Raupenfreundliche Heckenpflanzen für mehr Schmetterlinge im Garten

Raupenfreundliche Heckenpflanzen für mehr Schmetterlinge im Garten
Quelle: HWall/shutterstock.com

Nektarlieferant oder Raupenfutter?

Eine neue Hecke ist fällig, und die soll möglichst vielen Insekten zugutekommen? Bei schmetterlingsfreundlichen Heckenpflanzen gibt es zwei Arten der Freundlichkeit: Erwachsene Falter brauchen Nektarpflanzen, um daran ihr Flugbenzin zu tanken, die nimmersatten Larven jede Menge Raupenfutter, damit sie schnell heranwachsen und sich verpuppen können. Hier geht es um Letztere; Tagfalter machen sich insbesondere über das Grün her, die Raupen der Nachtfalter nehmen teils auch mit anderen Pflanzenteilen bis hinunter zur Wurzel vorlieb.

Die Menge macht‘s

Heckenpflanzen haben als Raupenfutter einen großen Vorteil: schiere Masse. Während ein kleines Blümchen schnell zerlegt ist bietet eine große Hecke jede Menge Futter, das so schnell nicht ausgeht. Die Sträucher nehmen den Verlust auch gelassen hin, solange die Raupen nicht überhandnehmen und werden dadurch nicht dauerhaft geschädigt. Du musst also keine Angst haben, dass Du Dir mit schmetterlingsfreundlichen Heckenpflanzen ständig kahlgefressene Gerippe in den Garten holst.

Heimische Heckenpflanzen bevorzugt

Bei heimischen Schmetterlingen sind vor allem heimische Pflanzen gefragt – beide Seiten haben sich im Laufe der Evolution am besten aneinander angepasst, und viele Raupen sind Nahrungsspezialisten, die auf einige wenige oder nur eine einzige bestimmte Pflanze angewiesen sind. Viele davon sind auch in der freien Natur weit verbreitet; die Schmetterlinge denken sich schon etwas dabei und verlassen sich eher selten auf Pflanzen, von denen nur ein begrenztes Angebot zur Verfügung steht. Für den Garten ist das nur von Vorteil: Meistens bedeutet das auch, dass diese Heckenpflanzen vergleichsweise anspruchslos sind und mit vielen Standorten und ihren Bedingungen klarkommen.

Unsere Empfehlungen

Salix caprea

Sal-Weide

Rekordverdächtiges Raupenfutter und wichtige Nahrungspflanze vieler Tiere
Bodenfestiger
heimisch
robust
pflegeleicht
Bienenweide
Vogelschutzgehölz
Frühblüher
Gesamte Pflanze Sal-Weide
Quelle: Bildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com

Weiden gehören zu den wichtigsten Raupenfutter-Pflanzen; das gilt nicht nur für die Sal-Weide, sondern ebenso für die Ohr-Weide, Silber-Weide oder Korb-Weide. An Sal-Weiden knabbern über hundert Arten von Schmetterlingsraupen – das macht sie zu einer der begehrtesten Nahrungslieferanten bei Schmetterlingen. Zudem bieten die bereits in März und April lange vor dem Laubaustrieb blühenden Sträucher auch Bienen, Faltern, Käfern und anderen Insekten erste Nahrung im Frühjahr. Bei Vögeln sind Weiden beliebte Landeplätze.

Im Garten ist die Sal-Weide ausgesprochen pflegeleicht; sie muss nur ab und an geschnitten werden, lässt sich leicht mit Stecklingen vermehren und kommt im Sommer auch mal mit weniger Wasser klar.


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Rubus idaeus

Himbeere

Pflegeintensiv, aber lecker!
heimisch
schnittbedürftig
ausläuferbildend
stachelbewehrt
Bienenweide
Vogelschutzgehölz
Frucht Himbeere
Quelle: Peace656, Public domain, via Wikimedia Commons

Als Grenzhecke ist die Himbeere weniger interessant denn als Obsthecke; im Garten hält man die auch an Wald- und Wegrändern verbreitete Heckenpflanze zumeist am Spalier und unterscheidet einmaltragende und zweimaltragende Sommer- oder Herbsthimbeeren. Nicht nur 73 Schmetterlinge legen hier ihre Eier ab und nutzen sie als Raupenfutter, die Rosengewächse sind dank ihrer stacheligen Ruten auch ein beliebtes Vogelschutzgehölz und Versteck für Kleinsäuger. Beide tun sich auch an den saftigen Beeren gütlich, die man in der Küche vielfältig verwendet. Im Frühjahr bieten die zahlreichen schalenförmigen Blüten jede Menge Futter für Bienen und Schmetterlinge.

Im Garten braucht eine Himbeerhecke viel Aufmerksamkeit; sie möchte einen sonnigen und windgeschützten Standort mit viel Sonne, lockerem humosem Boden und gleichbleibender Feuchtigkeit. Zudem muss sie regelmäßig geschnitten und in ihrem Ausbreitungsdrang begrenzt werden.

