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Wildapfel (Malus sylvestris)
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Super Insekten-pflanze

WildapfelHolzapfel

Malus sylvestris

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Gehölz winterhart Super Insektenpflanze Wichtiges Vogelschutznährgehölz essbar
  • Ursprungsart unserer kultivierten Apfelbäume
  • Gehört zu den Rosengewächsen
  • Bis zu 15 Metern hoher Baum mit dichter Krone
  • Kleine holzige und sauer-bitterliche Äpfel
  • Robust, pflegeleicht und winterhart
  • Widerstandsfähiger als der Kulturapfel
  • Bestäubung vor allem durch Fliegen und Honigbienen
  • Raupenfutter für vier Schmetterlinge
  • Wichtige Winternahrung für Vögel und kleine Säugetiere
  • Früchte essbar, aber gewöhnungsbedürftig
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis normal
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
PH-Wert: basisch / kalk

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: aufrecht, abstehende, im Alter weit überhängende, bedornte Äste
Höhe: 5 - 15 m
Breite: 3 - 8 m
Zuwachs: 30 - 40 cm/Jahr
frostverträglich: bis -34 °C (bis Klimazone 4)
Wurzelsystem: Flachwurzler

Thematisch passende Pflanzen:

🌼 Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: einfach
🍊 Frucht
Fruchtreife:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Fruchtaroma: herb-sauer
🍃 Laub
Blattfarbe: grün
Blattphase: sommergrün
Blattform: eirund, kerbig gesägt
🐝 Ökologie
Bestandssituation (Rote Liste): mäßig häufig
Gefährdung (Rote Liste): Vorwarnliste
Wildbienen: 45 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert)
Raupen: 30 (davon 4 spezialisiert)
Schwebfliegen: 9
Käfer: 9
Nektarwert: 4/4 - sehr viel
Pollenwert: 4/4 - sehr viel
fressende Vogelarten: 19
Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz: ja
wird als Nistplatz verwendet: gut
als Landeplatz angeflogen: gut
fressende Säugetierarten: 35

Thematisch passende Pflanzen:

🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll. Für eine detailliertere Darstellung und mehr Informationen zur Verbreitung besuche doch gern floraweb.de.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage: planar (<100m1 / <300m)2
bis
montan (500m-600m1 / 800m-1200m)2

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
ist essbar Früchte
Verwendung: roh, verarbeitet, z.T.herb
Jahreszeitlich Aspekte: Herbstfärbung
Eignung im Hortus:
Was bedeutet Hortus?
gut geeignet für Pufferzone
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Äpfel

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Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Wildapfel?

Wildapfel, Holzapfel oder Wilder Apfelbaum (Malus sylvestris) ist die Wildform unseres Apfelbaumes und gehört ebenfalls zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man findet ihn zerstreut in Auenwäldern, in Hecken, Steinriegeln und Gebüschen. Der sommergrüne Baum wird 5-15 Meter hoch, mit einer dichten Krone und häufig mit dornenbewehrten Ästen. Seine Rinde ist graubraun und längsrissig. Die Blätter sind eiförmig, 4-8 Zentimeter lang mit grob gesägtem Rand, einer dunkleren und glänzenden Oberseite und einer matten helleren, kaum behaarten Unterseite. Seine Blüten sind radiärsymmetrisch fünfzählig, rosa bis weiß mit 12-20 Millimeter langen Kronblättern. Aus ihnen bilden sich die kugeligen holzigen Äpfel als Früchte, die nur 2-4 Zentimeter groß werden.

Wildapfel im Garten

Quelle: © Hans Hillewaert

Standort

Der Wildapfel bevorzugt einen frischen, nährstoff- und basenreichen tiefgründigen Lehm- und Steinboden. Er ist ein Flachwurzler, der Sonne oder Halbschatten benötigt.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der Urform unseres Apfelbaumes seltener nötig als bei den kultivierten Sorten, bei denen es auf den Ertrag ankommt. Meistens reicht es, alte und abgestorbene Äste zu entfernen und ihn ab und zu in Form zu schneiden.

