Rote Johannisbeere

Ribes rubrum

Gehölz
Wildform
winterhart
Gute Bienenweide
Wichtiges Vogelschutznährgehölz
essbar
Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) Alle 4 Fotos anzeigen
Quelle: AfroBrazilian, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einheimisches Stachelbeergewächs
  • Bis zu anderthalb Meter hohe Sträucher
  • Stachellose aufrechte Triebe mit brauner bis schwarzer Rinde
  • Grüngelbe unscheinbare Blüten in hängenden Trauben
  • Kugelförmige rote, durchscheinende Beerenfrüchte
  • Benötigt regelmäßigen Schnitt
  • Feuchter und toniger Boden bevorzugt
  • Sonniger Stand macht die Ernte ertragreicher und die Beeren weniger sauer
  • Roh essbar, in der Küche vielfältig verwendet
  • Für Säfte, Marmelade, Gelee oder Rote Grütze
Standort
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: feucht bis frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 1 - 1,5 m
Wurzelsystem: Herzwurzler
Frostverträglich: bis -28 °C (bis Klimazone 5)
Blüte
Blütenfarbe: grün
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
o
n
d
Blütenform: traubenförmig
Selbstbefruchter ja
Laub
Blattfarbe grün
Blattphase sommergrün
Blattform rundlich, 3 - bis 5 - lappig, grob gesägt
Sonstiges
ist essbar essbare Beeren
Klassifizierung
Ordnung: Steinbrechartige
Familie: Stachelbeergewächse
Gattung: Johannisbeeren
Heimische Wildpflanzen sind die neuen Exoten

Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Rote Johannisbeere?

Die Rote Johannisbeere, Garten-Johannisbeere oder in Österreich Rote Ribisel (Ribes rubrum) bildet 100-150 Zentimeter hohe Büsche. Das Mitglied aus der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae) ist nahe mit der Weißen und Schwarzen Johannisbeere verwandt und unterscheidet sich von diesen vor allem in der Farbe der Frucht. Man findet sie nicht nur in Gärten, sondern in ganz Mitteleuropa vereinzelt wild, wesentlich häufiger ausgewildert in Gebüschen, an Bächen und Auwäldern.

Die sommergrünen Sträucher der Roten Johannisbeere haben keine Stacheln. Junge Triebe sind behaart und dicht mit Drüsen besetzt, die älteren Zweige haben eine rotbraune bis grauschwarze Rinde. Ihre rundlichen wechselständigen Blätter sind drei- bis fünflappig mit herzförmigem Grund und grob gesägtem Rand und haben einen Stiel, der ebenso lang ist wie die Blattspreite. Auf der Oberseite sind sie kahl, auf der Unterseite anfangs flaumig behaart.

Ihre unscheinbaren grünen oder rötlich überlaufenen Blüten stehen in hängenden Trauben. Sie sind zwittrig, fünfzählig mit verwachsenen Kelchblättern und nur millimeterlangen Kronblättern, die nach hinten zurückgeschlagen erscheinen. Griffel und die fünf Staubblätter sind gleichlang. Die Beeren haben einen Durchmesser von 6-11 Millimetern und sind kugelrund, glatt, rot und durchscheinend mit einem kleinen Rest des Kelches an der Spitze.

Rote Johannisbeere im Garten

Standort

Die Rote Johannisbeere bevorzugt einen feuchten, humosen und tonigen Boden in voller Sonne. In Schatten oder Halbschatten bildet sie weniger Blüten und Früchte, die zudem wesentlich saurer ausfallen als bei sonnigem Stand. Der Standort sollte windgeschützt sein.

Schnitt

Bei der Roten Johannisbeere sollte man regelmäßig ausputzen, um alte und schwache Triebe zu entfernen. Sie danken es mit buschigerem Wachstum und reichlicher Ernte. Hat man Stämmchen, muss man diese in Form halten.

Vermehrung

Eine Vermehrung der Roten Johannisbeere ist mit Stecklingen leicht möglich. Man muss allerdings beachten, dass viele der im Gartenfachhandel erhältlichen Pflanzen veredelt und auf Gold-Johannisbeeren (Ribes aureum) gepfropft sind. Diese sind noch unempfindlicher und wüchsiger als die wurzelechten Exemplare.

Verwendung

Die Rote Johannisbeere pflanzt man üblicherweise im Nutzgarten, um die Beeren zu ernten. Um eine reichhaltige Ernte zu erzielen sollte man mindestens zwei Exemplare pflanzen, da die Selbstbefruchtung weniger Früchte bringt. Ebenso eignen sich Schwarze oder Weiße Johannisbeeren als Nachbarn.

