Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
Quelle: Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Rote Heckenkirsche

Lonicera xylosteum

Gehölz
heimisch
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
Vogelschutznährgehölz
giftig
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • In europäischen Wäldern weit verbreiteter Strauch
  • Anspruchslos, pflegeleicht und selten von Schädlingen oder Krankheiten betroffen
  • Für sonnige bis halbschattige Standorte
  • Guter Bodenbefestiger
  • Charakteristische, wohlduftende Blütenpaare in weißgelb
  • Im Herbst kleine, paarweise stehende rote Früchte
  • Nektarreiche Blüten wichtige Nahrungsquelle für Hummeln und Schmetterlinge
  • Früchte dienen Vögeln als Winterfutter
  • Gute Vogelschutzhecke mit Nistmöglichkeiten
  • Für Menschen sind die Früchte ungenießbar und schwach giftig

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Standort
Licht: Sonne bis Schatten
Boden: humus
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: ja, Kübelgröße groß
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 2 - 3 m
Breite: 2 - 3 m
Zuwachs: 20 - 40 cm/Jahr
schnittverträglich: ja
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -40 °C (bis Klimazone 3)
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
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Blütenform: achselständig, paarig, zweilappig
Blütenduft ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform eiförmig, gegenständig, ganzrandig, kurz zugespitzt
Ökologie
Bienen: Bienenweide
Schmetterlinge: Schmetterlingsweide (24 Arten)
Raupenfutterpflanze: 24 Arten
Nektarwert: 2/4
Pollenwert: 2/4
Vögel: Vogelnährgehölz
Säugetiere: 12 fressende Arten
Sonstiges
ist giftig Früchte leicht giftig
Aussaat:
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Keimer: Dunkelkeimer, Warmkeimer
Klassifizierung
Ordnung: Kardenartige
Familie: Geißblattgewächse
Gattung: Heckenkirschen

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Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist die Rote Heckenkirsche?

Die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) hat ihren Namen von ihren harten, innen hohlen Stängeln bekommen: xylosteum bedeutet im Griechischen sinngemäß Knochenholz – entsprechend der regionaler Bezeichnung Beinholz. Der sommergrüne Strauch gehört zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) und ist in Europa und Vorderasien vor allem im Unterholz von Laub- und Mischwäldern weit verbreitet. Er wird ein bis zwei Meter hoch und ist reich verzweigt. Die mattgrünen Laubblätter sind breit-elliptisch, ganzrandig, bis zu sechs Zentimetern lang und weich behaart. Unverkennbar sind die charakteristischen weißgelben Blüten, die zu zweit an einem gemeinsamen langen Stiel erscheinen. Sie duften unverkennbar süßlich-aromatisch. Im Herbst entwickeln sich daraus weithin sichtbare rote Beeren, die wie die Blüten paarweise stehen und erbsengroß werden.

Die Rote Heckenkirsche im Garten

Standort

Die Rote Heckenkirsche ist ein Flachwurzler, der sich in sandig-humosem, mäßig feuchtem Boden am wohlsten fühlt. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Sie ist winterhart, anspruchslos und pflegeleicht.

Schnitt

Vorzugsweise sollte man die Heckenkirsche erst nach der Blüte schneiden, da man sonst auf die Blütenpracht verzichten muss. Ansonsten ist sie gut schnittverträglich.

Vermehrung

Eine Vermehrung ist mit Stecklingen leicht zu bewerkstelligen. Dazu schneidet man bereits verholzte Triebe ab und hält sie in humusreicher Erde gleichmäßig feucht, bis sie Wurzeln gezogen haben.

Verwendung

Mit ihrem dichten flachgründigen Wurzelwerk ist die Rote Heckenkirsche gut zur Bodenbefestigung geeignet. Man nutzt sie zur Straßenbegrünung und in Hecken, die im Herbst mit ihrem dekorativ verfärbten Laub und den roten Früchten auffallen.

Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge spielen bei der Roten Heckenkirsche keine große Rolle – sie wird bestenfalls von Blattläusen geplagt. Ansonsten gilt sie als ausgesprochen widerstandsfähig.

Ökologie

Die wichtigsten Bestäuber der Roten Heckenkirsche sind Hummeln und andere Wildbienen. 40 Insektenarten haben sich auf sie spezialisiert, die Hälfte davon Schmetterlinge. Mit Unmengen von Nektar ist der Tisch reich gedeckt. In Herbst und Winter bieten sie Vögeln mit ihren saftigen Beeren reichlich Nahrung. Zudem nutzen Vögel ihre dichten Büsche gerne zum Nisten.

Wissenswertes

Das robuste, innen hohle „Beinholz“ der Heckenkirsche benutzte man früher zur Herstellung von Holznägeln und Pfeifen.

Die knallroten Beeren sind dekorativ, aber giftig – zumindest für den Menschen. Alkaloide, der Bitterstoff Xylostein und andere Saponine machen sie für uns ungenießbar, wohingegen Vögel damit keinerlei Probleme haben. Die Inhaltsstoffe des Roten Geißblattes schützen ihre Wildbestände vor Wildverbiss. Nur einige wenige Kleinsäuger vertragen die Blätter und Früchte.

Die Darmpassage ist für die Keimfähigkeit der Samen ebenso wichtig wie Frost.

Bemerkenswert ist die Widerstandsfähigkeit gegen Streusalz. Selbst in Vorgärten, vor denen im Winter reichlich gestreut wird, überdauert die Rote Heckenkirsche klaglos.

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Fotos (7)

Gesamte Pflanze Rote Heckenkirsche
Quelle: Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Heckenkirsche
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Frucht Rote Heckenkirsche
Quelle: Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Heckenkirsche
Quelle: aga7ta/shutterstock.com
Blatt Rote Heckenkirsche
Herbstfärbung | Quelle: Tibesty/shutterstock.com
Gesamte Pflanze Rote Heckenkirsche
Quelle: Vankich1/shutterstock.com
Gesamte Pflanze Rote Heckenkirsche
Quelle: crystaldream/shutterstock.com

Sortentabelle

Lonicera xylosteum
Quelle:Consultaplantas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Lonicera xylosteum 'Compacta'
Quelle:Edita Medeina/shutterstock.com
PflanzeWuchsStandortBlüteKaufen
Rote HeckenkirscheWildform

2 - 3 m
2 - 3 m


Kübel geeignet

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Heckenkirsche 'Clavey's Dwarf'

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1,5 - 2,5 m
1,5 - 2 m


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ab 12,70 €
Zwerg-Heckenkirsche 'Compacta'

kompakt, rundlich
90 - 150 cm
90 - 150 cm


Kübel geeignet

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Häufige Fragen

Wo kann man Rote Heckenkirsche kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Rote Heckenkirsche kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Wie giftig ist die Rote Heckenkirsche?

Die Beeren der Roten Heckenkirsche Lonicera xylosteum enthalten Saponine, Bitterstoffe und Alkaloide, die für den Menschen und die meisten Säugetiere unbekömmlich sind. Sie gelten als leicht bis geringfügig giftig. Beim Verzehr einiger weniger Beeren kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall mit Bauchschmerzen, beschleunigtem Herzschlag und vermehrtem Schwitzen, größere Mengen führen zu Krämpfen, Herz-Kreislauf-Störungen und erhöhter Körpertemperatur.

Wie groß wird die Rote Heckenkirsche?

Die strauchförmig wachsende Rote Heckenkirsche erreicht eine Höhe und Breite von zwei bis drei Metern.

Wie schnell wächst Rote Heckenkirsche?

Rote Heckenkirsche wächst relativ flott – Du kannst mit 20-30 Zentimetern Zuwachs pro Jahr rechnen, je nach Standort und Verpflegung. Größer als zwei oder drei Meter wird sie allerdings nicht.

