Kupfer-Felsenbirne

Amelanchier lamarckii

Gehölz
Wildform
Bienenweide
Vogelschutznährgehölz
essbar
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Blatt von Kupfer-Felsenbirne

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Nordamerika stammende Felsenbirne
  • Kleiner mehrstämmiger Strauch mit schirmförmiger Krone
  • Ganzjährig dekorative Blätter: Bronzefarben im Austrieb, grün im Sommer, im Herbst gelb, rot und orange
  • Schalenförmige weiße, zwei Zentimeter große Blüten in hängenden Trauben
  • Gute Bienenweide mit freiliegendem Nektar, auch für Schwebfliegen und andere Insekten
  • Apfelförmige Früchte bei Vögeln sehr beliebt, auch für den Menschen essbar
  • In Norddeutschland als Rosinenersatz, daher „Korinthenbaum“
  • Verträgt sauren wie kalkhaltigen Boden, Feuchte wie Trockenheit, Sonne und Halbschatten
  • Kommt mit Stadtklima gut zurecht, daher beliebt als Parkstrauch oder für die Dachbegrünung
  • Im Garten für blickdichte Hecken, Staudenbeete, als Solitär und als Kübelpflanze für den Balkon
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 4 - 6 m
Breite: 5 - 6 m
Zuwachs: 20 - 25 cm/Jahr
Wurzelsystem: Flachwurzler
Blüte
Blütenfarbe: weiß
Blühzeit:
j
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Selbstbefruchter ja
Licht
Sonne bis Halbschatten
Frucht
Fruchtreife:
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Fruchtaroma: süß
Boden
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Sonstiges
Ordnung: Rosenartige
Familie: Rosengewächse
Gattung: Felsenbirnen
ist essbar Frucht

Was ist Kupfer-Felsenbirne?

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) ist ein lichtes Laubgehölz aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), das aus dem östlichen Nordamerika stammt und in vielen Teilen Europas als Zierpflanze verwendet wird. Die Pflanzen verwildern oft, und inzwischen gilt der Neophyt in dem Streifen von den Niederlanden über den Nordwesten und Norden Deutschlands als eingebürgert. Wie in seiner Heimat wächst sie bevorzugt in Gebüschen und an Waldrändern. Die Beliebtheit als Zierstrauch gründet vor allem darauf, dass ihre Blüten und auch ihre Herbstfärbung wesentlich auffälliger sind als bei der bei uns ursprünglich heimischen Gemeinen Felsenbirne (Amelanchier ovalis).

Die sommergrünen, mehrstämmigen und reich verzweigten Sträucher haben eine anfangs aufrechte, später schirmförmige Krone mit überhängenden Seitenästen. Die anfangs wollig behaarten Triebe verkahlen später. Ihre Rinde ist olivbraun bis rotbraun und rissig und bildet im Alter eine schwärzliche Borke. Die Winterknospen sind eiförmig mit einer kleinen Spitze, filzig behaart und 5-7 Millimeter lang; eine Endknospe ist immer vorhanden.

Besonders dekorativ wirkt die Kupfer-Felsenbirne durch ihre namensgebende Blattfarbe: Im Austrieb sind sie kupferrot bis bronzefarben und werden erst später dunkelgrün. Danach gibt es nochmal einen Farbwechsel: Gegen Ende des Jahres wird daraus eine prachtvolle gelbe, orange und rote Herbstfärbung. Mit anderen Worten: Die Kupfer-Felsbirne ist allein schon wegen ihres Blattwerkes ein dekorativer Blickfang für jeden Garten.

Die Blätter stehen wechselständig, haben einen 8-15 Millimeter langen Blattstiel und eine ovale bis breit-ovale Blattspreite, die am Anfang und am Ende gerundet erscheint. Sie ist bis zu acht Zentimeter lang und halb so  breit, mit einem dicht und fein gesägten Rand. Die kleinen pfriemlichen Nebenblätter sind mit dem Blattstiel verwachsen und bleiben erhalten.

