Stachelbeere

Ribes uva-crispa

Gehölz
Wildform
winterhart
Wichtige Schmetterlingspflanze
essbar
Stachelbeere (Ribes uva-crispa) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • In Eurasien und Nordafrika weit verbreiteter Obststrauch
  • Mehrjährig, bis anderthalb Meter hoch und stachelig
  • Blüten und Früchte in kleinen hängenden Trauben
  • Eiförmige Früchte mit säuerlichem Aroma
  • Zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlichen Beeren, Stacheln und Wuchsformen
  • Winterhart und robust
  • Regelmäßiger Schnitt verbessert den Ertrag
  • Früchte für Kompott, Marmeladen und Gelee
  • Vermehrung mit Absenkern oder Stecklingen
  • Anfällig für Mehltau
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 60 - 120 cm
Wurzelsystem: Flachwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: rot
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
j
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a
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a
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n
d
Boden
Boden: humos bis lehmig
Wasser: feucht
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Sonstiges
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Stachelbeergewächse
Gattung: Johannisbeeren
ist essbar essbare Beeren
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Stachelbeere?

Bei der Stachelbeere (Ribes uva-crispa) handelt es sich um einen einheimischen Strauch aus der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae), der sie zu ihrem Namen verholfen hat. Sie findet sich mit ihrer Wildform (Ribes uva-crispa ssp. uva-crispa) und ausgewilderten Gartenformen (Ribes uva-crispa ssp. sativum) verbreitet an schattigen Stellen in Gebüschen, Waldrändern und Waldwegen auf feuchten und nährstoffreichen Böden.

Im Gegensatz zu den verschiedenen nahen verwandten Johannisbeeren sind die Stängel mit Stacheln bewehrt. Die dichten Hecken werden 80-150 Zentimeter hoch und sind mit wechselständigen, handförmig drei- bis fünflappigen Blättern bedeckt. Sie haben keine Nebenblätter und sind unterseits häufig weich behaart. Ihre kleinen fünfzähligen, grün-gelben oder rosa Blüten stehen zu 1-3 Exemplaren in kurzen hängenden Trauben. Die typischen Früchte der Stachelbeere sind ein bis drei Zentimeter lang, eiförmig, anfangs behaart, später kahl, gelbgrün oder rötlich. Oftmals zeigen sie hellere Längsstreifen.

Stachelbeere im Garten

Standort

Die Stachelbeere bevorzugt einen gleichmäßig feuchten, kalk- und humusreichen Lehmboden. Sie ist aber nicht besonders anspruchsvoll und nimmt mit fast jeder Gartenerde vorlieb. Der Standplatz sollte sonnig bis halbschattig sein. Man sollte beim Pflanzen daran denken, dass die Büsche je nach Sorte fast zwei Meter hoch und breit werden können.

Schnitt

Zum Verjüngen sollten die alten Triebe regelmäßig bis nahe an den Boden zurückgeschnitten werden. Zudem empfiehlt es sich, die Hecken des Öfteren auszulichten, damit sie nicht zu dicht werden und sich mehr Blüten und Früchte entwickeln.

Vermehrung

Am einfachsten gelingt die Vermehrung der Stachelbeere mit Absenkern, bei denen man bodennahe Triebe mit einem Stein beschwert und wartet, bis sie Wurzeln gezogen haben. Viele der Zuchtsorten sind veredelt und lassen sich nur durch erneutes Okulieren auf eine wüchsige Unterlage verbreiten.

Verwendung

Stachelbeerhecken sind eine beliebte Obstpflanze für den Nutzgarten. Lässt man im Herbst etwas von der Ernte stehen, freuen sich die Vögel über das leckere Winterfutter, und auch als Bienenweide ist sie äußerst wertvoll.

Schädlinge

Zu den Schädlingen der Stachelbeere gehören Rostpilze wie der Strobenrost (Cronartium ribicola) und vor allem Mehltau, der insbesondere bei hoher Feuchtigkeit schnell zum flächendeckenden Problem werden kann.

Ökologie

Die kleinen Blüten der Stachelbeeren bilden wenig Pollen, aber reichlich Nektar und sind auch für Insekten mit kurzem Saugrüssel geeignet. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Honigbienen und Fliegen sowie drei zur Sandbienen-Gattung Andrena gehörenden Wildbienenarten.

13 Schmetterlinge interessieren sich in Deutschland für das Grün als Raupenfutter, darunter der C-Falter (Polygonia c-album), der Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata) und der Nachtschwalbenschwanz (Ourapteryx sambucaria).