Schädlinge

Bei feuchtem Stand macht Mehltau der Roten Johannisbeere zu schaffen. Die Johannisbeergallmilbe (Cecidophyopsis ribis) findet sich eher bei Schwarzen Johannisbeeren; sie schädigt die Knospen und mindert Austrieb und Ernte. Pilze rufen die Blattfleckenkrankheit hervor.

Ökologie

Honigbienen dient die Rote Johannisbeere als Nahrungspflanze, die ihnen große Mengen eines besonders zuckerhaltigen Nektars liefert. Bei der Honigerzeugung gilt die Rote Johannisbeere unter Imkern als besonders geschätzte Beitracht in vielen Blütenhonigen.

Am Pollen bedienen sich vier Wildbienen. Dabei handelt es sich um die Sandbienen Andrena haemorrhoa, A. helvola, A. varians und A. fulvata. Vier Schmetterlinge nutzen sie als Raupenfutter: der Braune Haarbüschelspanner (Eulithis prunata), Hopfen-Blütenspanner (Eupithecia assimilata), Johannisbeerspanner (Macaria wauaria) und Johannisbeer-Glasflügler (Synanthedon tipuliformis).

Wissenswertes

Die wilden Roten Johannisbeeren hat man sich erst im 15. Jahrhundert in die Gärten geholt. Meistens handelt es sich bei der Garten-Johannisbeere um Kreuzungen mit anderen Wildarten; sie hat im Vergleich zur Wildform deutlich größere Beeren. Die im Gartenfachhandel erhältlichen Pflanzen sind häufig auf die besonders wüchsige und unempfindliche Gold-Johannisbeere (Ribes aureum) gepfropft. Hier findet man auch diverse andere Zuchtformen mit unterschiedlichen Beeren und Wüchsigkeiten.

Weiße Johannisbeere (Ribes rubrum ssp. alba) ist keine eigenständige Art, sondern ein Albino der Roten Johannisbeere, der die roten Farbstoffe fehlen.

Fotos

Gesamte Pflanze Rote Johannisbeere
Quelle: AfroBrazilian, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blüte Rote Johannisbeere
Quelle: I, Przykuta, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Rote Johannisbeere
Quelle: Beko, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Blatt Rote Johannisbeere
Quelle: SimonWaldherr, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sorten Rote Johannisbeere

Sorte Höhe Breite
Rote Johannisbeere (Wildform) 1 - 1.5 m
Rote Johannisbeere 'Heinemanns Rote Spätlese' 1 - 1.5 m 80 - 100 cm
Rote Johannisbeere 'Jonkheer van Tets' 1 - 1.5 m
Rote Johannisbeere 'Rovada' 1 - 1.5 m

Häufige Fragen

Für was sind Rote Johannisbeeren gut?

Die Früchte der Roten Johannisbeere enthalten große Mengen antioxidativ wirksamer Substanzen. Dazu gehören insbesondere die für die rote Farbe verantwortlichen Anthocyane sowie Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C. Aus den säuerlichen Früchten macht man Fruchtsaft, Johannisbeergelee, Marmelade, Obstkuchen und Desserts. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil der Roten Grütze. Die getrockneten Blätter verwendet man in der Naturheilkunde gegen Krampfadern.

Welche Vitamine sind in Roten Johannisbeeren?

Rote Johannisbeeren enthalten vor allem große Mengen Vitamin C – bis zu 1,4 Prozent. Zudem finden sich darin B-Vitamine und Vitamin E. Außerdem sind sie reich an antioxidativ wirksamen Anthocyanen, Mineralstoffen, Eisen und Spurenelementen wie Kupfer, Selen und Zink.

Welcher Standort für Rote Johannisbeere?

Rote Johannisbeeren bevorzugen einen sonnigen Standort, denn hier bilden sie die meisten Blüten und Früchte. Sie gedeihen zwar auch an schattigen bis halbschattigen Stellen, aber dann sind die Beeren relativ sauer und die Ernte nicht so reichhaltig.

Ökologischer Wert

Rote Johannisbeere ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Vögel

Insekten

Anzahl Wildbienenarten:
4
Anzahl Schmetterlingsarten:
3
Nektarwert:
2
Pollenwert:
3
Dient als Futterplanze für Raupen:
4

Vögel und Säugetiere

Vogelschutzgehölz & Vogelnährgehölz ja
Anzahl fressende Vogelarten:
34

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