Rosmarin

Rosmarinus officinalis

Gehölz
Wildform
nicht winterhart
Bienenweide
essbar
wintergrün
Frühblüher
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) Alle 6 Fotos anzeigen
Blatt von Rosmarin

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Alte Gewürz- und Heilpflanze
  • Gehört zur Familie der Lippenblütler
  • Bis zu zwei Meter hohe verholzende Sträucher
  • Typische tannennadelartige Blätter
  • Blaue Lippenblüten
  • Vor allem von Bienen bestäubt
  • Lieferant von Rosmarinhonig
  • Benötigt etwas Winterschutz
  • Vor allem in der mediterranen Küche beliebt
  • Heilmittel gegen Verdauungsbeschwerden und zur Durchblutungsförderung
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 50 - 200 cm
Breite: 80 - 100 cm
Zuwachs: 20 - 30 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -1 °C (bis Klimazone 10)
Blüte
Blütenfarbe: blau
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: rispenförmig
Laub
Blattfarbe dunkelgrün-silbrig
Blattphase wintergrün
Blattform schmal, nadelartig, lederig, hart
Blatt aromatisch ja (Rosmarin)
Schneckenunempfindlich Ja
Sonstiges
ist essbar
Klassifizierung
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Lippenblütler
Gattung: Salbei
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Rosmarin?

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist eine beliebte Gewürz- und Heilpflanze, die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört. Sie kommt ursprünglich aus der nördlichen Mittelmeerregion und ist bei uns nur selten aus Gärten ausgewildert anzutreffen.

Es handelt sich dabei um einen immergrünen, bis zu zwei Metern hohen Strauch mit aufrechten braunen Zweigen, die mit der Zeit unten verholzen und eine sich streifig ablösende Rinde bilden. Die in kurzen Abständen aufeinanderfolgenden gegenständigen Blätter sind 1-4 Zentimeter lang und 1-3 Millimeter breit, schmal-linealisch, mit einer dunkelgrünen runzeligen Oberseite, einer weiß filzig behaarten Unterseite und einem leicht nach unten hin eingerollten Rand. Sie haben einen charakteristischen aromatischen Geruch.

Die Blüten erscheinen zu 2-10 in Scheinquirlen in den oberen Blattachseln. Der glockige Kelch ist zweilippig, die Krone besteht aus einer zweilappigen Oberlippe und einer dreilappigen Unterlippe mit großem löffelförmigem Mittelteil. Ihre Farbe ist hellblau, seltener weiß oder rosa. Bei den Früchten handelt es sich um braune, verkehrt-eiförmige Klausen mit zahlreichen dunkelbraunen, länglich-eiförmigen Samen.

Rosmarin im Garten

Standort

Rosmarinsträucher benötigen einen gut durchlässigen, humosen, steinigen oder sandigen und eher trockenen Boden mit viel Wärme und Sonne. Im Schatten vegetieren sie vor sich hin, und Staunässe ist das probateste Mittel, um die Büsche sicher umzubringen. Man sollte bedenken, dass er nicht völlig winterhart ist – bei strengen Frösten ist also im Freien ein wenig Winterschutz angesagt.

Schnitt

Rosmarin sollte man im späten Winter oder zeitigen Frühjahr noch vor dem Austrieb zurückschneiden, damit die Pflanzen buschiger werden und nicht von innen her verkahlen. Zudem bleiben sie bei regelmäßigem Stutzen wesentlich blühfreudiger. Auch wenn man in der Küche nur die Blätter verwendet, sollte man zur Ernte immer ganze Zweige abtrennen.

Vermehrung

Am einfachsten gelingt die Vermehrung von Rosmarin, indem man von noch nicht vollständig verholzten Trieben Stecklinge abnimmt. Eine Aussaat ist ebenfalls möglich, aber sehr langwierig – die Samen brauchen viel Wärme, ausreichend Feuchtigkeit und mindestens einen Monat, bis sie überhaupt auskeimen.

Verwendung

Der Rosmarin ist nicht nur eine beliebte Gewürz- und Heilpflanze für den Kräutergarten oder Apothekergarten. Im Blumenkasten oder in Töpfen auf Balkon und Terrasse bietet er Insekten auch in urbaner Umgebung reichlich Nahrung, er gilt als bienenfreundlich und gute Bienenweide. Hierfür sind einige klein bleibende Sorten besonders gut geeignet.

Schädlinge

Rosmarin ist recht robust und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Nur bei feuchtem Wetter und nassem Stand kränkelt er und wird von Pilzkrankheiten wie Mehltau befallen. Blattläuse und Spinnmilben sind eher selten. Fraßfeinde wie Schnecken und Kaninchen hält er sich mit seinen etherischen Ölen erfolgreich vom Leib.

