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Alpenbalsam (Erinus alpinus)
Quelle: Traveller70/shutterstock.com

Alpenbalsam

Erinus alpinus

Das Wichtigste auf einen Blick

heimische Wildform Staude winterhart
  • In Europa heimischer Bewohner der Alpen und anderen Gebirge
  • Bildet niedrige lockere Horste aus dunkelgrünen Blattrosetten
  • Kleine spatelförmige bis lanzettliche Blätter mit gezähntem Rand
  • Zahlreiche rosa bis hellviolette Blüten im Sommer
  • Leicht mit Samen zu vermehren
  • Für Alpengarten, Steingarten und Trockenmauern
  • Auch für die Kübelbepflanzung geeignet
  • Insektenfreundlich und Pollenlieferant für Wildbeinen
🏡 Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig
Wasser: frisch bis trocken
Nährstoffe: nährstoffarmer Boden
PH-Wert: basisch / kalk
Kübel/Balkon geeignet: ja

Thematisch passende Pflanzen:

🌱 Wuchs
Pflanzenart: Staude
Wuchs: aufrecht
Wuchs Konkurrenz: schwach
Höhe: 5 - 10 cm
Breite: 10 - 15 cm
frostverträglich: bis -23 °C (bis Klimazone 6)
Wurzelsystem: Flachwurzler
🌼 Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
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d
Blütenform: rachenförmig

Thematisch passende Pflanzen:

🍃 Laub
Blattfarbe: dunkelgrün
Blattform: zungen- bis spatelförmig, schmal
🐝 Ökologie
Wildbienen: 6 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert)
🌐 Einheimische Verbreitung

Bitte beachte, dass die angezeigte Verbreitung auf der Karte lediglich als grobe Orientierungshilfe dienen soll.

Verbreitung:
häufig
mittel
gering
Höhenlage:

1 Mittelgebirge / 2 Alpen⁠

ℹ️ Sonstiges
Aussaat:
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a
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j
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a
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n
d
Keimer: Lichtkeimer, Warmkeimer
⤵️ Klassifizierung
Ordnung: Lippenblütlerartige
Familie: Wegerichgewächse
Gattung: Erinus
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten
Markus Wichert

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Markus Wichert Naturgärtner

Was ist Alpenbalsam?

Der Alpenbalsam ist eine niedrig bleibende Polsterpflanze aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae); wild wächst er in den europäischen Gebirgen wie den Kalkalpen und Pyrenäen sowie in Nordafrika; eher selten trifft man ihn andernorts auf feuchten felsigen Hängen, Geröllhalden und Mauern, wo er mit seinen weitreichenden Wurzeln tief in die Ritzen des Gesteins eindringt. Im Garten erweist er sich als außerordentlich unkompliziert und pflegeleicht und überzeugt im Sommer mit seinen zahlreichen hübschen Blüten.

Die lockeren halb immergrünen Pölsterchen der ausdauernden krautigen Pflanze werden mitsamt ihren Blütenständen nur zwei Handbreit hoch; im Boden verbirgt sich ein kräftiges verzweigtes Rhizom, aus dem sich eine grundständige Rosette aus wechselständigen, bis zu zwei Zentimeter langen blaugrünen und lanzettlichen bis spatelförmigen Blättern erhebt; sie sind locker behaart und haben einen grob gezähnten Rand.

An den Enden der niederliegenden und aufsteigenden Triebe erscheinen im Sommer Dolden mit jeweils 10-15 Blüten, die mit zunehmender Blühdauer zu länglichen Trauben auswachsen. Die duftenden Blüten sind fünfzählig, zwittrig mit doppelter Blütenhülle und kurz gestielt; der behaarte Kelch und die Krone sind jeweils am Grund zu Röhren verwachsen. Die hellvioletten bis rosafarbenen Kronblätter sind an der Spitze ausgerandet, die Staubblätter bleiben in der Kronröhre weitestgehend verborgen, und die Narben der Griffel bilden ein ausgeprägtes Köpfchen. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich vierkammerige Kapseln mit winzigen braunglänzenden Samen.