Im Gartenhandel bekommst Du jede Menge verschiedener Sorten von Herbsthimbeeren und Sommerhimbeeren mit unterschiedlichen Besonderheiten der Früchte.


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Weitere Pflanzen

Prunus padus

Gemeine Traubenkirsche

Dekorativ mit Blüten und Früchten
Vogelschutzgehölz
Vogelnährgehölz
heimisch
Winterfutter
Herbstfärbung
Bodenfestiger
Gesamte Pflanze Gemeine Traubenkirsche
Gemeine Traubenkirsche: Gesamte Pflanze

Die Traubenkirsche wächst als Kleiner Baum oder vielstämmiger Strauch und zeichnet sich durch ein weitverzweigtes Wurzelsystem aus, das das Rosengewächs zu einem guten Bodenfestiger macht. Als Hecke bevorzugt sie einen feuchten und nährstoffreichen Boden mit Sonne oder Halbschatten. Ein regelmäßiger Schnitt ist vonnöten, damit sie in Form bleibt. Dafür entschädigt sie im Frühjahr mit traubenförmigen Blütenständen und im Herbst mit bunter Herbstfärbung und dekorativen Früchten.

Die frühjährlichen Blüten werden vor allem von Honigbienen und Schwebfliegen angesteuert. Als Raupenfutter kommt er für insgesamt 30 Schmetterlinge infrage, wobei der wohlbekannte Zitronenfalter der einzige Tagfalter unter der Masse der Nachtfalter ist. Auch als Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz macht sich die Traubenkirsche nützlich; die herben und bitteren Früchte sind bei Vögeln und Kleinsäugern beliebter als beim Menschen, der sie eher selten zu Marmelade und Kompott verarbeitet.


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Sorbus aucuparia

Vogelbeere

Sonnenanbeter mit reichhaltig Futter für viele Tiere
heimisch
pflegeleicht
robust
Vogelschutzgehölz
Bienenweide
Vogelnährgehölz
Gesamte Pflanze Vogelbeere
Vogelbeere: Gesamte Pflanze

Die Vogelbeere lässt sich als vielstämmiger Strauch ziehen; dann glänzt sie im Frühjahr mit großen Schirmrispen aus weißen Blüten und im Herbst mit buntem Herbstlaub und dekorativen roten Früchten, die für Vögel und Kleinsäuger eine Attraktion sind. Unsere gefiederten Freunde nutzen sie auch als Vogelschutzgehölz und Vogelnährgehölz, und an den Blüten machen sich Fliegen, Käfer, Honigbienen und Schmetterlinge zu schaffen. Bei Letzteren ist die Vogelbeere als Raupenfutter noch wesentlich beliebter denn als Nektarlieferant; die Larven von 26 Faltern machen sich über die Blätter her, wovon nur der Baumweißling und das Waldbrettspiel zu den Tagfaltern zählen.

Eine Vogelbeerhecke braucht einen durchlässigen, mäßig fruchtbaren Boden und vor allem reichlich Sonne, damit sie viele Blüten und Früchte ansetzt. Geschnitten werden muss sie nur selten, damit sie in Form bleibt. Sie ist nicht nur ein guter Bodenfestiger, sondern reichert die Umgebung dank ihrer Mykorrhiza auch mit Stickstoff an.

Für den Menschen sind die Früchte nur gekocht genießbar und lassen sich zu Marmelade oder Gelee verarbeiten. Im Gartenhandel bekommst Du neben der Wildform auch Vogelbeeren mit besonders ausgeprägter Herbstfärbung oder mit gelben und orangenen Beeren.


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Lonicera xylosteum

Rote Heckenkirsche

Salztolerantes Raupenfutter, Bienenweide und Vogelnährgehölz
heimisch
Vogelschutzgehölz
Bienenweide
salztolerant
pflegeleicht
schnittverträglich
Gesamte Pflanze Rote Heckenkirsche
Quelle: Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Rote Heckenkirsche wächst wild im Unterholz von Wäldern und macht sich als Hecke unter größerem Gesträuch und Bäumen besonders gut. Im Vorgarten widersteht sie auch dem winterlichen Streusalz, weswegen man sie auch gerne zur Straßenbegrünung verwendet. Sie ist anspruchslos, robust und gut schnittverträglich, wobei sie nur selten einen Formschnitt benötigt.

Pollen und Nektar der Heckenkirsche sind bei Honigbienen, Hummeln und anderen Wildbienen beliebt. Die knallig-roten Früchte sind für den Menschen giftig, aber eine Attraktion für viele Vögel, welche die Hecken zudem gerne zum Verstecken und Nisten nutzen, sowie für eine ganze Reihe kleiner Säugetiere. Das Blattwerk nutzen 24 Schmetterlinge als Raupenfutter, darunter auch einige auffällige Tagfalter wie der Blauschwarze und Kleine Eisvogel sowie der vom Aussterben bedrohte Maivogel.


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