Sind Heckenkirschen essbar?

Die sollte man lieber den Vögeln überlassen, denn die vertragen die roten Beeren des Vogelnährgehölzes wesentlich besser als wir. Neben dem Bitterstoff Xylostein sind darin Saponine und nicht näher charakterisierte Alkaloide enthalten, die beim Verzehr zu Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen führen. Bei größeren Mengen gibt es massive Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems mit Fieber und Krämpfen.

Wann Heckenkirsche schneiden?

Meistens werden die Heckenkirschen unmittelbar nach der sommerlichen Blüte geschnitten. Allerdings gibt es dann keine Beeren, über die sich die Vögel im Winter freuen würden. Daher solltest Du Dir überlegen, ob Du nicht ein paar von den abgeblühten Blütenständen stehenlässt, damit die gefiederten Gesellen in der kalten Jahreszeit etwas zu futtern haben.

Wann blüht Heckenkirsche?

Die Rote Heckenkirsche Lonicera xylosteum blüht im Mai und Juni, wobei die charakteristisch geformten Blüten zu zweit an einem gemeinsamen Stiel stehen. Später werden daraus Paare von knallroten Beeren.

Wert für Insekten und Vögel

Rote Heckenkirsche ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Vögel

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
24
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
24

Vögel und Säugetiere

Anzahl fressende Säugetierarten:
12
Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Landeplatz: wird häufig aufgesucht

Schmetterlingsarten

Foto Saudistel-Steineule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Antitype chi
Saudistel-Steineule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Geißblatt-Buntspanner
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Apeira syringaria
Geißblatt-Buntspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • ungefährdet
Brachionycha sphinx
Linden-Rauhhaareule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Callierges ramosa
Geißblatt-Kappeneule
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • ungefährdet
Foto Schönbär
Quelle: Gabriela Insuratelu/shutterstock.com
Callimorpha dominula
Schönbär
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Olivgrüner Linden-Blattspanner
Quelle: Eileen Kumpf/shutterstock.com
Chloroclysta siterata
Olivgrüner Linden-Blattspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Weidenbohrer
Quelle: Marek R. Swadzba/shutterstock.com
Cossus cossus
Weidenbohrer
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Foto Maivogel
Quelle: alslutsky/shutterstock.com
Euphydryas maturna
Maivogel
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • vom Aussterben bedroht
Eupithecia exiguata
Berberitzen-Blütenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Euplagia quadripunctaria
Spanische Fahne
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Hemaris fuciformis
Hummelschwärmer
  • Raupen-Futterpflanze
Foto Kleiner Eisvogel
Quelle: Marek Mierzejewski/shutterstock.com
Limenitis camilla
Kleiner Eisvogel
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • Vorwarnliste
Foto Blauschwarzer Eisvogel
Quelle: ibrahim kavus/shutterstock.com
Limenitis reducta
Blauschwarzer Eisvogel
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
  • vom Aussterben bedroht
Foto Hellbraune Bandeule
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Noctua interjecta
Hellbraune Bandeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Foto Doppelzahnspanner
Quelle: DJTaylor/shutterstock.com
Odontopera bidentata
Doppelzahnspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Pericallia matronula
Augsburger Bär
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
Plagodis pulveraria
Heckenkirschenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Polyphaenis sericata
Bunte Ligustereule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • gefährdet
Selenia dentaria
Dreistreifiger Mondfleckenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Selenia tetralunaria
Dunkelbrauner Mondfleckenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Synanthedon soffneri
Heckenkirschen-Glasflügler
  • Raupen-Futterpflanze
  • oligophag
Trichopteryx polycommata
Brauner Gebüsch-Lappenspanner
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • Vorwarnliste
Xestia triangulum
Triangel-Erdeule
  • Raupen-Futterpflanze
  • polyphag
  • ungefährdet
Xylocampa areola
Geißblatteule
  • Raupen-Futterpflanze
  • monophag
  • ungefährdet

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