Spitz-Ahorn

Acer platanoides

Gehölz
Wildform
Gute Bienenweide
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Gesamte Pflanze von Spitz-Ahorn

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimische Ahornart mit dichter Krone
  • Im Frühjahr erscheinen die Blüten vor den Blättern
  • Im Herbst bunte Laubfärbung
  • Pflegeleicht, robust und anspruchslos
  • Flachwurzler, der wenig Konkurrenz unter seiner Krone duldet
  • Schnitt vor allem bei geformten Bäumen, vorzugsweise im Spätsommer
  • Wichtiger frühblühender Nektarlieferant für Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln
  • Dichte Kronen hervorragendes Vogelschutzgehölz
  • In jungen Jahren schnell wachsend
  • Vermehrung am besten mit Sämlingen aus der Selbstaussaat
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 20 - 30 m
Breite: 15 - 20 m
Zuwachs: 60 - 150 cm/Jahr
Wurzelsystem: Herzwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Licht
Sonne bis Halbschatten
Boden
Boden: normal
Wasser: frisch
Nährstoffe: normaler Boden
Sonstiges
Ordnung: Seifenbaumartige
Familie: Seifenbaumgewächse
Gattung: Ahorne
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Was ist Spitz-Ahorn?

Spitz-Ahorn (Acer platanoides) gehört zu den beliebtesten einheimischen Baumarten in Parks und Gärten und ist in Europa weit verbreitet. Die Bäume erreichen bis zu dreißig Metern Höhe und zeichnen sich durch eine recht breite, reich verzweigte und dichte Krone aus, die sich im Herbst mit einem tollen Farbenspiel verfärbt. Sie wachsen nicht allzu schnell und werden bis zu 200 Jahren alt. Wie seine nahen Verwandten Berg-Ahorn und Feld-Ahorn gehört er zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).

So wie er im Herbst durch seine bunte Belaubung auffällt, macht er im zeitigen Frühjahr mit seinen gelbgrünen Blütendolden auf sich aufmerksam. Sie erscheinen vor dem Laub und sind oftmals die ersten Farbtupfer in Baumbeständen. Die Rinde ist bei jungen Bäumen hellbraun und glatt und wird im Alter zusehends rissiger und dunkler. Bei Verletzung bluten die jungen Triebe und Blätter mit einem hellen Milchsaft. Von anderen Ahornarten lässt er sich anhand seiner fünflappigen, unterseits deutlich genervten Blätter unterscheiden: Hier sind die Spitzen spitz und die Buchten stumpf.

Ebenso charakteristisch sind die geflügelten Nüsschen, die im Herbst als Früchte erscheinen. Sie entstehen aus den großen, gelbgrünen Doldentrauben des Frühjahrs. Die anfangs grünen, später hellbraunen Spaltfrüchte sitzen paarweise gegenüber und sinken propellerartig zu Boden.

Spitz-Ahorn im Garten

Standort

Der Spitz-Ahorn benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Platz und durchlässige, nährstoffreiche Erde. Sie sollte gleichmäßig feucht sein, aber auch längere Trockenperioden überstehen die Bäume unbeschadet. Ansonsten ist er anspruchslos und kommt mit so ziemlich jedem Standort klar.

Schnitt

Viel zu schneiden gibt es beim Spitz-Ahorn nicht. Totes Geäst sollte man regelmäßig entfernen, und bei geformten Exemplaren muss man ab und zu mit der Heckenschere herausragende Zweige kappen. Am besten erledigt man das im Spätsommer.

Vermehrung

Aus den Propellerfrüchten kann man junge Ahornbäume ziehen. Ausgesät erscheinen nach vier bis sechs Wochen die Keime. Man muss sie allerdings einmal der Kälte aussetzen – daher erfolgt die Saat am besten draußen im Freien im Januar. Dabei muss man beachten, dass die Nüsschen für Mäuse und andere Tiere eine beliebte Mahlzeit sind.

Dessen ungeachtet findet man in der näheren Umgebung eines Ahornbaums überall junge Sämlinge, mit denen er selbst für seine Vermehrung sorgt. Der Einfachheit halber lassen sich diese ausgraben und an beliebiger Stelle auspflanzen, sodass man sich die Mühe mit der Saat schenken kann.

Verwendung

Mit seiner dichten Krone, auffälligen Frühblüten und buntem Herbstlaub ziert der Spitz-Ahorn Parks und Alleen. Im Garten gibt er einen schönen Solitär und wird gerne als Windschutz verwendet. Kleine Zuchtsorten sind sogar für Kübel auf Balkon und Terrasse geeignet. Man kann sie im Winter ohne Bedenken draußen stehenlassen.