Vor der dunklen Blattfärbung kommen die im Frühjahr in großer Zahl erscheinenden weißen schalenförmigen Blüten besonders gut zur Geltung – wenn die Blätter denn erst einmal erschienen sind, denn die Blütenpracht zeigt sich unmittelbar vor dem Laubaustrieb. Mehrere davon stehen in 6-12 Zentimeter langen Trauben beieinander. Die Blütenblätter sind bei dieser Felsenbirne kahl und mindestens dreimal so lang wie breit – in der Regel etwa 11 Millimeter lang; die intensiv nach Honig duftenden Blüten fünfzählig mit doppelter Blütenhülle mit frei stehenden Kelch- und Kronblättern und zwittrig, ihr Durchmesser liegt bei etwa zwei Zentimetern. Im Inneren befinden sich 20 Staubblätter; der Fruchtknoten ist kahl und nur selten locker behaart und besteht aus fünf teilweise miteinander verwachsenen Fruchtblättern.

Die mit 7-10 Millimeter erbsengroßen apfelähnlichen Früchte werden von dem erhalten bleibenden Kelch gekrönt; sie sind in der Reife dunkelrot bis fast schwarz, 8-10 Millimeter groß und außen leicht bereift. Dann haben sie eine mehlige Konsistenz und schmecken leicht süßlich.

Kupfer-Felsenbirne im Garten

Standort

Die Kupfer-Felsenbirne ist robust, wenig anspruchsvoll und pflegeleicht. Sie liebt einen sonnigen, im Sommer trockenen und warmen Platz im Garten, nimmt aber auch mit Halbschatten vorlieb. Der Boden sollte kalk- und basenreich, relativ arm an Nährstoffen, Humus und Feinerde, mild bis mäßig sauer sein und darf gerne auch felsig und steinig ausfallen; Hauptsache gut durchlässig.

Ein Vorteil der Kupfer-Felsenbirne gegenüber ihren Artgenossen der gleichen Gattung: Sie wächst sowohl auf einem kalkhaltigen wie auch auf einem sauren Boden, verträgt volle Sonne ebenso wie leichten Schatten und Trockenheit ebenso wie Feuchtigkeit.

Übertreiben sollte man es mit der Trockenheit nicht – die Sträucher überstehen selbst längere Trockenphasen im Sommer problemlos, aber sie ziehen die Blätter in Mitleidenschaft, und die Herbstfärbung fällt weniger prächtig aus wie wenn man ständig für eine leichte Bodenfeuchte sorgt. Auch zu viel Wasser, sprich Staunässe, ist auf Dauer unzuträglich. Frost ist nicht das Problem: Die Kupfer-Felsenbirne ist in unseren Breiten vollkommen winterhart.

Zum Rechnen: Der Jahreszuwachs liegt bei etwa 20 Zentimetern, die Kupfer-Felsenbirne wird 4-6 Meter hoch und ebenso breit.

Schnitt

Die Kupfer-Felsenbirne ist wie alle Felsenbirnen gut schnittverträglich und kommt auch mit einem kräftigen Rückschnitt klar, wenn der denn mal sein muss. Am schönsten wachsen sie allerdings, wenn man sie überhaupt nicht behelligt und ihrer Wege gehen lässt. Was natürlich nicht heißt, dass Du nicht abgestorbene Teile davon jederzeit entfernen kannst. Nur bei besonders alten Exemplaren kann es erforderlich werden, die allzu dicht wachsende Krone etwas auszulichten.

Achtung bei veredelten Sorten: Hier sitzen die Pflanzen auf einer Unterlage. Wenn die auszutreiben beginnt sollte man vor allem die bodennahen Äste zeitig entfernen, da sie dem Reis die Kraft entziehen. Allerdings findet man veredelte Felsenbirnen eher bei der Kahlen Felsenbirne (Amelanchier laevis) mit ihren bogig herabhängenden Ästen.

Vermehrung

Die Samen der Kupfer-Felsenbirne sind Kaltkeimer und brauchen eine Frostperiode zum Keimen, sodass man sie vorzugsweise im Herbst ins Aussaatbeet pflanzt. Achtung bei Felsenbirnen in der Nachbarschaft: Sie bilden reichlich Hybriden, sodass man nie genau weiß, wer der Pollenspender war und was für Eigenschaften die Nachzucht haben wird.

