Wildapfel,Holzapfel

Malus sylvestris

Gehölz
Wildform
Wichtige Bienenpflanze
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Wildapfel (Malus sylvestris) Alle 3 Fotos anzeigen
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursprungsart unserer kultivierten Apfelbäume
  • Gehört zu den Rosengewächsen
  • Bis zu 15 Metern hoher Baum mit dichter Krone
  • Kleine holzige und sauer-bitterliche Äpfel
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Widerstandsfähiger als der Kulturapfel
  • Bestäubung vor allem durch Fliegen und Honigbienen
  • Raupenfutter für vier Schmetterlinge
  • Wichtige Winternahrung für Vögel und kleine Säugetiere
  • Früchte essbar, aber gewöhnungsbedürftig
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 15 m
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Äpfel
ist essbar Frucht
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Wildapfel?

Wildapfel, Holzapfel oder Wilder Apfelbaum (Malus sylvestris) ist die Wildform unseres Apfelbaumes und gehört ebenfalls zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man findet ihn zerstreut in Auenwäldern, in Hecken, Steinriegeln und Gebüschen. Der sommergrüne Baum wird 5-15 Meter hoch, mit einer dichten Krone und häufig mit dornenbewehrten Ästen. Seine Rinde ist graubraun und längsrissig. Die Blätter sind eiförmig, 4-8 Zentimeter lang mit grob gesägtem Rand, einer dunkleren und glänzenden Oberseite und einer matten helleren, kaum behaarten Unterseite. Seine Blüten sind radiärsymmetrisch fünfzählig, rosa bis weiß mit 12-20 Millimeter langen Kronblättern. Aus ihnen bilden sich die kugeligen holzigen Äpfel als Früchte, die nur 2-4 Zentimeter groß werden.

Wildapfel im Garten

Standort

Der Wildapfel bevorzugt einen frischen, nährstoff- und basenreichen tiefgründigen Lehm- und Steinboden. Er ist ein Flachwurzler, der Sonne oder Halbschatten benötigt.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Urform unseres Apfelbaumes seltener nötig als bei den kultivierten Sorten, bei denen es auf den Ertrag ankommt. Meistens reicht es, alte und abgestorbene Äste zu entfernen und ihn ab und zu in Form zu schneiden.

Vermehrung

Die Vermehrung des Wildapfels erfolgt mit Samen – was recht langwierig ist – oder mithilfe von Stecklingen. Am einfachsten fährt man mit jungen Exemplaren aus der Baumschule.

Verwendung

Große Ernten darf man beim Wildapfel nicht erwarten, daher verwendet man ihn meistens als knorrigen Solitär in einem naturnahen Garten. Vögel und kleine Säugetiere freuen sich über das Obst.

Schädlinge

Der Wildapfel ist deutlich robuster gegenüber Krankheiten und Schädlingen als unsere kultivierten Sorten. Trotzdem wird auch er bisweilen von Rostpilzen, Schorfpilzen oder Mehltau heimgesucht.

Ökologie

Hauptbestäuber des Holzapfels sind Fliegen und Bienen, vor allem Honigbienen. Für den Pollen interessieren sich 18 Wildbienen, vor allem Schmalbienen (Lasioglossum spec.), Sandbienen (Andrena spec.) und Furchenbienen (Halictus spec.).

Vier Schmetterlinge nutzen die Blätter des Wildapfels als Raupenfutter, das Trauerwidderchen (Aglaope infausta), Blaukopf (Diloba caeruleocephala), Obsthain-Blütenspanner (Eupithecia insigniata) und das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata).

Die häufig noch über den Herbst hinaus am Baum bleibenden Früchte sind ein wichtiges Winterfutter für Vögel und Kleinsäuger.

Wissenswertes

Vom Gartenapfel kann man den Holzapfel auch ohne die charakteristischen kleinen Früchte anhand der Blätter unterscheiden: Sie sind beim Gartenapfel behaart, beim Holzapfel fast kahl. Bei den Blüten sind die Kelchblätter beim Apfelbaum zurückgeschlagen, beim Holzapfel gerade, und die Früchte sind bei der Wildform deutlich kleiner, holziger und saurer.

Fotos

Gesamte Pflanze Wildapfel
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wildapfel
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Wildapfel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist der Holzapfel essbar?

Holzapfel ist ebenso essbar wie der kultivierte Apfel. Der bitterlich-säuerliche Geschmack ist allerdings mindestens ebenso genauso gewöhnungsbedürftig wie das holzige Fruchtfleisch. Früher hat man sie trotzdem insbesondere in Notzeiten gesammelt, um sie als Apfelschnitze zu trocknen oder zu Brei zu kochen.

Sind Wildäpfel giftig?

Wildäpfel sind keineswegs giftig, sondern ebenso essbar wie die des Gartenapfels. Allerdings dürften sie den wenigsten menschlichen Interessenten schmecken: Sie sind bei der Reife häufig bereits schrumpelig und zudem holzig und dank reichlich enthaltener Gerbstoffe extrem sauer bis bitter. Trotzdem hat man sie bis in die Neuzeit gesammelt und getrocknet oder zu Apfelmus gekocht.

Ökologischer Wert

Wildapfel ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
17
Anzahl Schmetterlingsarten:
4
Nektarwert:
2
Pollenwert:
2
Dient als Futterplanze für Raupen:
5

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird häufig aufgesucht
Anzahl fressende Vogelarten:
19
Anzahl fressende Säugetierarten:
35

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