünen Blätter sind unbezahlbar, weil sie das ganze Jahr lang für Dekoration sorgen. Am besten kommen sie als grüner Hintergrund vor Blumenbeeten und Stauden zur Geltung. Als Unterpflanzung von Bäumen und großen Sträuchern ist sie ebenso einsetzbar, in Gehölzgruppen füllen sie schnell Lücken und auch als Hecke lässt sie sich ziehen. Auch als Kübelpflanze geeignet schmückt sie Balkon und Terrasse, besonders die eher kleinbleibenden Sorten.

In der Floristik sind Mahonienzweige beliebt, so zum Kränze binden oder im weihnachtlichen Blumenschmuck.

Schädlinge

Mahonien gelten als ausgesprochen robust und werden eher selten von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Mitunter treten Mehltau oder orangefarbene Rostflecken mit Mahonienrost (Cumminsiella mirabilissima), der seinen kompletten Lebenszyklus ohne Wirtswechsel auf dieser Pflanze verbringt. Wie die meisten Pilzerkrankungen befällt er vorwiegend geschwächte Pflanzen, denen es an Nährstoffen mangelt oder bei denen der Boden zu trocken ist. Der Mahonienrost ist aber recht harmlos und schädigt die Pflanzen normalerweise nicht nachhaltig.

Ökologie

Die Blüten der Mahonie gelten als bienenfreundlich und werden von Insekten gerne besucht. Der intensive Duft weist ihnen schon aus großer Entfernung den Weg zu dem reichlich gebildeten Pollen und Nektar. Beachtenswert ist der Auslösemechanismus der Staubblätter: Sobald ein Insekt in die Nähe kommt schnappen sie in Sekundenbruchteilen zu und pudern den tierischen Besucher mit Pollen ein. Auch beim Berühren mit den Fingern kannst Du das gut beobachten.

Während die dunklen Beeren für den Menschen als ungenießbar oder sogar als giftig angesehen werden erfreuen sich Vögel des wertvollen Winterfutters. Vor allem Amseln und andere Drosseln sorgen fleißig für die Verbreitung der Samen. Richtig süß und weniger sauer werden sie nach dem ersten Frost.

Wissenswertes

Woher der Name Mahonie kommt und warum sie als invasiver Neophyt gilt

Der ungewöhnliche Name der Mahonie geht auf ihren ersten Förderer zurück, den US-amerikanischen Botaniker und Gärtner Bernard M’Mahon (1715-1816), der sie Anfang des 19. Jahrhunderts in den Handel brachte. Den Artnamen aquifolium, scharfblättrig hat sie ihren Blättern zu verdanken.

Nach Europa eingeführt wurde die Mahonie 1823 in England, wo sie sich schnell ausbreitete. In Deutschland fand man die ersten wildwachsenden Exemplare 1882 in Brandenburg. Laut Rothmaler sind die meisten bei uns ausgewilderten Mahonien keine reinen Mahonia aquifolium, sondern Hybriden mit den ebenfalls aus Nordamerika stammenden Mahonia repens und Mahonie pinnata.

In vielen wärmeren Ländern, bereits im benachbarten Frankreich, gilt die ausbreitungsstarke Pflanze als invasiver Neophyt, der vor allem an Waldrändern einheimische Pflanzen zurückdrängt und die Artenvielfalt bedroht.

Mit der Berberitze, aber nicht mit der Stechpalme verwandt

Ein altes Synonym der Mahonie weist auf die nahe Verwandtschaft mit der Berberitze hin: Berberis aquifolium. Mit der wesentlich größer werdenden und deutlich stachligeren Stechpalme (Ilex aquifolium) aus der gleichnamigen Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae) ist sie nur weitläufig verwandt.

Lieber nicht essen!

In Nordamerika werden die Beeren der Mahonie vor allem in Marmeladen und als Saft verzehrt, aber wegen des Gehaltes an Berberin und anderen Alkaloiden ist das nicht ratsam – sie gelten als erbgutverändernd und könnten Krebs auslösen. Zudem führen sie in größeren Mengen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Mahonie als Färbepflanze

Ungefährlicher ist der Gebrauch von Beeren, Rinden und Wurzeln zum Färben von Wolle und Baumwolle. Die Beeren färben Tuch und Garn blau, die holzigen Anteile gelb. Die alte Färbepflanze ist heutzutage aus der Mode gekommen.

