Avocado

Persea americana

Gehölz
Wildform
lange Blühzeit
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Quelle: Daderot, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Aus Zentral- und Südamerika stammendes Lorbeergewächs
  • Bis zu acht Metern hohe Sträucher oder Bäume
  • Graue Rinde und große dunkelgrüne und ledrige Blätter
  • Unauffällige kleine Blüten, es gibt männliche und weibliche Pflanzen
  • Meist birnenförmige Frucht mit großem Samen
  • Fettreiches Fruchtfleisch
  • Über 400 Sorten im Handel
  • Blätter und Samen giftig
  • Vermehrung mit Samen
  • Nicht frosthart, muss im Haus überwintert werden
Standort
Licht: Sonne
Boden: durchlässig bis humus
Wasser: frisch
Nährstoffe: nährstoffreicher Boden
Wuchs
Pflanzenart: Gehölz
Höhe: 5 - 8 m
Breite: 7 - 9 m
Zuwachs: 10 - 50 cm/Jahr
Wurzelsystem: Pfahlwurzler
Blüte
Blütenfarbe: gelb
Blühzeit:
j
f
m
a
m
j
j
a
s
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n
d
Klassifizierung
Ordnung: Lorbeerartige
Familie: Lorbeergewächse
Gattung: Persea
Diese Pflanze ist in Mitteleuropa nicht heimisch

Bedenke, die auf heimische Wildpflanzen angewiesenen Tierarten, wie die meisten Wildbienen- und Schmetterlingsarten sowie davon abhängige Vögel, sind von einem dramatischen Artenschwund betroffen. Mit heimischen Arten kannst du etwas zum Erhalt beitragen.

Dr. rer. medic. Harald Stephan
Autor:
Diplom-Biologe

Was ist Avocado?

Avocado (Persea americana) ist mit ihren schmackhaften und gesunden Früchten schwer in Mode und kaum noch unter ihren alten Bezeichnungen Alligatorbirne oder Butterfrucht bekannt. Selten findet man die aus den tropischen Regenwäldern Zentral- und Südamerikas stammende Tropenfrucht, die aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) stammt, auch in heimischen Gärten. Sie bildet Sträucher oder stark verzweigte Bäume von 5-8 Metern Höhe mit einer breiten Krone, wenn sie optimale Wachstumsbedingungen vorfindet.

Die Zweige der Avocado sind recht zerbrechlich und haben eine glatte graue Rinde. Daran stehen in dichten Wirteln die wechselständigen, bis zu einem halben Meter langen ledrigen Blätter. Sie sind anfangs oft rötlich überlaufen und dünn behaart, später oberseits kahl, dunkelgrün und glänzend, unterseits blaugrün, eiförmig bis elliptisch oder lanzettlich, mit einem ganzen, meist leicht gewellten Rand und einem fünf Zentimeter langen Stiel.

Die scheinrispigen Blütenstände erscheinen endständig und in den jüngeren Blattachseln; ihre unauffälligen gelb-grünen 5-10 Millimeter großen Blüten haben sechs gleich gestaltete Tepalen und zwölf Staubblätter oder einen einfächrigen oberständigen Fruchtknoten, denn die Avocado ist zweihäusig. Bei den Weibchen bilden sich die birnenförmigen, seltener eiförmigen oder kugeligen Früchte, bei denen es sich im botanischen Sinne um Beeren handelt. Die Außenhülle ist meist runzelig, ledrig und grün bis dunkelrot oder schwarz. Das fettreiche Fruchtfleisch ist grün bis gelb, in der Reife buttrig zart und birgt einen golfballgroßen, runden bis spitz-eiförmigen Samen mit brauner Samenschale und zwei großen Keimblättern. Die Beeren fallen bereits vor der Vollreife ab und reifen später nach, was man sich in Landwirtschaft und Transport zunutze macht.

Avocado im Garten

Standort

Die Avocado ist nicht besonders anspruchsvoll und nimmt mit so ziemlich jeder durchlässigen und humosen Gartenerde vorlieb – vorausgesetzt sie ist nährstoffreich und feucht genug. Sie steht am besten im Halbschatten und verträgt nur als ausgewachsener Baum volle Sonne. Am besten hält man sie in Kübeln, denn dauerhaft frosthart sind die Bäume nicht – zum Überwintern ist eine Temperatur um die 10 °C optimal. Staunässe muss man sorgfältig vermeiden, denn damit bringt man die Pflanzen zuverlässig um. Windschutz verhindert ein Abbrechen der fragilen Zweige.

