Großer Wiesenknopf

Sanguisorba officinalis

Staude
Wildform
Wichtige Schmetterlingspflanze
lange Blühzeit
Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) Alle 9 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Großer Wiesenknopf

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Kraut aus der Familie der Rosengewächse
  • Robust, mehrjährig und winterhart
  • Keine besondere Pflege notwendig
  • Typische walzenförmige Blütenstände in Rot
  • Große gefiederte Blätter mit gesägten Fiederblättchen
  • Vermehrung mit Samen
  • Alte Heilpflanze vor allem zur Blutstillung
  • Von Bienen und Schmetterlingen besucht
  • Raupenfutter für mehrere Schmetterlingsarten
  • Essbare Blätter und Blüten
Wuchs
Pflanzenart: Staude
Höhe: 30 - 120 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
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Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: sauer
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Wiesenknopf
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Großer Wiesenknopf?

Großer Wiesenknopf oder Wiesenbibernelle (Sanguisorba officinalis) ist ein einheimisches Wildkraut aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man findet das 30-100 Zentimeter hohe Kraut verbreitet in feuchten Wiesen und Mooren.

Die Pflanzen entspringen einem ausdauernden Rhizom und haben aufrechte runde und gerillte Stängel ohne Haare. Ihre Blätter stehen wechselständig und sind unpaarig gefiedert mit drei bis sechs Fiederpaaren. Die elliptischen Fiederblättchen sind am Rand gesägt, mit einer dunklgrünen Oberseite und einer blaugrünen Unterseite und Nebenblättern am Blattgrund.

Die fünfzähligen radiärsymmetrischen Blüten erscheinen in endständigen walzlichen Ähren, die bis zu sechs Zentimeter lang werden. Sie bestehen aus 20-40 Einzelblüten mit roten, rotbraunen oder selten weißen Kelchblättern; Kronblätter fehlen vollständig. Die reifen Früchte sind birnförmig und werden von den großen Blütenbechern umhüllt; in ihrem Inneren enthalten sie braune Nüsschen.

Großer Wiesenknopf im Garten

Standort

Großer Wiesenknopf liebt einen wechselfeuchten, nährstoffreichen und durchlässigen humosen Lehm- oder Tonboden, der auch sauer und torfhaltig sein darf. Der Stand sollte sonnig bis halbschattig sein.

Schnitt

Ein Schnitt ist beim Großen Wiesenknopf nur notwendig, wenn er sich allzu sehr ausbreitet. Ansonsten sollte man regelmäßig die alten abgeblühten Teile entfernen.

Vermehrung

Die Vermehrung des Großen Wiesenknopfes erfolgt am einfachsten durch Samen. Für eine reichhaltige Selbstaussaat sorgt er und sichert so sein Wachstum für das folgende Jahr. Man kann auch bestehende Bestände teilen und verpflanzen.

Verwendung

Den Großen Wiesenknopf verwendet man in Blumenbeeten, Rabatten und in naturnahen Wiesen als hübsche Dekoration. In größeren Gruppen kommt er am besten zur Geltung.

Schädlinge

Die größten Feinde des jungen Großen Wiesenknopfes sind Schnecken, die sich mit besonderer Vorliebe über die leckeren Pflänzchen hermachen. Ansonsten gilt er gegenüber Krankheiten und Schädlingen als recht robust. Nur bei feuchtem Wetter macht ihm bisweilen Mehltau zu schaffen.

Ökologie

Der Große Wiesenknopf kann sich selbst bestäuben, wird aber gerne von Honigbienen und Schmetterlingen besucht. Für Letztere ist er eine ergiebige Nektarquelle, an denen sich der Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippthoe), Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) und Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) gütlich tun. Die beiden Letzteren nutzen ihn auch als Raupenfutter, ebenso wie das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino), Brombeerspinner (Macrothylacia rubi) und die Wiesenbuschmoor-Frühlingseule (Orthosia gracilis).

Wissenswertes

Der Große Wiesenknopf wurde 2021 zur Blume des Jahres gewählt. Er ist eine alte Heilpflanze, die man seit der Antike verwendet und die man noch heute in der Homöopathie und Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) benutzt. Der Name Sanguisorba – blutaufsaugend bezieht sich auf seine blutstillende Wirkung. Man kann die Blätter und Blüten essen, etwa in einem Wildkräutersalat und Suppen, oder zur Dekoration verwenden. Hier ist allerdings der geschmacksintensivere Kleine Wiesenknopf oder Pimpinelle (Sanguisorba minor) wesentlich beliebter, etwa in der berühmten Frankfurter Grünen Sauce.

Außer der Wildart bekommt man im Gartenfachhandel zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlichen Blütenfarben und Wuchshöhen.

Fotos

Gesamte Pflanze Großer Wiesenknopf
Quelle: NaturaDB
Blüte Großer Wiesenknopf
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Großer Wiesenknopf
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Großer Wiesenknopf
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Großer Wiesenknopf
Quelle: Konrad Lackerbeck, CC0, via Wikimedia Commons
Blatt Großer Wiesenknopf
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Großer Wiesenknopf
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Großer Wiesenknopf
Quelle: NaturaDB
Blatt Großer Wiesenknopf
Quelle: NaturaDB

Sorten Großer Wiesenknopf

Sorte Blütenfarbe Blühzeit
Großer Wiesenknopf 'Blackthorn' -
Großer Wiesenknopf (Wildform) rot
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Großer Wiesenknopf 'Bury Court' -
Großer Wiesenknopf 'Crimson Queen' -
Großer Wiesenknopf 'Pink Tanna' rosa
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Großer Wiesenknopf 'Red Thunder' -
Großer Wiesenknopf 'Rock & Roll' -
Großer Wiesenknopf 'Rosea' rosa
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Großer Wiesenknopf 'Tanna' schwarz
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Großer Wiesenknopf 'Wake Up' -
Was sind mehrjährige Stauden?

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Häufige Fragen

Wofür ist der Große Wiesenknopf gut?

Seit der Antike und vor allem im Mittelalter verwendete man das Kraut und die Wurzeln des Großen Wiesenknopfes zur Blutstillung, Wundbehandlung und gegen Durchfall. Es ist reich an Gerbstoffen, Flavonoiden, Sterolen und Terpenoiden. In der Homöopathie nutzt man Globuli und Tinkturen aus dem Großen Wiesenknopf gegen Krampfadern und Wechseljahresbeschwerden, in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gegen blutende Hämorrhoiden und Durchfallerkrankungen.

Ist der Große Wiesenknopf geschützt?

Der Große Wiesenknopf ist in feuchten Wiesen immer noch recht häufig, sodass er nicht unter Naturschutz steht. Die Bestände haben sich allerdings in den vergangenen Jahren stark verkleinert, nicht zuletzt infolge von Trockenlegungen, Bachbegradigungen und dem Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft.

Wann ist die Blütezeit des Großen Wiesenknopfes?

Der Große Wiesenknopf blüht von Juli bis September. Auffällig sind die walzenförmigen Ähren aus rötlichen Blüten, die keine Kronblätter aufweisen. Aus ihnen werden im Herbst kleine Nüsse, mit denen er sich selbst aussät.

Ökologischer Wert

Großer Wiesenknopf in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Schmetterlingsarten:
7
Dient als Futterplanze für Raupen:
6
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
3

Themen

Pflanzen für Tiere
Quelle: Photo by Peter Monsberger from Pexels
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