Alpenbalsam im Garten

Quelle: Manfred Ruckszio/shutterstock.com

Standort

Der Alpenbalsam bevorzugt einen durchlässigen, vorzugsweise steinigen und kalkhaltigen Boden mit Sonne oder Halbschatten. Er sollte eher nährstoffarm und frisch bis trocken ausfallen; längere Trockenphasen im Sommer verträgt er problemlos, nur Staunässe macht ihm zu schaffen. Im Winter vertragen die Alpenbewohner bis zu -23 °C. Ältere Rosetten können trotzdem erfrieren, wenn bei niedrigen Temperaturen keine wärmende Schneedecke sie schützt.

Schnitt

Wie alle überwinternden Stauden solltest Du auch den Alpenbalsam erst im Frühjahr schneiden, indem Du die abgestorbenen Pflanzenteile eine Handbreit über dem Boden kappst. Bis dahin liefern sie noch vielen Kleintieren Nahrung und Unterschlupf. Den Rückschnitt kannst Du zum Mulchen oder als Kompost weiterverwenden.

Vermehrung

Am einfachsten vermehrst Du den Alpenbalsam mit Samen; ein Umpflanzen verträgt er nur schlecht. Für eine reiche Selbstaussaat sorgen die kurzlebigen Pflanzen ohnehin in eigener Regie, sodass er einmal gepflanzt nicht so schnell aus Deinem Garten verschwindet. Sie sind Lichtkeimer und Warmkeimer, dürften also beim Säen nur leicht auf das Substrat angedrückt werden.

Verwendung

Steinige Böden und viel Sonne – dementsprechend wohl und fast wie zuhause fühlt sich der Alpenbalsam im Alpengarten und Steingarten. Ebenso kannst Du ihn auf trockenen Mauern oder in Kübeln und Kästen auf Balkon und Terrasse pflanzen.

Ökologie

  • Die Bestäubung erfolgt vor allem mit der Hilfe von Insekten.
  • Den Pollen holen sich zudem sechs Wildbienen wie die Gewöhnliche Schmalbiene Lasioglossum calceatum und die Bunte Blattschneiderbiene Megachile versicolor.
  • Die Samen werden von Wind und Regen aus den Kapseln herausgeschüttelt und auf dem Boden liegend von Ameisen weiter verbreitet.

Wissenswertes

  • Die Gattung Erinus enthält nur den Alpenbalsam und Erinus thiabaudii, der in Nordafrika vorkommt.
  • Andere Bezeichnungen für den Alpenbalsam sind Alpen-Leberbalsam, Leberbalsam und Steinbalsam – allesamt Hinweise auf seine bevorzugt steinigen Lebensräume.
  • Die hübschen Alpenpflanzen wurden mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet.
Was sind mehrjährige Stauden?
Markus Wichert

Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.

Markus Wichert Naturgärtner
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Fotos (3)

Gesamte Pflanze Alpenbalsam
Quelle: Traveller70/shutterstock.com
Gesamte Pflanze Alpenbalsam
Quelle: Pmau, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blüte Alpenbalsam
Quelle: Manfred Ruckszio/shutterstock.com

Sortentabelle

Erinus alpinus
Quelle:Traveller70/shutterstock.com
Erinus alpinusAlpenbalsam
  • heimisch
Erinus alpinus 'Dr Hähnle'
Quelle:CTatiana/shutterstock.com
Erinus alpinus 'Dr Hähnle'Alpenbalsam 'Dr Hähnle'
  • heimisch
PflanzeWuchsStandortBlüte
AlpenbalsamErinus alpinusWildform

aufrecht
5 - 10 cm
10 - 15 cm


Kübel geeignet

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Alpenbalsam 'Dr Hähnle'Erinus alpinus 'Dr Hähnle'

aufrecht
10 - 15 cm
10 - 15 cm


Kübel geeignet

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j
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Häufige Fragen

Wert für Insekten und Vögel

Alpenbalsam ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen

Wildbienen insgesamt:
0
Nektar und/oder Pollen

Wildbienenarten

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Am Inhalt mitgewirkt haben:
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan Diplom-Biologe
Markus Wichert
Markus Wichert Naturgärtner
Thomas Puhlmann
Thomas Puhlmann Balkongärtner
Sebastian Hadj Ahmed
Sebastian Hadj Ahmed Balkon- und Kleingärtner
Stand:
11.12.2023