Schnitt

In unseren Breiten können die Triebe einer Avocado ewig lang werden, ohne sich großartig zu verzweigen, zu beblättern oder gar zu blühen. Daher sollte man sich nicht scheuen, ab und zu von der Schere Gebrauch zu machen. Nach einem Beschnitt treiben gleich mehrere Äste aus und die Pflanzen werden buschiger. Achtung: Gerade bei Jungpflanzen sollte man niemals sämtliche Blätter auf einmal entfernen, denn dann gibt es keine Chance mehr auf Photosynthese.

Vermehrung

Wie kann man Avocado vermehren? An der ausgesprochen verführerischen Nachzucht aus den großen Samen sind bereits viele Hobbygärtner gescheitert. Dabei ist sie überhaupt nicht schwierig, sondern bestenfalls langwierig. Am besten säubert man die Kerne gründlich von anhaftendem Fruchtfleisch und piekt rundherum drei Zahnstocher hinein. Damit lässt sie sich mit ihrer stumpfen Unterseite knapp unterhalb der Wasseroberfläche in einem entsprechend großen Glas setzen.

Das Wasser muss man regelmäßig wechseln, damit es nicht verdirbt, und sollte dabei den Samen nochmals reinigen, sodass Schimmel keine Chance hat. Erst wenn sich nach vier bis sechs Wochen die ersten zarten Würzelchen zeigen kann man die Saat in einem Topf mit Erde halb bedecken. Aus dem Spalt der beiden Keimblätter erscheint dann bald ein Trieb mit den ersten Blättern. Bis daran die ersten Blüten und Früchte erscheinen kann sich eine Weile hinziehen – normalerweise bilden sie sich erst nach gut zehn Jahren, nur bei einigen Zuchtsorten erscheinen sie bereits wesentlich früher.

Verwendung

Mit ihrem munteren Wuchs sollte man die Avocado trotzlieber lieber in Containern und großen Blumentöpfen halten und nicht ins Freiland setzen, denn spätestens nach den ersten leichten Frösten ist eine Überwinterung notwendig. Allzu starke Minusgrade verträgt sie nicht. Im Garten stellt man vor allem die jungen Bäumchen besser nicht in die pralle Sonne, da sie leicht Brandflecken bekommen. Erst ab den Eisheiligen kann man sie wieder hervorholen und ihnen frische Luft gönnen. Ein lichter Wintergarten ist ideal, aber notfalls tut es auch die Garage oder ein frostfreier Keller. Etwas Licht ist hilfreich für die Überwinterung der Avocado, da sie in der Winterruhe die Blätter nicht verliert.

Schädlinge

Die Früchte können im heimischen Garten das Opfer von Vögeln und Insekten werden, sie sind aber weniger bedroht als einheimisches Obst. Im landwirtschaftlichen Anbau machen der Avocado einige Pilzkrankheiten Probleme, die bei den vereinzelten Exemplaren daheim keine Rolle spielen. Ebenso werden sie von Bakterien und Viren befallen.

Ökologie

Die Verbreitung der riesigen Samen war lange Zeit ein Rätsel – mit ihrem Fruchtfleisch wären sie typisch für große Säugetiere, aber für die in Zentral- und Südamerika heimischen Tiere sind sie zum Verschlucken viel zu groß. Man nimmt an, dass die kleine schwarze Wildform criollo ursprünglich von Riesenfaultieren gefressen und unversehrt wieder ausgeschieden wurden. Die bis zu elefantengroßen Megatherium-Arten starben erst vor rund 15.000 Jahren aus, als die ersten Menschen mittel- und südamerikanischen Boden erreichten. Diese übernahmen in der Folge die Vermehrung der nahrhaften Früchte und sorgten mit ihrer züchterischen Auswahl für die heute zahlreichen Sorten der Avocado.

Wissenswertes

Die Alligatorbirne war bereits den alten Azteken und ihren Vorgängervölkern in Mittelamerika bekannt, die sie bereits vor tausenden von Jahren nutzten. Sie gehörte zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der ersten Ureinwohner. Bei den Einheimischen hieß die Frucht ahuacatl, zu deutsch Hoden. Die spanischen Eroberer verballhornten den Namen zu Avocado, was eigentlich Advokat bedeutet. Sie brachten die wunderlichen Pflanzen bereits im 16. Jahrhundert mit nach Europa.

