Zimtrose

Rosa majalis

Gehölz
Wildform
winterhart
Bienenweide
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
Zimtrose (Rosa majalis) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: Andrea Moro, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische, sehr robuste und pflegeleichte Wildrose
  • Aufrechte, bis 1, 5 Meter hohe Sträucher
  • Gefiederte blaugrüne Blätter mit dichtem Flaum
  • Kleine Knospen und rosa bis scharlachrote Blüten mit dunkler Aderung
  • Typische zimtfarbene Rinde an den dünnen Zweigen
  • Stacheln gerade oder hakig, meist zu zweit am Grund der Blätter
  • Nickende kugelige oder birnförmige Hagebutten mit aufgerichteten Kelchblättern am Ende
  • Wichtiger frühblühender Pollenlieferant für Honig- und Wildbienen
  • Leichte Vermehrung mit Ausläufern
  • Bildet blickdichte Hecken, guter Bodenfestiger, für feuchte oder zeitweise trockene Standorte
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: normal
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1 - 1,5 m
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Wurzelausläufer: Ausläufer
Frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: doldentraubenförmig
Blütenduft ja (Rosenduft)
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform eiförmig, gefiedert, elliptisch, gesägt
Sonstiges
Aussaat:
j
f
m
a
m
j
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a
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o
n
d
Keimer: Dunkelkeimer, Kaltkeimer
Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Rosen
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Zimtrose?

Die Zimtrose oder Mairose (Rosa majalis) ist eine einheimische Wildrose und zählt zu den Urahnen aller heute im Garten kultivierten Rosensorten. Wild wächst sie in Gebüschen und Auwäldern, vor allem in weiten Teilen Bayern und Baden-Württemberg, etwa an den von den Alpen kommenden Flüssen, an Donau und Bodensee wie auch am Kyffhäuser und im Südharz. Ansonsten findet man sie vorwiegend in den Gebirgen Mittel- und Osteuropas bis nach Skandinavien und nach Sibirien hinein.

Die ausdauernden Sträucher erreichen eine Höhe von 1-1,5 Metern und zeichnen sich durch dichten aufrechten Wuchs aus. Mit unterirdischen Ausläufern bildet sie dichte Bestände. Ihre Zweige sind relativ dünn, mit einer auffallend braunroten zimtfarbenen Rinde (daher auch der Name) und oberseits anliegend behaarten, matt bläulich-grünen, unterseits etwas helleren Blättern mit dünnem grauem Filz. Diese sind gefiedert mit 5-7 länglich-elliptischen bis verkehrt-eiförmigen Fiederblättchen mit gezähntem Rand und einem flaumig behaarten Blattstiel.

Die dünnen Stacheln sind gerade oder leicht hakig gekrümmt und stehen zu zweit am Grund der Blattstiele; an den blühenden Zweigen fehlen sie oftmals, wohingegen sie an den unteren Zweigen reichlich Gesellschaft von feineren stacheligen Borsten bekommen. Am Blattgrund finden sich auch Nebenblätter, die an den nicht blühenden Zweigen oftmals einen eingerollten Rand aufweisen.

Kennzeichnend für diese Art sind die einfachen, leuchtend rosa bis purpur-karminroten Blüten mit dunkler Äderung, die wie im Namen angedeutet bereits im Mai einzeln oder in Doldentrauben mit bis zu fünf Exemplaren an den Sträuchern erscheinen und nur ganz zart duften. Die Knospen sind relativ klein. Augewachsen stehen sie auf einem langen, unbehaarten und drüsenlosen Stiel. Die Kelchblätter sind ganzrandig und richten sich nach der Blüte auf, um an den Früchten lange stehen zu bleiben. Der Griffelkanal weist einen Durchmesser von 2-3 Millimetern auf und wird von einem wolligen Narbenköpfchen überragt. Klein wie die Knospen sind auch die hängenden Hagebutten, die eine kugelige oder birnenartige Form und scharlachrote Farbe aufweisen. Im Vergleich zu anderen Wildrosenfrüchten erscheinen sie recht früh im Jahr. Im Inneren finden sich zahlreiche hellbraune Samen.

Zimtrose im Garten

Standort

Im Garten erweist sich die Zimtrose als relativ anspruchslos; sie gedeiht auf feuchten, aber auch auf trockenen Böden und ist auch für halbschattige Lagen geeignet, wenngleich sie volle Sonne und reichlich Wärme vorzieht. Am liebsten ist ihr ein feuchter und nahrhafter, gerne auch steiniger oder kieshaltiger Lehm- und Tonboden. Im Winter erweist sie sich als vollkommen frosthart, selbst bei extremen Minustemperaturen.

Schnitt und Pflege

Zimtrosen benötigen im Gegensatz zu Kulturrosen so gut wie keinen Schnitt – an passenden Standorten gedeiht sie auch völlig ohne menschliches Zutun prächtig. Nur wenn sich die Ausläufer als zu ausbreitungsfreudig erweisen kann man sie in ihre Schranken weisen.