Bei der Verbreitung der Stachelbeere sind Vögel behilflich, die sich gerne an den schmackhaften Früchten bedienen und die Samen mit einer Extraportion Dünger verteilen. Die Hecken bieten zudem Unterschlupf für Vögel, Kleinsäuger und Reptilien.

Wissenswertes

Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Wilde Stachelbeere mit zahlreichen aus dem neuentdeckten Amerika stammenden Arten gekreuzt. Heute gibt es im Gartenfachhandel unzählige Zuchtsorten mit weniger Stacheln, unterschiedlichem Wuchs, Ertrag oder Größe und Farbe der Beeren. Die ursprüngliche Wildart hat weich behaarte Fruchtknoten und kleinere Früchte als die Garten-Stachelbeere, bei der die grünen oder roten Früchte zudem drüsig behaart erscheinen. Als Jostabeere bezeichnet man eine Kreuzung aus Johannisbeere und Stachelbeere.

Die Früchte der Stachelbeere sind als Beerenobst beliebt. Man isst sie roh oder als Obstkuchenbelag oder verarbeitet sie zu Stachelbeerkompott, Marmelade und Gelee. Wegen der Säure unterschätzt man gerne den Zuckergehalt: bei den einheimischen Beeren haben nur Weintrauben mehr als die Stachelbeeren.

Fotos

Gesamte Pflanze Stachelbeere
Quelle: Rasbak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Stachelbeere
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Stachelbeere
Quelle: Tiia Monto, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Stachelbeere

Sorte Höhe Breite Fruchtreife
Stachelbeere (Wildform) 60 - 120 cm Jul
Stachelbeere 'Hinnonmäki gelb' 60 - 120 cm
Stachelbeere 'Hinnonmäki rot' 60 - 120 cm
Stachelbeere 'Invicta' 60 - 120 cm 60 - 120 cm
Stachelbeere 'Redeva' 60 - 120 cm 60 - 120 cm

Häufige Fragen

Für was sind Stachelbeeren gut?

Ausgereifte Stachelbeeren isst man als Obst und verwendet sie als Kuchenbelag. Die Früchte lassen sich außerdem zu Marmelade, Gelee oder Kompott verarbeiten. Sie sind zudem reich an Vitamin C, Provitamin A, den Vitaminen B und E, Gerbstoffen, Fruchtsäuren, Mineralien und Spurenelementen. Mit ihren Ballaststoffen gelten sie zudem als verdauungsfördernd.

Welcher Standort für Stachelbeeren?

Stachelbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten, mit einem nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Die reifenden Früchte muss man gegebenenfalls vor allzu praller Sonne schützen, denn sie bekommen leicht einen Sonnenbrand.

Sind Stachelbeeren winterhart?

Insbesondere die Wildform der Stachelbeere ist frostunempfindlich. Gefährlich sind Schneefälle mit gleichzeitig starkem Frost, da unter der Schneelast die steif gefrorenen Triebe abbrechen können. Bei den Zuchtsorten muss man gegebenenfalls etwas mehr auf Minusgrade achten; fragen Sie im Zweifelfalle bei Ihrem Gärtner nach, wie sie die gekauften Pflanzen im Winter schützen sollten.

Kann man Stachelbeeren roh essen?

Roh sollte man nur die vollständig ausgereiften Früchte essen, denn die jüngeren enthalten große Mengen Glyoxylsäure. Diese ist zwar nicht giftig, wird aber im Körper zu Oxalsäure umgewandelt, die als Chelator Calcium bindet. Das fehlt anschließend im Knochen, bei Muskelaktivität und Nervenleitung. Zudem wird Oxalsäure nur langsam über die Nieren ausgeschieden und kann dort durch Ausfällung Nierensteine verursachen.

Gekocht und zu Kompott oder Marmelade verarbeitet sind die grünen Früchte hingegen unbedenklich. Dank des reichlich enthaltenen Pektins werden Stachelbeerkonfitüre und Stachelbeergelee besonders gut fest.

Kann man Stachelbeeren einfrieren?

Im Gefrierschrank halten sich die Früchte wesentlich besser als im Kühlschrank. Zum Einfrieren sollte man die Stachelbeeren zunächst in einer Lage auf einem Teller oder einer anderen Unterlage schockfrosten. Danach kann man sie in Behälter oder Gefrierbeutel umfüllen. Überreife und weiche oder beschädigte Früchte sollte man vorher aussortieren. Das Auftauen überstehen sie wesentlich besser als die meisten anderen Beeren.

Ökologischer Wert

Stachelbeere ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
3
Anzahl Schmetterlingsarten:
13
Nektarwert:
3
Pollenwert:
1
Dient als Futterplanze für Raupen:
13

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