Bis die Zierpflanzen aus den botanischen Gärten Eingang in die deutsche Küche fanden dauerte noch eine Weile – in Mode kamen die fettreichen Früchte erst ab den 1980er Jahren, und heute gelten sie dank ihrer ungesättigten Fettsäuren als Superfood. Die meisten Exemplare in unseren Supermärkten kommen aus Israel, Südafrika und Spanien. Eine der zahlreichen Verwendungen hat ihren Namen ebenfalls aus der Sprache der Einheimischen: aus ahuacamolli für eine daraus bereitete Avocadocreme wurde im Spanischen Guacamole.

Die große Beliebtheit der fettreichen Früchte hat für zahlreiche Zuchtsorten und Hybriden gesorgt – heute sind über 400 Sorten im Handel, die sich in der Größe, Form und Farbe ihrer Frucht unterscheiden. Bei uns kommen zumeist Exemplare mit einem Gewicht zwischen einem halben und ganzen Pfund in den Verkauf, während sie in ihrer Heimat oft weit über ein Kilogramm schwer werden können. Sie kommen unreif in den Handel und reifen daheim nach – wer dem nachhelfen möchte sollte ein paar Äpfel danebenlegen. Das von ihnen abgegebene gasförmige Ethylen lässt nicht nur Bananen, sondern auch Avocado schneller reifen. Wann Avocado reif sind? Am besten schmecken die Früchte, wenn sie auf Druck leicht nachgeben.

Avocados sind zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Bäume. Wer nicht zwei davon im Garten haben möchte, aber Früchte ernten will, kann auf gepfropfte Exemplare mit einem Männchen und einem Weibchen zurückgreifen, die beiderlei Blüten bilden. Da die mexikanischen Bestäuber fehlen und unsere einheimische Flora mit den Blüten nur bedingt etwas anzufangen weiß geht man für eine erfolgreiche Bestäubung am besten selbst zu Werke. Dazu muss man den Pollen der männlichen Blüten mit einem Pinselchen auf die Narben der weiblichen übertragen. Die Mühe wird mit ordentlich Fruchtansatz belohnt.

Fotos

Gesamte Pflanze Avocado
Quelle: Daderot, CC0, via Wikimedia Commons
Blüte Avocado
Quelle: A16898, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Frucht Avocado
Quelle: B.navez, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Blatt Avocado
Quelle: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Für was ist Avocado gut?

Die Frucht der Avocado gilt als die fettreichste unter allen Obst- und Gemüsesorten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, maximal 35 Prozent des täglichen Energiebedarfes mit Fetten zu decken. Für Dreiviertel dieser Menge reicht eine einzige Avocado, die bis zu 500 Kalorien enthält. Dafür glänzt die kleine Kalorienbombe mit wertvollen Inhaltsstoffen. Sie enthält einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, Provitamin A, Vitamin B sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Übrigens: Die Samen kann man als Zimmergärtner gerne zum Avocadobäumchen selber ziehen verwenden, aber essen sollte man die auf keinen Fall, denn sie sind leicht giftig. Aus den Früchten gewonnenes Avocadoöl ist in der Kosmetikindustrie als hautpflegendes Öl beliebt.

Kann man gegen Avocado allergisch sein?

Allergische Reaktionen auf Avocado sind zumeist Kreuzallergien. Dabei gibt es zwei Hauptformen: Menschen mit einer Allergie gegen Pollen von Bäumen leiden mitunter nach dem Genuss der Frucht an lokalen Beschwerden in Mund und Rachen. Das Latex-Frucht-Syndrom ähnelt einer Latexallergie und äußert sich nach dem Verzehr mit Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen sowie einer juckenden und brennenden Hautreaktion. Es beruht auf einer Kreuzreaktion der IgE-Antikörper und kann auch bei Bananen, Kiwi oder Mango auftreten.

Ökologischer Wert

Avocado ist nicht heimisch. Wir haben leider keine genauen Daten zum Wert für Bienen, Schmetterlinge & Co. Häufig haben aber heimische Pflanzen einen höheren ökologischen Nutzen.

Obstgehölze und Beerensträucher

Themen

Quelle: Foto von Laura MacNeil auf Unsplash