Auch ein spezieller Rosendünger ist eigentlich nicht erforderlich, und im Winter kann man bei den frostharten Wildrosen auf Maßnahmen zum Kälteschutz verzichten.

Vermehrung

Am einfachsten gelingt die Vermehrung der Zimtrose mithilfe der zahlreich gebildeten Ausläufer. Du kannst sie mit dem Spaten abtrennen und woanders einpflanzen, sie wachsen absolut zuverlässig an und bilden in nur wenigen Jahren schöne dichte Sträucher. Natürlich kannst Du Dich auch an der Aussaat versuchen – die kratzigen Samen aus den reifen Hagebutten keimen recht gut, brauchen halt nur deutlich länger, bis daraus ein Busch wird.

Verwendung

Mit anderen Wildrosen teilt die Zimtrose ihre robuste Art, mit der sie auch an Standorten gedeiht, an denen die modernen Kulturrosen keine Chance auf Wachstum haben. Sie bildet blickdichte Hecken und ist mit ihrem Wildwuchs für gepflegte Beete und Rabatten weniger geeignet als für einen naturnahen Wildgarten. Dagegen sind die zahlreich gebildeten Ausläufer am Rand von Gehölz oder an der Grenze zu einer Wiese kein Problem – sie lassen sich einfach wegmähen, ohne dass die Pflanze das übel nimmt. An Hängen und Böschungen erweist sich die Ausläuferbildung zusammen mit dem dichten Wurzelwerk der Zimtrose als probater Bodenfestiger.

Schädlinge

Die Zimtrose gilt als eine der robustesten Wildrosen überhaupt – Schädlinge und Krankheiten wird man bei ihr so gut wie nie vorfinden. Wenn sich wirklich einmal Mehltau bildet, so ist das meist auf unzuträgliche Standortbedingungen und zu feuchtes Wetter zurückzuführen. Ansonsten ist sie unkaputtbar und nicht kleinzukriegen.

Ökologie

Wie bei allen unseren einheimischen Wildrosen bietet die Zimtrose mit ihren offenen schalenförmigen Blüten jede Menge Pollen für Honigbienen, Hummeln und Wildbienen. Schmetterlinge gehen dagegen leer aus, denn mit Nektar glänzen die Blüten weniger. Ihre frühe aber reichliche Hauptblüte liefert im Mai und Juni Nahrung und Brutproviant für die Hauptsaison der wilden Bienen.

Die dornigen Hecken sind Unterschlupf für vielerlei Getier, wobei Vögel das für Beutegreifer undurchdringliche Dickicht gerne für den Bau ihrer Nester nutzen. Im Winter sind die lange an den Sträuchern verbleibenden Hagebutten ein wichtiges Winterfutter für Vögel und kleine Säugetiere. Sie sorgen auch für die Verbreitung der Samen, die nach der Verdauung unbeschadet wieder ausgeschieden keimen und wachsen.

Wissenswertes

Auch der Mensch macht sich die Zimtrose zunutze, nicht nur als Hecke und Vogelschutzgehölz. Die fleischigen Hagebutten enthalten große Mengen Vitamin C und Carotinoide und ergeben eine schmackhafte Marmelade. Wegen ihrer frühen Blütezeit und den reichlich gebildeten Früchten wird sie bereits seit dem Mittelalter gezielt angebaut und war aus den frühen Klostergärten nicht wegzudenken. In der Natur erkennt man die Hagebutten vor allem an ihren steil aufgerichteten Kelchblättern, die bei dieser Art erhalten bleiben.

Zimtrose bezeichnet auf Latein eigentlich die Rosa cinnamona – heute gilt dieser Name als Synonym für die Mairose Rosa majalis.

Fotos

Gesamte Pflanze Zimtrose
Quelle: Andrea Moro, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Zimtrose
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Zimtrose
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Zimtrose
Quelle: Andrea Moro, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie muss man Zimtrose schneiden?

Am besten gar nicht, außer wenn sie völlig aus der Form gerät oder zu groß wird. Im Gegensatz zu anderen Wildrosen vergreist sie nicht, sodass ein regelmäßiger Schnitt nicht erforderlich ist. Blühen wird sie trotzdem reichlich.

Wie sieht Zimtrose aus?

Am leichtesten erkennt man sie an der namensgebenden Rinde – sie ist auffallend braunrot gefärbt, so wie Zimtstangen. Ihre Stacheln sind dünn und gerade oder leicht gebogen, fehlen an den Blütenzweigen und sind an den unteren Trieben von Büscheln dünner Borsten begleitet. Die Blüten haben eine rosa bis purpurne Farbe mit dunkleren Adern, die Blätter 5-9 Fiederblättchen mit einer blaugrünen Farbe und flaumigen Behaarung. An den rundlichen bis birnförmigen scharlachroten und zumeist hängenden Hagebutten bleiben die aufgerichteten Kelchblätter erhalten.

Ökologischer Wert

Zimtrose ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
2

Vögel und Säugetiere

Anzahl fressende Vogelarten:
27
Anzahl fressende Säugetierarten:
27

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