Ebenso lassen sich die Sträucher problemlos mit Stecklingen vegetativ vermehren. Dazu nimmt im Sommer man halbverholzte oder auch noch grüne Stecklinge und lässt sie bewurzeln.

Verwendung

Einzeln oder in Gruppen, als freistehende Hecke, in Strauchrabatten und vor allem als wirkungsvoller Hintergrund vor einem Blumenbeet mit Frühblühern kommt die dankbare Kupfer-Felsenbirne hervorragend zur Geltung. Ihre Blüten passen gut zu denen von Blaustern, Traubenhyazinthe und anderen kleinen Zwiebelblumen. Wer es lieber etwas größer haben möchte: in Hecken lässt sie sich auch sehr schön mit Mehlbeere, Elsbeere, Weichselkirsche und Kleine Pimpinelle oder Wildrosen kombinieren. Die Kombination ist ideal für Vögel, die hier sowohl Futter als auch Unterschlupf finden.

Die Kupfer-Felsenbirne hält nicht nur Katzen ab, sondern auch die neugierigen Blicke der Nachbarn: Ihre Hecken bilden einen absolut pflegeleichten Sichtschutz.

Auch für die Dachbegrünung sind die rauchresistenten Sträucher gut geeignet – sie kommen mit dem Stadtklima bestens zurecht. Auch auf Balkon und Terrasse machen sie als Kübelpflanze eine gute Figur und decken als gute Bienenweide den Honigbienen in der Stadt den Frühstückstisch.

Schädlinge

Die Kupfer-Felsenbirne ist robust und äußerst widerstandsfähig, wie man bei einer Pflanze von solch kargen Standorten meist erwarten darf. Krankheiten und Schädlinge wird man bei ihr nur selten finden. Mehltau tritt eigentlich nur bei geschwächten Pflanzen auf, und das durch einen Virus hervorgerufene Ringfleckenmosaik ist hier wesentlich seltener als bei Apfel, Quitte und Sauerkirsche.

Achtung bei Feuerbrand: Die aus Amerika eingeschleppte Gehölzerkrankung wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht und breitet sich derzeit rasant in Deutschland aus. Für viele Ziergehölze und Obstsorten mit apfelförmigen Früchten (!) ist er eine ernsthafte Gefahr, und besonders der gewerbliche Anbau von Apfel, Birne und Quitte leidet darunter. Im Garten befällt er außer der Felsenbirne auch Vogelbeere, Mehlbeere, Zwergmispel, Zierquitte, Weißdorn und andere. Kirschen, Pfirsiche und Pflaumen sind übrigens nicht betroffen.

Man erkennt den Feuerbrand an vertrockneten und braun bis schwarz verfärbten Blättern, Trieben und Blüten, die wie verbrannt aussehen. Der klebrige Schleim steckt voller Bakterien und ist hochinfektiös. Ein betroffenes Gehölz muss unbedingt gerodet und fachgerecht beseitigt werden. Ob der Feuerbrand meldepflichtig ist, musst Du aktuell nachschauen – momentan nicht, kann sich aber jederzeit wieder ändern. Nähere Informationen und allerlei Wissenswertes findest Du auf den Seiten des Julius Kühn-Institutes zum Feuerbrand.

Ökologie

Bei allen Felsenbirnen liegt der Nektar gut zugänglich in den großen und zahlreich gebildeten Blüten, die mit ihrem markanten Honigduft ihre Bestäuber aus der Ferne anlocken. Vor allem Honigbienen machen von der guten Bienenweide Gebrauch. Kurzrüsselige Insekten wie Fliegen und Schwebfliegen kommen ebenfalls gut an den süßen Saft und sind begeisterte Besucher des Zierstrauches.

Für Vögel sind die kleinen Apfelfrüchte ebenso eine Sensation; vor allem Singvögel machen sich daran zu schaffen und sorgen dabei auch für die Verbreitung der darin versteckten Samen. Einige bleiben lange genug stehen, um als Winterfutter zu dienen, und auch früchtefressende Kleinsäuger wissen sie zu schätzen. Von Tauben, Amseln und Drosseln werden sie im Ganzen verschluckt und so über weite Strecken davongetragen.