Schädlinge

Blattläuse interessieren sich vor allem für die frischen jungen Triebe und Blüten und sind Dauergäste, ohne den Bäumen zu schaden. Auffällig sind Rostflecken infolge von Pilzinfektionen, vor allem die Teerfleckenkrankheit, die durch Rhytisma-Arten hervorgerufen wird. Eine häufig auftretende Art von Mehltau (Sawadaea tulasnei) befällt nur den Kugel-Ahorn und bildet auf der Oberseite der Blätter weiße Flecken. Jungpflanzen leiden bisweilen an Wildverbiss, denn Rehe und Kaninchen interessieren sich für das leckere junge Grün.

Ökologie

Die großen gelben Blütendolden des Spitz-Ahorns sind im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Lange bevor andere Blüten erwachen liefern sie reichhaltig Pollen und Nektar, den die ersten Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge mit Begeisterung in Empfang nehmen. Bei größeren Beständen des Spitz-Ahorns sammeln die sortensteten Honigbienen im Frühjahr einen hocharomatischen Sortenhonig. Ahornhonig ist bernsteinfarben, cremig und schmeckt leicht malzig.

Darüber hinaus geben die dichten Kronen des Spitz-Ahorns ein gutes Nistgehölz für viele Vögel.

Wissenswertes

Das Holz des Spitz-Ahorns ist zweifarbig: das Splintholz erscheint gelblich, sein Kernholz rötlich. Es ist sehr dicht und biegsam, weswegen man es gerne für Messergriffe, Bögen und Musikinstrumente verwendet. Wegen seiner Färbung ist das Furnier auch beim Möbelbau begehrt.

Vom Spitz-Ahorn gibt es zahlreiche Zuchtsorten. Sie unterscheiden sich in Wuchshöhe, Blattfarben und Form der Krone. Geschlechtsreif werden Ahornbäume mit etwa 30 Jahren. Einige Kultivare werden veredelt – hier hat der Gärtner die kostbaren Zuchtexemplare auf eine gutwüchsige Unterlage gepfropft.

Fotos

Gesamte Pflanze Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spitz-Ahorn
Quelle: W?odzimierz Wysocki, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Spitz-Ahorn
Quelle: ???????, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
 Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
 Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
Blatt Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
Blatt Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB
Rinde Spitz-Ahorn
Quelle: NaturaDB

Sorten Spitz-Ahorn

Sorte Höhe Breite
Spitz-Ahorn (Wildform) 20 - 30 m 15 - 20 m
Blut-Ahorn 10 - 15 m 5 - 10 m
Kugel-Ahorn 3 - 5 m 5 - 6 m
Geschlitzter Spitz-Ahorn 8 - 10 m 5 - 7 m
Oregon-Blutahorn 'Royal Red' 8 - 15 m 6 - 8 m
Blutahorn 'Faassen's Black' 10 - 15 m 6 - 9 m
Ahorn 'Columnare'
Acer platanoides 'Cleveland'
Ahron 'Emerald Queen'
Spitzahorn 'Drummondii'

Häufige Fragen

Wie schneidet man Spitz-Ahorn?

Der Spitz-Ahorn braucht kaum Pflege. Totes Holz sollte man entfernen, und ansonsten braucht man ihm nur bei ausuferndem Wachstum mit der Heckenschere zu Leibe zu rücken. Dabei sollte man bevorzugt im Spätsommer schneiden, da die Wunden durch Frost gefährdet sind. Desinfizieren von Schere und Wundfläche verhindert eine Infektion mit Pilzsporen, die die Rotpustelkrankheit hervorrufen.

Welche Pflanzen kann man unter Spitz-Ahorn pflanzen?

Spitz-Ahorn hat ein dichtes Wurzelwerk direkt unter der Erde und überlässt anderen Pflanzen kaum genug Nährstoffe zum Wachstum. Darüber hinaus wird es unter seiner dichten Krone ziemlich lichtarm, sodass es im Garten unter seiner Krone meist recht kahl aussieht. Wer das etwas aufhellen möchte, kann es mit zwiebligen Frühblühern oder robusten, schattenverträglichen Staudengewächsen versuchen. Gut geeignet ist Immergrün (Vinca spec.) oder die schattenliebende Elfenblume (Epimedium spec.) mit ihren elfenhaften Blüten. Ebenso robust sind Efeu (Hedera spec.) oder verschiedene Farnarten, die auch im Wald unter Ahorn gedeihen.

Ökologischer Wert

Spitz-Ahorn in Mitteleuropa heimisch und dürfte deshalb einen Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. haben.

Insekten

Nektarwert:
3
Pollenwert:
2

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten