Was ist Berberitze?
Die Echte Berberitze oder Sauerdorn (Berberis vulgaris) ist ein fruchttragender, dornenbewehrter Strauch aus der gleichnamigen Familie der Sauerdorngewächse (Berberidaceae). Der lateinische Name leitet sich vom arabischen berberi, Muschel ab und bezeichnet die Form der Blütenblätter. In Europa und Asien wächst sie wild und wird häufig als Ziergehölz verwendet. Ihre dichten Sträucher werden bis zu 2,5 Meter hoch und bilden im Frühjahr dichte Trauben mit goldgelben, bis zu neun Millimetern breiten Blüten, aus denen im Herbst knallrote eiförmige, bis zu einem Zentimeter lange Früchte entstehen. Im Herbst färbt sich das Laub der Berberitze bunt, bevor es abfällt. Die Blätter sind länglich-elliptisch und am Rand fein gesägt, auf der Oberseite dunkelgrün und unterseits etwas heller.
Berberitze im Garten

Quelle: Nick Pecker/shutterstock.com
Standort
Die Berberitze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem und kalkhaltigem Boden. In der Sonne ist der Fruchtansatz am reichhaltigsten. Sie ist ein Flachwurzler und verträgt Trockenheit problemlos. Im Winter übersteht sie auch starke Fröste.
Schnitt
Da die Dornensträucher schnell und ausladend wachsen, muss man sie regelmäßig mit einer Heckenschere bearbeiten. Dadurch wächst die Berberitze auch buschiger. Sie ist ausgesprochen schnittfest und treibt schnell wieder aus. Beim Hantieren sollte man tunlichst dicke Gartenhandschuhe tragen, um sich der spitzen Dornen zu erwehren.
Vermehrung
Die Berberitze bildet unterirdisch verzweigend Ausläufer, die häufig in meterweitem Abstand von ihrem Ursprung ans Licht kommen. Diese kann man ausgraben und zur Vermehrung verwenden.
Verwendung
Berberitzen geben schöne Hecken in Gärten und Vorgärten und lassen sich auch vor Bäumen und Beeten pflanzen. Oft nutzt man sie als Blickschutz. Am Rand einer Straße zeigen sich die dichten Gehölze unbeeindruckt von Abgasen, Streusalz oder Trockenheit. Sie sind winterhart und windfest und bieten Vögeln guten Schutz beim Nisten. Dekorativ sind im Frühjahr die gelben Blüten, in Herbst und Winter die roten Früchte.
Schädlinge
Der schlimmste Feind der Berberitze sind Rostpilze. Der Getreideschwarzrost Puccinia graminis überwintert in den Blättern und hat den Sauerdorn vielerorts an den Rand der Ausrottung gebracht. Fatal, zumal man früher die Sträucher häufig als Windschutz zur Einfassung von Getreidefeldern verwendete. Der Pilz zeigt sich mit gelbroten Flecken auf der Oberseite und hellgelben Sporenlagern auf der Unterseite.
Insbesondere bei kränklichen Pflanzen wird Mehltau zum Problem.
Ökologie
Berberitzensträucher haben tierischen Besuchern viel zu bieten: Im Frühjahr locken die nektar- und pollenreichen Blüten Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an, im Herbst und Winter dienen die kleinen Früchte Vögeln und Kleinsäugern als Nahrung. Vor allem Amseln und andere Drosselarten machen sich im Herbst über die Büsche her. Zudem bieten die dornenbewehrten Hecken gute Nistmöglichkeiten.
Beachtlich ist der Bestäubungsmechanismus der Staubblätter: Sobald man sie berührt, klappen sie in Sekundenbruchteilen nach innen. Dadurch sorgen sie für die Bepuderung anfliegender Insekten mit Pollen.
Wissenswertes
Die Früchte der Berberitze sind extrem sauer, aber essbar und reich an Vitamin C, Spurenelementen und Mineralstoffen. Sie sind die einzigen Pflanzenteile, die kein Berberin und andere giftige Alkaloide enthalten. Der Verzehr der Blätter führt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Nierenschäden.
Wurzel, Rinde und Früchte enthalten Farbstoffe, die man früher in der Färberei eingesetzt hat.