Besenheide,Heidekraut

Calluna vulgaris

Gehölz
Wildform
Super Insektenpflanze
lange Blühzeit
Besenheide (Calluna vulgaris) Alle 6 Fotos anzeigen
Gesamte Pflanze von Besenheide
  • Einheimisches Heidekrautgewächs
  • Bildet niedrige immergrüne Halbsträucher
  • Von unten verholzend
  • Langsam wachsend
  • Benötigt einen sauren, kalkfreien Sandboden
  • Für trockene oder wechselfeuchte Stellen im Garten
  • In Heidelandschaften und Mooren bestandsbildend
  • Ausgezeichnete Bienenweide, liefert Heidehonig
  • Wichtige Nektarpflanze und Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Robust, benötigt kaum Pflege
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Wuchs: bodendeckend
Höhe: 15 - 25 cm
Breite: 30 - 50 cm
Zuwachs: 5 - 10 cm/Jahr
Blüte
Blütenfarbe: rosa
Blühzeit:
j
f
m
a
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n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: durchlässig bis humos
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
PH-Wert: sauer
Kübel/Balkon geeignet: Ja
Salzverträglich: Ja
Sonstiges
Ordnung: Heidekrautartige
Familie: Heidekrautgewächse
Gattung: Besenheide
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Besenheide?

Besenheide oder Sommerheide (Calluna vulgaris) gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und ist auf mageren Sandböden von Heiden, Mooren, Dünen und Kiefernwäldern häufig anzutreffen. Es handelt sich dabei um einen immergrünen niedrigen Strauch von 15-25 Zentimetern Höhe, der von unten zusehends verholzt und eine tiefreichende Wurzel besitzt. Sie wächst nur sehr langsam und wird selten über 20 Jahre alt.

An den dünnen runden Trieben mit brauner Rinde sitzen kleine schuppenförmig anliegende Blätter, die gegenständig stehen und nach oben eingerollt sind. An den Enden der Zweige erscheinen die 1-4 Millimeter großen unscheinbaren Blüten in dichten Trauben. Sie sind rosa bis dunkelrot, selten weiß mit jeweils vier Kelch- und Kronblättern. Aus ihnen entwickelt sich eine runde Kapsel mit vier Samen.

Besenheide im Garten

Standort

Die Besenheide bevorzugt einen trockenen oder wechselfeuchten Standort mit saurem und kalkfreiem Sandboden. Daher gedeiht sie sowohl auf sommertrockenen Heiden wie auch in feuchten Mooren. Der Stand sollte sonnig bis halbschattig sein.

Schnitt

Ein Schnitt ist bei der langsam wachsenden Besenheide nur selten nötig, wenn sie zu groß wird. Dabei sollte man niemals das alte Holz schneiden, da sie dann nur noch schwer austreibt. Mit zunehmendem Alter vergreist sie; nach rund 20 Jahren empfiehlt es sich eher eine Neubepflanzung anstelle eines Rückschnittes.

Vermehrung

Die Vermehrung mit Samen ist möglich, aber extrem langwierig. Daher greift man besser auf junge Exemplare aus dem Gartenfachhandel zurück. Man kann sie auch aus Stecklingen ziehen, indem man Äste nach unten hin abreißt. Gleichmäßig feucht gehalten bilden sie alsbald Wurzeln.

Verwendung

Mit ihrer Anpassung an trockene und wechselfeuchte Standorte eignet sich die Besenheide für Steingärten, für die Bepflanzung trockener Hänge, aber auch für das sumpfige Umfeld von Gartenteichen, sofern diese eher saures Wasser enthalten. Für Bienen und Schmetterlinge kann man die langsam wachsenden Kleinsträucher ebenso auf Balkon und Terrasse in Blumentöpfe oder Kästen setzen.

Schädlinge

Die Besenheide gilt als recht robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Einzig das Erikasterben, hervorgerufen durch den Pilz Phytophthora cinnamoni, kann zu einer Wurzelfäule führen und die Pflanzen eingehen lassen.

Ökologie

Die winzigen leuchtend rosa bis roten Blüten sind außerordentlich reich an Nektar, der zudem zu einem Viertel aus Zuckern wie Rohrzucker besteht. Entsprechend beliebt ist die Besenheide vor allem bei Honigbienen, die aus der hervorragenden Bienenweide einen sortenreinen Heidehonig herstellen. Er weist eine hohe Konzentration an schleimigen Mucopolysacchariden auf, die ihm eine typische gallertartige Konsistenz verleihen. Heidehonig hat eine rötlich-braune Färbung, ein herbkräftiges Aroma und kristallisiert schnell aus.

