Besenginster

Cytisus scoparius

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
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Gesamte Pflanze von Besenginster

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimischer Strauch mit besenartigen Zweigen
  • Unauffällige kleine Blätter zum Wasser sparen
  • Zahlreiche gelbe Blüten
  • Schwarze Schoten mit reichhaltigen Samen
  • Wichtige Pollenquelle für Hummeln, Honigbienen und Wildbienen
  • Raupenfutter für 57 einheimische Schmetterlinge
  • In allen Teilen giftig durch Alkaloide
  • Als Heilpflanze heute nicht mehr genutzt
  • Für trockene und vollsonnnige Standorte
  • Nicht völlig frosthart
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 50 - 200 cm
Breite: 60 - 100 cm
Zuwachs: 20 - 40 cm/Jahr
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Wurzelausläufer: keine Ausläufer
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne
Boden
Boden: durchlässig bis lehmig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: sauer
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Sonstiges
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige
Familie: Hülsenfrüchtler
Gattung: Geißklee
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Besenginster?

Besenginster, genauer Gewöhnlicher Besenginster (Cytisus scoparius), gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es handelt sich dabei um einen sommergrünen Strauch, der eine Wuchshöhe von zwei Metern erreichen kann. Man findet ihn meist gesellig und in größeren Beständen auf extensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, Brachen, Waldschlägen, an Waldsäumen sowie an Wegrändern und Böschungen.

Kennzeichnend ist sein Wachstum als Rutenstrauch mit kantigen, dichtstehenden dunkelgrünen Zweigen, die im unteren Teil verholzen. Die kleinen und eher unauffälligen Blätter sind dreiteilig mit verkehrt-eiförmigen Fiederblättchen und sind dünn behaart. Die intensiv duftenden Blüten erscheinen an den zweijährigen Trieben und stehen dicht aber einzeln. Sie sind wie bei allen Hülsenfrüchtlern zygomorph fünfzählig, mit fünf Kelchblättern und gelben Kronblättern, die Fahne, Flügel und Schiffchen bilden und röhrig verwachsenen Staubblättern. Als Früchte bildet er behaarte schwarzbraune Schoten mit hartschaligen Samen.

Besenginster im Garten

Standort

Wie an seinen natürlichen Standorten bevorzugt der Besenginster einen frischen oder mäßig trockenen, humosen und nährstoffreichen Boden mit Lehm, Sand oder Stein. Er mag pralle Sonne und Wärme und verträgt keine Staunässe. Frost mag er nicht und friert bis auf die holzigen Anteile zurück.

Schnitt

Beim Besenginster erscheinen die Blüten an den vorjährigen Trieben. Schneidet man ihn nach der Blüte zurück, treibt er umso reichhaltiger und buschiger aus und blüht im Folgejahr umso reichhaltiger.

Vermehrung

Die Vermehrung von Besenginster erfolgt am einfachsten mit Stecklingen. Eine Aussaat der Samen ist ebenfalls möglich, aber recht langwierig; er übernimmt aber auch eine Selbstaussaat, wenn man die Früchte ausreifen lässt.

Verwendung

Der Besenginster bildet blickdichte Hecken und ist sowohl für die Pflanzung in Gruppen wie auch zur Bodenfestigung von Böschungen gut geeignet. Mit seiner Vorliebe für eher trockene und sonnige Standorte macht er sich gut in Stein- und Heidegärten.

Schädlinge

Besenginster ist ausgesprochen robust und gilt als unkaputtbar – Schädlinge und Krankheiten trifft man hier selten, nicht zuletzt dank seiner giftigen Alkaloide.

Ökologie

Für Schmetterlinge sind Bestände von Besenginster eine reichhaltige und wichtige Nahrungsquelle Insgesamt 57 unserer einheimischen Schmetterlingsarten nutzen das Kraut als Raupenfutter, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten der Gefährungsstufe 1 wie der Zottige Sackträger (Pachythelia villosella) und der Blassgelbe Besenginsterspanner (Hypoxystis pluviaria).

Für den Pollen des Besenginsters interessieren sich Hummeln, Honigbienen und zwei Wildbienen, nämlich die Zweifarbige Schneckenhausbiene Osmia bicolor und die Sandbiene Andrena wilkella. Mit Nektar können die gelben Blüten nicht dienen.

Ungeachtet seiner giftigen Alkaloide ist der Besenginster eine wichtige Winternahrung für Hasen, Kaninchen und Rehe.

Die schwarze Farbe der Schoten hat ihren Zweck: Sie heizen sich in der Sonne besonders leicht auf und trocknen dann aus. In der Reife platzen sie dabei an der Naht auf und schleudern die Samen weit fort. Auch Ameisen sind an der Verbreitung beteiligt; sie fressen mit Vorliebe die fetthaltigen Elaiosomen der Samen. Die Keimung erfolgt erst nach einem Jahr Ruhe und wird, passend zu den natürlichen Standorten des Besenginsters, durch kurze Brände gefördert.

Wie alle Leguminosen bildet auch der Besenginster Symbiosen mit Knöllchenbakterien und reichert dadurch den Boden mit Stickstoff an.

Wissenswertes

Der Besenginster trägt im Deutschen wegen seiner dünnen Zweige den Ginster im Namen, ist aber mit dem echten Ginster Genista nur weitläufig verwandt – er gehört zur Gattung des Geißklees (Cytisus). Den deutschen Namen hat er von der Verwendung seiner dichtstehenden Zweige als Besen. „Edelginster“ ist eine freie Erfindung des Gartenfachhandels, der die Verkaufszahlen verbessern soll und für die verschiedenen Zuchtsorten mit unterschiedlicher Wuchsform und Blütenfarben verwendet wird.

Fotos

Gesamte Pflanze Besenginster
Quelle: NaturaDB
Blüte Besenginster
Quelle: Hedwig Storch, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Besenginster
Quelle: Rudolphous, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Besenginster
Quelle: Willow, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Besenginster
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Besenginster
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Besenginster
Quelle: NaturaDB

Sorten Besenginster

Sorte Höhe Breite Kübel/Balkon
Besenginster (Wildform) 50 - 200 cm 60 - 100 cm Ja
Edelginster 'Apricot Gem'
Edelginster 'Boskoop Ruby'
Edelginster 'Burkwoodii'
Edelginster 'Dragonfly'
Edelginster 'Palette'
Edelginster 'Red Wings'
Edelginster 'Roter Favorit'

Häufige Fragen

Ist der Ginster giftig?

Besenginster enthält in allen Teilen Alkaloide wie Spartein und Lupanin und gilt als stark giftig. Bei geringen Dosen kommt es zu Kopfschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bei großen Mengen zum Tod durch Atemlähmung und Herzstillstand. Die gelben Blüten dürfen zur farblichen Aufhübschung von Tee verwendet werden; sie haben nur wenig Giftstoffe. Das getrocknete Kraut und die frischen Blüten und Blätter wurden seit der Antike als Arzneimittel verwendet, heute verzichtet die Naturheilkunde wegen der extrem schwankenden Alkaloidmengen auf den Einsatz. In der Homöopathie nutzt man Tinkturen und Globuli gegen Herzerkrankungen.

Ist Besenginster für Tiere giftig?

Besenginster ist eine Giftpflanze, da machen auch Haustiere wie Kaninchen und Meerschweinchen oder Nutztiere wie Kühe, Schafe und Pferde keine Ausnahme. Eine Vergiftung äußert sich mit erhöhtem Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall, im Extremfall kommt es zum Tod durch Herzstillstand und Atemlähmung. ´

Wann fängt der Ginster an zu blühen?

Die weithin sichtbaren gelben Blüten des Besenginsters erscheinen von Mai bis in den Juni hinein.

Ist Besenginster insektenfreundlich?

Besenginster ist eine gute Futterquelle, die keinen Nektar, aber reichlich Pollen liefert. Er blüht bereits früh und wird so zu einer wichtigen Nahrungsgrundlage für Hummeln und Wildbienen. Ausgewachsene Schmetterlinge gehen hier leer aus, nutzen die Pflanzen aber gerne zur Eiablage und als Raupenfutter.

Ökologischer Wert

Besenginster in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
2
Anzahl Schmetterlingsarten:
57
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
64

Themen

Balkon und Terrasse
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Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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