Gut zu wissen: Das Laub der Kupfer-Felsenbirne verrottet besonders schnell und ist daher eine großartige Bereicherung für jeden Komposthaufen.

Wissenswertes

Namensverwirrung um die Felsenbirne

Im Gartenmarkt gibt es nur Amelanchier canadensis oder Amelanchier laevis? Kein Problem, das ist genau dasselbe und nur ein Synonym für Amelanchier lamarckii. Genauer gesagt: Man weiß es nicht so genau. Denn in Nordamerika finden sich keine Wildbestände der Kupfer-Felsenbirne mehr, die auf einen eindeutigen Wildtypus schließen lassen. Viele Botaniker sind daher der Ansicht, dass Amelanchier lamarckii eine Hybride aus Amelanchier laevis und Amelanchier canadensis ist.

Fotos

Blatt Kupfer-Felsenbirne
Quelle: NaturaDB
Blatt Kupfer-Felsenbirne
Quelle: NaturaDB
Gesamte Pflanze Kupfer-Felsenbirne
Quelle: NaturaDB
Frucht Kupfer-Felsenbirne
Quelle: NaturaDB
Blüte Kupfer-Felsenbirne
Quelle: Jean Van Schaftingen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Frucht Kupfer-Felsenbirne
Quelle: Agnieszka Kwiecie?, Nova, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Gesamte Pflanze Kupfer-Felsenbirne
Quelle: AnRo0002, CC0, via Wikimedia Commons

Sorten Kupfer-Felsenbirne

Sorte Höhe Breite Fruchtreife
Felsenbirne 'Prince William' 1.5 - 2.5 m 1.5 - 2 m Jul
Kupfer-Felsenbirne (Wildform) 4 - 6 m 5 - 6 m Jul
Felsenbirne 'Rainbow Pillar' 3.5 - 5 m 1.25 - 1.75 m Jul

Häufige Fragen

Woher hat die Kupfer-Felsenbirne ihren Namen?

Der seltsame Gattungsname Amelanchier kommt aus dem Französischen und ist dem Gattungstypus der einheimischen Gemeinen Felsenbirne (Amelanchier ovalis) zuzuschreiben: Aus dem korrekten „la mélanche“ wurde durch falsche Apostrophierung „l’amélanche“. Im 18. Jahrhundert fanden die Sträucher Eingang in die botanischen Gärten Europas, und vor allem im 19. Jahrhundert wurde die Kupfer-Felsenbirne in Teilen der Niederlande, Westfalens und Niedersachsens als Obstgehölz angepflanzt. Dort sind die Sträucher noch heute häufiger als in den anderen Landesteilen. Das „Kupfer“ steckt in den Blättern: im Austrieb sind diese kupferfarben oder bronzefarben gefärbt.

Kann man Kupfer-Felsenbirne essen oder sind die Früchte giftig?

Die Früchte der Kupfer-Felsenbirne sind essbar. In Norddeutschland verwendet man sie getrocknet ähnlich wie Rosinen zum Backen. Das hat ihm den einheimischen Spitznamen Korinthenbaum eingebracht. Falls Dir die Vogelschar etwas übriggelassen hat und Du die Früchte aus dem eigenen Garten probieren möchtest: Sie schmecken gar nicht mal schlecht und sind definitiv nicht giftig: süß und saftig und nur im sehr reifen Zustand leicht mehlig. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Felsenbirnen einschließlich unserer einheimischen Gemeinen Felsenbirne (Amelanchier ovalis), die zwar auch essbar, aber deutlich weniger wohlschmeckend sind.

Ökologischer Wert

Kupfer-Felsenbirne nicht heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Vögel

Insekten

Nektarwert:
2
Pollenwert:
1

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Nistplatz: wird häufig als Nistplatz verwendet
Landeplatz: wird sehr häufig aufgesucht

Bienenweiden mit Nektar- und Pollenwerten