Neben der Honigbiene sammeln auch acht Wildbienen Pollen an der Besenheide, vor allem die namengebenden Heidekraut-Seidenbiene (Colletes succinutus) und die Heidekraut-Sandbiene (Andrena fuscipes) wie auch verschiedene andere Sandbienen (Andrena spec.) und Furchenbienen (Halictus spec.).

Ebenso beliebt ist der reichhaltige Nektar bei Schmetterlingen und die winzigen Rollblätter als Raupenfutter. Man findet hier 30 Schmetterlingsarten, bei denen die Besenheide vielfach Pate bei der Namensgebung gestanden hat, wie bei der Heidekraut-Erdeule (Xestia agathina), dem Heidekrauteulchen (Anarta myrtilli), Heidekraut-Glattrückeneule (Aprophyla lueneburgensis) und Heidekraut-Blütenspanner (Eupithecia goosseniata).

Neben der Insektenbestäubung ist auch eine Windbestäubung möglich. Bleiben Bienen und Schmetterlinge aus, verlängern sich die Staubfäden der Blüten und geben umso leichter den Pollen für die Übertragung mit dem Wind frei. Kurze Brände fördern die Keimfähigkeit der Samen – eine Anpassung an die sommerlichen Heidebrände, die bisweilen infolge von Gewittern entstehen.

Wissenswertes

2019 wurde die Besenheide zur Blume des Jahres gewählt. Der Gattungsname Calluna kommt vom griechischen Wort für fegen – an einem Stiel zusammengebunden verwendete man die Sträucher früher als Besen, was auch den deutschen Namen erklärt. Im Volksglauben sollte sie böse Geister und Hexen fernhalten. Die kleinen und genügsamen Heidschnucken geben sich auch mit dem dürftigen Grün der Besenheide zufrieden – ein Grund, warum sie zur beherrschenden Schafsorte auf kargen Heideflächen wurden.

Im Gartenfachhandel erhält man zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlichen Blütenfarben und Blattfärbungen.

Fotos

Gesamte Pflanze Besenheide
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Besenheide
Quelle: NaturaDB
Blüte Besenheide
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Besenheide
Quelle: Dominicus Johannes Bergsma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Besenheide
Quelle: Dominicus Johannes Bergsma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Besenheide
Quelle: Dominicus Johannes Bergsma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist Besenheide mehrjährig?

Die Besenheide Calluna vulgaris ist ein mehrjähriger immergrüner Halbstrauch, der mit zunehmendem Alter verholzt. Sie wird meistens nur 15-25 Zentimeter hoch und bildet dichte Bestände, wie sie für europäische Heidelandschaften und Moore typisch sind.

Wann blüht die Besenheide?

Die Besenheide blüht vom Spätsommer bis in den frühen Herbst hinein. Obwohl die kleinen Blüten einzeln eher unscheinbar aussehen, verwandelt die schiere Masse die Bestände in ein lilafarbenes Blütenmeer. In der Lüneburger Heide, der größten zusammenhängenden Heidelandschaft Deutschlands, ist die Heideblüte in den Monaten August und September eine Attraktion für Touristen.

Ist Besenheide giftig?

Besenheide ist ungiftig und wird in der Naturheilkunde verwendet. Man benutzt das Kraut gegen Harnwegsinfekte, Magen-Darm-Beschwerden, Gicht, Rheuma und Arthritis. Äußerlich angewendet hilft es gegen Schuppenflechte und andere entzündliche Hauterkrankungen. Besenheide ist reich an Gerbstoffen, Flavonoiden und Saponinen sowie Glykosiden wie dem harntreibenden Arbutin. Sie wirken entzündungshemmend, antispetisch und adstringierend.

Wo wächst Besenheide?

Besenheide (Calluna vulgaris) ist die Charakterpflanze mitteleuropäischer Heidelandschaften. Darüber hinaus findet man sie aber auch in feuchten sauren Mooren und Sümpfen sowie in lichten Eichen- und Kiefernwäldern.

Ökologischer Wert

Besenheide ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
8
Anzahl Schmetterlingsarten:
84
Nektarwert:
3
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
83
Dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge:
15

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