Sorten von Mahonie

Eine andere im Garten häufig verwendete Mahonienart ist die Schmuck-Mahonie (Mahonia bealei), die aus China stammt und oft bereits im Februar die ersten Blüten zeigt. Zu den beliebtesten Sorten im Gartenfachhandel gehören

  • Apollo wächst relativ langsam und bildet einen dichten, nur meterhohen Busch, der dafür umso reichhaltiger blüht. Die aufrechten Trauben sind größer als der Stammform.
  • ‚Atropurpureum‘ hat eine dunkel purpurrote Herbstfärbung und wird nur 60 Zentimeter hoch.
  • ‚Jupiter‘, breit aufrecht, ohne Ausläufer und mit hellgelben Blüten.
  • ‚Mirena‘, straff aufrecht wachsend, mit dicken Ästen und reichlich Blüten und Früchten.
  • ‚Orange Flame‘, 60 Zentimeter Wuchshöhe, mit roter Winterfärbung und bronzefarbenem Austrieb.
  • Smaragd‘, nur 60 Zentimeter hoch, mit kompaktem dichtem Wuchs und hellgelben Blüten.

Fotos

Gesamte Pflanze Mahonie
Quelle: NaturaDB
Frucht Mahonie
Quelle: NaturaDB
Rinde Mahonie
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Mahonie
Quelle: NaturaDB
Blatt Mahonie
Quelle: NaturaDB
Blüte Mahonie
Quelle: Syp, Public domain, via Wikimedia Commons
Frucht Mahonie
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Mahonie
Quelle: Malchen53, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Mahonie
Quelle: Salicyna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Mahonie
Quelle: NaturaDB
Blatt Mahonie
Quelle: NaturaDB

Sorten Mahonie

Sorte Höhe Breite
Mahonie (Wildform) 75 - 125 cm 75 - 100 cm
Mahonie 'Apollo' 60 - 100 cm 50 - 100 cm
Mahonie 'Smaragd' 80 - 100 cm 50 - 100 cm
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Häufige Fragen

Ist die Mahonie giftig?

In der Ernährung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas sind Mahonienbeeren weit verbreitet. Sie sind demzufolge nicht ausgesprochen giftig, aber auf den Genuss sollte man besser verzichten. Nicht nur dass sie mit ihrem sauren Geschmack nicht unbedingt zum Verzehr einladen, sie enthalten das Alkaloid Berberin, das als erbgutverändernd gilt. Daher sind auch Marmelade, Gelee und Saft ein unnötiges Risiko. Davon abgesehen führen sie in größeren Mengen genossen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

In der Naturheilkunde verwendet man die Mahonie gegen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Akne, und die Homöopathie nutzt Mahonia-Globuli gegen Hautausschläge. Auch beim Tee aus Rinde und Wurzeln sollte man Vorsicht walten lassen, denn sie können Nierenreizungen hervorrufen und das Bewusstsein eintrüben. In kleinen Mengen werden sie von einigen indigenen Völkern gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt.

Wie pflege ich Mahonien?

Mahonien sind ausgesprochen pflegeleicht und brauchen kaum Beachtung. Sie kommen mit jeder halbwegs fruchtbaren und vorzugsweise etwas feuchten Gartenerde zurecht und stehen am liebsten im Schatten oder Halbschatten, etwa als Unterholz von Bäumen und am Rand von Gehölz. Sie lassen sich aber auch gut als blickdichte Hecken pflanzen. Im Sommer verträgt sie auch trockene Phasen unbeschadet. Im Winter ist sie einigermaßen frosthart, hat es aber lieber etwas wärmer. Schneiden kann man die Mahonie problemlos, sie ist gut schnittverträglich und nimmt das nach der Blüte am leichtesten hin.

Welche Mahonien sind essbar?

Eigentlich sollte man auf Mahonienbeeren lieber verzichten. Bei einigen Stämmen der nordamerikanischen Indianer sind sie eine willkommene Nahrung, und sie wird auch in Europa bisweilen zu Saft, Marmelade und Gelee verarbeitet. Heute weiß man allerdings, dass die Pflanzen das Alkaloid Berberin enthalten, das in größeren Mengen nicht nur zu Bewusstseinseintrübung, Übelkeit und Brechdurchfall führt, sondern auch mutagen wirkt und damit Krebs auslösen kann.

Wann kann man Mahonien schneiden?

Am besten nach der Blüte. Dann kannst Du auch die abgeblühten Rispen entfernen. Damit nimmst Du den Vögeln im Garten allerdings ein wichtiges Winterfutter weg. Ansonsten kannst Du Mahonienhecken nach der Blütezeit in Form bringen und zurechtstutzen. Sie ist gut schnittverträglich.

Sind Mahonien bienenfreundlich?

Ja, sie bilden reichlich Nektar und Pollen und werden von Honigbienen gerne besucht. Trotzdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Pflanze vielerorts als invasiver Neophyt gilt und die einheimische Flora zurückdrängt.

Ökologischer Wert

Mahonie nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
1
Nektarwert:
2
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
1

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
Pflanzen für Tiere