Ökologie

Die Bestäubung des Rosmarins erfolgt vor allem durch Honigbienen und Wildbienen. Bei großen Beständen können die blütensteten Honigbienen einen sortenreinen Rosmarinhonig sammeln. Er ist flüssig, hell bernsteinfarben und hat ein mildes aber intensives Aroma. Die Verbreitung der Samen übernehmen Ameisen.

Wissenswertes

Rosmarin war bereits in der Antike bekannt; die erste Erwähnung findet sich auf einer mesopotamischen Keilschrifttafel, und die alten Ägypter verwendeten ihn bei ihren Begräbniszeremonien.

Der Name lässt sich auf das lateinische ros marinus zurückführen, sinngemäß Tau des Meeres – vermutlich weil Rosmarin gerne an der felsigen Küste des Mittelmeeres wächst und morgens die Tautropfen an den Pflanzen hängen. Plinius d. Ä. und Dioskurides beschreiben ihn als Heilpflanze. Später fand er Eingang in die mittelalterlichen Kräuterbücher wie denen des Tabernaemontanus und Leonhart Fuchs. Die Landgüterverordnung Capitulare de villis Karls des Großen empfahl ihn ausdrücklich zum Anbau in Klostergärten und Landwirtschaft.

In der mediterranen Küche ist er ein beliebtes Gewürz für Fleisch-, Fisch-, Geflügel- und Kartoffelgerichte. In der Naturheilkunde verwendet man ihn innerlich als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Krämpfe und in Bädern und Salben zur Förderung der Durchblutung. Nicht minder beliebt ist Rosmarin bei der Herstellung von Parfüms und Likören.

Die eingerollten Blätter und die dichte Behaarung der Unterseite dienen dem Wassersparen – so überlebt er im Sommer auch längere Trockenphasen.

Neben der Wildform bekommt man im Gartenfachhandel eine Reihe von Sorten, die teils etwas winterhärter sind und mit rosa, weißen oder dunkelblauen Blüten glänzen.

Fotos

Blatt Rosmarin
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Rosmarin
Quelle: NaturaDB
Blatt Rosmarin
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Rosmarin
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Rosmarin
Quelle: NaturaDB
Blüte Rosmarin
Quelle: NaturaDB

Sorten Rosmarin

Sorte Höhe Breite
Rosmarin (Wildform) 50 - 200 cm 80 - 100 cm
Garten-Rosmarin 'Arp' 50 - 100 cm
Rosmarin 'Blaulippe'
Rosmarin 'Capri'
Kriechender Rosmarin

Häufige Fragen

Für was verwendet man Rosmarin?

Als Heilpflanze ist er wegen seines aromatischen Rosmarinöls beliebt. Er enthält zudem Flavonoide, Gerbstoffe, Polyphenolsäure, Saponine und Bitterstoffe. Rosmarin wirkt krampflösend und hilft bei Gallenkoliken, Blähungen und Verdauungsbeschwerden. Seine durchblutungsfördernde Wirkung macht man sich vor allem bei Salben und Bädern zunutze, die sich bei Verspannungen, Rückenschmerzen und Muskelkater bewähren.

In Menstruation und Schwangerschaft sollten Frauen wegen der kreislaufanregenden Wirkung vorsichtig mit Rosmarintee und Rosmarinöl umgehen, und auch bei Kleinkindern sollte man auf Badezusätze mit etherischen Ölen generell verzichten. Auch für Asthmatiker sind diese nicht geeignet.

Wie kann ich Rosmarin verarbeiten?

Beim Kochen kann man bei Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichten die ganzen Zweige beim Marinieren oder Schmoren hinzufügen und hinterher einfach wieder entfernen. Bei getrocknetem Rosmarin funktioniert das nicht mehr. Hier kann man die Blätter vorher gründlich im Mörser oder Mixer zerkleinern oder mit dem Messer fein zerhacken, denn ganz sind sie beim Essen eine etwas stachlige Angelegenheit.

Was kann man mit frischem Rosmarin machen?

In der italienischen und französischen Küche ist Rosmarin ein beliebtes Gewürz, das man zum Würzen von Fleisch, Fisch, Eintöpfen und Kartoffelgerichten einsetzt. Man kann ihn auch auf Vorrat trocknen – das geschieht am besten mit ganzen abgetrennten Zweigen, von denen sich die getrockneten Blätter leicht abstreifen lassen. Frischer Rosmarin lässt sich auch mit viel Zucker zu einem Rosmarinsirup kochen, mit dem man im Sommer aromatische Erfrischungsgetränke oder Dressings und Süßspeisen herstellen kann.

Ökologischer Wert

Rosmarin ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

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Quelle: Anne Kramer/shutterstock.com
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