Vermehrung

Die Vermehrung des Wildapfels erfolgt mit Samen – was recht langwierig ist – oder mithilfe von Stecklingen. Am einfachsten fährt man mit jungen Exemplaren aus der Baumschule.

Verwendung

Große Ernten darf man beim Wildapfel nicht erwarten, daher verwendet man ihn meistens als knorrigen Solitär in einem naturnahen Garten. Vögel und kleine Säugetiere freuen sich über das Obst.

Schädlinge

Der Wildapfel ist deutlich robuster gegenüber Krankheiten und Schädlingen als unsere kultivierten Sorten. Trotzdem wird auch er bisweilen von Rostpilzen, Schorfpilzen oder Mehltau heimgesucht.

Ökologie

Hauptbestäuber des Holzapfels sind Fliegen und Bienen, vor allem Honigbienen. Für den Pollen interessieren sich 18 Wildbienen, vor allem Schmalbienen (Lasioglossum spec.), Sandbienen (Andrena spec.) und Furchenbienen (Halictus spec.).

Vier Schmetterlinge nutzen die Blätter des Wildapfels als Raupenfutter, das Trauerwidderchen (Aglaope infausta), Blaukopf (Diloba caeruleocephala), Obsthain-Blütenspanner (Eupithecia insigniata) und das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata).

Die häufig noch über den Herbst hinaus am Baum bleibenden Früchte sind ein wichtiges Winterfutter für Vögel und Kleinsäuger.

Wissenswertes

Vom Gartenapfel kann man den Holzapfel auch ohne die charakteristischen kleinen Früchte anhand der Blätter unterscheiden: Sie sind beim Gartenapfel behaart, beim Holzapfel fast kahl. Bei den Blüten sind die Kelchblätter beim Apfelbaum zurückgeschlagen, beim Holzapfel gerade, und die Früchte sind bei der Wildform deutlich kleiner, holziger und saurer.

Das Laub von Wildapfel ist schnell kompostierbar

Das Herbstlaub von Malus sylvestris wird innerhalb von etwa einem Jahr zu wertvollem Laubkompost, den du zum Düngen deines Nutzgartens verwenden kannst. Nutze das Laub auch als Mulch, um den Boden vor Erosionen und Frost zu schützen. Ob als Kompost oder als Mulch – so förderst Du die Humusbildung.

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Fotos (4)

Gesamte Pflanze Wildapfel
Quelle: Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Wildapfel
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Wildapfel
Quelle: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Wildapfel
Quelle: © Hans Hillewaert

Häufige Fragen

Wo kann man Wildapfel kaufen?

Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
Unter "Wildapfel kaufen" findest du sofort erhältliche Angebote unterschiedlicher Internet-Anbieter.

Ist der Holzapfel essbar?

Holzapfel ist ebenso essbar wie der kultivierte Apfel. Der bitterlich-säuerliche Geschmack ist allerdings mindestens ebenso genauso gewöhnungsbedürftig wie das holzige Fruchtfleisch. Früher hat man sie trotzdem insbesondere in Notzeiten gesammelt, um sie als Apfelschnitze zu trocknen oder zu Brei zu kochen.

Sind Wildäpfel giftig?

Wildäpfel sind keineswegs giftig, sondern ebenso essbar wie die des Gartenapfels. Allerdings dürften sie den wenigsten menschlichen Interessenten schmecken: Sie sind bei der Reife häufig bereits schrumpelig und zudem holzig und dank reichlich enthaltener Gerbstoffe extrem sauer bis bitter. Trotzdem hat man sie bis in die Neuzeit gesammelt und getrocknet oder zu Apfelmus gekocht.

Wert für Insekten und Vögel

Wildapfel ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlingsraupen und Vögel

Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen
Raupen spezialisiert:
0
Raupenarten:
0
Schwebfliegenarten:
0
Käfer:
0
fressende Vogelarten:
0
Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz
ja
wird als Nistplatz verwendet
gut
als Landeplatz angeflogen
gut
fressende Säugetierarten:
0

Wildbienenarten

Schmetterlingsarten

Schwebfliegen

Käfer

Vögel

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Wildbienenpflanzen

Themen

Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
04.01.2024